Monatsbinde und Verfahren zu ihrer Herstellung
Die üblichen Monatsbinden haben die Form eines rechtwinkligen Parallelepipeds, d. h. eines Quaders, und sind mit einer Hülle aus Gaze oder anderem durchlässigem Material versehen, die an beiden Enden der Binde verlängert ist, um Bänder zu bilden, die an Schnallen eines Monatsbindengürtels auf der Vor der- und Rückseite der Trägerin befestigt werden. Da diese Binden gewöhnlich flach sind, werden sie beim Gebrauch in der Querrichtung in eine gekrümmte Form gebogen, um sich den Umrissen der regio pubis anzupassen.
Da die Binde breiter ist als der Raum zwi schein den Beinen, insbesondere in dem Bereich hinter der Scheide zwischen den Gesässbacken, erfährt die Binde beim Gebrauch eine Faltung in der Längsrichtung, wobei sich die Randteile nach unten erstrekken, um sich diesen engeren Bereichen anzupassen.
Eine typische Binde hat beispielsweise in flachem Zustand die Abmessungen 2 X 7 X 19 cm, aber beim Gebrauch muss sich die flache Binde der Krümmung des Bereichs anpassen, wobei der Halbmesser der Krümmung in der Längsrichtung mindestens 9 cm beträgt. Bei dieser Krümmung der flachen Binde zwecks Anpassung an die regio pubis bewirkt der Unterschied zwischen den inneren und äusseren Halbmessern ein Zusammendrücken der Binde in der Längsrichtung, so dass auf der am Körper anliegenden Seite Furchen und Falten gebildet werden. Diese Furchen und Falten, die im allgemeinen unmittelbar vor dem nach unten gefalteten hinteren Teil auftreten, verhindern ein enges Anliegen der Binde an der Scheide der Trägerin, wo ein passender Sitz am meisten erforderlich ist. Ausserdem ruft die zur Aufrechterhaltung der gefalteten Form erforderliche Spannung der Bänder Unbehagen und Reizungen hervor.
Es sind daher die hinsichtlich der Bequemlichkeit, der Aufsaugfähigkeit, der Regelung der Flüssigkeitsströmung, der Verschiebung und des Scher ems sich ergebenden Probleme zu lösen. Mehrere Erzeuger haben eine Annäherung an die Lösung dieser Probleme versucht, indem sie Binden aus sehr weichem, flaumigem Material herstellten, wie z. B. aus eingeweichtem Papierzeug, aus Baumwolle oder aus saugfähigem Gewebe. Erhebliche Bemühungen waren darauf gerichtet, bei den üblichen Binden die Saugfähigkeit und die Regelung der Strömungsrichtung der Flüssigkeit zu verbessern, wobei gleichzeitig das Scheuern auf ein Mindestmass herabgesetzt werden sollte. Es ist jedoch bisher in keiner Weise vorgeschlagen worden, die aus der Form der Binde selbst sich ergebenden Nachteile der üblichen Binden zu vermeiden.
Ein anderes, im allgemeinen weniger beachtetes Problem stellen die durch die Bänder der Binde bewirkten Reizungen dar. Die Bänder sind gewöhnlich Verlängerungen der Hülle der Binde und können aus Gaze, aus ungewebtem Stoff oder aus beiden bestehen. Wenn die flachen Bänder am Hüftgürtel befestigt werden, ergibt sich im vorderen und hinteren Teil der Binde eine Faltenbildung in senkrechter Richtung und in der Querrichtung, die das Unbehagen vergrössert.
Die vorliegende Erfindung bezweckt die Schaffung einer Monatsbinde, die beim Einbringen und Tragen in der regio pubis nicht verformt werden muss und die die Bildung von Furchen und Falten in der Längsund Querrichtung der Binde beim Tragen vermeidet und dadurch der Trägerin eine grösstmögliche Bequemlichkeit bietet.
Ein weiterer Zweck der Erfindung ist ausserdem die Schaffung einer Binde, die in dem an die Scheide angrenzenden mittleren Teil eine maximale Flüssig keitssaugfähigkeit aufweist.
Zur Erreichung dieser Ziele ist erfindungsgemäss eine Monatsbinde mit einem Kissen aus Fasermaterial dadurch gekennzeichnet, dass in Längsrichtung gesehen die obere Aussenfläche des Kissens konkav und die untere konvex geformt ist, und dass in einem Teil des Kissens Fasern durch ein Bindemittel miteinander verbunden sind, um das Kissen auch im nassen Zustand elastisch zu erhalten.
Gegenstand der Erfindung ist weiter ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Monatsbinde, welches Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass lokkere Fasern und ein aktivierbares Bindemittel hergestellt zusammengebracht werden, dass Rohlinge geformt werden, welche an einem Ende der Breite nach und am anderen Ende der Höhe nach zusammengedrückt werden und eine gekrümmte Gestalt erhalten, und dass das Bindemittel aktiviert wird, um den Rohling formbeständig zu machen.
Anhand der Zeichnung werden Ausführungsbeispiele der Erfindung erläutert.
Fig. 1 veranschaulicht eine Binde in Gebrauchsstellung an einem üblichen Monatsbindengürtel befestigt.
Fig. 2 ist ein Längsmittelschnitt durch den Körper der Trägerin zur Veranschaulichung der Stellung der Binde im Gebrauch.
Fig. 3 zeigt die in Gebrauchsstellung befindliche Binde, von unten her gesehen.
Fig. 4 ist eine Seitenansicht der Binde mit daran befestigten Tragbändern.
Fig. 5 ist eine Draufsicht auf die Binde gemäss Fig. 4.
Fig. 6 ist eine schaubildliche Ansicht der Binde ohne Tragbänder.
Fig. 7, 8 und 9 sind Querschnitte durch die Binde nach den Linien 7-7, 8-8 und 9-9 der Fig. 6.
Fig. 10 ist eine der Fig. 2 ähnliche Darstellung und veranschaulicht eine andere Ausfübrungsform einer Binde.
Fig. 11 ist eine Fig. 3 ähnliche Ansicht der Binde gemäss Fig. 10.
Fig. 12 ist eine Seitenansicht der Binde gemäss Fig. 10 mit daran befestigten Tragbändern.
Fig. 13 ist eine Draufsicht auf die Binde gemäss Fig. 12.
Fig. 14 ist eine schaubildliche Darstellung der Binde gemäss den Fig. 10 bis 13.
Die Fig. 15, 16 und 17 sind Querschnitte nach den Linien 15-15, 16-16 und 17-17 der Fig. 14.
Fig. 18 veranschaulicht eine Binde mit einem abgeänderten Trageband.
Fig. 19 ist ein Querschnitt nach der Linie 19-19 der Fig. 18.
Fig. 20 ist ein Querschnitt durch eine weitere Ausführungsform einer Binde.
Fig. 21 zeigt eine andere Binde im Grundriss.
Fig. 22 ist ein Querschnitt nach der Linie 22-22 der Fig. 21.
Fig. 23 zeigt eine weitere Binde im Grundriss.
Fig. 24 ist ein Querschnitt nach der Linie 24-24 der Fig. 23.
Die Fig. 25 und 26 sind Querschnitte durch weitere Ausführungsformen von Binden.
Fig. 27 ist ein Querschnitt durch eine aus verschiedenen Schichten bestehende Ausführungsform der Binde.
Fig. 28 ist ein Längsschnitt nach der Linie 28-28 der Fig. 27.
Eig. 29 ist eine Seitenansicht einer anderen Ausführungsform einer Binde.
Fig. 30 ist ein Querschnitt durch eine Binde, der die Richtungen der Flüssigkeitsströmung veranschaulicht.
Fig. 31 veranschaulicht schematisch die bei der Formung des Bindenkissens wirksamen Kräfte.
Fig. 32 zeigt in Seitenansicht eine beispielsweise Ausführungsform einer Vorrichtung zur Herstellung einer Binde.
Fig. 33 zeigt die Vorrichtung gemäss Fig. 32 im Grundriss.
