CH360978A - Verfahren zur Wiederbelebung von Aktiv-Kohle, die zur Rückgewinnung von Schwefelkohlenstoff aus Abluft gedient hat - Google Patents
Verfahren zur Wiederbelebung von Aktiv-Kohle, die zur Rückgewinnung von Schwefelkohlenstoff aus Abluft gedient hatInfo
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Description
Verfahren zur Wiederbelebung von Aktiv-Kohle, die zur Rückgewinnung von Schwefelkohlenstoff aus Abluft gedient hat Bei der Rückgewinnung von Schwefelkohlen stoff aus der Abluft, beispielsweise Abluft von Viskosefabriken, wird das Aktiv-Kohle-Verfahren mit Erfolg eingesetzt. Dieses Verfahren ist ohne Schwierigkeiten durchführbar, wenn der normaler weise in der Abluft ebenfalls enthaltene Schwefel wasserstoff vorher bis auf geringe Restgehalte ent fernt wurde.
Dies ist erforderlich, um zu verhindern, dass durch die Oxydation des Schwefelwasserstoffes auf der Aktiv-Kohle Oxydationsprodukte des H,S abgelagert werden, welche die Aufnahmefähigkeit des Adsorbens für den Schwefelwasserstoff herab setzen.
Es hat sich aber nun gezeigt, dass trotz praktisch quantitativer Entfernung des H..,S aus der Abluft die Bildung weiterer Schwefelbindungen auf der Kohle nicht verhindert werden kann, so dass der Wirkungs grad der Anlage ständig sinkt. Die Ursache dafür ist in der Instabilität des Schwefelkohlenstoffes zu suchen. Schwefelkohlenstoff setzt sich bei den Ver fahrensbedingungen mit Wasserdampf gemäss der nachfolgenden Gleichung teilweise zu Schwefel wasserstoff und Kohlendioxyd um.
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Diese Reaktion wird katalytisch durch die Aktiv- Kohle begünstigt.
Selbst bei schonendsten Arbeits bedingungen muss immer mit der Zersetzung eines bestimmten Anteils des aus der Abluft zurückge wonnenen Schwefelkohlenstoffes gerechnet werden. Der bei dieser Reaktion entstehende Schwefelwasser stoff wird seinerseits oxydiert, und zwar zu Schwefel säure und Schwefel.
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wobei die Schwefelsäure überwiegt.
Während die Entfernung der Schwefelsäure ver hältnismässig einfach durch Auswaschen mit Wasser erfolgen kann, ist die Beseitigung des elementaren Schwefels ungleich schwieriger.
Der Anstieg der Konzentration der Aktiv-Kohle an Schwefel ist nicht proportional der gebildeten Schwefelmenge, da ein kleiner Anteil des auf der Kohle befindlichen Schwefels immer wieder bei der Desorption herausgelöst wird. Es ist einleuchtend, dass die Menge des so entfernten Schwefels mit stei gendem Schwefelgehalt der Aktiv-Kohle wächst. Jedoch kann ein Gleichgewichtszustand, bei dem die Menge des gebildeten Schwefels der Menge des bei der Desorption vom Schwefelkohlenstoff heraus gelösten Schwefels entspricht, nicht eingehalten wer den.
Die Praxis zeigt vielmehr, dass die gebildete Schwefelmenge im Laufe der Zeit grösser wird als die automatisch herausgelöste, so dass man gezwun gen ist, die mit Schwefel beladene Kohle nach Über schreiten einer Grenzkonzentration abzustossen. Die Verfahren, die man bisher zur Beseitigung des von der Kohle abgelagerten Schwefels verwendete, hatten den grossen Nachteil, dass sie Lösungsmittel verwen deten, die sekundär eine Beeinflussung der Aktivität der Kohle herbeiführten, die so unangenehme Aus wirkungen hat,
dass man von diesen Regenerations- verfahren abgekommen ist. Verwendung fanden für die Entschwefelung der Kohle wässrige Lösungen von Ammoniumsulfid oder Natriumsulfid. Bei diesen Verfahren wurde so gearbeitet, dass die Lösung auf die Kohle gebracht wurde, wobei der grösste Teil des vorhandenen Schwefels aufgenommen und so aus; der Kohle entfernt wurde. Die mit Schwefel angerei cherte Waschlösung wurde abgelassen und verwor fen.
Es wurde dann versucht, durch Auswaschen der Kohle mit Wasser das Lösungsmittel zu entfernen, was aber wegen der Aktivität der Kohle nicht aus reichend durchführbar war. Es verblieben im Kapil larsystem der Kohle deshalb bestimmte Anteile des Lösungsmittels, deren kationaktive Bestandteile eine Schädigung der Adsorptionseigenschaften der Aktiv- Kohle zur Folge hatten.
