CH363804A - Verfahren zur Herstellung von Polyamiden - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Polyamiden

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CH363804A CH5190157A CH5190157A CH363804A CH 363804 A CH363804 A CH 363804A CH 5190157 A CH5190157 A CH 5190157A CH 5190157 A CH5190157 A CH 5190157A CH 363804 A CH363804 A CH 363804A
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Fritz Dr Wiloth
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Glanzstoff Ag
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Description


  



  Verfahren zur Herstellung von Polyamiden
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Polyamiden aus Lactamen, insbesondere aus   e-Caprolactam.    Nach diesem Verfahren lassen sich Polyamide gewinnen, die bezüglich der Lactamrückbildung und der gebildeten   Molekülgrössen    für die technische Hersbellung von Fäden besonders giinstige Eigenschaften aufweisen.



   Die bisher in der Technik hergestellten Polyamide aus   s-Caprolactam    haben zwei fur die technische Weiterverarbeitung nachteilige Eigenschaften :
1. Während der für die   Verspinnung    notwendigen Verweilzeit der Polyamide in den   Spinnköpfen bildet    sich ein so hoher   Lactamgehalt    zurück, dass dieser durch besondere Arbeitsgänge entfernt werden muss.



   2. Es tritt während der   Verspinnung eine uner-    wünschte Nachpolymerisation des Polymerisats ein, die sich auf die Gleichmässigkeit der Fäden wegen des Anstiegs   des Spinndruckes und wegen    der auftretenden   Titerschwankungen    ungünstig auswirkt. Auf Grund der   Gleichgewichtseigenschaften    der   Polyamid-    schmelzen aus e-Caprolactam hat man sich mit der chemischen Unabänderlichkeit beider Erscheinungen bisher mehr oder weniger abgefunden. Durch Abkürzen der Verweilzeit der Schmelze in den Spinnköpfen versuchte man, beide Effekte möglichst klein zu halten,.

   Ferner wurde u. a. vorgeschlagen, durch Einbau von   Verdampfungsvorrichtungen im die Spmm-    köpfe sowie durch elektrische Behandlung der Schmelzen eine Herabsetzung des   Lactamgehaltes    zu erreichen. Trotzdem muss in den meisten Fällen das   nachgebildete    Lactam durch eine besondere Wäsche e der Fäden entfernt werden und geht somit verloren.



  Besondere Schwierigkeiten treten durch die genannten Effekte bei der   Herstellung von kompakten Giess-    körpern auf, da die Schmelzen eine rasche   Verarbei-    tung verlangen und aus kompakten Körpern eine Entfernung des Monomeren meist nicht mehr   mög-    lich ist. Polyamide aus   E-Caprolactam    werden bisher am häufigsten nach dem VK-Rohr- oder   dem Autoklaven-    verfahren hergestellt.

   Dabei wird   e-Caprolactam    in Gegenwart einer gewiss, en Menge Wasser oder eines wasserabspaltenden Stoffes und meist wenigstens eines weiteren Hilfsstoffes polymerisiert, der teils als Kata  lysator    wirkend den Ablauf der Polymerisation be  schleunigt,    teils als Stabilisator eingesetzt wird,   wel-    cher die Molekülgrösse gegen Ende der Reaktion begrenzen soll. Als   wasserabspaltende    Stoffe werden u. a. Aminosäuren oder   Oxysäuren,    als   HilfsstoSe    meist organische Säuren oder Amine verwendet. Die so hergestellten Polymerisate enthalten infolge der Anwesenheit von Wasser als Endgruppen stets eine e relativ grosse Menge von freien Aminogruppen und zugleich von freien Carboxylgruppen.

   Da man in den freien Endgruppen eine Ursache der Nachkondensation und möglicherweise auch der Lactamrückbildung vermuten konnte, liegt auf diesem Gebiet eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen über de Rolle des Wassers bei der Caprolactampolymerisation vor.



  Das Ergebnis dies, er Untersuchungen war bisher, dass absolut trockenes Caprolactam bei   polyamidbilden-    den Temperaturen nicht polymerisiert, auch dann praktisch nicht, wenn man als Katalysator z. B.



  Benzoesäure oder Isobutylamin zusetzt. Dieser Befund zeigt, dass also Wasser eine   für die Polymeri-    sation notwendige Reaktionskomponente ist. Hierzu genügen bereits Wasserkonzentrationen von 1   Mol /o    (0, 16 Gew. .%).