Fig. 34 ist ein senkrechter Querschnitt durch die Vorrichtung nach der Linie 34-34 34 der Fig. 33.
Fig. 35 zeigt ein Zwischenstadium der Herstellung der Binde.
Fig. 36 ist ein senkrechter Querschnitt nach der Linie 36-36 der Fig. 33.
Fig. 37 ist ein senkrechter Querschnitt nach der Linie 37-37 der Fig. 33 und 35.
Fig. 38 ist ein senkrechter Querschnitt nach der Linie 38-38 der Fig. 34.
Fig. 39 ist eine Fig. 32 ähnliche Seitenansicht einer abgeänderten Ausführungsform der Vorrichtung.
Fig. 40 zeigt die Vorrichtung gemäss Fig. 39 im Grundriss.
Fig. 41 veranschaulicht das Aufbringen der Bänder auf die geformten Kissen.
Fig. 42 zeigt die Übertragung der geformten Binde in die Vorrichtung gemäss Fig. 41 vor der Befestigung der Bänder.
Fig. 43 zeigt in Seitenansicht und teilweisem Schnitt eine andere Ausführungsform der Vorrichtung zur Herstellung einer Binde.
In Fig. 44 ist ein Bindekissen im Anfangsstadium der Herstellung dargestellt.
Fig. 45 zeigt das Kissen gemäss Fig. 44 mit dem auf seiner Unterseite befestigten Band.
Fig. 46 zeigt das Produkt gemäss Fig. 45 nach dem Formvorgang.
Fig. 47 zeigt eine Fig. 46 ähnliche Binde mit einem abgeänderten Tragband.
Fig. 48 zeigt in Seitenansicht und teilweisem Schnitt noch eine andere Ausführungsform der Vorrichtung.
Fig. 49 zeigt ebenfalls in Seitenansicht und teilweisem Schnitt eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung.
In Fig. 50 ist schematisch eine Abänderung des mit der Vorrichtung gemäss Fig. 48 ausgeführten Her stellungsverfahrens dargestellt.
Fig. 51 zeigt in Seitenansicht und teilweisem Schnitt noch eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung zur Herstellung einer Binde, und in
Fig. 52 ist schematisch eine Abänderung des mit der Vorrichtung gemäss Fig. 51 ausgeführten Herstellungsverfahrens dargestellt.
Es wird zuerst auf die keilförmige Binde Bezug genommen, wie sie insbesondere in den Fig. 4, 5 und 6 dargestellt ist. Die dort dargestellte Binde 10 besitzt ein verhältnismässig breites vorderes Ende 11 (im Schnitt dargestellt in Fig. 7) und ein wesentlich schmäleres hinteres Ende 12 (im Schnitt dargestellt in Fig. 9), wobei letzteres mit grösster Bequemlichkeit und Sicherheit sowie ohne Faltung, Verschiebung oder Scheuern in die Falte zwischen den Gesässbacken und über den After passt. Der mittlere Teil 15 der Binde der im Schnitt in Fig. 8 dargestellt ist, weist maximale Dicke und daher grosse Saugfähigkeit auf, und zwar in dem Bereich, wo es am meisten erforderlich ist, nämlich unmittelbar unterhalb der Scheide.
Die Menge des saugfähigen Fasermaterials in der Binde soll die gewünschte Saugfähigkeit sowie Formbeständigkeit, soweit sie vereinbar ist mit Weichheit und Bequemlichkeit, für die Trägerin gewährleisten.
Im allgemeinen können diese Erfordernisse innerhalb des Bereichs von 5,5 bis 15 g, vorzugsweise von etwa 9 bis 13 g, erfüllt werden.
Ein Merkmal der dargestellten Binde bildet der Krümmungshalbmesser R auf ihrer konkaven Innenseite. Die Binde ist so ausgebildet, dass der Halbmesser R im wesentlichen demjenigen der durchschnittlichen regio pubis entspricht, d. h. der Halbmesser R ist gleich oder etwas geringer als der durchschnittliche Krümmungshalbmesser dieses Bereichs. Besonders in dieser Hinsicht besitzt die Binde Vorteile gegenüber bekannten Binden, weil zur Erzielung der Anpassung ein Biegen oder Falten der Binde nicht erforderlich ist. Die Bildung von Falten oder Furchen, insbesondere in der Querrichtung, ist dadurch vermieden.
Insbesondere wenn der Halbmesser R etwas geringer ist als die Krümmung des Bereichs, trachtet die Binde, den Körper zu umfassen und ihre Stellung relativ zum Körper bei minimalem Zug der Tragbänder nach oben aufrechtzuerhalten. Das Unbehagen, das durch Faltenbildung und Zug an den Bändern verursacht wird, kann dadurch auf ein Mindestmass herabgesetzt, wenn nicht gänzlich beseitigt werden.
Die nachstehend näher beschriebene Faserstoffbinde ist derart ausgebildet, dass sie ihre Form auch in nassem Zustand beibehält und einer Verzerrung durch von aussen einwirkende Kräfte elastisch widersteht.
Infolge dieser Eigenschaft wird die verformte Binde bei Aufhören der Wirkung der äusseren Kräfte wieder in die oben dargestellte und beschriebene Form zurückkehren. Diese Eigenschaft wird als Formbeständigkeit bezeichnet.
Der Haltestreifen 20 kann aus irgendeinem Material bestehen, das für die Verwendung in den üblichen Monatsbinden als zufriedenstellend erachtet wird, wie z. B. Gaze oder ungewebter Stoff. Die Binde wird am Streifen 20 durch einen festhaftenden Anstrich oder ein Bindemittel 21 befestigt, das sich vorzugsweise über die ganze Länge der Binde erstreckt. Die Bänder 25 und 26, die an jedem Ende der Binde aus Verlängerungen des Streifens 20 bestehen, sind zum Anstecken oder Anschnallen an einen üblichen Monatsbindegürtel vorgesehen.
Bei der in den Fig. 18 und 19 dargestellten, abgeänderten Ausführungsform ist der Haltestreifen 20 um die Randteile der Binde nach oben gefaltet, so dass er einen erheblichen Teil der Binde bedeckt.
Auch in diesem Fall kann festhaftendes Bindemittel verwendet werden, um die umgefalteten Teile an den Rändern der Binde zu befestigen. Die relative Lage der Binde und des gefalteten Haltestreifens ist in Fig. 19 dargestellt. Gewünschtenfalls kann sich der Haltestreifen 20 auch rund um die Binde erstrecken, wobei die Bänder auf der Unter- oder Oberseite der Binde übereinandergelegt werden, um sie einzuschlie ssen, wie bei 20' in Fig. 20 dargestellt ist. In diesem Fall wird das Bindenkissen 10 in dem Haltestreifen 20 durch die Faltung desselben ohne Verwendung eines festhaftenden Bindemittels zwischen dem Kissen und dem Haltestreifen gehalten.
Zusätzliche Vorteile der beschriebenen Binde ergeben sich bei Anordnung eines Haltestreifens 20 (Fig. 20), der mit Ausnahme der Oberseite der Binde wasserabstossende Eigenschaften aufweist, wodurch ein Durchsickern von Flüssigkeit vermieden und das Sicherheitsgefühl der Trägerin vergrössert wird. Mit ähnlicher vorteilhafter Wirkung kann auch zwischen dem Kissen 10 und dem Haltestreifen 20 eine wasserabstossende Schicht 23 eingesetzt werden, die sich vorzugsweise über die Länge des Kissens erstreckt.
Besondere Arten von Bindenkissen sind in den Fig. 21 bis 24 dargestellt. Das in Fig. 21 gezeigte Kissen, das die gekrümmte formbeständige Gestalt des Kissens gemäss Fig. 4 aufweist, ist mit einer Längsnut 24 versehen, die auf der konvexen Unterseite eingeformt ist. Dieses Merkmal ergibt zusätzliche Nachgiebigkeit in der Seitenrichtung, welche gleichzeitig die Formbeständigkeit der Binde unterstützt.
Die eingeformte Nut 24 ist in Fig. 22 im Querschnitt dargestellt.
