CH361523A - Verfahren zur Herstellung einer sich nicht entmischenden Bitumenmasse - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer sich nicht entmischenden Bitumenmasse

Info

Publication number
CH361523A
CH361523A CH361523DA CH361523A CH 361523 A CH361523 A CH 361523A CH 361523D A CH361523D A CH 361523DA CH 361523 A CH361523 A CH 361523A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
bitumen
particles
sprayed
melting point
mineral
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Albert Dr Sommer
Original Assignee
Straba Handels Aktiengesellsch
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Straba Handels Aktiengesellsch filed Critical Straba Handels Aktiengesellsch
Publication of CH361523A publication Critical patent/CH361523A/de

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10CWORKING-UP PITCH, ASPHALT, BITUMEN, TAR; PYROLIGNEOUS ACID
    • C10C3/00Working-up pitch, asphalt, bitumen
    • C10C3/14Solidifying, Disintegrating, e.g. granulating

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Civil Engineering (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)

Description


  Verfahren     zur    Herstellung einer sich nicht entmischenden     Bitumenmasse       Die Erfindung betrifft ein     Verfahren    zur Her  stellung einer sich nicht entmischenden Bitumen  masse, die bei Temperaturen über dem     Schmelzpunkt     des Bindemittels weich und bei normalen Tempera  turen fest und widerstandsfähig gegen äussere Druck  beanspruchung ist. Derartige Körper werden in der  Technik als       festfliessend      oder neuerdings mit        Magmoid      bezeichnet (siehe   Strassen und Auto  bahn   1957, Heft 1, Seite 10,   über das     Fliessver-          mögen    dünner     Bitumenfilme     ).

   Stoffe mit solchen  Eigenschaften sind in der Natur zu     finden    ; beispiels  weise gehört     Trinidadseeasphalt    zu dieser     Art    von  Bitumen. Dieses     natürliche    Produkt wurde früher  vielfach zur Herstellung von Asphaltbelägen verwen  det, und wird auch in letzter Zeit wieder als Bei  mischung zu     Strassenbelagsmaterialien    benützt, weil  es hervorragende Stabilitätseigenschaften aufweist.  Diese     sind    dadurch bedingt, dass solche Produkte  etwa zur Hälfte aus feinstem     Mineralstaub    von kol  loidalen Dimensionen bestehen, der im Bitumen sus  pendiert bleibt.

   Die synthetische Herstellung solcher  Produkte war bisher nicht gelungen, weil es unmög  lich war, mit den üblichen Mischverfahren solche  mineralische Feinstoffe mit Bitumen so zu vermen  gen, dass die feinsten     Teilchen        in    Suspension blei  ben ; diese ballen sich     beim    Verrühren mit verflüs  sigtem Bitumen gewöhnlich     zusammen    und setzen  sich auf dem Boden ab, da sie nicht mehr durch Auf  trieb im Bitumen in Schwebe gehalten werden.  



  Der in der Beschreibung verwendete Ausdruck    Bitumen   soll im weitesten     Sinne    ausgelegt wer  den, und soll die eigentlichen Asphaltbitumen, also  Petroleumrückstände, wie auch die Produkte der  Trockendestillation von Kohle, also Teer und Teer  pech umfassen.  



  Gegenstand der     vorliegenden        Erfindung    ist nun  ein Verfahren zur Herstellung einer sich nicht     ent       mischenden     Bitumenmasse,    die bei Temperaturen  über dem Schmelzpunkt des Bindemittels erweicht  und bei normalen Temperaturen fest und wider  standsfähig gegen äussere Druckbeanspruchungen ist,  das dadurch gekennzeichnet ist, dass mineralische       Partikeln,    die     grösstenteils    als     Staubpartikeln    von kol  loidaler Dimension vorliegen, in     einem    geschlossenen  Behälter durch mechanische Einwirkung in einen  Schwebezustand versetzt,

   und in diesem Zustand mit  verflüssigtem Bitumen im Verhältnis von 35-60     9/o     des Gesamtgewichtes der Masse     besprüht    werden.  



  Diese     Bindemittelfilme        zwischen    benachbarten       Staubpartikeln    verhalten sich wie Flüssigkeiten in  kapillaren Räumen und folgen daher dem Gesetz von       Poiseuille.     



