CH361523A - Verfahren zur Herstellung einer sich nicht entmischenden Bitumenmasse - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer sich nicht entmischenden BitumenmasseInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung einer sich nicht entmischenden Bitumenmasse Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Her stellung einer sich nicht entmischenden Bitumen masse, die bei Temperaturen über dem Schmelzpunkt des Bindemittels weich und bei normalen Tempera turen fest und widerstandsfähig gegen äussere Druck beanspruchung ist. Derartige Körper werden in der Technik als festfliessend oder neuerdings mit Magmoid bezeichnet (siehe Strassen und Auto bahn 1957, Heft 1, Seite 10, über das Fliessver- mögen dünner Bitumenfilme ). Stoffe mit solchen Eigenschaften sind in der Natur zu finden ; beispiels weise gehört Trinidadseeasphalt zu dieser Art von Bitumen. Dieses natürliche Produkt wurde früher vielfach zur Herstellung von Asphaltbelägen verwen det, und wird auch in letzter Zeit wieder als Bei mischung zu Strassenbelagsmaterialien benützt, weil es hervorragende Stabilitätseigenschaften aufweist. Diese sind dadurch bedingt, dass solche Produkte etwa zur Hälfte aus feinstem Mineralstaub von kol loidalen Dimensionen bestehen, der im Bitumen sus pendiert bleibt. Die synthetische Herstellung solcher Produkte war bisher nicht gelungen, weil es unmög lich war, mit den üblichen Mischverfahren solche mineralische Feinstoffe mit Bitumen so zu vermen gen, dass die feinsten Teilchen in Suspension blei ben ; diese ballen sich beim Verrühren mit verflüs sigtem Bitumen gewöhnlich zusammen und setzen sich auf dem Boden ab, da sie nicht mehr durch Auf trieb im Bitumen in Schwebe gehalten werden. Der in der Beschreibung verwendete Ausdruck Bitumen soll im weitesten Sinne ausgelegt wer den, und soll die eigentlichen Asphaltbitumen, also Petroleumrückstände, wie auch die Produkte der Trockendestillation von Kohle, also Teer und Teer pech umfassen. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein Verfahren zur Herstellung einer sich nicht ent mischenden Bitumenmasse, die bei Temperaturen über dem Schmelzpunkt des Bindemittels erweicht und bei normalen Temperaturen fest und wider standsfähig gegen äussere Druckbeanspruchungen ist, das dadurch gekennzeichnet ist, dass mineralische Partikeln, die grösstenteils als Staubpartikeln von kol loidaler Dimension vorliegen, in einem geschlossenen Behälter durch mechanische Einwirkung in einen Schwebezustand versetzt, und in diesem Zustand mit verflüssigtem Bitumen im Verhältnis von 35-60 9/o des Gesamtgewichtes der Masse besprüht werden. Diese Bindemittelfilme zwischen benachbarten Staubpartikeln verhalten sich wie Flüssigkeiten in kapillaren Räumen und folgen daher dem Gesetz von Poiseuille. Gemäss diesem Gesetz ist der Widerstand gegen Fliessen im Kapillarraum umgekehrt proportional der vierten Potenz des Durchmessers der Kapillare, im vorliegenden Fall des Wandabstandes zweier be nachbarter Staubteilchen, also der Bitumenfihndicke, und proportional dem Achtfachen der absoluten Vis kosität. Das heisst, dass die Stabilität der Masse ein Maximum erreicht bei dünnsten Bindemittelfilmen und ein Minimum bei geringster Viskosität des Bindemittels, dass also die Masse bei Temperaturen über dem Schmelzpunkt des Bindemittels flüssig ist, dass aber beim Erkalten der Masse in den zusam menhängenden Bitumenfilmen infolge ihrer kapil laren Dimensionen eine so hohe innere Reibung be steht, dass eine Bewegung des Bindemittels relativ zu den eingeschlossenen Festteilchen erschwert