CH353357A - Verfahren zur Herstellung von 1(2)-Dehydro-corticosteroiden - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von 1(2)-Dehydro-corticosteroiden

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CH353357A
CH353357A CH353357DA CH353357A CH 353357 A CH353357 A CH 353357A CH 353357D A CH353357D A CH 353357DA CH 353357 A CH353357 A CH 353357A
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fungus
cortisone
dehydro
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Bojsen Lorck Henning Otto
Richard Dr Frank Ernst
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Leo Pharm Prod Ltd
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C12—BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12P—FERMENTATION OR ENZYME-USING PROCESSES TO SYNTHESISE A DESIRED CHEMICAL COMPOUND OR COMPOSITION OR TO SEPARATE OPTICAL ISOMERS FROM A RACEMIC MIXTURE
    • C12P33/00—Preparation of steroids
    • C12P33/02—Dehydrogenating; Dehydroxylating

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Description


  Verfahren     zur        Herstellung    von     1(2)-Dehydro-corticosteroiden       Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Her  stellung von     1(2)-Dehydro-corticosteroiden,    die be  kanntlich wesentlich wirksamere Chemotherapeutika  als die entsprechenden Steroide ohne Doppelbindung  zwischen den     Kohlenstoffatomen    in der 1- und     2-          Stellung    sind.  



  Es ist bekannt, dass     Corticosteroide    durch ein  aus mehreren Stufen bestehendes rein chemisches  Verfahren in die entsprechenden     1-Dehydro-cortico-          steroide    umgewandelt werden können. Die dabei  erzielten Ausbeuten an     1-Dehydroverbindungen     sind gering.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung ermöglicht  die Herstellung von     1(2)-Dehydro-corticosteroiden     mit guter Ausbeute in einfacherer Weise. Es ist da  durch gekennzeichnet, dass ein     Corticosteroid    ohne  Doppelbindung zwischen den     Kohlenstoffatomen    in  der 1- und     2-Stellung    durch biochemische Reduk  tion in einer Kultur     eines    Fungus der Gattung     Col-          letotrichum    oder     Vermicularia,    die im Kulturmedium  eine Kohlenstoff- und Stickstoffquelle und die für  das Wachstum von Fungus erforderlichen organi  schen und anorganischen Faktoren enthält, in das  entsprechende l     (2)

  -Dehydro-corticosteroid    umge  wandelt und dieses aus dem erhaltenen Gemisch iso  liert wird. Bei dem erfindungsgemässen Verfahren  finden andere biochemische Reaktionen als die ge  wünschte partielle     Dehydrierung    nur in geringem  Umfang statt, so dass die Isolierung des gebildeten       1(2)-Dehydro-corticosteroids    in einfacher Weise,  z. B. durch Extraktion des von den ungelösten Be  standteilen befreiten Gemisches mit einem mit  Wasser nicht oder nur     geringfügig    mischbaren orga  nischen Lösungsmittel und Verdampfung des im  Extrakt vorhandenen Lösungsmittels, erfolgen kann.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung eignet sich  besonders zur Herstellung von l (2)-Dehydro-corti-         son    aus den     entsprechenden.        Corticosteroiden,    insbe  sondere     Cortison.    An Stelle von     Cortison    kann zur  Herstellung von     1(2)-Dehydro-cortison    auch ein       21-Ester    des     Cortisons,    insbesondere     Cortisonacetat,     verwendet werden, da die     Estergruppe,    wie gefunden  wurde, dabei gleichzeitig     hydrolysiert    wird.  



  Die beim     Verfahren    gemäss der Erfindung ange  wendeten     Fungusgattungen    sind so eng miteinander  verwandt, dass sie     in    der Literatur häufig als ledig  lich zu einer dieser beiden Gattungen gehörend be  zeichnet werden. Als Beispiel für     einen    besonders  geeigneten Fungus, mit dem hohe Ausbeuten z. B.  an     1(2)-Dehydro-cortison    erhalten werden können,  sei     Colletotrichum        atramentarium    angegeben, . der  in der Literatur auch     Vermicularia        atramentaria    oder       Vermicularia        varians    genannt wird.  



