Verfahren zum Herstellen von Leitungsanschlussorganen an Schleifringen für elektrische Maschinen und Werkzeug zur Durchführung des Verfahrens Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen von Leitungsanschlussorganen an Schleifringen für elektrische Maschinen, bei dem spanartige Teile aus der Oberflächenschicht des Schleifrings ausgeschält und zu einem Anschlussmittel krallenartig geformt werden, sowie auf ein Werkzeug zur Durchführung dieses Verfahrens.
Bei einem bekannten Verfahren wird ein Werk zeug verwendet, das die Form einer konischen längs geschlitzten Hülse hat, die zur Ausführung des Schäl vorgangs senkrecht zur Stirnseite des Schleifrings an dieser derart angesetzt wird, dass sie aus der Ober flächenschicht der Schleifringbohrung gleichzeitig zwei krallenartige Späne ausschält. Es hat sich jedoch ge zeigt, dass bei diesem Arbeitsverfahren die Schneid kanten der Schälhülse leicht absplittern, wenn der zur Herstellung der Schleifringe verwendete Werkstoff hart und spröde ist.
Die Werkzeuge erfordern be sonders bei Bronzeschleifringen deshalb einen häu figen Ersatz oder müssen schon nach wenigen Arbeits gängen nachgeschliffen werden, wodurch die Her stellung der Schleifringe erheblich verteuert wird.
Gemäss der Erfindung wird zur Vermeidung dieser Nachteile ein Verfahren vorgeschlagen, bei dem das mit seiner Schneidkante wenigstens annähernd achs- parallel in die Bohrung des Schleifrings eingeführte Schälwerkzeug an der Bohrungswand angesetzt wird und bei dem zur Ausführung des annähernd tangential zur Bohrungswand des Schleifrings verlaufenden Schälschnittes das Werkzeug und der Schleifring relativ gegeneinander gedreht werden.
Zur Durch führung dieses Verfahrens eignet sich ein Werkzeug besonders gut, das aus einem Stahlzylinder besteht, an dessen Umfang eine annähernd achsparallele Längsnut verläuft, die sich über etwa 60 bis 90 des Mantelumfangs erstreckt und in ihrer Breite durch Übergangsflächen begrenzt wird, die durch Aus schleifen einer Zylinderfläche aus dem Werkstoff des Werkzeugs erzeugt sind.
In der Zeichnung ist als Ausführungsbeispiel der Erfindung ein Schleifring mit einem in der Arbeits stellung befindlichen Schälwerkzeug in Fig. 1 raum bildlich dargestellt.
Fig. 2 zeigt als zweites Ausführungsbeispiel einen Schleifring mit zwei zum Anschluss einer Leitung dienenden Krallenpaaren.
Der aus Messing bestehende Schleifring 10 nach Fig. 1 weist ein mit 11 und 12 bezeichnetes Krallen paar auf, das zur Aufnahme eines in unterbrochenen. Linien angedeuteten Anschlussleiters 13 dient. Das Krallenpaar ist unter Verwendung eines Schälwerk zeugs 14 aus der Oberflächenschicht der Schleifring- bohrung 15 spanartig ausgeschält worden.
Das in seiner Arbeitsstellung während des Schäl vorganges für ein neues Krallenpaar dargestellte Schälwerkzeug 14 besteht aus einem kurzen Stahl- zylinder, dessen Durchmesser etwa 70 bis 80% der Schleifringbohrung beträgt. Aus der Mantelfläche des Stahlzylinders ist über einen Winkel a von etwa 90 eine Längsnut 17 ausgeschnitten.
Diese Nut wird in ihrer Breite durch je eine hohlzylindrische Fläche 18 bzw. 19 begrenzt, die mit der Mantelfläche des Stahl zylinders je eine Schneidkante 20 bzw. 21 bildet.