Das in Fig. 23 gezeigte Bindenkissen hat ebenfalls verjüngte und gekrümmte formbeständige Gestalt und ist ausserdem mit einer Ausnehmung 25' versehen, die vorzugsweise während des Formvorganges ausgebildet wird. Die Ausnehmung 25' ist auf der der Trägerin zugekehrten Oberseite der Binde angeordnet und dazu bestimmt, vorstehende Teile der Scheide aufzunehmen, woraus sich grösstmögliche Bequemlichkeit für die Trägerin und ein Mindestmass an Scheuern ergibt.
Die in den Fig. 10 bis 17 dargestellte, abgeänderte Binde weist ein saugfähiges Element 30 auf. Diese Binde ist mit einem verhältnismässig breiten vorderen Teil 32 (im Schnitt dargestellt in Fig. 17) und einem wesentlich schmäleren mittleren Teil 35 versehen (im Schnitt dargestellt in Fig. 16). Wie bei der Binde gemäss den Fig. 1 bis 9 weist die abgeänderte Binde eine formbeständige Krümmung auf, die sich der Trägerin anpasst, wodurch alle obengenannten Vorteile erzielt werden. Das kennzeichnende Merkmal der abgeänderten Binde bildet zum Unterschied von der keilförmigen Art der hintere breite Teil 36. Es ist zu bemerken, dass dieser Teil 36, der in Fig. 15 im Schnitt dargestellt ist, wesentlich dünner ist als die anderen Teile der Binde.
Die grössere Breite ist ein Schutz gegen Vorwärtsschieben der Binde, was bei mancher Frau ein Problem darstellt, während die geringere Dicke in diesem Bereich ein Mindestmass an Umfang ergibt, um Unbequemlichkeit in sitzender Stellung zu vermeiden. Der Haltestreifen der abge änderten Binde kann gefaltet und durch ein Bindemittel an den Rändern der Binde befestigt werden, wie in den Fig. 18 und 19 für die keilförmige Binde dargestellt ist, oder übereinandergeschlagen, wie bei 20' in Fig. 20.
Die Binde besteht aus saugfähigen Fasern, die mindestens zum Teil durch Bindemittel miteinander verbunden sind, um das Kissen selbst in nassem Zustand elastisch zu erhalten. Die gewünschte Formbeständigkeit kann auf verschiedene Weise erreicht werden. Eine Binde, die bei Versuchen als zufriedenstellend befunden wurde, besteht aus einer Mischung von durch Hitze oder Lösungsmittel aktivierbaren Fasern und aus nicht aktivierbaren Fasern. Bei der Herstellung dieser Binde werden zuerst die aktivierbaren und die nicht aktivierbaren Fasern in einer üblichen Fasermischmaschine homogen gemischt.
Nicht aktivierbare Fasern bestehen aus Holzschliff, Baumwolle (Abfälle oder längere Fasern), Kunstseide, saugfähigem Stoff in Papierform oder irgendeinem der faserigen Rückstände aus Zuckerrohr, Kapok, Jute, Ramie, aus irgendeinem heterogenen Gemisch von Lumpenabfällen oder irgendwelchen Kombinationen derselben. Grössere mechanische Fe- stigkeit, insbesondere Festigkeit in feuchtem Zustand, ist dadurch erzielbar, dass eine der sehr kurzen Fasern, wie z. B. Holzschliff oder Baumwollabfall, einer der längeren Fasern, wie z. B. Baumwolle, gewöhnlich in geringer Menge beigemischt wird, um das Produkt wirtschaftlich zu machen.
Besonders nützliche aktivierbare Fasern sind solche, die bei Anwendung von Hitze oder bei Behandlung mit Lösungsmitteln oder bei einer Kombination dieser beiden Behandlungen schmelzen oder klebrig werden. Beispiele von Stoffen dieser Art sind Polyvinylchlorid, Copolymere von Vinylchlorid-Vinylazetat, Celluloseäther oder -ester, wie z. B. Celluloseazetat oder andere thermoplastische oder durch Lösungsmittel aktivierbare Fasern. Bei Verwendung der aktivierbaren Fasern wird denselben gewöhnlich ein Weichmachungsmittel zugesetzt, um die Wirkung der Hitze und/oder des Lösungsmittels zu ergänzen und zu erleichtern, wenn der Stoff zwecks Herbeiführung der gewünschten Anderung seiner Eigenschaften mit Hitze oder Lösungsmittel behandelt wird.
Celluloseazetat in Faserform, 3 Denier, 32 mm lang, ist zufriedenstellend, bei dem 2,2 bis 3, vorzugsweise 2,5 Azetylgruppen je Glukose einheit ersetzbar sind.
Wünschenswerte Weichmachungsmittel für Celluloseazetat sind Dimethylphthalat, Mischungen von orthound para-N-Athyltoluolsulfonamid und Methylphthalyl-äthylglykollat. Der Gehalt an Weichmachungsmitteln kann zwischen 10 und 400/0 oder so viel betragen, um die Fasern unter Aktivierungsbedingungen klebrig zu machen. Bei Verwendung der genannten Weichmachungsmittel in den angegebenen Mengen kann die Aktivierung durch Erhitzung auf eine Temperatur von 60 bis 166 ausgeführt werden.
Weichmachungsmittel, die flüchtig sind und deshalb durch Einwirkung von in den aktivierbaren Fasern enthaltener Hitze und/oder Dampf entfernt werden, ergeben ein Produkt, das nach der Formung bei Wiederanwendung der Formbedingungen keiner Formänderung mehr unterliegt. So ist beispielsweise Celluloseazetat, das mit Dimethylphthalat oder Methyläthylketon weichgemacht ist, in dieser Hinsicht besonders nützlich.
Die aktivierbaren Stoffe können solche sein, die gegen Hitze empfindlich sind, aber sie müssen nicht notwendigerweise bei Anwendung von Hitze schmelzen oder klebrig werden. Sie können bei Hitze schrumpfen. Unter diese Gattung fallen Polyamide, Polyester, Polyakrylate und in der Hitze härtbare Fasern von Vinylpolymeren.
Eine andere Art von Fasern ist erhältlich durch Überziehen von nicht aktivierbaren Fasern, wie z. B.
Holzschliff, mit einer Lösung oder einer Emulsion eines thermoplastischen oder duroplastischen Harzes der oben beschriebenen Art und durch nachfolgende Entfernung des flüssigen Dispersionsmediums.
Das nachstehend beschriebene und in Fig. 51 dargestellte Verfahren ist zur Herstellung dieser Art von Fasern bestimmt. Aus der eben beschriebenen Faser geformte Binden können ausschliesslich aus solchen Fasern bestehen. Gewünschtenfalls kann die mit Harz behandelte Faser mit einer kleinen Menge einer nicht mit Harz behandelten Faser von spinnbarer Länge gemischt werden, um die mechanische Festigkeit zu verbessern. Aktivierbare Fasern können mit den mit Harz behandelten Fasern entweder mit oder ohne Zusatz von solchen spinnbaren Fasern gemischt werden.
Das Verfahren der Formung der Binden umfasst im allgemeinen die Phasen der Herstellung einer Schicht mit der gewünschten Zusammensetzung der Fasern, die Aktivierung des aktivierbaren Elements in der Schicht, wobei das Produkt die oben beschriebene Form der Binde aufweist, beispielsweise durch Einwirkung von Hitze und/oder Dampf, und die darauffolgende Herausnahme der Binde aus der Form.
Wenn die ganze Binde ausschliesslich aus einem Gemisch von aktivierbaren und nicht aktivierbaren Fasern besteht, kann die Binde unter Bedingungen geformt werden, welche die Fasern in der ganzen Dicke der Binde und nicht nur an der Oberfläche aktiviert, oder die Binde kann unter Bedingungen behandelt werden, welche die Fasern in erster Linie nur an der Oberfläche oder nahe der Oberfläche aktiviert, oder die Fasern können in erster Linie nur auf der Unterseite, d. h. auf der konvexen Fläche, aktiviert werden, je nach den besonderen Arten und der Anordnung der Fasern, und je nach den gewünschten Eigenschaften, die hervorgehoben werden sollen.
