CH354549A - Verfahren zum Läutern von Glasschmelzen und Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Läutern von Glasschmelzen und Vorrichtung zur Durchführung dieses VerfahrensInfo
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Description
Verfahren zum Läutern von Glasschmelzen und Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens Die bekannten Glasschmelzwannen sind im allge meinen in eine Schmelz-, eine Läuter- und eine Arbeitszone eingeteilt. Diese Zonen können un mittelbar ineinander übergehen oder durch Schwim mer, Brücken oder Kanäle voneinander getrennt sein.
Bisher war es üblich, der Läuterzone unverhält nismässig grosse Abmessungen zu geben, da die Schmelze bei der üblichen Gasbeheizung von oben durch die Oberfläche der Glasschmelze nur bei gro ssen Dimensionen von Gasen befreit werden konnte. Bei derartigen Glasschrnelzwannen muss man stets mit einem beachtlichen Temperaturgefälle zwischen der beheizten Oberfläche und dem Wannenboden rechnen, so dass nur durch die für diesen Fall er wünschten Konvektionsströme auch das am Boden der Wanne befindliche Glas in die heissere Zone an der Oberfläche gelangt.
Um diesen Austausch be werkstelligen zu können, war es erforderlich, zur Durchführung des Läutervorganges für die Läuter- zone einen grossen Raum vorzusehen und die Schmelze über eine längere Zeitspanne in diesem Raum zu belassen.
Es hat sich nun aber gezeigt, dass die Konvek- tionsströme den Nachteil haben, dass sie zum grossen Teil eine entgegengesetzte Richtung wie die an die Oberfläche aufsteigenden Gasblasen aufweisen. In folgedessen wirken die Konvektionsströme der Glas schmelze bremsend auf die aus dieser entweichenden Gasblasen und behindern dadurch die Läuterung der Glasschmelze. Es ist auch nicht zu vermeiden, dass bereits an der Oberfläche befindliches, ausgeläutertes Glas mit dem noch Gase enthaltenden Bodenglas durcheinander gemischt wird.
Um den Läutervorgang zu beschleunigen, hat man schon vorgeschlagen, zusätzlich elektrische Be- heizung anzuwenden und den Schmelz- und Läuter- vorgang völlig voneinander zu trennen, so dass die Glasschmelze nur noch durch einen Kanal von einer zur andern Zone gelangen kann.
Die bisher bekannten Vorschläge zur zusätzlichen Beheizung führten aber dazu, dass in der Läuterkammer durch Temperatur gradienten innerhalb der Schmelze starke Konvek- tionsströme auftraten, welche dem gleichmässigen Ansteigen der Gasblasen entgegenwirkten.
Diese Nachteile werden durch die Erfindung behoben.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Ver fahren zum Läutern von Glasschmelzen, gemäss wel chem die Glasschmelze nach der Schmelzzone durch eine Läuterungskammer geleitet wird, welche minde stens von unten und beiden Seiten derart beheizt wird, dass die Glasschmelze in der Läuterungskammer mindestens in vertikaler Richtung angenähert die gleiche Temperatur erhält.
Mit diesem Verfahren wird erreicht, dass Konvek- tionsströme in der Glasschmelze weitgehend oder vollständig unterbunden werden und die Gasblasen ungehindert vom Boden durch die ganze Schmelze bis zur Oberfläche aufsteigen und entweichen können.
Es ist nicht erforderlich, dass die Glasschmelze auch in Längsrichtung der Läuterzone gleiche Tempe raturen besitzt. Dies kann jedoch in manchen Fällen zweckmässig sein.
Es ist verständlich, dass dadurch der Läutervor- gang erheblich beschleunigt wird und der gesamte Glasschmelzprozess erheblich an Wirtschaftlichkeit gewinnt.