  Das beim Verfahren gemäss der Erfindung ange  wendete Kulturmedium kann     als        Kohlenstoffquelle     z. B. Kohlehydrate oder Glycerin und als Stickstoff  quelle z. B.     proteinhaltige        Stoffe,    wie Fleischmehl  oder Sojabohnenmehl, oder     Proteinhydrolysate,    wie       Pepton,    oder     Ammoniumsalze    enthalten. Die im       Kulturmedium    vorhandenen Wachstumsfaktoren sind  dieselben, welche im allgemeinen für die Züchtung  von Mikroorganismen benötigt werden und sich z. B.  in Hefepräparaten oder     Maisweichwasser        finden.     



  Beim Verfahren gemäss der     Erfindung    beeinflus  sen selbst hohe Konzentrationen der als Ausgangs  stoffe verwendeten Steroide das Wachstum des an  gewendeten Fungus nicht. Die     Ausgangsstoffe    kön  nen deshalb zur Beschleunigung des Verfahrens dem       Kulturmedium    gemeinsam mit dem Fungus zuge  setzt werden, vorzugsweise gelöst in     einem    mit  Wasser mischbaren organischen Lösungsmittel.  



  Die     fsolierung    des     gebildeten        1(2)rDehydxo@          corticosteroids    aus dem erhaltenen Gemisch     kann     durch Lösungsmittel, z. B. Chloroform, Methyliso-           butylketon,        Methylenchlorid,        Butylacetat    oder  ähnliche Ester erfolgen. Das     isolierte        1(2)-Dehydro-          corticosteroid    kann durch Umkristallisation in so  reiner Form erhalten werden,     d'ass    es direkt in der  Therapie angewendet werden kann.

   Eine Reinigung  durch umständliche und kostspielige     Chromatogra-          phierung    ist daher nicht erforderlich.    <I>Beispiel 1</I>  Aus 50,0 g Glukose, 27,5 g Glycerin, 50 g  Fleisch- und Knochenmehl, 12,5g     Maisweichwasser,     20 g     Natriumchlorid,    0,25g     Magnesiumsulfat,    0,3 g       Kaliumdihydrogenphosphat,    25 mg     Eisen-II-sulfat,     20 mg     Kupfer-II-sulfat    und destilliertem Wasser  werden 5 Liter eines Kulturmediums hergestellt, wel  ches mit einer Kultur von     Colletotrichum        atramen-          tarium    (B.

   et     Br.)    Taub. C. B. S.,     Dickson,    geimpft  und unter Rühren 48 Stunden lang bei 28  C be  lüftet wird. Dann wird eine Lösung von 2,5 g     Cor-          tison    in 150     ml    Methanol zugesetzt und das Ge  misch 100 Stunden lang unter Rühren bei 28  C  belüftet.

   Eine     papierchromatographische    Prüfung  mit dem System     Propylenglykol/Toluol    zeigte, dass       98        %        des        Cortisons        in        1-Dehydro-cortison        umgewan-          delt    worden sind.  



  Das     Fungusmycel    wird     abfiltriert    und mit 1 Liter  Wasser gewaschen. Das Filtrat einschliesslich Wasch  wasser wird zweimal mit je 1,5 Liter     Methylen-          chlorid    extrahiert und der gesammelte Extrakt im  Vakuum eingedampft. Der teilweise kristalline     Ein-          dampfungsrest    wird mit Aceton umkristallisiert, wo  durch 1,60 g 1     Dehydro-cortison    mit einem Schmelz  punkt 231-233  C und einer optischen Drehung  
EMI0002.0041  
       (Dioxan)    erhalten werden.  



  <I>Beispiel 2</I>  Aus 3,0 g     Cortisonacetat    werden in der im Bei  spiel 1 angegebenen Weise 1,8 g     1-Dehydro-cortison     mit einem     Schmelzpunkt    230-232  C und einer  optischen Drehung
EMI0002.0046  
       (Dioxan)    erhal  ten.  