Die gesuchte Formbeständigkeit der Binde kann noch auf andere Weise als durch Mischung von aktivierbaren und nicht aktivierbaren Fasern sowie durch nachfolgende Behandlung unter Aktivierungsbedingungen auf verschiedene Weise erzielt werden. Statt der Verwendung eines homogenen Gemisches der zwei Arten von Fasern können die Fasern beispielsweise in getrennten, dünnen Schichten niedergeschlagen werden, wobei dünne Schichten aus aktivierbaren Fasern mit solchen aus nicht aktivierbaren Fasern abwechseln. Eine solche Binde ist in Fig. 25 dargestellt, in der die Schichten aus nicht aktivierbaren Fasern durch gestrichelte Linien 26' und die Schichten aus aktivierbaren Fasern durch volle Linien 27' angegeben sind. Die Schichten erstrecken sich in der Längsrichtung der Binde.
Ein zusätzlicher Vorteil dieses geschichteten Produktes besteht darin, dass die Weichheit der Oberfläche durch die nicht aktivierbaren Fasern erzielt wird, wie z. B. Baumwollabfälle oder Holzschliff, während die aktivierbaren Fasern, die in dem ganzen Kissen verteilt sind, die Formbeständigkeit bewirken.
Gemäss einer anderen Ausführungsform wird eine Binde aus nicht aktivierbaren Fasern irgendeiner der oben beschriebenen Art geformt, die mit einem Harz formbeständig gemacht sind, das durch Hitze und! oder Lösungsmittel aktiviert ist. Wie bei den obenbeschriebenen aktivierbaren Fasern, kann das Harz in der ganzen Binde in den nachstehend für die Fasern angegebenen Verhältnissen verteilt und durch Hitze und/oder Lösungsmittel aktiviert werden. Verfahren zur Herstellung einer solchen Binde werden nachstehend in Verbindung mit Fig. 51 beschrieben.
Um der Binde die gewünschte mechanische Festigkeit und die Fähigkeit zu verleihen, die Formbeständigkeit auch bei Nässe zu bewahren, kann der Anteil der in der ganzen Binde verteilten aktivierbaren Fasern vorteilhaft grösser als etwa 5 ovo gemacht werden, obwohl auch geringere Mengen wirksam sein können, insbesondere wenn sie in Verbindung mit einem haftenden Harz verwendet werden. Für die in der Hitze klebrig werdenden Fasern, z. B. Celluloseazetat und Vinylesterpolymere, wird vorzugsweise eine Konzentration von mindestens acht Gewichtsprozent aufrechterhalten. Da aktivierbare Fasern im allgemeinen teurer sind, wird gewöhnlich die Verwendung einer grösseren Menge derselben aus wirtschaftlichen Gründen vermieden.
Da oberhalb eines Anteils von 25 /o aktivierbarer Fasern die Vorteile der allmählichen Zunahme der Festigkeit mit dem Gehalt an aktivierbaren Fasern abnehmen, sind in der bevorzugten Zusammensetzung nicht mehr als etwa 250/0 aktivierbare Fasern enthalten.
Eine andere Ausführungsform bezieht sich auf eine Binde, die aus nicht aktivierbaren Fasern geformt ist, welche von einer aus aktivierbaren Fasern bestehenden, verhältnismässig dünnen Schicht umgeben sind. Eine solche Binde ist in Fig. 26 im Schnitt dargestellt, gemäss welcher der nicht aktivierbare mittlere Teil 40 von einer Hülle 41 umschlossen ist, die aus formbaren aktivierbaren Fasern besteht. Die Hülle 41 hat die Aufgabe, die Formbeständigkeit des Produktes aufrechtzuerhalten und zu bewahren. Die Hülle 41 kann aus einer kartenstarken Schicht aus aktivierbaren Fasern oder aus einem aktivierbare Fasern enthaltenden ungewebten Stoff bestehen.
Sie wird in jedem Falle durch Herumlegen um den nicht aktivierbaren mittleren Teil gebildet, worauf das zusammengesetzte Produkt in der oben beschriebenen Weise Aktivierungsbedingungen unterworfen wird, um eine Binde von entsprechender Form zu erhalten.
Eine weitere Ausführungsform ist eine Binde, die der eben beschriebenen ähnlich ist, bei welcher jedoch der aus nicht aktivierbaren Fasern bestehende mittlere Teil 40 von einer verhältnismässig dünnen Hülle 41 umgeben ist, die aus Fasern besteht, welche mit einem aktivierbaren Harz behandelt sind. Die Aufgabe des Harzes besteht, ähnlich wie bei der Hülle aus aktivierbaren Fasern, darin, die Binde formbeständig zu machen. Die Herstellung der Binde erfolgt durch Ausformen eines Rohlings aus nicht aktivierbaren Fasern, dessen Aussenseite dann mit einer Lösung eines haftenden Harzes besprüht wird, worauf der Rohling unter Bedingungen in die gewünschte Form gebracht wird, die das Harz aktivieren, d. h.
Formen unter Anwendung von Hitze und Druck. Die zur Erzielung der Formbeständigkeit ausreichende Menge der aktivierbaren Fasern oder des aktivierbaren Harzes in der Hülle 41 beträgt vorzugsweise 1 bis 80/0 des Gesamtgewichts des mittleren Teiles und mindestens 10 /o des Gewichtes der Hülle.
Harze oder andere Bindemittel, die zur Verwendung bei der Herstellung der gewünschten Binden geeignet sind, insbesondere jener mit einem dünnen äusseren Harzüberzug, sind in kaltem Wasser unlösliche Polyvinylalkohole und andere Vinylpolymere, Natriumkarboxymethylcellulosen, Äthyl- und Methyl- cellulosen und andere Celluloseäther, Celluloseazetate und andere Celluloseester, Polyakiylsäure, Polyakrylsäureester, Stärken, synthetische Gummilösungen und pflanzlicher Gummi. Als Bindemittel kann Polyvinylalkohol mit einer Viskosität von 45 bis 55 cP (bestimmt nach dem Kugelfallverfahren von Hoeppler in einer 4 0/obigen wässerigen Lösung bei 200 C), 98 bis 1000/o hydrolysiert (aus Vinylazetat) und mit einem pH-Wert von 6 bis 8.
Ein anderer brauchbarer Polyvinylalkohol besitzt eine Viskosität von 35 bis 45 (nach Hoeppler), 86 bis 89 /c hydrolysiert und einen pH-Wert von 6 bis 8.
In den Fig. 27 und 28 ist eine Binde dargestellt, die durch innere dünne Schichten aus verhältnismässig starrem plastischem Material formbeständig gemacht ist, die angrenzend an eine durch die Binde hindurch gehende mittlere gekrümmte Fläche angeordnet sind.
Durch Dispersion von nicht aktivierbaren Fasern (Holzschliff oder Baumwollabfälle) nach dem später beschriebenen Verfahren kann ein weiches, leichtgewichtiges, verhältnismässig wenig zusammengedlrück- tes Produkt hergestellt werden. Eine Fläche, beispielsweise die obere Fläche dieses Produktes, wird dann mit einer Dispersion eines Bindemittels, wie z. B. eines Harzes (Polyvinylchlorid oder Vinylchloridazetat) besprüht, zweckmässig mit einer auf die Fasern bezogenen Menge von 1 bis 5 /o des Gewichts des trockenen Harzes. Bevor das Harz vollständig getrocknet ist, wird eine andere Schicht auf die besprühte Fläche gelegt und eine oder mehrere solcher besprühten Schichten können mit der besprühten Seite nach oben daruntergestapelt werden.