Zweckmässig ist es, die Beheizung in an sich bekannter Weise durch Joulesche Wärme vorzu nehmen, aber gegenüber bekannten Methoden die Elektroden in besonderer Weise auszubilden und anzuordnen. In der Zeichnung sind zwei beispielsweise Aus führungsformen einer ebenfalls Gegenstand der Er findung bildenden Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäss der Erfindung schematisch darge stellt.
Es zeigt: Fig. 1 einen waagrechten Schnitt durch einen Teil der ersten Ausführungsform der Vorrichtung, Fig. 2 eine perspektivische Darstellung eines Teils der Vorrichtung nach Fig. 1, Fig. 3 eine Ausführungsvariante einer Elektrode der Vorrichtung nach Fig. 1 in grösserem Massstab, Fig. 4 einen waagrechten Schnitt durch einen Teil der zweiten Ausführungsform der Vorrichtung,
Fig. 5 eine perspektivische Darstellung eines Teils der Vorrichtung nach Fig. 4, Fig. 5a die Stromquelle, welche zur Beheizung der Läuterkammer der Vorrichtung nach Fig. 4 be stimmt ist, und Fig. 6 eine Ansicht von Elektroden der Vorrichtung nach Fig. 4 in grösserem Massstab.
Die Vorrichtung gemäss Fig. 1 besitzt eine Schmelzkammer 1, eine durch einen Kanal 2 mit dieser in Verbindung stehende Läuterkammer 3 und eine in der Zeichnung nicht dargestellte Arbeitskam mer. Die in der Schmelzkammer\l geschmolzene Glas schmelze gelangt durch den Kanal 2 in die Läuter- kammer und aus dieser in Richtung des Pfeils in die Arbeitszone der Arbeitskammer.
Die Läuterkammer 3 ist mindestens doppelt so lang wie breit bemessen, wodurch verhindert wird, dass durch die Entnahme strömung in Pfeilrichtung noch nicht ausgeläutertes Glas in die Arbeitskammer gelangen kann.
In der Läuterkammer 3 sind Elektroden 4 und 5 zur Beheizung der Glasschmelze vorgesehen, welche, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, rahmenartig ausge bildet sind und an den Innenwandungen der Läuter- kammer 3 anliegen. Durch diese Anordnung wird erreicht, dass die elektrische Energie gerade in dem Bereich, nämlich in der Nähe der Wandungen zuge führt wird, in welchem die grösste Abkühlung durch Abstrahlung und Wärmeleitung erfolgt.
Diese An ordnung und Ausbildung der Elektroden tragen in entscheidendem Masse dazu bei, dass die Glasschmelze in der Läuterkammer 3, sobald sie ihre Solltempe ratur erreicht hat, diese Temperatur in allen ihren Teilen behält und der Läuterung entgegenwirkende Konvektionsströme vermieden werden. Es ist ledig lich erforderlich, die elektrische Stromstärke so zu regeln, dass gerade so viel Energie zugeführt wird, wie durch die Aussenwände der Läuterkammer 3 verlorengeht.
Es ist selbstverständlich auch möglich, eine Be- heizung von aussen vorzunehmen. Ferner ist es zweckmässig, die rahmenförmigen Elektroden 4 und 5 teilweise in die Wandung der Läuterkammer 3 ein zulassen.
Wird die Beheizung der Läuterkammer 3 durch Joulesche Wärme mit einer Beheizung von oben, beispielsweise durch Gas, kombiniert, so brauchen die Elektroden nicht rahmenförmig zu sein. Es ge- nügt dabei eine U-förmige Ausbildung, wie sie in Fig. 3 dargestellt ist.
Bei der Ausführungsform der Vorrichtung nach Fig.4 ist mit 1 wiederum die Schmelzkammer be zeichnet, aus welcher die Glasschmelze durch den Kanal 2 in die Läuterkammer 3 gelangt, um dann in Richtung des Pfeils in die in Fig. 4 nicht darge stellte Arbeitskammer zu fliessen. Bei dieser Aus führungsform der Vorrichtung sind die die Läuter- kammer 3 beheizenden Elektroden 6 und 7, wie aus den Fig. 4, 5 und 6 ersichtlich ist, stabförmig ausge bildet und über die Anschlüsse ABCD bzw.