  Gemäss diesem Gesetz ist der Widerstand gegen  Fliessen im     Kapillarraum        umgekehrt    proportional  der vierten Potenz des Durchmessers der Kapillare,  im vorliegenden Fall des Wandabstandes zweier be  nachbarter Staubteilchen, also der     Bitumenfihndicke,     und proportional dem Achtfachen der absoluten Vis  kosität.

   Das heisst, dass die     Stabilität    der Masse ein  Maximum erreicht bei     dünnsten        Bindemittelfilmen     und ein Minimum bei geringster Viskosität des       Bindemittels,    dass also die Masse bei Temperaturen  über dem     Schmelzpunkt    des     Bindemittels        flüssig    ist,  dass aber beim Erkalten der     Masse    in     den    zusam  menhängenden     Bitumenfilmen    infolge ihrer kapil  laren Dimensionen     eine    so hohe     innere    Reibung be  steht,

   dass eine Bewegung des Bindemittels relativ zu  den     eingeschlossenen    Festteilchen     erschwert    oder  verunmöglicht wird ; dies     äussert    sich     in    höchster  Stabilität im kalten Zustand.  



  Als     mineralische        Feinstoffe,    die ausschliesslich  oder zum erheblichen Teil aus     Staubpartikeln    von  kolloidalen Dimensionen bestehen, verwendet man  beispielsweise Flugasche,     Silikatmehle,    Glasschleif-      staub und anderen bei der Glasfabrikation anfallen  den Feinstaub.

   Dieses Material wird mit     verflüssigtem     Bitumen im     Verhältnis    von etwa 35-60 O%,     zweck-          mässig        mit        45-55%        des        Gesamtgewichtes        der        Masse     vermischt, und zwar in der Weise, dass jedes     einzelne     Staubteilchen mit einem dünnsten     Bitumenfilm    von  kapillarer Dimension umhüllt wird.

   Diese, jedes       Feststoffteilchen        umhüllendenFilme    bilden ein zusam  menhängendes Flüssigkeitssystem, in welchem die  mineralischen Feststoffe suspendiert bleiben. In die  ser Weise wird auf synthetischem Wege ein Produkt  erhalten, das dem Naturasphalt äusserst     ähnlich    ist,  was     Fliessvermögen    in der Wärme und     Stabilität    im  kalten Zustand anbetrifft.

   Der Naturasphalt gleicher  Herkunft besitzt jedoch immer die gleichen Eigen  schaften, und in vielen Fällen sind die handelsübli  chen Asphaltbitumina nicht in der Lage, alle heute in  der Praxis sich ergebenden Bedingungen zu     erfüllen.     Der grosse Vorteil des     erfindungsgemässen    Verfah  rens     besteht    darin, dass man zur Vermischung     mit     dem mineralischen Staub nicht an ein Bitumen be  stimmter Konsistenz gebunden ist, sondern dass As  phaltbitumen oder Teerpech verschiedenster Quali  täten     erfindungsgemäss    mit dem Staub vermischt  werden können,

   wodurch die Herstellung verschie  denartiger für jeden Bedarf geeigneter Bitumen     möb          lich    ist.  



  Das     erfindungsgemässe    Verfahren wird z. B.       chargenweise    wie folgt durchgeführt: In einen ge  schlossenen Behälter, in dessen unterem Teil zwei  gegenläufig rotierende Wellen, die Wurfschaufeln  tragen, gelagert sind, wird eine Charge von etwa 200  bis 500 kg der     erwähnten        mineralischen    Feinstoffe  von unten oder von der Seite her eingebracht. Im  oberen Teil des Behälters ist ein Düsensystem vor  gesehen, aus dessen Düsen     verflüssigtes    Bindemittel  in genau abgemessener Menge unter Flüssigkeits  druck fein zerstäubt werden kann.

   Durch rasches  Rotieren der     Wurfschaufeln    werden die     staubför-          migen    Partikeln hochgewirbelt, und dadurch im Be  hälterraum oberhalb der drehenden     Schaufeln    vor  übergehend in Schwebezustand gehalten. Während  die     Schaufeln    drehen, wird durch die Düsen von  oben auf die schwebenden     Staubteilchen    verflüssigtes  Bitumen zerstäubt in einer Menge, die     gewichts-          mässig    etwa gleich dem Gewicht der in den Behälter  eingebrachten Partikeln ist.