Das zusammengesetzte Produkt kann dann auf der oberen und unteren Fläche besprüht und in einzelne Teile zerschnitten werden, die in der nachstehend beschriebenen Weise geformt werden, um die in den Fig. 27 und 28 dargestellte Binde zu erhalten. Der abschliessende Sprühvorgang bindet die Fasern der Oberfläche, die Menge des aufgebrachten Harzes ist aber nur so gross, dass die Weichheit des Produktes und die daraus sich ergebende Bequemlichkeit für die Trägerin erhalten bleibt. Die Eigenschaften der Saugfähigkeit und der Weichheit werden daher durch die aus Holzschliff oder Baumwollabfällen bestehenden Schichten 31' verliehen, während die dazwischenliegenden Harzschichten 30' das Produkt hinsichtlich seiner Formbeständigkeit verstärken.
Die in den Fig. 27 und 28 gezeigten Zwischenschichten 30', die gemäss der Beschreibung in den vorhergehenden Absätzen durch Besprühen gebildet werden, können auch aus parallelen Fäden des Bindemittels, zweckmässig Harz, oder aus Gewebe usw. gebildet werden, die vor dem Formen zwischen die Schichten eingelegt werden.
Eine weitere Ausführungsform ist in Fig. 29 dargestellt, die eine saugfähige Faserstoffbinde 45 zeigt, welche aus nicht aktivierbaren Fasern hergestellt ist und deren Form den in den Fig. 1 bis 9 oder 10 bis 17 dargestellten Ausführungsformen entspricht. Ein Teil der Kissenfasern ist durch ein Bindemittel miteinander verbunden. Das unterscheidende Merkmal der Binde 45 besteht darin, dass sie mit einem verhältnismässig starren Halteteil 46 versehen ist. Aufgabe des Halteteiles 46 ist, die Formbeständigkeit der gekrümmten Binde 45 zu bewahren. Das Halteteil 46 ist vorzugsweise ebenso breit wie die Unterseite des Kissens 10 oder 35 und ragt nicht seitlich über die Ränder der Binde hinaus, um Scheuern zu vermeiden.
Das Halteteil 46 kann aus irgendeinem bandförmigen Material bestehen, das die erforderliche Festigkeit aufweist, wie z. B. regenerierte Cellulose, Vinylharz usw. Es wird durch ein Bindemittel an dem Kissen 45 befestigt und ist vorzugsweise wasserdicht. Ein Verfahren zur Herstellung des in Fig. 29 ver rechten Pfeilen angedeuteten Stellen eintretende Flüssigkeit wird von der stark saugfähigen Schicht 40' rasch aufgenommen und von der Körperoberfläche entfernt. Die Flüssigkeit berührt rasch die zweite Schicht 41' und wird auch von dieser bald aufgenommen. In jeder der Schichten erfolgt ein Ausbreiten der Flüssigkeit nach den Rändern der Binde hin, wobei die verfügbare Saugfähigkeit wirksam ausgenützt wird. Schliesslich tritt die Flüssigkeit in die Schicht 42' ein und breitet sich in dieser nach den Rändern hin aus.
Zu diesem Zeitpunkt ist das Ausbreiten der Flüssigkeit nach den Rändern in der Schicht 40' schon stark vorgeschritten, wird aber durch den in hohem Masse flüssigkeitsabstossenden Haltestreifen 45' be- grenzt.
Um die eben beschriebene, abgestufte Saugfähigkeit der verschiedenen Schichten 40', 41' und 42' zu erzielen, kann das saugfähige Material mit benetzenden oder wasserabstossenden Mitteln behandelt werden. Geeignete Benetzungsmittel sind folgende: Alkylaryl-polyätheralkohole, Natriumalkylnaphthylensulio- nate, Alkylarylsulfonate, Alkylenoxydkondensate, Sulfatester von Alkylphenoxylpolyoxyäthylenäthanol, Na triumalkylarylsulfonate, Natriumkohlenwasserstoffsulfonate, azetylierte Hydroxy-fettsäureamide, sulfatierte Fettsäureester, Fettsäureester von Polyglykolen, ionenfreie Fettsäureamidkondensate, sulfonierte aliphatische Ester, Natriumdioetylsulfosuccinat, lösbar gemachte Terpenderivate, langkettige Alkoholsulfate und alkylierte Aroylestersulfonate.
Geeignete wasserabstossende Mittel sind folgende: Aluminiumazetat, Wachsemulsionen, Wachsemulsionen mit Aluminiumsalzen, Wachslösungen in organischem Lösungsmittel, Silikonharze, organische Silikonpolymere, langkettige Pyridinverbindungen und Wachs-Zirkoniumazetatemulsionen.
Gewisse Vorteile der beschriebenen Binde ergeben sich, wenn einem im wesentlichen rechtwinkligen Parallelepiped, d. h. einem Quader, die oben beschriebene gewünschte Gestalt durch Formen unter Druck erteilt wird. Gemäss den nachstehend beschriebenen verschiedenen Verfahren wird ein rechtwinkliges Parallelepiped aus Faserstoff, das in Fig. 31 dargestellt ist und im wesentlichen gleichförmige Dichte aufweist, seitlich, d. h. der Breite nach an einem Ende, auf den in Fig. 9 dargestellten Querschnitt zusammengedrückt, wie durch die Pfeile A und A' angedeutet ist. Anderseits werden gemäss Fig. 31 Druckkräfte, insbesondere seitliche Druckkräfte, B und an den Kanten senkrechte Druckkräfte B', in der Nähe des mittleren Teiles der Binde zur Wirkung gebracht, so dass sie die in Fig. 8 dargestellte Gestalt erhält.
Schliesslich kommen auf den vorderen Teil, also am anderen Ende des Kissens, seitlich waagrechte Druckkräfte C und senkrechte, d. h. der Höhe nach, Druckkräfte C' zur Wirkung, wodurch sich in diesem Bereich der in Fig. 7 veranschaulichte Querschnitt ergibt. Selbstverständlich ist die Dichte jedes Querschnittes und jedes Querschnitteiles von dem an der betreffenden Stelle erfolgten Massen der Zusammendrückung abhängig.
So ist beispielsweise in dem in Fig. 9 dargestellten hinteren Teil der Binde die Dichte des Produktes wesentlich grösser als in anderen Teilen der Binde. Das sich ergebende Produkt weist daher im hinteren Teil wesentlich grössere Festigkeit auf. Zur Aufrechterhaltung maximaler Formbeständigkeit und zur Verhinderung von Verzerrung und Verschiebung ist Festigkeit in diesem Bereich erwünscht. Ausserdem weisen die Bandteile 50, insbesondere im mittleren und vorderen Teil der Binde, infolge der Druckkräfte B' und C' grössere Dichte und Festigkeit auf als die oberen Teile 51. Dies ist erwünscht, um den mit der Scheide in Berührung kommenden Teilen der Binde maximale Weichheit zu verleihen. Gleichzeitig weisen die Randteile 50 dort, wo maximale Weichheit nicht so wesentlich ist, grössere Dichte und Festigkeit auf, wodurch die Formbeständigkeit der Binde gewährleistet wird.
In der in Fig. 32 dargestellten Vorrichtung zur Herstellung von Binden wird eine dicke und verhältnismässig unzusammengedrückte Baumwoll- oder Holzschliffschicht 61 auf einem Förderband 62 von links nach rechts gefördert, das von einer Walze 63 und einer anderen, nicht dargestellten Walze getragen und angetrieben wird. Die Walze 63 dreht sich um die Achse 65, die in nichtdargestellten Lagern abgestützt ist. Die Schicht 61, die 6 bis 9 cm breit und 2,5 bis 5 cm dick sein sowie eine Dichte von etwa 16 g/dm3 aufweisen kann, wird einer Schneidvorrichtung 66 zugeführt, die aus einer drehbaren Trommel 67 mit auf ihrem Umfang in axialer Richtung angeordneten Schneidmessern 70 besteht. Eine damit zusammenwirkende untere Walze 71 bildet während des Schneidvorganges eine Stütze für die Schicht 61. Vordere und hintere Führungsplatten 72 und 73 stützen die Schicht vor bzw. nach dem Schnitt.
