Camping-Koffer Es sind sogenannte Camping-Kcffer bekannt, die insbesondere von Automobilisten, Boot- und Kanu- Fahrer verwendet werden und zum Unterbringen von Gegenständen dienen, die insbesondere beim Pick nicken gebraucht werden, wie Geschirr, Bestecke, Fla schen, Behälter, Kocher, Kochgeschirre und derglei chen. Meistens sind diese Koffer in entsprechende, auf die Gegenstände zugeschnittene Fächer unterteilt. Der Koffer dient hierbei lediglich als Behälter zum geordneten Unterbringen der betreffenden Gegen stände und zum Verpacken für den Transport.
Die zum Picknicken ausserdem benötigten Möbel, wie ins besondere Tische und Stühle, müssen separat mit gebracht werden und nehmen ihrer Sperrigkeit wegen verhältnismässig viel Platz beim Transport ein. Um diesen Platzbedarf herabzusetzen, sind diese Möbel meistens zerlegbar bzw. zusammenklappbar eingerich tet, wobei als Stühle die bekannten Feldstühle Ver wendung finden.
Die vorliegende Erfindung bezweckt nun, dieses separate Mitführen der Picknick-Möbel zu vermei den und betrifft einen Camping-Koffer, der dadurch gekennzeichnet ist, dass er aus zwei an je einer Längs- seite der Rückwand um 90 nach aussen klappbaren, unter sich gleich gestalteten Deckeln und einem losen, sich über den ganzen Innenraum erstrecken den rechteckigen, die Vorderwand nebst Handgriff und die beiden Seitenwände aufweisenden Einsatz gestell besteht, wobei in jedem Deckel zwei verlänger- bare Tischbeine angeordnet sind,
die in den der Kofferrückwand abgekehrten Eckpartien derart schwenkbar am Deckel gelagert sind, d'ass sie bei in der völligen Offenlage befindlichen Deckeln aus letzteren in eine quer zu der durch die Aussenseiten der Kofferrückwand und der Deckel gebildeten ge meinsamen Ebene befindliche Lage herausschwenk- bar sind und die Beine eines mit Ausnahme des Ein- satzgestells durch Kofferteile gebildeten Tisches mit in einer Ebene liegender Tischfläche bilden.
Der völlig geöffnete Koffer mit den verlängerten, in ihre Ab stützlage bewegten Beine, kann nach Entfernen des Einsatzgestells einfach auf die Beine gestellt werden, so dass die ei wähnte Ebene die obere Begrenzung und damit die Tischoberseite bildet, die parallel zum Erd boden liegt, auf welchem die Beine abgestützt sind. Die Tischfläche hat eine der Kofferlänge entspre chende Breite und eine der Summe der Breite des Rückens und der beiden Deckel entsprechende Länge, so d'ass sich auch bei einem bezüglich seiner Abmes sungen noch verhältnismässig handlichen Koffer eine beträchtliche Tischfläche erzielen lässt, die im all gemeinen den für das Picknicken erforderlichen Platz verhältnissen genügt.
Das aus dem Koffer herausgenommene Einsatz gestell bietet für die bisher allein in den bekannten Camping-Koffern untergebrachten, eingangs erwähn- ten Gebrauchsgegenstände, bei gleicher Koffergrösse ungefähr gleich viel, zum mindesten nicht erheblich weniger Platz als die bekannten Camping-Koffer im ganzen, da ja diese zur Bildung der erwähnten Fächer ebenfalls Gesteilteile benötigen, mit dem Unterschied jedoch, dass diese im Koffer fest eingebaut sind, wo gegen beim Erfindungsgegenstand das herausgenom mene Gestell als weiteres Möbelstück nutzbringend Verwendung finden kann, insbesondere als Träger für einen oder mehrere Kocher,
die fest ins Gestell eingebaut sein können. Letzteres kann mit auszieh baren Beinen versehen und infolgedessen das Gestell auf die für einen Kocherträger erwünschte Höhe ge bracht werden. Im Einsatzgestell lassen sich ferner bei geeigneter Platzausnützung eine Reihe von Feld stühlen in zusammengeklapptem Zustande raumspa rend unterbringen.