   Wie neuerdings nachgewiesen werden konnte, sind die freien Endgruppen nicht nur die Ursache der   Nachkondensation,    sondern auch, und hier besonders die freien Carboxylgruppen, tatsächlich die Hauptursache der schnell verlaufenden Lactamrückbildung, So bildet sich beispielsweise aus Benzoyl aminocapronsäure und Caproylaminocapronsäure bei der Temperatur einer Spinnschmelze fast momentan eine sehr beträchtliche Menge Caprolactam zurück,    während die entsprechenden Alkalisalze temperatur-    beständige Verbindungen sind, die kein Lactam abspalten. Verbindungen wie   Caproyl-aminocaproyl-    hexylamin, die weder freie NH2-noch COOH-Gruppen enthalten, spalten bei erhöhter Temperatur praktisch kein Lactam ab.



   Es wurde nun gefunden, dass man Polyamide herstellen kann, indem man hochgetrocknete monomere Lactame,   insbesondere e-Caprolactam, mit    einem Wassergehalt unter 0, 35   Mole/o unter Ausschluss von    sonstigem Wasser in Gegenwart von   nichtwasser-      abspaltenden    Amin-oder Ammoniaksalzen auf Temperaturen erhitzt, bei denen die Polymerisation erfolgt.



  Man kann also nach diesem Verfahren unter Anwendung geeigneter Katalysatoren praktisch wasserfreies Lactam unter völligem Ausschluss von Wasser polymerisieren, so dass das gebildete Polyamid keine freien und störenden Carboxylgruppen als   Endgrup-      pen    enthält. Das Verfahren wird zweckmässig so durchgeführt, dass das   hochgetrocknete    Lactam, insbesondere   E-Caprolactam,    in Gegenwart eines nichtwasserabspaltenden Aminsalzes durch Erhitzen auf polyamidbildende Temperaturen (z.

   B. auf 150 bis   300 )    unter inertem Gas und unter   Feuchtigkeits-    ausschluss und zweckmässig unter Rühren oder Umwälzen mit oder ohne Anwendung von Druck so l'ange polymerisiert wird, bis ein   fadenziehendes Polyme-    risat entstanden ist. Als Aminkomponente des Aminsalzes sind, insbesondere primäre aliphatische Amine, wie z.   B.      n-Hexylamin    oder Hexamethylendiamin geeignet. Es kommen aber auch andere Amine in Betracht. Als Säurekomponenten der Aminsalze werden solche organische oder anorganische Säuren, wie z. B. Chlorwasserstoff, verwendet, die mit dem Amin bei der Reaktionstemperatur kein Wasser abspalten, das heisst nicht zur   Amidbildung    fähig sind.

   Auch Ammoniumsalze anorganischer Säuren, insbesondere Ammoniumchlorid, sind als Katalysatoren geeignet.



  Die Amin-bzw. Ammoniaksalze können je nach der gewünschten Molekülgrösse beliebig dosiert werden, zweckmässig arbeitet man mit 0, 01 bis 0, 0025 Äquivalenten pro Mol Lactam.   Amin-Hydrochloride sind    für die Durchführung des   Verfahfens    besonders gut geeignet. Beispielsweise   können n-Hexylamin-Hydro-    chlorid und   Hexamethylendiamin-Dihydrochlorid    er  findungsgemäss    verwendet werden. Sehr geeignet ist ferner Ammoniumchlorid.



   Ausschlaggebend für das Erreichen der Ziele der vorliegenden Erfindung ist also das Arbeiten mit weitgehend wasserfreien Lactamen und unter Ausschluss von   sonstigem    Wasser bei der Polymerisation. Lufttrockenes Caprolactam enthält etwa   1      Mol"/o    Wasser.



  Der Wassergehalt des Lactams muss aber für die technische Herstellung von praktisch   genügend'carb-      oxylgruppenfreiem Poly-#-caprolactam weniger    als 0, 35   Molto    betragen. Die Verwendung eines so weitgehend trockenen Caprolactams erfordert besondere Vorkehrungen zur Wasserentfemung. Diese können   u.    a. z. B. darin bestehen, dass das Lactam unter Vakuum fraktioniert und direkt in das   Reaktions-    gefäss   eindestilliert    wird oder, dass das   Reaktions-    gefäss mit dem gepulverten Lactam und dem Katalysatorsalz beschickt wird und bei etwa 50  in einem trockenen inerten Gasstrom, möglichst unter Umwälzen der Beschickung, getrocknet wird.