Zur Ausführung der annähernd tangential zur Bohrungswand 15 des Schleifrings verlaufenden Schäl schnitte wird der Schleifring 10 in einer nicht dar gestellten Spannzange derart gefasst, dass die Spann zange einen möglichst gleichmässig über den Umfang des Schleifrings verteilten Spanndruck ausübt. Dann wird das Werkzeug 14 auf einem Dorn 16 annähernd achsparallel in die Schleifringbohrung eingeführt und mit seiner Schneidkante 20 an der Bohrungswand angesetzt.
Wenn das Werkzeug in der eingezeichneten Pfeilrichtung gegenüber dem festgehaltenen Schleifring gedreht wird, löst die Schneidkante wegen der ausser mittigen Anordnung des Dornes 16 aus der Ober flächenschicht des Schleifrings einen Span 24 ab, dessen freies Ende sich mit zunehmendem Drehwinkel an der hohlzylindrischen Fläche 19 entlangschiebt und dabei krallenförmig zu der an dem Krallenpaar 11 und 12 ersichtlichen Form einrollt.
Die zugehörige, in Fig. 1 noch nicht dargestellte Kralle kann dadurch hergestellt werden, dass das Schälwerkzeug 14 ent gegen der eingezeichneten Pfeilrichtung gedreht wird, nachdem es mit seiner Schneidkante 21 achsparallel an die Bohrungswand des Schleifrings angesetzt wurde.
Die Einspannung des Schleifrings in einer Spann zange hat den Vorteil, dass sich der Schleifring wäh rend des Schälvorgangs nicht verzieht. Es ist selbst verständlich auch möglich, zur Beschleunigung des Schälvorgangs die Spannzange samt dem zu bearbei tenden Schleifring entgegengesetzt zum Schälwerkzeug zu drehen.
Die Schneidkanten des Werkzeugs sind so gebildet, dass sich der während des Schälvorgangs auftretende Druck annähernd gleichmässig auf die der Schneide benachbarte Umfangsfläche und die nach innen ge kehrte eingeschnittene Zylinderfläche verteilt. Da durch wird mit grosser Sicherheit ein Ausbrechen der Schneidkanten verhindert, so dass das Werkzeug auch bei Verwendung von sehr harten Werkstoffen für die Schleifringe lange Standzeiten aufweist.
Bei dem Schleifring nach Fig. 2 sind zwei Krallen paare 31, 32 und 33, 34 im Abstand nebeneinander liegend aus der Bohrungswand 35 ausgeschält. Hierzu wird ein nicht dargestelltes Werkzeug verwendet, das im wesentlichen ähnlich wie dasjenige nach Fig. 1 geformt ist, jedoch zwei in Achsrichtung hinterein ander liegende Schneidkanten hat, zwischen denen ein Abstand verbleibt, der nach dem Ausschälen der Krallen einen in Fig.2 mit 37 bezeichneten Steg stehen lässt.
Die Doppelkrallen nach Fig. 2 ergeben auch im Falle härtester Belastung eine ausreichend sichere Befestigung für ein nicht dargestelltes Anschlusskabel. In manchen Fällen genügt es jedoch bereits, anstelle der dargestellten vier Krallen nur zwei, beispielsweise die in Fig. 1 mit 31 und 34 bezeichneten, auszu schälen.
Der besondere Vorteil der dargestellten und be schriebenen Werkzeugform besteht darin, dass die Schneidkanten mit einem zylindrischen Schleifkörper, der den Durchmesser der Hohlzylinder 18 und 19 hat und bei seiner Arbeitsbewegung um die Achse des Dorns 16 geschwenkt wird, leicht nachgearbeitet werden können, ohne dass es besonderer Vorkeh rungen für die Einhaltung gleichbleibender Schnitt winkel bedarf, da diese sich bei dieser Nachbear beitung nicht ändern können. Dies ergibt eine wesent liche Vereinfachung bei der Instandhaltung und Ein stellung der Schälvorrichtung.