Die Walzen 67 und 71 werden von Achsen 75 und 76 getragen, die in nicht dargestellten Lagern abgestützt sind. Das durch den Schneidvorgang gebildete Kissen 77 wird nach dem Verlassen der hinteren Führungsplatte 73 durch das von der Walze 81 zugeführte Band 80 erfasst und weiterbefördert. Das Band 80 ist vorzugsweise ungewebter Stoff, der aus Fasern besteht, welche durch Hitze aktivierbar sind. Es wird von der Walze 81 in solcher Breite zugeführt, dass es das Kissen 77 mit übereinanderliegenden Rändern vollständig einhüllen kann. Nach dem Verlassen der Walze 81 berührt das Band 80 ein zweites Förderband 82, das von einer grossen Walze 85 und zwei kleinen Walzen 86, 87 angetrieben wird. Diese Walzen drehen sich um die Achsen 90, 91 und 92, die in nicht dargestellten Lagern abgestützt sind.
Nachdem das Band 80 das Kissen 77 eine kurze Strecke getragen hat, tritt es in den Faltbereich 95 ein, in dem entsprechende Faltführungen vorgesehen sind, so dass das Band 80 in der in Fig. 36 dargestellten Weise um das Kissen herumgeschlagen wird.
Nachdem das Kissen 77 in das Band 80 eingeschlagen ist um die vorläufige Bindenform, wird das Produkt der Schneidvorrichtung 96 zugeführt, die aus einem drehbaren Zylinder 97 mit auf seinem Umfang in axialer Richtung angeordneten Schneidmessern 98 besteht. Die Messer 98 wirken mit einer Stützplatte 100 zusammen und zerschneiden das Band 80 derart, dass in der Längsrichtung sich erstreckende Streifen 101 gebildet werden. Der Zylinder 97 dreht sich um die Welle 102, die in nicht dargestellten Lagern abgestützt ist.
Die durch Betätigung der Schneidvorrichtung 96 erhaltene und in Fig. 35 dargestellte Binde 105 bewegt sich auf der durch den Walzenförderer 106 gebildeten geneigten Fläche nach unten. Dieser Förderer wird durch viele einzelne Walzen 107 gebildet, die in einzelnen, nicht dargestellten Lagern abgestützt und so ausgerichtet sind, dass sie die geneigte Fläche von gewünschter Neigung ergeben. Diese Walzen, die in gegenüberliegenden Platten 110 gelagert sind, können gegebenenfalls durch nicht dargestellte Mittel mit gewünschter Geschwindigkeit angetrieben werden.
Wenn sich die Binde 105 über die geneigte Fläche des Walzenförderers 106 nach unten bewegt, gleitet der sich nach vorn erstreckende Streifen 101 unter das Auslöseelement 111. Dieses ist so befestigt und angeordnet, dass es dem vorderen Streifen 101 ermöglicht, unter das Auslöseelement zu gleiten, ohne dasselbe zu betätigen. Wenn jedoch der dickere, mittlere Teil der Binde 105 das Auslöseelement 111 erreicht, wird dieses durch den Druck des Kissens betätigt, wie bei 112 in Fig. 32 veranschaulicht ist. Das Auslöseelement 111 betätigt pneumatisch den selbsttätig wirkenden Kolben 115 im Zylinder 116, worauf der Stö ssel 118 die Binde 105 in die Matrize 117 der Form 120 stösst, die sich in der zurückgezogenen oder offenen Stellung befindet.
Die Form 120 besteht aus einer Matrize 117 mit einer Ausnehmung 121 und innen angeordneten Heizelementen 125. Druckluft wird durch ein biegsames Rohr 126 zugeführt, das am Boden der Matrize befestigt ist und mit der Ausnehmung 121 über die Bohrung 127 in Verbindung steht. Der Zweck der Luftzuführung besteht darin, das Ausstossen des geformten Produktes aus der Form zu erteichtern. Die Matrize 117 wird von Ansätzen 130 getragen, durch welche die Welle 131 hindurchgeht. Die Matrize 117 ist um die Welle 131 drehbar, welche an beiden Enden in nicht dargestellten Lagern abgestützt ist.
Die Form 120 ist so ausgebildet, dass die Ausnehmung 121 in der Matrize 117 die für die Unterseite der beispielsweise in den Fig. 4 bis 9 dargestellten Binde gewünschte Gestalt aufweist. Die seitlichen Teile der Ausnehmung 121 sind verjüngt, ebenfalls entsprechend der Binde gemäss den Fig. 4 bis 9. In ähnlicher Weise entspricht die Bodenfläche 122 der Patrize 123 der Form der gewünschten Gestalt der oberen Fläche der in den Fig. 4 bis 9 und in anderen Figuren dargestellten Binde.
Die Patrize 123 wird von der senkrechten Achse 135 getragen, die durch oberhalb derselben angeordnete, nicht dargestellte Mittel angetrieben und an einer seitlichen Bewegung durch einen Block 136 gehindert wird, in dem sie verschiebbar gelagert ist. Stangen 137 sind an nicht dargestellten Stützen befestigt und gehen durch Gleitlager 140 im Block 136 hindurch. Die Stangen 137 ermöglichen eine senkrechte Bewegung des Blockes 136, der Achse 135 und der Patrize 123 in den Lagern 140 und bewirken dadurch die Ausrichtung der Patrize 123 mit der Ausnehmung 121 der Matrize 117.
Wenn sich die Binde 105 über der Ausnehmung 121 der Matrize 117 befindet, wird die Patrize 123 entweder selbsttätig oder von Hand durch nicht dargestellte Mittel betätigt und bewegt sich gegen und in die Matrize nach unten, wodurch die Binde in die gewünschte Gestalt zusammengepresst wird, wie sie beispielsweise in den Fig. 4 bis 9 dargestellt ist.
Gleichzeitig gelangt mittels der Heizelemente 125 Hitze zur Einwirkung. Gewünschtenfalls, oder wenn erforderlich, kann durch die Leitung 126 oder andere, nicht dargestellte Bohrungen in die Patrize undíoder die Matrize Dampf eingeführt werden. Die aktivierbaren Fasern des Bandes 80 werden dadurch aktiviert, um die formbeständige gekrümmte und verjüngte Gestalt der Binde herzustellen und zu bewahren.
Nachdem die Binde genügend lang in der Form 120 gewesen ist, wird dieselbe geöffnet. Die durch nicht dargestellte Mittel getragene und angetriebene Zahnstange 141 wird gemäss Fig. 34 nach links bewegt, wodurch das Ritzel 142 verdreht wird, das auf der Welle 131 befestigt ist. Die die geformte Binde enthaltende Matrize 117 wird dadurch in die in Fig. 34 mit gestrichelten Linien angedeutete Stellung verdreht, nachdem die Patrize 123 vorher in eine Stellung angehoben worden ist, in der sie die Verdrehung der Matrize 117 nicht behindern kann. In der verdrehten Stellung wird durch die Leitung 126 Druckluft zugeführt, um dadurch die geformte Binde aus der Matrize 117 auszustossen. Die geformte Binde fällt auf die Fallrinne 145.
Die Wirkungsweise der in Fig. 39 dargestellten Vorrichtung ist ähnlich jener gemäss Fig. 32. Die Schicht 150, die eine vorbereitete homogene Mischung von aktivierbaren und nicht aktivierbaren oder eine andere Mischung zur Herstellung der oben beschriebenen Bindenkissen sein kann, wird von einem ständig bewegten Förderband 151 getragen, das um die Walze 152 und eine andere, nicht dargestellte Walze umläuft. Die Schneidvorrichtung 155 schneidet Teile von der Schicht 150 ab in gleicher Weise wie gemäss Fig. 32 die Schneidvorrichtung 66 die Schicht 61 zerschneidet. Die Kissenrohlinge 156 werden durch das Förderband 157 weiterbefördert, das um die Walzen 160, 161 und 162 umläuft, die den Walzen 85, 86 und 87 des Förderbandes 82 der Fig. 32 entsprechen.
