Klemm- und Haltevorrichtung
Die Erfindung betrifft eine Klemm- und Haltevorrichtung, bestehend aus mehreren Klauen oder Bakken, insbesondere nur aus zwei solcher Klauen, welche mittels eines Spanngliedes miteinander vereinigt werden.
Klemm- und Haltevorrichtungen dieser Art haben eine sehr vielseitige Verwendung. Sie dienen beispielsweise in Laboratorien zum Festhalten von Reagenzgläsern oder Kolben an Ständern. Eine Abw wandlung der im Laboratorium verwendeten Klemmund Haltevorrichtung wird auch im Haushalt für Kaffeekolben benutzt. Grundsätzlich stellt auch eine Rohrschelle eine solche Klemm- und Haltevorrichtung dar.
Zweck der Erfindung ist es, eine Klemm- und Haltevorrichtung zu schaffen, welche eine äusserst einfache, jedoch zuverlässige und sehr gedrängte Bauart hat und leicht und bequem in der Handhabung ist.
Die Klemm- und Haltevorrichtung nach der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass das Spannglied aus einer mit Innengewinde versehenen Hülse besteht und die Klauen oder Backen je einen teil- zylindrischen Teil aufweisen, welche Teile zusammen einen vollen Zylinder bilden, über welchen die Hülse an einem Gewinde durch Drehen verschiebbar ist und dadurch die Klauen oder Backen zusammenspannt.
Die Erfindung ist auf der Zeichnung in zwei Aus führungsbeispielen veranschaulicht. Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht eines mit der Klemmund Haltevorrichtung versehenen Ständers für einen Kaffeekolben,
Fig. 2 die Klemm- und Haltevorrichtung in der Draufsicht, teilweise im Schnitt,
Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III in Fig. 1,
Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 1 und
Fig. 5 eine Abwandlung der in Fig. 2 dargestellten Ausführung.
Ein Ständer 1 beliebiger Gestalt trägt an seinem oberen Ende einen im wesentlichen waagrechten Arm 2, dessen eines Ende als Handgriff 3 und dessen anderes Ende als eine fast halbkreisförmige Klaue oder Backe 4 ausgebildet ist. Der an die Klaue oder Backe anschliessende Teil 5 des Arms 2 ist halbzylindrisch und ist auf seiner Mantelfläche mit Gewinde 6 versehen. Der Fortsatz 7 des halbzylindrischen Teils 5 nach links in Fig. 1 und 2 ist praktisch vollzylindrisch, siehe Fig. 3, und das Gewinde 6 erstreckt sich ebenfalls auf diesen Teil. Dem halbzylindrischen Teil 5 entspricht ein anderer halbzylindrischer Teil 8, welcher mit einer losen Klaue oder Backe 9 aus einem Stück hergestellt ist und ebenfalls auf seiner Mantelflächte mit Gewinde 10 versehen ist.
Legt man den halbzylindrischen Teil 8 mit dessen ebener Seite gegen die ebene Seite des halbzylindrischen Teils 5, so vervollständigen sich die beiden Teile zu einem vollzylindrischen Stück; das den gleichen Durchmesser hat wie der Teil 7. Auf dem letzteren sitzt eine mit entsprechendem Innengewinde versehene Hülse 11, welche nach Gegeneinanderlegen der beiden Teile 5 und 8 über diese hineingeschraubt werden kann und somit die beiden Kl'auen oder Backen 4 und 9 zusammenhält.
Um die lose Klaue oder Backe 9 gegen unerwünschtes Verstellen in der Achsenrichtung der mit Gewinde versehenen Teile zu sichern, trägt der halbzylindrische Teil 5 an seiner Stirnfläche einen exzentrischen Fortsatz 12 mit einem Kopf 13, welche in eine entsprechende Ausnehmung 14 im vollzylindrischen Gewindeteil 7 eingreifen und darin in axialer Richtung festliegen. Die Teile 12, 13, 14 bilden also gewissermassen eine leicht lösbare Scharnierverbindung zwischen den beiden Klauen oder Backen 4 und 9.
Die Mantelfläche der Hülse 11 kann, wie dargestellt, gerändelt sein, was sich besonders für den Haushalts- oder Laboratoriengebrauch eignet. Es ist jedoch auch denkbar, die Hülse als z. B. Sechskantmutter auszuführen.
Die Betätigung der beschriebenen Klemm- und Haltevorrichtung erfolgt lediglich durch Verdrehen der Hülse 11. Wird die Hülse nach links in Fig. 1 verstellt, jedoch nicht so weit, dass der Kopf 13 aus der Ausnehmung 14 herausgezogen werden kann, so öffnen sich die Klauen oder Backen 4, 9 scharnierartig, und es kann beispielsweise ein Kaffeekolben 15 in die Haltevorrichtung eingehängt und durch Zurückdrehen der Hülse 11 nach rechts festgespannt werden. Wird die Hülse 11 so weit nach links verstellt, dass der Kopf 13 abgedeckt wird, so kann man die gesamte Vorrichtung zerlegen.
Wie ersichtlich, hat die beschriebene Vorrichtung u. a. den Vorteil, dass sie leicht zu handhaben ist, einen sicheren Halt gewährleistet und eine glatte, gedrängte Bauart aufweist.
Die in Fig. 5 dargestellte Ausführungsform unterscheidet sich von derjenigen nach Fig. 1 bis 4 im wesentlichen nur dadurch, dass das Gewinde 6 sich nur auf den vollzylindrischen Teil 7 erstreckt, während die beiden halbzylindri- schen Teile 5, 8 ohne Gewinde sind. Ihr Gesamtdurchmesser entspricht dem Aussendurchmesser des Gewindes 6, und damit dem Innendurchmesser der Hülse 11, so dass diese dennoch die beiden Teile 5, 8 und damit die Klauen oder Backen 4, 9 zusammenhalten kann. Auch bei dieser Ausführung greift der halbzylindrische Teil 8 mit einem mit Kopf versehenen, exzentrischen Fortsatz in eine Ausnehmung 14 im zylindrischen Teil 7 ein, so dass die beiden Klauen oder Backen 4, 9 scharnierartig miteinander verbunden werden und in der Achsenrichtung der Hülse 11 gegeneinander unverrückbar sind'.
Dasjenige Ende der Hülse, welches die Teile 5, 8 umgreift, ist, wie dargestellt, konisch erweitert, so dass durch Verstellen der Hülse die Maulweite der durch die Klauen 4, 9 gebildeten Zange oder Klemmschelle entsprechend geändert werden kann.
Viele andere Abänderungen der Vorrichtung sind denkbar. Zum Laboratoriumsgebrauch kann sie zweckmässig durch eine gleiche Spannvorrichtung, wie im vorstehenden beschrieben, an einem senkrechten Ständer verschiebbar befestigt werden. Mit Handgriff versehen, kann die Vorrichtung als Zange zum Festhalten beliebiger Gegenstände, z. B. während deren Bearbeitung, benutzt werden. Ebenfalls kann sie in entsprechender Ausgestaltung als Rohrschelle verwendet werden.