Der übrige Platz kann dann zum Unterbringen der erwähnten Gebrauchsgegenstände dienen, die bei auf Beinen gestelltem Einsatzgestell dann auch eine bequem zugängliche Lage haben und daher auch während der gesamten jeweiligen Cam pingzeit in entsprechenden Fächern des Gestells ord nungsgemäss untergebracht werden können, so dass sie jederzeit zur Hand sind, ohne herumzuliegen und nach Gebrauch und eventueller Reinigung sofort wieder versorgt werden können.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes.
Fig. 1 zeigt perspektivisch den geschlossenen Kof fer.
Fig. 2 zeigt den Koffer von der Stirnseite gesehen in aufgeklapptem Zustand, mit ausgezogenen und in die Stützlage gebrachten Beinen.
Fig. 3 zeigt in grösserem Massstab in Draufsicht gemäss dem Pfeile a in Fig. 2 ein Detail.
Fig. 4 zeigt das Einsatzgestell mit herausbewegten Beinen von der Seite gesehen.
Fig.5 zeigt bei abgenommenem Gestelldeckel einen Grundriss und Fig. 6 eine Stirnansicht.
Fig. 7 zeigt in grösserem Massstabe einen Schnitt nach der Linie 7-7 in Fig. 6.
Wie insbesondere aus den Fig. 1 und 2 hervor geht, weist der Koffer zwei in geschlossenem Zustande einander mit der Innenseite zugekehrte, in einem Abstand voneinander befindliche, unter sich gleiche Deckel 1 auf, ferner eine rechteckige Rückwand 2. Die Deckel 1 sind an je einer Längsseite der Rück wand 2 um 90 nach aussen klappbar gelagert, und zwar zweckmässig mittels je eines Fischbandes 3 (Fig.3). Der Koffer weist ferner ein loses, sich über den ganzen Innenraum erstreckendes recht eckiges Einsatzgestell auf, welches die vordere Wand 4, nebst dem daran angebrachten üblichen Koffer- handgriff 5 und die beiden Seitenwände 6 bildet.
In jedem Deckel 1 sind, wie aus Fig. 2 hervor geht, je zwei verlängerbare Tischbeine 7 angeordnet, die in den der Rückwand 2 abgekehrten Eckpartien der Deckel derart schwenkbar gelagert sind, dass sie aus der in Fig. 2 gestrichelt gezeichneten Lage inner halb der Deckel aus letzteren in eine Abstützstellung geschwenkt werden können, in welcher sie gemäss den in Fig.2 in ausgezogenen Linien dargestellten Beinen, quer zu der durch die Aussenseite der Rück wand 2 und der in der Offenendlage befindlichen Dek- kelaussenseite gebildeten gemeinsamen Ebene stehen.
Bei dieser Querlage liegen die Beine nicht genau winkelrecht zur genannten Ebene, sondern nach ihren freien Enden zu etwas divergierend, um eine stabilere Abstützstellung zu gewährleisten.
Die Tischbeine 7 sind zusammenklappbar und bestehen aus einem je am benachbarten Seitenschild 8 des betreffenden Deckels um eine zu den Deckel klappachsen 3 parallele Achse 9 schwenkbar gelager ten Oberteil 10 sowie einem, an dessen freien Endteil um einen zur Achse 9 parallele Achse 11 schwenkbar gelagerten Unterteil 12. Die Schwenkachse 11 be findet sich am oberen Ende des Unterteils 10 und ist in einem Langloch 13 des Oberteiles 10 in der Beinrichtung verschiebbar angeordnet.
Der Ober teil 10 weist am unteren Ende eine axiale Ausneh- mung 14 auf, mit welcher ein am Unterteil 2 nach der entsprechenden Seite vorstehender Stift 15 der art zusammenarbeitet, dass bei in der Ausnehmung 14 befindlichem Stift 15 das betreffende Bein 7 gegen Knicken gesichert ist. In dieser Lage wird der Unter teil 12 bei mit den beiden auf den Erdboden abge stützter Lage durch das Gewicht der übrigen Tisch teile gesichert. Zum Zusammenklappen muss jeweils durch Ziehen am Unterteil 12 der Stift 15 aus der Ausnehmung 14 axial herausgezogen werden, wobei die Achse 11 im Langloch 13 entsprechend gleitet. Alsdann kann das Zusammenklappen des betreffen den Teils erfolgen.