  <I>Beispiel 3</I>  Aus 2,5g     Hydrocortison        (17-Hydroxy-cortico-          steron)    werden in der im Beispiel 1     angegebenen.    Weise  1,7 g 4     i.4-Pregnadien-l        lss,17a,21-triol-3,20-dion     mit einem     Schmelzpunkt    232-234 C und einer  optischen Drehung
EMI0002.0055  
       (Dioxan)    erhal  ten.  



  <I>Beispiel 4</I>  Durch Lösung von 10,0 g Glukose, 7,5g     Gly-          cerin,    2,5g     Maisweichwasser,    15,0 g Fleisch- und  Knochenmehl, 4,0 g     Natriumchlorid,    0,05 g kristalli-         siertem        Magnesiumsulfat,    0,06 g     Kaliumdihydrogen-          phosphat    und 0,004 g kristallisiertem     Kupfer-(II)-          sulfat    in 11 Wasser und Erhitzung der Lösung im Auto  klav wurde ein Kulturmedium hergestellt,

   das in einem       5-1-Schüttelkolben    mit einer Kultur von     Colletotri-          chum        atramentarium    geimpft wurde. Nach     24stündi-          gem    Schütteln des Gemisches bei 28  C konnte ein  kräftiges Wachstum des Fungus festgestellt werden.  Es wurde dann eine Lösung von 200 mg     6a-Me-          thyl-17a-hydroxy-corticosteron    in 15 ml Aceton zu  gesetzt und das Gemisch 170 Stunden bei     300C     geschüttelt. Anschliessend wurde das     Mycel        abfil-          triert    und mit 200 ml Wasser gewaschen.

   Das erhal  tene Filtrat wurde zweimal mit je 350 ml     Methyl-          isobutylketon    extrahiert und der gesammelte Extrakt  mit 200 ml Wasser gewaschen, mit Natriumsulfat  getrocknet und im Vakuum zur Trockne einge  dampft. Nach Erhitzen des fettigen Restes mit 3 ml  Aceton am     Rückfluss    und 16stündigem Stehenlassen  bei     0I        IC    konnte eine gelbe Substanz     abfiltriert    wer  den. Diese wurde durch Erwärmen in 10     ml    Aceton  gelöst, mit 100 mg Tierkohle behandelt und filtriert.

    Durch Eindampfen des Filtrates wurden Kristalle  von     6a-Methyl-pregna-1,4-dien-llss,17a,21-triol-          3,20-dion    mit einem     Schmelzpunkt        228-232,>C     erhalten. UV-Maximum 243     mp,        E    14 800.    <I>Beispiel 5</I>  Aus 250 mg     9a-Fluor-17a-hydroxy-corticosteron     wurden in der im Beispiel 4 angegebenen Weise  <B><I>105</I></B> mg     9a-Fluor-pregna-1,4-dien-llss,17a,21-triol-          3,20-dion    mit einem Schmelzpunkt 260-265  C  und einer optischen Drehung  (Äthanol) erhalten.
EMI0002.0095  


Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von 1(2)-Dehydro- corticosteroiden, dadurch gekennzeichnet, dass ein Corticosteroid ohne Doppelbindung zwischen den Kohlenstoffatomen in der 1- und 2-Stellung in einer Kultur eines Fungus der Gattung Colletotri- chum oder Vermicularia, die im Kulturmedium eine Kohlenstoff- und Stickstoffquelle und die für das Wachstum von Fungus erforderlichen organischen und anorganischen Faktoren enthält, in das entspre chende 1(2)-Dehydro-corticosteroid umgewandelt,,
    und dieses aus dem erhaltenen Gemisch isoliert wird. UNTERANSPRUCH Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man als Ausgangssteroid Cortison oder einen 21-Ester des Cortisons verwendet.
CH353357D 1956-03-20 1957-03-16 Verfahren zur Herstellung von 1(2)-Dehydro-corticosteroiden CH353357A (de)

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