   Nach beendeter Polymerisation kann die Schmelze in der üblichen Weise als Band oder Draht   abge-    zogen und zu Schnitzeln zerkleinert werden. Zur   Ent-    fernung des   Gleichgewichtslactamgehaltes    schliesst sich zweckmässigerweise eine Heissextraktion derart an, dass zur Entfernung der salzartig gebundenen Saure einem Teil des Waschwassers die äquivalente Menge Alkali in der Weise zugefügt wird, dass die Konzentration an Alkali etwa   1/100    normal ist. Bei i dieser Arbeitsweise tritt eine Hydrolyse des   Polyme-    risates nicht ein. Die Schnitzel können anschliessend   hochgetrocknet    und unter Feuchtigkeitsausschluss in der üblichen Weise   versponnen    werden.

   Die Lactamgehalte der so gewonnenen Fäden liegen unter 0,   211/o,    sofern die Verweilzeit der Schmelze in der Spinnapparatur 30 Minuten nicht übersteigt.



   Da die Polymerisation praktisch wasserfrei durchgeführt wird, entsteht während der   Polymeri-    sation in geschlossenen Gefässen kein nennenswerter Überdruck. Damit bietet sich die Möglichkeit, die Polymerisation auch kontinuierlich etwa in   geschlos-      senen    VK-Rohren durchzuführen, die nicht für höheren Druck konstruiert zu sein brauchen.



   Da der   Polymerisationsvorgang    bei dem beschriebenen Verfahren in der Weise abläuft, dass jedes Salzmolekül zum   Bildungskern    für ein   wachsendes    Molekül wird, an das sich Lactam sukzessive anlagert, so ist die Anzahl der gebildeten Kettenmoleküle gleich der Anzahl der als Katalysator zugegebenen   Salzmoleküle (vergl.    Tabelle) ;

   der erreichbare Polymerisationsgrad ist demnach durch die Molzahl der   Salzmoleküle    pro Mol Lactam festgelegt.   Nach erfolg-    ter Extraktion ist die Lactamrückbildungsgeschwin  digkeit    der so hergestellten Polyamide beim Wiederaufschmelzen etwa in Spinnmaschinen so gering, dass sie für die Weiterverarbeitung nicht mehr ins Gewicht fällt und somit eine Wäsche unterbleiben kann (siehe Beispiel   1).   



   Salze organischer Amine sind als Katalysatoren zur Caprolactam-Polymerisation bereits in dem DRP Nr. 748253 erwähnt. Ausschlaggebend für das Erreichen der Ziele der vorliegenden Erfindung, nämlich der Herstellung von Polyamiden mit stabiler Molekülgrösse und verschwindend kleiner Lactamrückbil  dungsigeschwindigkeit,    ist jedoch das Arbeiten in annähernd absolut wasserfreiem Medium, wozu eine   besondere Trocknungsvorbehandlung der    Ausgangsstoffe und besondere Vorkehrungen zum   Feuchtig-    keitsausschluss während der Polymerisation   erforder-    lich sind.

   Aus den Ergebnissen der bisherigen wissen   schaftlichen      Forschung    und daraus, dass in dem DRP Nr. 748253 auf derartige Vorkehrungen nicht   angewiesenist,    sondern dort betont wird, dass die Verwendung von reaktionsfordernden bzw.   regeln-    den Stoffen, die zweckmässig in Verbindung mit Was  ser    oder auch Alkoholen für die Durchführung der bisherigen Verfahren unerlässlich sind, ergibt sich eindeutig, dass bei den bekannten Verfahren an eine wasserfreie Polymerisation von Caprolactam nicht gedacht wurde, weil sie nach den Angaben des Standes der Technik einfach nicht durchführbar war. Die nach DRP   Nr.    748253 hergestellten Polyamide haben daher auch die vorher genannten nachteiligen Eigenschaften.

   Zusätze von Wasser wurden für die Polymerisation von Caprolactam nach den bisherigen Verfahren als notwendig angesehen. Dies ergibt sich nicht nur aus dem DRP Nr. 748253, sondern auch aus dem USA-Patent Nr. 2241322, in welchem die Anwendung von Wasser bei der Polymerisation besonders geschützt wurde.