Gemäss Fig. 39 wird jedoch kein Band zugeführt wie das Band 80 in Fig. 32, und es ist keine Faltvorrichtung vorgesehen, wie bei 95 in Fig. 32. Die uneingewickelten Kissen 156 werden durch das Förderband
157, die Führungsplatte 165 und den Walzenförderer 166 weiterbefördert, der dem Förderer 106 der Fig. 32 entspricht. Der Auslöserarm 167, der pneu matische Zylinder 170, der Kolben 172 und der Stö ssel 171 sind von ähnlicher Bauart und Wirkungsweise wie bei der in Fig. 33 dargestellten Vorrich t:ng. V7enn der Auslösearm 167 durch Beriihrung mit dm Kissen 156 betätigt wird, drückt der Stössel 171 das Kissen 156 in die Ausnehmung 175 der Matrize 176.
Durch die biegsame Leitung 180 und die Verbindungsbohrung 177 in der Matrize 176 ausgeübte Saugwirkung kann den Eintritt des Kissens 156 in die Ausnehmung 175 beschleunigen und erleichtern. Die Matrize 176 der Form ist mittels Ansätzen 181 auf der Welle 182 drehbar befestigt, ebenso wie die entsprechenden Teile in den Fig. 33 und 34.
Die Patrize 185 mit einer inneren Formfläche 186 wird vom Block 190 getragen und durch die Achsen 193 und nicht dargestellte Antriebemittel nach unten gedrückt. Stangen 187, die durch Bohrungen 191 im Block 190 hindurchgehen und in demselben verschiebbar sind, sind am Maschinenrahmen 192 befestigt und dienen dazu, die Patrize 185 ausgerichtet zu halten. Die Form wird im wesentlichen in derselben Weise betätigt, wie es für die Form 120 gemäss Fig. 34 beschrieben worden ist. Zusätzlich zu den Heizelementen in der Matrize 176 kann Dampf durch die biegsame Leitung 180 oder durch andere, nicht dargestellte Bohrungen in die Form eingeführt werden, um die aktivierbaren Fasern zu aktivieren und dadurch das geformte Bindenkissen in die gekrümmte verjüngte Gestalt zwecks Herstellung einer formbeständigen Binde zu bringen.
Nach Beendigung des Formvorganges wird die Patrize von Hand oder selbsttätig durch nicht dargestellte Mittel gehoben und die Matrize 176 wird durch Betätigung der Zahnstange 195 und des auf der Welle 182 befestigten Ritzels 196 um die Welle 182 verdreht. Die Drehung wird fortgesetzt, bis die Matrize vollständig umgekehrt ist. Das Produkt kann durch die Fallrinne 183 abgeführt werden.
Für den Fall, dass nunmehr ein Haltestreifen aufgebracht werden soll, ist ein Block 197 vorgesehen, der mit der Matrize derart zusammenwirkt, dass er die geformte Binde aufnimmt. Die Matrize 176 ruht dann auf dem Block 197 auf, wie in Fig. 42 dargestellt ist. In der oberen Fläche des Blockes 197 ist eine Ausnehmung 200 vorgesehen, die der konkaven Fläche des geformten Bindenkissens 201 entspricht.
Das Kissen 201 kann aus der Matrize 175 durch Einführung von Luft über die biegsame Leitung 180 entfernt werden, worauf es in die Ausnehmung 200 im Block 197 fällt. Dann wird auf das geformte Kissen 201 ein Gewebe streifen 206 aufgebracht. Die Unterseite des Streifens 206 ist mit einem thermoplastischen Bindemittel versehen. Die Unterseite 205 des darüberliegenden Pressblockes 202 entspricht im wesentlichen der konvexen Fläche des geformten Bindenkissens 201. In dem Pressblock 202 sind Heizelemente 207 vorgesehen.
Nachdem das geformte Bindenkissen und der Streifen in Stellung gebracht sind, wird der Pressblock 202 entweder von Hand oder selbsttätig durch nicht dargestellte Mittel gesenkt und gegen den Streifen 206 angedrückt, wobei die Heizelemente 207 erhitzt werden. Der Streifen 206 wird dadurch fest mit der ganzen Unterseite des geformten Kissens 201 verbunden. Die fertige Binde mit den daran befestigten Bändern kann entweder von Hand oder selbsttätig durch nicht dargestellte Mittel aus dem Block 197 entfernt werden.
Eine andere Vorrichtung zur Herstellung einer formbeständigen Binde ist in Fig. 43 dargestellt. Die Schneidvorrichtung 66 entspricht jener gemäss Fig. 32, während die Schicht 210 aus einer Mischung von aktivierbaren und nicht aktivierbaren Fasern oder aus einer anderen Mischung bestehen kann, wie sie in der Vorrichtung gemäss Fig. 39 verwendet wird. Die ein zelnen I Kissenrohlinge 211 werden durch das Förder- band 212 in gleicher Weise wie durch die früher beschriebenen Förderbänder 82 und 157 weiterbefördert. Das von der Vorratsrolle 215 abgewickelte und dem Förderband 212 zugeführte Band 216 kann aus irgendeinem Material bestehen, das Festigkeit und andere Eigenschaften aufweist, die es für die Verwendung als Haltebänder für die Binde geeignet machen.
Das Band 216 ist schmäler als das Band'80 in Fig. 32, weil ersteres die Binde nicht vollständig einhüllen muss, sondern nur ein Halteband bilden soll. Das Band kann jedoch genügend breit sein, dass es wesentliche Teile der Seitenflächen der Binde bedecken kann, wie in den Fig. 19 und 30 dargestellt ist.
Nachdem die Kissensegmente 211 der Schicht 210 abgeschnitten sind, gelangen sie selbsttätig auf das fortlaufende Band 216. Das Band wird durch die Schneidvorrichtung 217 zerschnitten, die in derselben Weise wirkt wie die Schneidvorrichtung 96 in Fig. 32.
Dadurch werden einzelne Bindenelemente 220 gebildet.
Ein bei 217 abgeschnittenes Bindenelement ist in Fig. 45 dargestellt. Die abgeschnittenen Bindenelemente werden durch die Zugwalze 221 auf die ständig umlaufende Trommel 222 gezogen, die sechs Matrizen 218 aufweist, die der Matrize 117 in Fig. 38 ähnlich sind. Die Bindenelemente 220 werden auf die Trommel 222 ausgerichtet mit der Form aufgebracht, so dass sie zum gewünschten Zeitpunkt in die Form gelangen, um durch über die Bohrungen 225 mit angeschlossener Leitung ausgeübte Saugwirkung in die Matrize gezogen zu werden. Dicht neben der Trommel 222 ist eine zweite Trommel 223 angeordnet, die sich im Gegenuhrzeigersinn auf der Welle 223' dreht, welche in Lagern abgestützt ist und durch nicht dargestellte Mittel angetrieben wird. Auf dem Umfang der Trommel 223 sind Patrizen 228 ausgebildet, die so angeordnet sind, dass sie in die Matrize 218 eingreifen.
Die Patrizen 228 formen die obere Fläche der Binde in derselben Weise wie die Patrize 185 in Fig. 42. Hitze wird durch die Elemente 226 zur Wirkung gebracht und gleichzeitig kann Dampf über die Bohrung 225 und die Verbindungsleitung 227 zugeführt werden. Eine dritte Trommel 224, die in Form und Wirkungsweise der Trommel 223 ähnlich ist, ist in der folgenden Formstellung dicht neben der Trommel 222 angeordnet. Der Zweck der Trommel 224 besteht darin, erforderlichenfalls zusätzliche Formleistung zu liefern, um den Formvorgang zu vollenden. Die Trommel 222 hat eine solche Geschwindigkeit, dass zu dem Zeitpunkt, in dem das Produkt die an die Trommel 224 angrenzende Stellung verlässt, der Formvorgang beendet ist. Es wird dann Luft durch die Leitung 230 zugeführt, um die geformte Binde aus der Matrize auszustossen.