Im Endeffekt war es immer eine Frage der Wirtschaftlichkeit, ob man die unzu reichenden Reinigungsverfahren anwendete oder die Kohle nach Erreichen eines bestimmten Ver- schmutzungsgrades verwarf.
Die Schwierigkeiten würden sich jedoch über winden lassen, wenn man für die Entfernung des Schwefels ein Lösungsmittel einsetzen könnte, das zwar ein grosses Lösungsvermögen für Schwefel hat, aber keine die Kohle schädigenden Komponenten enthält. Die Verwendung von Schwefelkohlenstoff, der bekanntlich ein gutes Lösungsmittel für Schwefel ist, wurde bisher nicht in Erwägung gezogen, da die, Aktiv-Kohle den Schwefelkohlenstoff nur unter Frei werden grosser Wärmemengen adsorbiert. Man musste also damit rechnen,
dass bei der Auswaschung der Schwefelabscheidungen von der Aktiv-Kohle mittels Schwefelkohlenstoff so erhebliche Wärmemengen frei werden, dass mit Explosionsgefahr im Betrieb zu rechnen ist.
Überraschenderweise wurde aber gefunden, dass die während des Adsorptionsvorganges mit CS2 be ladene Aktiv-Kohle ohne Auftreten nennenswerter Adsorptionswärme zur Entfernung des in ihr enthal tenen Schwefels mit flüssigem Schwefelkohlenstoff gespült werden kann.
Gemäss dem Verfahren nach der Erfindung wird daher zur Entfernung des in der Aktiv-Kohle abge lagerten elementaren Schwefels flüssiger Schwefel- kohlenstoff verwendet.
Am einfachsten lässt sich das Verfahren in fol gender Weise durchführen: Nach Beendigung der normalen Beladung der Aktiv-Kohle mit CS2 im Ab luftstrom wird der Adsorber mit Aussenluft beschickt, um die Aktiv-Kohle-Schicht auf eine mittlere Tempe ratur von etwa 35 C einzustellen.
Danach wird der Adsorber mit Inert Gas zur Verdrängung der Luft gespült und flüssiger Schwefel kohlenstoff so weit eingebracht, dass etwa zwei Drittel der Aktiv-Kohle mit Schwefelkohlenstoff benetzt werden.
Nach einer Verweilzeit von einhalb bis zwei Stunden ist der Lösungsvorgang abgeschlossen. An schliessend zieht man den Schwefelkohlenstoff ab. Er enthält den aufgenommenen Schwefel und wird nach Abtrennung desselben durch Destillation für den Be trieb zur Verfügung gehalten.
Von dem zur Schwefelentfernung eingesetzten Schwefelkohlenstoff bleibt ein gewisser Teil in der Kohle, der durch Abtropfen nicht entfernt wird. Dieser - etwa 20 bis 30% der eingesetzten Menge betragende - Schwefelkohlenstoff geht aber nicht verloren, sondern wird bei dem dieser Reinigung folgenden Verfahrensschritt der Desorption wieder gewonnen,
wobei in bekannter Weise Dampf von oben nach unten durch die Aktiv-Kohle geschickt und das hierbei anfallende Dampf/CS..-Gemisch durch Kondensation niedergeschlagen wird. Darauf wird der Schwefelkohlenstoff abgeschieden und der Wiederverwertung zugeführt.
Es ist aber auch möglich, die Entfernung des Schwefels durchzuführen, nachdem die Kohle im Anschluss an die normale Beladung mit CS, in der üblichen Weise durch Spülen mit Dampf vom CS2 befreit und durch Trocknen mit Heissluft und Kühlen mit Aussenluft in den normalen Betriebszustand ge bracht wurde. In diesem Fall geht man z. B. wie folgt vor: Die Luft wird durch Inert-Gas verdrängt und flüssiger Schwefelkohlenstoff so weit einge bracht, dass zwei Drittel der Aktiv-Kohle-Schicht mit Schwefelkohlenstoff bedeckt sind. Die weitere Arbeitsweise erfolgt dann wie oben beschrieben.
Eine Entfernung des Schwefels aus der Aktiv- Kohle durch die vorgeschlagene CS,- Auswaschung ist auch möglich im Anschluss an die in regelmässi gen Abständen von 4 bis 6 Wochen durchgeführte Entfernung d'er Schwefelsäure. Diese Entfernung der Schwefelsäure geschieht zweckmässig wie folgt: Die Aktiv-Kohle wird mehrfach mit Wasser gespült. Da bei wird die Schwefelsäure herausgelöst.