   Durch das Besprühen der       schwebendenPartikeln    wird jedes einzelne     dieserTeil-          chen    mit einem dünnen     Bitumenfilm    umhüllt. Sobald  die vorbestimmte Menge Bindemittel versprüht ist,  wird der Behälter entleert. Die erhaltene Masse ist  weich, so lange das     Bitumen    eine Temperatur hat,  die höher ist als sein     Schmelzpunkt.    Beim Erkalten  erhärtet die Masse und zeigt grosse Stabilität.  



  Es hat sich gezeigt, dass bei Durchführung des  Verfahrens unter gewissen Bedingungen ein pulver  förmiges oder granuliertes, trockenes Zwischenpro  dukt erhalten wird, das in kaltem Zustand transpor  tiert und aufbewahrt werden kann. Diese Zwischen  stufe wird dann erhalten, wenn die Vermischung der    Feststoffe mit Bitumen im kalten System erfolgt,  d. h. wenn die Feststoffe kalt in den Behälter ein  gefüllt werden, und der Behälter selbst während des  Betriebes gekühlt wird.  



  Unter diesen     Bedingungen    werden sich die schwe  benden, feinsten Staubpartikeln auf den     versprühten     feinen     Bitumentröpfchen    ablagern und jedes Tröpf  chen vollständig mit kalten     Staubteilchen    umhüllen.  Es entsteht ein     granuliertes    lockeres Produkt, in wel  chem das mit Staubteilchen umhüllte Bindemittel un  sichtbar ist, und an der     Oberfläche    der     einzelnen          Körner    die Bindekraft aufgehoben ist. Dieses granu  lierte Material kann transportiert und bis zur Ver  wendung in diesem Zustand gelagert werden.

   Sobald  es auf eine Temperatur über dem     Schmelzpunkt    des  Bitumens erwärmt wird,     kehrt    sich die Phase um und  das flüssig werdende     Bindemittel        verteilt    sich sofort  über die anhaftenden     Mineralstaubteilchen.     



  Wenn der Mineralstaub heiss in den Behälter  gebracht und dieser während des Betriebes mittels  eines Heizmediums über der Schmelztemperatur des  Bindemittels gehalten wird, so werden sich im ersten  Moment der     Bitumenversprühung,    d. h. wenn eine       Bitumenpartikel    in den aufgewirbelten Mineralstaub  eindringt, sofort Staubteilchen auf dem     Bitumentröpf-          chen    anlagern, doch wird unmittelbar nach dem Zu  sammenprallen das heisse Bitumen sich augenblick  lich über die ebenfalls heissen     Staubpartikeln    aus  breiten und diese umhüllen.  



  Das Besprühen lässt sich in etwa einer halben  Minute durchführen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung einer sich nicht ent mischenden Bitumenmasse, die bei Temperaturen über dem Schmelzpunkt des Bindemittels erweicht und bei normalen Temperaturen fest und wider standsfähig gegen äussere Druckbeanspruchung ist, dadurch gekennzeichnet, dass mineralische Partikeln, die grösstenteils als Staubpartikeln von kolloidaler Dimension vorliegen,
    in einem geschlossenen Behäl ter durch mechanische Einwirkung in einen Schwebe zustand versetzt und in diesem Zustand mit verflüs- sigtem Bitumen im Verhältnis von 35-60% des Ge- samtgewichtes der Masse besprüht werden. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass bei der Besprühung der minera lischen Partikeln mit Bitumen diese Partikeln in kal tem Zustand in den Schwebezustand versetzt und mit heissem Bitumen besprüht werden, wobei die Staub- partikeln sich an die versprühten Bindemitteltröpf- chen anlegen und diese einhüllen, und dadurch die Bindekraft des Bitumens nicht in Erscheinung tritt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die mineralischen Partikeln bei einer Temperatur besprüht werden, die über dem Schmelzpunkt des Bitumens liegt. 3.
    Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch ge kennzeichnet, dass vor der Besprühung sowohl die Partikeln als auch das Bitumen auf eine Temperatur über dem Schmelzpunkt des Bitumens erhitzt werden. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man die Staubpartikeln, welche sich auf einer Temperatur unterhalb des Schmelz- punktes des Bitumens befinden, mit heissem Bitumen besprüht und das so erhaltene, körnige bis staub- förmige Zwischenprodukt später erhitzt, beispiels weise durch Beimengung heisser, gröberer Mineral teile.
CH361523D 1957-03-02 1957-03-02 Verfahren zur Herstellung einer sich nicht entmischenden Bitumenmasse CH361523A (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH361523T 1957-03-02

