Photographischer Zentralverschluss Bei bekannten photographischen Zentralverschlüs sen für automatische Kameras mit einer selbsttätigen, zumindest den Zeiteinsteller steuernden Belichtungs <U>reg</U> elvorrichtung besteht die Schwierigkeit, dass die kontinuierliche Zeitsteuerkurve in einem Bereich der Belichtungszeit zwischen 1/30 und 1/s0 sec sehr steil verläuft, so dass eine relativ grosse Kraft zum Einstel len des Zeitregelwerksteuerhebels von 1/3o auf 1/s0 sec oder noch kürzere Zeiten erforderlich ist.
Dies wirkt sich besonders bei vollautomatischen Kameras sehr nachteilig aus, da hier der Zeiteinsteller, durch wel chen diese erforderliche Kraft auf den Zeitregelwerk- steuerhebel übertragen werden muss, meist nicht di rekt betätigt wird, sondern beispielsweise durch eine Feder mit dem Blendeneinsteller gekuppelt ist, so dass auch auf diese Feder als weiteres kraftübertragendes Element diese grösseren Kräfte ausgeübt werden müs sen.
Die vorliegende Erfindung vermeidet diese Nach teile dadurch, dass Glieder vorgesehen sind, durch wel che während der Verstellung des Zeitsteuerringes der Druck des Zeitregelwerksteuerstiftes auf die Kurve des Zeitsteuerringes vermindert oder aufgehoben wird.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes in Richtung der optischen Achse gesehen.
Der dargestellte Zentralverschluss weist ein Ge häuse 1 auf, in dem ein an sich bekanntes Verschluss- antriebsorgan 2 um eine zur optischen Achse parallele Achse drehbar gelagert ist. Am Verschlussantriebs- organ 2 sitzt ein axial vorspringender Mitnehmer 3. Um eine zur optischen Achse parallele Achse 9 ist ferner ein zweiarmiger Hebel 7 schwenkbar gelagert, dessen längerer Hebelarm ein Zahnkranzsegment auf weist.
Dieses steht mit einem Doppelzahnrad 5 in Ein griff, das um eine Achse 4 drehbar ist und mit einem Schwungrad 6 in Eingriff steht. Die Glieder 4, 5, 6 und 7 bilden zusammen ein an sich bekanntes Zeit regelwerk. Der kürzere Arm des Hebels 7 ragt mit tels einer Nase 8 in die Bewegungsbahn des Mitneh- mers 3 hinein und steht unter dem Einfluss einer Zug feder 10, welche die Tendenz hat, den Hebel 7 im Uhrzeigerdrehsinn zu drehen.
Am Hebel 7 sitzt ferner ein Steuerstift 11, welcher zur Erzielung der ge wünschten Belichtungszeit an einer Steuerkurve 12 eines nicht näher dargestellten Zeitsteuerringes wäh rend des Verschlussablaufs unter dem Einfluss der Fe der 10 anliegt. Das Zusammenarbeiten des Zeitein stellers mit der Belichtungsregelvorrichtung und mit dem Zeitsteuerring ist bekannt und daher der über sichtlichkeit halber nicht dargestellt.
Der Verschluss- auslöser 13, dessen Zusammenarbeiten mit dem An triebsorgan 2 ebenfalls in bekannter und deshalb nicht erläuterter Weise erfolgt, ist um eine Achse 14 schwenkbar gelagert und steht unter dem Einfluss einer Rück stellfeder 15. Er weist einen axialen Stift 16 auf, an dem ein Arm 17 eines um eine Achse 18 schwenkbaren Winkelhebels 19 anliegt, der unter dem Einfluss einer Feder 20 steht.
Die Federn 10 und 20 wirken in entgegengesetztem Sinn, so dass das Ende des Armes 21 des Hebels 19 und die Nase 8 des Zahn segments 7 ständig kraftschlüssig aneinanderliegen.