Um die Tischbeine 7 in ihrer Abstützlage zu halten, sind sie mittels je einer zu den Achsen 9, 11 parallelen Achse 16 gelenkig mit dem einen Ende einer Führungsstange 17 verbunden, deren anderes Ende mittels eines Zapfens 18 drehbar und längs verschiebbar in einem Führungsschlitz 19 des betref fenden Deckelschildes 8 gelagert ist. Der Schlitz 19 verläuft parallel zur Deckelaussenseite und ist derart bemessen und angeordnet, dass er das Ausschwenken des betreffenden Tischbeines von der zusammen geklappten, im Deckelinnern befindlichen Lage in die Abstützlage gestattet und es in dieser gegen Wei- terschwenken arretiert, wie durch ausgezogene Linien in Fig. 3 dargestellt ist.
Bei dieser Schwenkbewegung des Beines wird der Drehzapfen 18 vorerst nach hin ten geschwenkt, bis der Drehzapfen 18 mit den Ach sen 9 und 16 in der Totpunktlage liegt. Alsdann er folgt die Verschiebung des Zapfens 18 nach aussen bis ans Schlitzende.
Wie aus den Fig. 2 und 3 hervorgeht, weist die Rückwand 2 an den beiden Schmalseiten je einen winkelrecht zu ihr stehenden, nach der Koffer innenseite vorspringenden Bügel 20 auf, dessen mit ihren freien Enden in der Rückwand 2 verankerte Schenkel 21 gleich hoch sind, wie die Deckelseiten- schilde B. Letztere weisen an ihrem freien Längs rand je einen zu diesen parallelen Führungsschlitz 22 (Fig. 3) auf, welcher den benachbarten Bügel 20 um fasst.
Der Schlitz 22 ist derart angeordnet und be messen, dass bei in der Offenlage befindlichem zu gehörigem Deckel (Fig. 2 und 3) der ihn nach innen begrenzende Teil 23 am benachbarten Bügelschenkel 21 den Deckelschwenkwinkel auf 90 begrenzend an liegt. Beim Schliessen der Deckel werden die Schlitze 22 über den Steg 24 der Bügel 20 geschwenkt und kommen dann auf der Innenseite des Rückens 2 in der Deckelschliesslage zum Aufsitzen.
Statt zusammenklappbar können die Tischbeine 7 auch teleskopartig ausschiebbar sein, wobei wieder eine Sicherung gegen ungewolltes Wiedereinschieben in der ausgezogenen Lage vorzusehen ist, wie dies an sich bei Stativen und dergleichen bekannt ist.
Zum Gebrauch des in Fig.2 in ausgezogenen Linien dargestellten Tisches wird das Einsatzgestell, welches lose auf der Innenseite des auf dem Erdboden aufruhenden Rückens 2 steht, durch Anfassen am Handgriff 5 abgehoben. Alsdann kann der Tisch umgekehrt und auf seine Beine gestellt werden, wobei die gemeinsame Ebene der Aussenseite des Rückens 2 und der Deckel 1 die Tischfläche bildet.
Das Einsatzgestell weist, wie in Fig.2 in ge strichelten Linien veranschaulicht, mindestens auf der einen Seite, zweckmässig jedoch auf beiden Seiten, eine ringsum laufende Einbuchtung zum Unterbringen von zusammengeklappten Feldstühlen 25 auf. Die Feldstühle bestehen in bekannter Weise aus je zwei ineinandergeschachtelten, auseinanderklappbar mit einander verbundenen Rahmen 26 aus Leichtmetall rohr, wobei auf der einen Schmalseite zwischen den Rahmen ein Sitztuch eingesetzt ist.
Wie insbesondere aus den Fig. 4 und 6 hervor geht, weist das Einsatzgestell vier nach der der Vor derwand 4 entgegengesetzten Seite ausschiebbare Beine 27 auf, welche in der ausgeschobenen End- lage feststellbar sind. Zu diesem Zwecke weist das Gestell auf jeder Stirnseite je eine winkelrecht zur Vorderwand stehende, nach aussen vorspringende Führungsrippe 28 auf. Die Führungsrippen 28 sind mit je einem Längsschlitz 29 versehen, der an den beiden Enden hakenförmig verläuft. In jedem Längs schlitz 29 ist je ein Gleitstück 30 verschiebbar ge lagert.