   Beispiel 1
1 Mol   e-Caprolactam,    welches unter Vakuum fraktioniert und direkt in das Reaktionsgefäss eindestilliert wurde, so dass es einen Wassergehalt unter 0, 3 Mol% besitzt, wird mit 0, 01 Mol   n-Hexylamin-    hydrochlorid in absolut trockenem Medium in einem geschlossenen Druckgefäss unter inertem Gas   801 Stun-    den auf 220  erhitzt. Das zerkleinerte Polyamid wird zur Neutralisation zuerst mit   n/100 NaOH,    dann mit reinem Wasser bei 90 bis 95  mehrere Stunden extra  hiert un, d getrocknet.    Der Endpolymerisationsgrad beträgt etwa 90.

   Die Lactamrückbildung, gemessen bei laufender Entfernung des gebildeten Lactams in einer   Hochvakuum-Sublimationsapparatur,    beträgt 0, 3  /o innerhalb einer Stunde bei   2570.   



   Der entsprechende Lactamrückbildungswert bei einem nach   bekannten Verfahren hergestelllten, NH2-    und   COOH-Endgruppen enthaltenden Polycapron-    amid innerhalb einer Stunde war 1, 4%. Über den   Polymorisationsverlauf orientiert Tabelle.   



   Tabelle Polymerisationsverlauf von   1    Mol   vCaprolactam    in Gegenwart von 0, 01 Mol   Hexylamin-    hydrochlorid bei 2200 (Messwerte)
Reaktionszeit Lactamumsatz Mittlerer Anzahl Mole der in Stunden in % Polymerisationsgrad Kettenmoleküle
1 7, 3 7 0, 010
10 40, 0 37 0, 011
20   60,    5 50 0,   012   
30 70, 0 61 0, 011
50 87, 5 77   0,    011
80 93, 2 90 0, 010
Beispiel 2
1 Mol   e-Caprolactam    mit einem Wassergehalt unter 0, 2   Molto    wird entsprechend Beispiel   1    mit 0, 005 Mol   n-Hexylaminhydrochlorid    in absolut trockenem Medium in einem geschlossenen Druckgefäss unter Inertgas 45 bis 50 Stunden auf 257  erhitzt.

   Die Weiterbehandlung geschieht wie bei Beispiel   1.    Der Lactamumsatz beträgt 91,   50/o,,    der End  polymerisationsgradetwa    150, die Lactamrückbildung 0, 25% (bestimmt wie bei Beispiel   1).   



   Beispiel 3
1 Mol   e-Caprolactam    mit einem Wassergehalt unter 0, 2 Mol% wird entsprechend Beispiel 1 mit 0, 0025 Mol Hexamethylenediamindihydrochlorid in absolut trockenem Medium in einem geschlossenen   Druckgefäss untor    Inertgas 45 bis 50 Stunden auf 257  erhitzt. Die Weiterbehandlung ist wie bei   Bei-    spiel   1.    Der Lactamumsatz beträgt 91,   5"/o,    der End  polymefisationsgrad    etwa 175, die Lactamrückbildung 0,   28  /o (bestimmt    wie bei Beispiel   1).   



   Beispiel 4
1 Mol e-Caprolactam mit einem Wassergehalt unter 0, 25   Mol /o    wird entsprechend Beispiel 1 mit 0, 005   Moll Ammoniumchllorid    in absolut trockenem Medium in einem geschlossenen Gefäss unter Inertgas 45 Stunden auf 257  erhitzt. Weiterbehandlung wie bei Beispiel   1.    Lactamumsatz 92,   4 /, Endpolymeri-      sationsgrad etwa    150.   Lactamrückbildung    0,   3211/o    (bestimmt wie bei Beispiel 1).

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Polyamide durch Polymerisation von monomeren Lactamen unter Öffnung des Lactamringes an der Amidbindung, dadurch gekennzeichnet, dass man hochgetrocknete monomere Lactame mit einem Wassergehalt unter 0, 35 Mo-111/o unter Ausschluss von sonstigem Wasser in Gegenwart von nichtwasserabspaltenden Amin- oder Ammoniaksalzen auf Temperaturen erhitzt, bei denen die Polymerisation erfolgt.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als monomeres Lactam e-Caprolactam verwendet.
    2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktion in Gegenwart von Amin-Hydrochloriden durchgeführt wird, 3. Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerisation kontinuierlich durchgeführt wird.
CH5190157A 1956-11-16 1957-10-23 Verfahren zur Herstellung von Polyamiden CH363804A (de)

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DE748253C (de) * 1938-06-10 1944-10-30 Verfahren zur Herstellung verformbarer hochmolekularer Polyamide
US2241322A (en) * 1938-09-30 1941-05-06 Du Pont Process for preparing polyamides from cyclic amides
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