Anzeigegerät an Fahrzeugen zur Feststellung der Revisionsfälligkeit Die Revision von Fahrzeugen, insbesondere Eisenbahnwagen, wird vielfach noch in zeitlich regel mässigen Intervallen vorgenommen, obwohl die Fahr leistung der einzelnen Wagen sehr verschieden sein kann und somit die einen Wagen schon mit zu ge ringer und andere erst mit übermässiger Fahrleistung zur Revision gelangen.
Dieser Nachteil gab Anlass, eine vorbestimmte Fahrleistung als Massstab für die Revisionsfälligkeit zu wählen und mittels eines Kilometerzählers fort laufend die Fahrleistung bzw. die Laufstrecke des Wagens zu messen. Diese meist an einem Achsen lagergehäuse angebrachten Zähler werden vom Kon- trollpersonal periodisch abgelesen, wobei nicht nur der Zeitaufwand sehr erheblich ist, weil bis zur tat sächlichen Revisionsfälligkeit mehrere Kontroll- ablesungen vorgenommen werden, sondern ein unter der vorbestimmten Fahrleistung liegender Grenzwert als für die Revisionsfälligkeit ausschlaggebend ge wählt werden muss, um die Kontrollablesungen nicht zu häufig wiederholen zu müssen.
Bei periodischen Kontrollablesungen bleibt überdies der Nachteil be stehen, dass die revisionsbedürftigen Wagen in grossen Schüben aus dem Verkehr gezogen und den Werkstätten zugeführt werden, anstatt in zeitlich mög lichst ausgeglichener Folge, damit eine optimale Aus- nützung des Wagenmaterials und eine gleichmässige Beanspruchung der Werkstätten erreichbar ist.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, die ange führten Nachteile zu vermeiden, und betrifft ein An zeigegerät an Fahrzeugen zur Feststellung der Re visionsfälligkeit, bei welchem ein Anzeigeorgan auf der Aussenseite des Gehäuses eines Laufstrecken messers aus einer nichtanzeigenden Lage in Abhän gigkeit von der Laufstrecke automatisch in eine An zeigelage bewegt wird. Das Anzeigeorgan kann hierbei in der nichtanzeigenden Lage durch eine aus- rückbare Vorrichtung arretiert sein, die der aus rückenden Einwirkung des Laufstreckenmessers aus gesetzt ist, durch den bei Erreichen einer vorbe stimmten Laufstrecke die Aufhebung der Arretie rung des Anzeigeorgans bewirkt wird.
Sofern die Revisionsfälligkeit nicht an eine ganz genau bestimmte Laufstrecke gebunden ist, das heisst, wenn eine gewisse Toleranz zugelassen wird, sind auch Ausführungsvarianten möglich, bei denen der Laufstreckenmesser nach Ablauf einer gewissen Laufstrecke direkt auf das Anzeigeorgan einwirkt und dieses in die Anzeigestellung bewegt.
Die Erfindung wird anschliessend anhand eines auf der beiliegenden Zeichnung dargestellten Aus führungsbeispiels mit Simultananzeige bei Erreichung einer vorbestimmten Laufstrecke näher erläutert. Fig. 1 zeigt einen Axialschnitt und Fig. 2 teilweise einen Querschnitt durch das An zeigegerät und teilweise eine Vorderansicht bei ge öffnetem Gehäusedeckel.
Das veranschaulichte Anzeigegerät ist mit seinem Gehäuse 1 am Lagergehäuse 2 der nichtgezeigten Radachse des Fahrzeuges befestigt und wird durch einen mit dieser Radachse in Bewegungsverbindung stehenden Mitnehmer 3 über eine in der Gehäuse basiswand 4 gelagerte Welle 5 mittels des Stirnrades 6 angetrieben, welches über ein in der Wand 4 und einer an dieser befestigten Platine 7 gelagertes Vor gelege 8 ein Stirnrad 9 treibt.
Die Welle 10 des Stirn rades 9 ist in der Platine 7 und einer an dieser be festigten, zweiten Platine 11 gelagert und weist ein Ritzel 12 auf, das einen mechanischen, an den beiden Platinen 7 und 11 mitels der Wippenachse 13 gelagerten Gleichrichter 14 treibt, dessen eines oder anderes Stirnrad 15 bzw. 16 je nach dem Drehsinn des Ritzels 12 mit dem Antriebsstirnrad 17 eines aus mehreren zueinander in Serie geschalteten Umlauf getrieben bestehenden Reduktionsgetriebes 18 kämmt.
Das Stirnrad 17 des Reduktionsgetriebes ist auf einem über die Platine 7 und eine vordere Gehäuse wand 19 mit dem Gehäuse 1 starr verbundenen La gerbolzen 20 gelagert und steht in fester Drehverbin dung mit dem Planetenradträger 21 des ersten Um laufgetriebes, der auf einem Lagerzapfen 22 neben einander zwei miteinander frei drehende Planeten räder 23 und 24 trägt, von denen das Planetenrad 23 in ein auf dem Lagerbolzen 20 undrehbar sitzen des Sonnenrad 25 und das andere Planetenrad 24 in ein drehbares Sonnenrad 26 eingreift.
Vom nächst folgenden Umlaufgetriebe mit gleichem Aufbau wie das erste steht der Planetenradträger 21' in Dreh verbindung mit dem Sonnenrad 26, desgleichen das drehbare Sonnenrad 26' mit dem Planetenradträger 21" des dritten gleichartigen Umlaufgetriebes und dessen drehbares Sonnenrad 26" mit dem Planeten radträger 21' des letzten gleichartigen Umlauf getriebes. Bei diesen Umlaufgetrieben haben die undrehbaren Sonnenräder 25, 25', 25" und 25"' je eine um einen Zahn grössere Zähnezahl als die be nachbarten drehbaren Sonnenräder 26, 26', 26" bzw. 26<B>'</B>, während die miteinander drehenden zugeord neten Planetenräder 23 und 24 bzw. 23' und 24' usw. unter sich gleiche Zähnezahlen haben.