Dieses besteht aus zwei U-profilförmigen Lagerstücken 31, die durch einen eingenieteten Zap fen 32 miteinander verbunden sind, welcher durch den betreffenden Schlitz 29 hindurchgeführt ist (Fig. 7). An jedem Lagerstück 31 ist das obere, zwischen die Schenkel eingesetzte Ende je eines der Beine 27 mit tels eines vernieteten Drehzapfens 33 angelenkt. Die Drehzapfen 33 liegen parallel zu den Rippen 28 und der Vorderwand 4.
An dem der Vorderwand 4 abgekehrten Endteil des Einsatzgestells ist auf jeder Schmalseite je eine quer zur Rippe 28 angeordnete Rippe 34 angeordnet, die nach aussen vorsteht. Jede Rippe 34 weist zwei schlitzförmige Durchbrechungen auf, durch welche je ein Bein 27 hindurchgesteckt ist. Die Durchbrechun- gen liegen symmetrisch zu den Führungsrippen 28.
Die Durchbrechungen einer jeden Rippe 34 weisen einen so grossen Abstand relativ zum Abstand der Beinschwenkzapfen 33 auf, dass die Beine 27 eines jeden Beinpaares nach der der Vorderwand 4 ab gekehrten Gestellseite zu divergent verlaufen und beim Ausschieben aus dem Gestell von der in Fig.6 strichpunktiert gezeichneten Anfangslage in die ausgezogene Abstützlage auseinandergespreizt werden.
In der oberen und unteren Endlage lassen sich die Gleitstücke 30 gegen ungewolltes Verschieben unter dem Einfluss von zu den Rippen 28 parallelen Kräften sichern, indem die Zapfen 32 in die haken förmigen Queräste der Schlitze 29 verschoben werden. Die unteren hakenförmigen Queräste sind nach den einander zugekehrten Seiten gerichtet. Ihr gegen seitiger Abstand ist kleiner als der Abstand der Durchbrechungen in den beiden Rippen 34 in der Gestellängsrichtung gemessen, so dass, wie aus Fig. 4 hervorgeht, die Beine in der ausgeschobenen Lage nach den freien Enden zu divergent verlaufen.
Die Abstützreaktionskräfte, welche vom Erdboden des aufgesetzten Gestells auf die Beine übertragen wer den, üben daher auf die Beine, bezogen auf deren Anlagestelle, in den Rippen 34 ein Drehmoment aus, welches die Tendenz hat, die erwähnte Divergenz der Beine zu vergrössern. Dadurch werden die Zapfen 32 im Sinne der Sicherung gegen Zurückschieben in die unteren Queräste der Schlitze 29 hineinge drückt.
Zum Einschieben der Beine bedarf es lediglich einer dem erwähnten Drehmoment entgegenwirkenden Schwenkbewegung, um die Zapfen 32 in den gerad linigen Teil der Schlitze 29 unterzubringen. Alsdann lassen sie sich ohne weiteres paarweise einschieben, wonach durch Anfassen der Gleitstücke 30 von Hand die Zapfen 32 in die oberen, hakenförmigen Queräste hineingedrückt und dadurch die Beine gegen Ausschieben gesichert werden.
Die den Handgriff 5 tragende Vorderwand 4 des Einsatzgestells ist, wie in den Fig.2 und 6 ange deutet ist, um 180 nach einer Seite klappbar angeord net und ist zugleich als Deckel für zwei darunter im Einsatzgestell angeordnete Kocher 35 bestimmt. Der übrige Teil des Einsatzgestells enthält in nicht dar gestellter Weise Fächer zum Einsetzen von Ge brauchsgegenständen. Der betreffende Raum kann nach der einen Seite zu durch ein durchbrochenes Blech oder dergleichen geschlossen sein, damit die Gegenstände nicht nach der Rückseite herausfallen können.
Diese Rückwand dient gleichzeitig als Ver steifung für das Einsatzgestell, insbesondere gegen Verecken.
Bei geschlossenem Koffer sind beide Deckel durch ein gemeinsames Schnappschloss, welches sich in dem die Vorderwand 4 aufweisenden Deckel des Einsatz gestells befindet, in der Schliesslage verriegelt. Die Ent- riegelung erfolgt durch Einpressen eines unter dem Handgriff 5 angeordneten Druckknopfes. 36 (Fig. 1), entgegen einer diesen kraftschlüssig in der Verriege- lungslage haltenden Schliessfeder.