In der Zeichnung ist der Verschluss in der Stellung gezeigt, die er vor oder nach einem Verschlussablauf einnimmt. Der Auslöser liegt infolge des Einflusses seiner Rückstellfeder 15 am Gehäuseanschlag la an. Vermöge der Feder 20 befindet sich der Hebel 19 in einer solchen Stellung,
dass sein Ende 21 den Stift 11 des Zahnsegments 7 entgegen des Einflusses der Fe der 10 von der Kurve 12 wegdreht. Beim Betätigen der Belichtungsregelvorrichtung kann daher der Zeit steuerring bewegt werden, ohne dass die Kraft der Feder 10 und die Masse der Zahnräder 4 bis 7 bei seiner Einstellung überwunden werden müssen. Da- durch können die an der Belichtungsregelvorrichtung zur Einstellung notwendigen Kräfte klein gehalten werden.
Wird der Verschlussauslöser 13 in Richtung des Pfeiles 22 geschwenkt, so wird zugleich der Hebel 19 in Richtung des Pfeiles 23 bewegt. Die Nase 8 folgt der Bewegung des Arms 21, bis der Zeitregelwerk- steuerstift 11 je nach der Stellung des Zeitsteuerrings an einer Stelle der Kurve 12 zur Anlage kommt.
In nicht näher dargestellter Weise wird dann durch den selben Verschlussauslöser 13 das Antriebsorgan 2 zum Ablauf in Richtung des Pfeiles 24 freigegeben. Sein Lappen 3 stösst nach einer gewissen Laufzeit auf die Nase 8, so dass nunmehr für die nächste Phase des Verschlussablaufs das Antriebsorgan 2 auf das Hemm werk 4 bis 7 einwirkt und dieses entgegen der Kraft der Feder 10 zum Ablauf bringt. Ist die Nase 8 aus dem Ablaufweg des Lappens 3 weggeschwenkt, so kann das Antriebsorgan 2 bis zu Ende laufen und den Verschluss wieder schliessen.
Beim Loslassen des Ver- schlussauslösers 13 kehrt dieser und damit auch das Zahnsegment 7 wieder in die in der Zeichnung dar gestellte Lage zurück.
Der erläuterte Verschluss hat den Vorteil, dass das Zahnsegment des Hebels 7 nicht durch Drehen des Zeiteinstellers über das steile Stück der Zeitsteuer kurve 12 infolge seiner Anlage an dieser hinaufge drückt werden muss, sondern das mit dem Auslöser 13 zusammenarbeitende Zwischenorgan 19 den Zeit regelwerksteuerstift 11 von der Zeitsteuerkurve 12 während der Einstellung derselben anhebt. Dadurch sind die mittels der zwischen Blenden- und Zeiteinstel ler vorgesehenen Federn zu übertragenden Drehkräfte kleiner, was sich besonders bei vollautomatischen Ka meras, bei denen die Regelung von Blende und Zeit automatisch über einen Belichtungsmesser erfolgt,
günstig auswirkt. Bekanntlich sind die bei solchen Kameras für die Einstellung zur Verfügung stehenden Kräfte klein, so dass jede Einsparung an erforderlichen Kräften für die Einstellung einen Vorteil bringt. Bei der erläuterten Anordnung läuft der Zeitsteuerring während der Einstellung fast kräftefrei.
Es ist auch möglich, die Zwischenglieder so anzu ordnen, dass der Zeitregelwerksteuerstift 11 während der Einstellung der Kurve 12 von dieser nicht völlig abgehoben wird, sondern nur lose auf dieser aufliegt. Ausserdem können die Zwischenglieder anstatt mit dem Verschlussauslöser auch mit einer Belichtungs- messtaste oder einem Schnellschalthebel gekuppelt sein, wenn die Belichtungsregelvorrichtung nicht durch den Verschlussauslöser selbst, sondern durch Betäti gung einer solchen Belichtungsmesstaste ausgelöst wird.