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH361523A true CH361523A (de) 1962-04-15

Family

ID=4512989

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH361523D CH361523A (de) 1957-03-02 1957-03-02 Verfahren zur Herstellung einer sich nicht entmischenden Bitumenmasse

Country Status (1)

Country Link
CH (1) CH361523A (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2208966A1 (en) * 1972-12-06 1974-06-28 Paris Ste Pavage Asphalt Asphalt contg. particles of bitumen and filler - to produce a free flowing powder easy to handle and transport

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2208966A1 (en) * 1972-12-06 1974-06-28 Paris Ste Pavage Asphalt Asphalt contg. particles of bitumen and filler - to produce a free flowing powder easy to handle and transport

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2708969A1 (de) Kohle-oel-dispersion
DE1569234B2 (de)
DE69624541T2 (de) Verwendung eines sehr harten Bitumenbindemittels für die Herstellung eines bituminösen Mischgutes, vor allem bestimmt für den Strassenunterbau
EP0434944B1 (de) Bitumengranulat und Verfahren zu seiner Herstellung
DE2919444C2 (de) Verfahren zur Aufbereitung von gieß- und/oder verdichtungsfähigen Asphaltbetonmassen für die Herstellung von flächigen Deckenbelägen und von flächigen Estrichbelägen in Gebäuden
CH361523A (de) Verfahren zur Herstellung einer sich nicht entmischenden Bitumenmasse
DE69614712T2 (de) Bituminöse zusammensetzung und herstellungsverfahren
DE2422177A1 (de) Verfahren zur herstellung eines mit bindemittel umhuellten mineralstoffgemisches und seine verwendung
DE1089683B (de) Verfahren zur Herstellung einer stabilisierten Bitumenmasse
DE933497C (de) Verfahren zur Herstellung von Mischungen von einem thermoplastischen Bindemittel mitkoernigen und/oder feinsten Festteilchen
US3458303A (en) Method of preparing wax coated slow release fertilizers
DE924338C (de) Verfahren zur UEberfuehrung bituminoeser Klebstoffe in eine lockere Masse nicht klebender und nicht zusammenbackender Koernchen
DE2438330A1 (de) Rieselfaehiger asphaltit sowie verfahren zu seiner herstellung
DE3831870C1 (en) Method for the manufacture of asphalt
DE378784C (de) Verfahren zur Herstellung von Strassenpflastern
DE1594769C3 (de)
DE2351858C3 (de) Verfahren zur Vorumhüllung von mineralischen oder anderen Baustoffen für die Herstellung von heißem bituminösem Mischgut mit Steinkohlenteerpech
DE622604C (de) Verfahren zur Herstellung eines kalt einbaufaehigen, laengere Zeit koernig bleibenden bitumierten oder geteerten Steinmaterials, insbesondere fuer Strassenbauzwecke
AT151020B (de) Verfahren zur Herstellung eines pulverförmigen, bituminöse Bestandteile enthaltenden Bindemittels.
DE589960C (de) Verfahren zur Herstellung von Bitumengallerten
DE952202C (de) Nicht absetzende Schwarzlacke und UEberzugsmittel
DE495232C (de) Verfahren zur Herstellung von wasserarmen Bitumenemulsionen
DE1098432B (de) Verfahren zur Anpassung der Viskositaet von Strassenteeren und Verschnittbitumen an die bei der Verarbeitung herrschenden Verhaeltnisse und Witterungsbedingungen
CH272835A (de) Bituminöse Schmelzmasse und Verfahren zur Herstellung einer solchen.
DE637300C (de) Verfahren zur Herstellung eines pulverigen, bituminoese Bestandteile enthaltenden hydraulischen Bindemittels