Die undrehbaren Sonnenräder 25, 25', 25" und 25"' sind auf dem Lagerbolzen 20 axial verschieb bar, indem ihre Bohrungen dem mit einer Abflachung versehenen Querschnitt des Lagerbolzens 20 entspre chen. Zwischen jedem dieser Sonnenräder und dem jeweils benachbarten Planetenträger 21 bzw. 21', 21" und 21"' befindet sich eine Tellerfeder 27 zum Ver hindern von axialen Schwingungen dieser Getriebe teile infolge von an der Radachse auftretenden Vi- brationen. Zwischen den beiden miteinander drehen den Planetenrädern ist eine in einen Zwischenraum zwischen dem undrehbaren und dem drehbaren Sonnenrad eingreifende Scheibe 28 angeordnet.
Mit dem drehenden Sonnenrad 26"' des letzten Umlauf getriebes ist eine Scheibe 29 drehungsverbunden, welche auf einem achsenparallel angebrachten Zapfen 30 eine über ihre Peripherie vorstehende Rolle 31 trägt.
In der Ebene der Rolle 31 ist in radialer Rich tung zum Lagerbolzen 20 ein Schubbolzen 32 in einer Querrippe 33 der Gehäusewand 19 axial ver schiebbar geführt, dessen der Rolle 31 zugekehrte Stirnfläche zu dieser achsenparallel zylindrisch ist. Das andere Ende des Schubbolzens 32 umfasst als U-förmige Gabel 34 das eine Ende 35 eines auf der Achse 36 gelagerten Klinkenhebels 37, der durch eine auf dieser Achse angeordnete Torsionsfeder 38 am Schubbolzen 32 in Angriff gehalten wird.
Eine zur Achse 36 parallele Drehachse 39 erstreckt sich beiderends aus dem Gehäuse 1 und trägt einen an ihr befestigten Anzeigeschild 40, der in nichtanzei gender Lage mit verdeckter Anzeigefläche 41 auf der Gehäuseoberseite aufliegt und in anzeigender Lage mit in das Blickfeld gekehrter Anzeigefläche 41 von der Gehäuseoberseite absteht. Auf der Dreh achse 39 ist im Gehäuseinnern eine Torsionsfeder 42 angeordnet, welche den Anzeigeschild in die anzei gende Lage zu drehen sucht. Ferner weist die Dreh achse 39 einen kreissegmentähnlichen Einschnitt 43 auf, an dessen Basis 44 das benachbarte Ende 45 des Klinkenhebels 37 im Falle der Arretierung des Schildes 40 in seiner nichtanzeigenden Lage ansteht.
Ein mit der Scheibe 29 des Getriebes 18 drehungsverbundenes Stirnrad 46 treibt über ein Vorgelege 47 ein vor der Gehäusewand 19 auf dem Lagerbolzen 20 drehendes Stirnrad 48 mit Skalen scheibe 49, vor welcher eine Transparentscheibe 50 mit einer Fensterblende 51 am Gehäuse 1 befestigt ist, wobei durch das Fenster 52 der Blende 51 die vom Fahrzeug seit der letzten Revision durchlaufene Strecke an der Skala der Scheibe 49 auf mindestens 5000 km genau abgelesen werden kann, nachdem ein diese Vorderseite des Gehäuses abschliessender, schwenkbarer Deckel 53 mit nichtgezeigtem seit lichem Kniehebelverschluss geöffnet worden ist.
Die Arbeitsweise des beschriebenen Anzeige gerätes ist folgende: Bei der Revision wird der Lauf streckenmesser in die Ausgangsstellung gebracht, bei welcher der Schubbolzen 32 sich in gesenkter Lage befindet, und der Schild 40 wird auf die Gehäuse oberseite niedergeklappt, wobei der Klinkenhebel 37 die Drehachse 39 arretiert. Die beliebig in beiden Richtungen erfolgenden Umdrehungen des Mit nehmers 3 werden durch den mechanischen Gleich richter 14 in stets summierendem Drehsinn auf das Reduktionsgetriebe 18 übertragen, welches die End- scheibe 29 höchstens knapp einmal dreht, bis die vorbestimmte, für die Revisionsfälligkeit des Fahr zeuges massgebende Laufstrecke durchfahren ist.
Ist dies der Fall, so gelangt die Rolle 31 unter den Schubbolzen 32 und bewegt über diesen den Klinken hebel 37 aus der Arretierstellung. Unter der Wirkung der Torsionsfeder 38 dreht sich nun die freigegebene Drehachse 39 und bewegt den Anzeigeschild 40 in die Anzeigelage.
Bei der Ausführungsvariante mit direkter Be einflussung des Anzeigeorgans durch den Lauf streckenmesser kann beispielsweise der Schubbolzen 32 so ausgebildet sein, dass er aus dem Gehäuse 1 herausragt und mittels Federkraft in der Nicht- Anzeigestellung gehalten wird. Anstelle der Scheibe 29 mit Rolle 31 kann eine Exzenterscheibe verwendet sein, welche so ausgebildet ist, dass die Laufstrecke zwischen Beginn und Ende der Verschiebungsbewe gung des Anzeigebolzens möglichst klein ausfällt und dann bewirkt, dass die Anzeigestellung auch bei wei terer Fahrtdauer noch beibehalten wird.