oder verunmöglicht wird ; dies äussert sich in höchster Stabilität im kalten Zustand. Als mineralische Feinstoffe, die ausschliesslich oder zum erheblichen Teil aus Staubpartikeln von kolloidalen Dimensionen bestehen, verwendet man beispielsweise Flugasche, Silikatmehle, Glasschleif- staub und anderen bei der Glasfabrikation anfallen den Feinstaub. Dieses Material wird mit verflüssigtem Bitumen im Verhältnis von etwa 35-60 O%, zweck- mässig mit 45-55% des Gesamtgewichtes der Masse vermischt, und zwar in der Weise, dass jedes einzelne Staubteilchen mit einem dünnsten Bitumenfilm von kapillarer Dimension umhüllt wird. Diese, jedes Feststoffteilchen umhüllendenFilme bilden ein zusam menhängendes Flüssigkeitssystem, in welchem die mineralischen Feststoffe suspendiert bleiben. In die ser Weise wird auf synthetischem Wege ein Produkt erhalten, das dem Naturasphalt äusserst ähnlich ist, was Fliessvermögen in der Wärme und Stabilität im kalten Zustand anbetrifft. Der Naturasphalt gleicher Herkunft besitzt jedoch immer die gleichen Eigen schaften, und in vielen Fällen sind die handelsübli chen Asphaltbitumina nicht in der Lage, alle heute in der Praxis sich ergebenden Bedingungen zu erfüllen. Der grosse Vorteil des erfindungsgemässen Verfah rens besteht darin, dass man zur Vermischung mit dem mineralischen Staub nicht an ein Bitumen be stimmter Konsistenz gebunden ist, sondern dass As phaltbitumen oder Teerpech verschiedenster Quali täten erfindungsgemäss mit dem Staub vermischt werden können, wodurch die Herstellung verschie denartiger für jeden Bedarf geeigneter Bitumen möb lich ist. Das erfindungsgemässe Verfahren wird z. B. chargenweise wie folgt durchgeführt: In einen ge schlossenen Behälter, in dessen unterem Teil zwei gegenläufig rotierende Wellen, die Wurfschaufeln tragen, gelagert sind, wird eine Charge von etwa 200 bis 500 kg der erwähnten mineralischen Feinstoffe von unten oder von der Seite her eingebracht. Im oberen Teil des Behälters ist ein Düsensystem vor gesehen, aus dessen Düsen verflüssigtes Bindemittel in genau abgemessener Menge unter Flüssigkeits druck fein zerstäubt werden kann. Durch rasches Rotieren der Wurfschaufeln werden die staubför- migen Partikeln hochgewirbelt, und dadurch im Be hälterraum oberhalb der drehenden Schaufeln vor übergehend in Schwebezustand gehalten. Während die Schaufeln drehen, wird durch die Düsen von oben auf die schwebenden Staubteilchen verflüssigtes Bitumen zerstäubt in einer Menge, die gewichts- mässig etwa gleich dem Gewicht der in den Behälter eingebrachten Partikeln ist. Durch das Besprühen der schwebendenPartikeln wird jedes einzelne dieserTeil- chen mit einem dünnen Bitumenfilm umhüllt. Sobald die vorbestimmte Menge Bindemittel versprüht ist, wird der Behälter entleert. Die erhaltene Masse ist weich, so lange das Bitumen eine Temperatur hat, die höher ist als sein Schmelzpunkt. Beim Erkalten erhärtet die Masse und zeigt grosse Stabilität. Es hat sich gezeigt, dass bei Durchführung des Verfahrens unter gewissen Bedingungen ein pulver förmiges oder granuliertes, trockenes Zwischenpro dukt erhalten wird, das in kaltem Zustand transpor tiert und aufbewahrt werden kann. Diese Zwischen stufe wird dann erhalten, wenn die Vermischung der Feststoffe mit Bitumen im kalten System erfolgt, d. h. wenn die Feststoffe kalt in den Behälter ein gefüllt werden, und der Behälter selbst während des Betriebes gekühlt wird. Unter diesen Bedingungen werden sich die schwe benden, feinsten Staubpartikeln auf den versprühten feinen Bitumentröpfchen ablagern und jedes Tröpf