EFGH mit der Stromquelle verbunden. Durch Zwischen schalten von bekannten elektrischen Regelaggregaten zwischen die Stromquelle und die Anschlüsse der stabförmigen Elektroden 6 und 7 kann die Strom zufuhr für die Elektroden 6 und 7 einzeln oder gruppenweise geregelt werden.
Ferner ist, wie die Fig. 4 und 5 zeigen, zwischen den Elektroden 6 und 7 an der Innenwandung der Läuterkammer 3 ein Rahmen 8 aus leitendem Mate rial angeordnet. Dieser Rahmen 8 steht mit keiner der Elektroden 6 und 7 in leitender Verbindung und hat die Aufgabe, die elektrischen Strombahnen an den Wandungen der Läuterkammer 3 zu konzentrie ren. Gegebenenfalls kann der Rahmen 8 auch aus halbleitendem Material bestehen.
Wird die elektrische Beheizung mit einer Be- heizung von oben kombiniert, so können die an der Oberfläche der Schmelze angeordneten Elektroden 6 und 7 in Fortfall kommen, so dass die verbleibenden Elektroden der Fig. 6 entsprechen.
Es wurde gefunden, dass es nach dem Verfahren gemäss der Erfindung gelingt, nach Erreichen der Solltemperatur in allen Teilen der Läuterzone min destens in vertikaler Richtung Temperaturen zu er halten, die keine grösseren Differenzen als 10-201C aufweisen. Dies genügt, um schädliche Wirkungen von Konvektionsströmen zu verhindern.
Es hat sich weiterhin gezeigt, dass es unter diesen Umständen nicht erforderlich ist, die Glasoberfläche grösser als 1 m2 i 4 t Glasdurchsatz täglich bei einer Glasstandhöhe von etwa 80 cm zu bemessen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I Verfahren zum Läutern von Glasschmelzen, da durch gekennzeichnet, dass die Glasschmelze nach der Schmelzzone durch eine Läuterungskammer ge leitet wird, welche mindestens von unten und beiden Seiten derart beheizt wird, dass die Glasschmelze in der Läuterungskammer mindestens in vertikaler Rich tung angenähert die gleiche Temperatur erhält. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Beheizung der Läuterzone derart gesteuert wird, dass die Glasschmelze sowohl in vertikaler als auch in Längsrichtung der Läuter- zone überall mindestens angenähert die gleiche Temperatur aufweist. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Glasschmelze mindestens zum Teil mittels Joulescher Wärme beheizt wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch 1 und Unter anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Glas schmelze durch Joulesche Wärme und eine indirekte Beheizung von oben beheizt wird. PATENTANSPRUCH<B>11</B> Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I mit einer Schmelzkammer, einer Läuterkammer und einer Arbeitskammer, da durch gekennzeichnet, dass die Läuterkammer mit an ihren Innenwandungen angeordneten Elektroden zur Beheizung durch Joulesche Wärme ausgerüstet ist. UNTERANSPRÜCHE 4.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektroden zur Beheizung der Läuterkammer rahmenartig ausgebildet sind. 5. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektroden zur Beheizung der Läuterkammer U-förmig ausgebildet sind. 6.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass zur Beheizung der Läuterkam- mer rahmenartig angeordnete Stabelektroden vorge sehen sind, wobei Mittel zum Regulieren der Strom zufuhr für die einzelnen Stabelektroden oder Grup pen von Stabelektroden vorgesehen sind. 7.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Elektroden an der Innenwandung der Läuterkammer ein Rahmen aus leitendem oder halbleitendem Material angeordnet ist. B. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel für eine zusätzliche, indirekte Beheizung der Läuterkammer von oben vorgesehen sind. 9. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Läuterkammer mindestens doppelt so lang wie breit ist.
Applications Claiming Priority (1)
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1956
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