Nach Been digung dieser Spülung muss dann die Kohle getrock net werden, was mittels Heissluft erfolgt. Man kann nun die Entfernung des Schwefels mit der Schwefel säureentfernung derart kombinieren:, dass im An schluss an die letzte Spülung mit Wasser, das heisst nach Ablaufen des Wassers, die Luft, die noch im Adsorber vorhanden ist, durch Verdrängen mittels Inert-Gas entfernt wird. Der flüssige Schwefelkohlen- stoff wird dann eingebracht, bis zwei Drittel der Aktiv-Kohle mit Schwefelkohlenstoff bedeckt sind. Die Weiterbearbeitung erfolgt in der üblichen Weise.
Selbstverständlich wird bei dieser Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens der Wirkungsgrad! in gewissem Umfang durch das in der Kohle enthal tene Wasser beeinträchtigt.
Nach den bisher bekannten betrieblichen Ver fahren wurde, wie gesagt, in der Regel so vorgegan gen, dass man die Aktiv-Kohle bis zur völligen Er schöpfung ihrer Aktivität in Betrieb gelassen hat, um sie dann zu verwerfen. Nach dem erfindungsgemässen Verfahren geht man am besten so vor, dass man den Reinigungsprozess mittels des Schwefelkohlenstoffes einschaltet, wenn die Kohle ungefähr 20% Schwefel aufgenommen hat.
Sie ist zwar auch dann noch leistungsfähig, aber es hat sich als vorteilhaft erwie sen, den Schwefelgehalt nicht höher ansteigen zu lassen. Eine nach dem erfindungsgemässen Verfahren in Abständen von 10-12 Wochen gereinigte Aktiv- Kohle bleibt über eine sehr lange Betriebszeit brauch- bar und erhöht damit die Wirtschaftlichkeit des Pro zesses ausserordentlich.
Es ist jedoch selbstverständlich, d-ass das Ver fahren nicht auf eine Entfernung des Schwefels aus der Aktiv-Kohle innerhalb des Adsorbers beschränkt ist. Zweifellos ist ein wesentlicher Vorteil darin zu erblicken, dass man die Reinigung innerhalb des Ad sorbers selbst durchführt, doch darf nicht vergessen werden, dass es im wesentlichen darauf ankommt, die Aktivität der Kohle möglichst lange zu erhalten.
Dies kann in vollauf befriedigender Weise auch geschehen, wenn man die Kohle aus dem Adsorber entfernt, und die Reinigung in einem besonderen Re generationsraum vornimmt. Ein solches Vorgehen wird sich überall dort als zweckmässig erweisen, wo die Ausgestaltung des Adsorbers einen zu grossen Totraum zeigt, der zur wirksamen Durchführung des Verfahrens mit CSz ausgefüllt werden müsste. Als Totraum wird der Raum unterhalb der Kohleschicht bis zum nächsten Absperrorgan bezeichnet.
Da insbe- sondere bei diesen Grossanlagen nach einer bestimm- ten Betriebszeit die Kohle einer Sichtung unterzogen werden muss, kann man den Regenerationsprozess im Anschluss an diese Arbeiten vornehmen. Die Sich tung ist notwendig, um den durch mechanischen Ab rieb der einzelnen Kohlenkörper anfallenden Kohlen- grus zu entfernen. Nach diesem Arbeitsvorgang führt man die Kohle in einen Extraktionsraum über und nimmt die Spülung mit Schwefelkohlenstoff in der oben beschriebenen Weise vor.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Wiederbelebung von Aktiv-Kohle, die zur Rückgewinnung von Schwefelkohlenstoff aus Abluft gedient hat, dadurch gekennzeichnet, dass zur Entfernung des in der Aktiv-Kohle abgelagerten ele mentaren Schwefels flüssiger Schwefelkohlenstoff verwendet wird. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass nach Spülung mit Raumluft und sodann mit Inert-Gas zwei Drittel der mit CS2 be dadenen Aktiv-Kohle im Adsorber selbst mit flüssi gem CS2 bedeckt wird, worauf nach einer Einwir kungszeit bis zu 2 Stunden der CS2 abgelassen und die Aktiv-Kohle der Desorption unterworfen wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Entfernung des Schwefels mit tels flüssigen Schwefelkohlenstoffes nach Desorption, Trocknung und Kühlung vorgenommen wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Entfernung des Schwefels mit tels flüssigen Schwefelkohlenstoffes nach der Aus waschung der Schwefelsäure erfolgt. 4.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Entfernung des Schwefels mit tels flüssigen Schwefelkohlentoffes in einem geson derten Extraktionsraum im Anschluss an die Sichtung der Kohle zur Entfernung des durch mechanischen Abrieb anfallenden Kohlengruses vorgenommen wird.
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