chen vollständig mit kalten Staubteilchen umhüllen. Es entsteht ein granuliertes lockeres Produkt, in wel chem das mit Staubteilchen umhüllte Bindemittel un sichtbar ist, und an der Oberfläche der einzelnen Körner die Bindekraft aufgehoben ist. Dieses granu lierte Material kann transportiert und bis zur Ver wendung in diesem Zustand gelagert werden. Sobald es auf eine Temperatur über dem Schmelzpunkt des Bitumens erwärmt wird, kehrt sich die Phase um und das flüssig werdende Bindemittel verteilt sich sofort über die anhaftenden Mineralstaubteilchen. Wenn der Mineralstaub heiss in den Behälter gebracht und dieser während des Betriebes mittels eines Heizmediums über der Schmelztemperatur des Bindemittels gehalten wird, so werden sich im ersten Moment der Bitumenversprühung, d. h. wenn eine Bitumenpartikel in den aufgewirbelten Mineralstaub eindringt, sofort Staubteilchen auf dem Bitumentröpf- chen anlagern, doch wird unmittelbar nach dem Zu sammenprallen das heisse Bitumen sich augenblick lich über die ebenfalls heissen Staubpartikeln aus breiten und diese umhüllen. Das Besprühen lässt sich in etwa einer halben Minute durchführen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung einer sich nicht ent mischenden Bitumenmasse, die bei Temperaturen über dem Schmelzpunkt des Bindemittels erweicht und bei normalen Temperaturen fest und wider standsfähig gegen äussere Druckbeanspruchung ist, dadurch gekennzeichnet, dass mineralische Partikeln, die grösstenteils als Staubpartikeln von kolloidaler Dimension vorliegen,in einem geschlossenen Behäl ter durch mechanische Einwirkung in einen Schwebe zustand versetzt und in diesem Zustand mit verflüs- sigtem Bitumen im Verhältnis von 35-60% des Ge- samtgewichtes der Masse besprüht werden. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass bei der Besprühung der minera lischen Partikeln mit Bitumen diese Partikeln in kal tem Zustand in den Schwebezustand versetzt und mit heissem Bitumen besprüht werden, wobei die Staub- partikeln sich an die versprühten Bindemitteltröpf- chen anlegen und diese einhüllen, und dadurch die Bindekraft des Bitumens nicht in Erscheinung tritt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die mineralischen Partikeln bei einer Temperatur besprüht werden, die über dem Schmelzpunkt des Bitumens liegt. 3.Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch ge kennzeichnet, dass vor der Besprühung sowohl die Partikeln als auch das Bitumen auf eine Temperatur über dem Schmelzpunkt des Bitumens erhitzt werden. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man die Staubpartikeln, welche sich auf einer Temperatur unterhalb des Schmelz- punktes des Bitumens befinden, mit heissem Bitumen besprüht und das so erhaltene, körnige bis staub- förmige Zwischenprodukt später erhitzt, beispiels weise durch Beimengung heisser, gröberer Mineral teile.
Applications Claiming Priority (1)
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| CH (1) | CH361523A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2208966A1 (en) * | 1972-12-06 | 1974-06-28 | Paris Ste Pavage Asphalt | Asphalt contg. particles of bitumen and filler - to produce a free flowing powder easy to handle and transport |
-
1957
- 1957-03-02 CH CH361523D patent/CH361523A/de unknown
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| FR2208966A1 (en) * | 1972-12-06 | 1974-06-28 | Paris Ste Pavage Asphalt | Asphalt contg. particles of bitumen and filler - to produce a free flowing powder easy to handle and transport |
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