Es sind nicht dargestellte Mittel vorgesehen, um die fertige Binde abzuführen und zu verpacken. Die fertigen Binden sind in den Fig. 46 und 47 dargestellt. In Fig. 46 ist das Halteband so breit, dass es an die Ränder der Binde gefaltet ist, während in Fig. 47 die Breite des Haltebandes wesentlich geringer ist, so dass es auf die Unterseite der Binde beschränkt ist.
Eine weitere Vorrichtung zur Herstellung einer formbeständigen Binde ist in Fig. 48 dargestellt. Von einer Rolle 250 bandförmigen Materials aus Holzschliff oder anderen nicht aktivierbaren Fasern wird ein Band 251 abgezogen, das einer Zerkleinerungsvorrichtung, z. B. einer Hammermühle 252, zugeführt wird. Die Mühle 252 ist in einem Gehäuse 255 eingeschlossen, um unerwünschte Luftströmungen auf ein Mindestmass herabzusetzen. Das Band 251 wird der Mühle 252 über den Amboss 256 zugeführt. Das drehbare Element der Mühle dreht sich um die Achse 257, die in nicht dargestellten Lagern abgestützt ist.
An den Enden von mit der Achse 257 fest verbundenen Armen 260 sind Flügel 261 angeordnet. Diese schlagen gegen das auf dem Amboss 256 aufliegende Band 251 und zerkleinern den Holzschliff oder das Faserstoffmaterial in einzelne Fasern. Das Gehäuse 255 der Zerkleinerungsvorrichtung ist nahe dem oberen Ende mit einem Lufteinlass 265 versehen, während der Rest des oberen Teiles des Gehäuses 255 luftundurchlässig ist. Bei 265 eingeführte Luft wird nach unten gezogen und verlässt die Zerkleinerungsvorrichtung durch Öffnungen 266 in der Nähe des unteren Teiles des Gehäuses zusammen mit den zerkleinerten Fasern. Die Fasern sammeln sich auf dem ständig bewegten, bakterientötenden Förderband 267 in Form einer Schicht 275, während die Luft darunter durch Saugwirkung über die Haube 270 und die Auslassleitung 271 abgezogen wird.
Das Förderband 267 wird über die Walzen 272 und 273 durch nicht dargestellte Mittel angetrieben.
Der Behälter 276 enthält eine Lösung, vorzugsweise eine wässerige Lösung, oder eine Emulsion eines haftenden Harzes der oben beschriebenen Art in einer geeigneten Dispersionsflüssigkeit. Eine Verbindungsleitung 277 ist so angeordnet, dass die ganze Dispersion zugeführt werden kann: bei 280 über das Ventil 281; bei 282, d. h. unmittelbar in die Zerkleinerungsvorrichtung, über das Ventil 285; bei 286, d. h. unmittelbar auf die Schicht, über das Ventil 287; oder bei 288, d. h. auf die zerschnittenen Faserstoffrohlinge, über das Ventil 289. In jedem Falle wird die flüssige Dispersion auf die Fasern mittels entsprechender Sprühvorrichtungen aufgebracht, um eine gleichmässige Verteilung der Lösung zu erzielen. Das mit Harz behandelte, schichtförmige Material wird dann in einzelne Bindenkissen zerschnitten, die in der oben beschriebenen Weise geformt werden.
Bänder können gemäss den Fig. 32 bis 34 und 43 vor dem Formen oder gemäss den Fig. 41 und 42 nach dem Formen aufgebracht werden.
Die in den Fig. 27 und 28 dargestellte Binde kann durch Aufeinanderlegen von zwei oder mehreren Schichten hergestellt werden, die bei 286 oder 288 mit Harzdispersion besprüht werden und die dann in der eben beschriebenen Weise zerschnitten und geformt werden.
Die in Fig. 49 dargestellte Zerkleinerungsvorrichtung entspricht im wesentlichen jener gemäss Fig. 48 und ist daher mit denselben Bezugsziffern versehen.
Gemäss Fig. 49 werden jedoch getrennte Bänder aus aktivierbaren Fasern 290 und aus nicht aktivierbaren Fasern 291 von den Rollen 292 bzw. 295 abgezogen.
Diese Bänder werden über den Amboss 256 in die Zerkleinerungsvorrichtung eingeführt. Die zerkleinerten Fasern treten mit dem Luftstrom durch die Öffnungen 266 im Gehäuse 255 aus. Im Gegensatz zu Fig. 48 ist unterhalb der Zerkleinerungsvorrich- tung 252 gemäss Fig. 49 eine Reihe einzelner Formen 296 angeordnet, die durch Gelenke 297 kettenartig miteinander verbunden sind. Jede Form ist mit mehreren Bohrungen 300 versehen, welche die Ausnehmung 121 der Matrize mit ihrer Unterseite verbinden. Die Formen 296 sind im wesentlichen ebenso ausgebildet wie die in Fig. 38 dargestellte Matrize 117.
Die Matrizen 296 werden unterhalb der Zerkleinerungsvorrichtung 252 intermittierend weiterbewegt, wobei sich die Fasern in der Ausnehmung 121 sammeln und die Luft durch die Bohrungen 300 in die Saugleitung 301 abgezogen wird. Die Matrizen 296 bewegen sich mit einer solchen Geschwindigkeit, dass die Stillhaltezeit zur Ansammlung der gewünschten Fasermenge in der Ausnehmung 121 ausreicht. Hierauf werden die Matrizen 296 unterhalb von Patrizen 302 vorbeigeführt, die in derselben Weise ausgebildet sind, wie in den Fig. 34 und 42 dargestellt ist. Während des Formvorganges werden die Matrizen 296 durch einen Block 305 abgestützt.
Eine Walze 306 von vieleckigem Querschnitt dreht sich um eine Achse 307, die in nicht dargestellten Lagern abgestützt ist. Jede Matrize liegt auf einer ebenen Aussenfläche der Walze 306 auf und wird durch eine auf die Achse 307 einwirkende Kraft rund um die Walze nach vorn gezogen. Wenn die Matrizen den unteren Teil der Walze 306 erreicht haben und dadurch umgekehrt worden sind, kann durch die Bohrungen 300 Luft zugeführt werden, wodurch das geformte Bindenkissen aus der Form entfernt wird.
Unterhalb der Walze 306 kann ein Block angeordnet werden, z. B. der Block 197 gemäss Fig. 41, der die geformte Binde aufnimmt. Nun können auf die konkave Oberfläche der Binde Bänder aufgebracht wer den, wie oben in Verbindung mit Fig. 41 beschrieben worden ist.
Die in Fig. 51 dargestellte Vorrichtung weist eine verhältnismässig grosse Kammer 310 zur Mischung der aktivierbaren und nicht aktivierbaren Fasern sowie irgendeines zur Anwendung gelangenden haftenden Harzes auf. Baumwolle oder aktivierbare Fasern werden durch die Leitung 311 und Holzschliff oder andere nicht aktivierbare Fasern durch die Leitung 312 zugeführt.
Durch Luftstrahlen, die in die Kammer 310 durch Düsen 315 eintreten, werden die Fasern durcheinandergewirbelt und dadurch gemischt. Gewünschtenfalls wird gleichzeitig eine Harzdispersion der oben beschriebenen Art aus dem Behälter 276 (Fig. 48) durch den Sprühkopf 316 zugeführt. Das mit der Harzdispersion besprühte Fasergemisch und die Abluft verlassen die Kammer 310 über den am unteren Ende des trichterförmigen Bodens 317 angeordneten angetriebenen Drehschieber 320. Die erzeugte Schicht wird auf dem ständig bewegten Förderband 321 gesammelt und in der oben beschriebenen Weise der Schneid- und Formvorrichtung zugeführt. Bänder können vor oder nach dem Formvorgang aufgebracht werden.
Die in Fig. 48 dargestellte Zerkleinerungsvorrichtung kann dazu verwendet werden, gleichzeitig aktivierbare und nicht aktivierbare Fasern zu zerkleinern und zu mischen, wie die Zerkleinerungsvorrichtung gemäss Fig. 49. Die dadurch hergestellte Schicht kann in der oben beschriebenen Weise zerschnitten und geformt werden.