CH364260A - Verfahren zur Herstellung von Prednisolon - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Prednisolon

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CH364260A
CH364260A CH5167557A CH5167557A CH364260A CH 364260 A CH364260 A CH 364260A CH 5167557 A CH5167557 A CH 5167557A CH 5167557 A CH5167557 A CH 5167557A CH 364260 A CH364260 A CH 364260A
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fermentation
broth
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prednisolone
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CH5167557A
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Masuo Eitaro
Kondo Eiji
Original Assignee
Shionogi & Co
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    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12PFERMENTATION OR ENZYME-USING PROCESSES TO SYNTHESISE A DESIRED CHEMICAL COMPOUND OR COMPOSITION OR TO SEPARATE OPTICAL ISOMERS FROM A RACEMIC MIXTURE
    • C12P33/00Preparation of steroids
    • C12P33/02Dehydrogenating; Dehydroxylating

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Description


  Verfahren zur Herstellung von     Prednisolon       Die vorliegende     Erfindung    betrifft .ein Verfahren  zur     fermentativen    Herstellung von     Prednisolon          (dl-Cortisol)    durch     fermentative        Dehydnlerung    von       Cortisol        (Hydrocortison)    mit     Corynebaeterium    sim  pler (wobei     gegebenenfalls        auch    natürliche und  künstliche Mutanden verwendet werden), das     da-          durch        gekennzeichnet    ist,

   dass man unter     aeroben     Bedingungen und in Abwesenheit     von    organischen       Lösungsmitteln    fermentiert und dass man das     Cortisol     in     festem    Zustand zusetzt.  



       Prednisolon    (hiernach als      d-CL         bezeichnet)          besitzt    eine     anticollagenische    Wirkung, welche die  jenige von     Cortison    oder CL um -ein Mehrfaches  übertrifft, und ist     zur    Zeit ein     wichtiges,        Arzneimittel.     Es ist bekannt, dass     d-CL        erhalten    werden kann  durch     fermentative        Dehydrogenierung    von CL mit  einer Kultur von :

  gewissen     Mikroorganismen,    wie       Bacillus        sphaericus,        Corynebacterium        simpler    oder       Didymella        lycopersici    [siehe     Experientia,   <B>11,</B> 465  (1955)].

   Dieser Prozess     wird        jedoch    durch die     allge-          meinen        Eigenschaften        dies        Mikroorganismen        und    der  Steroide in     ungünstiger    Weise     beeinflusst.    Die ersteren       entwickeln    :

  sich     nämlich    am besten .in     einem    wässe  rigen     Medium,    während     die        letzteren    im     albgemeinen     in Wasser unlöslich     und    in organischen Lösungs  mitteln löslich sind.

   So führt man die     Fermentierunig     von CL im allgemeinen unter Zusatz eines mit Wasser  mischbaren     organischen    Lösungsmittels aus, beispiels  weise eines niedrigen     aliphatischen    Alkohols oder       Ketons,        welcheis        jedoch    im allgemeinen für Mikro  organismen     giftig    ist.

       Im    weiteren     wird    der     Zusatz     des     Steroids    zur     Fermentie.rungsbrühe        begrenzt        durch     die Konzentration     .dies        verwendeten        organischen        Lö-          sungsmittels.    Bei der     Fermenti.erung    von CL nach  der     bisherigen    Methode beträgt     praktisch        die        maxi-          male    Konzentration 

  der genannten Substanz etwa  0,1 Oh, das heisst 1 g     Steroid        auf    1 Liter Fermen-         tierungsbrühe.        Deshalib    müssen in     einem        solchen    Fall  die     Fermentierungst.anks,    Extraktionsapparate,     Des!tü=     Tierapparate und     andern    Apparate für die     ind;

  'ustrielle          Herstellung        notwendigerweise        grosse        Dimensionen     aufweisen, und ausserdem ist     die        Gewinnung    von       d-CL,    weiches in der     Fermentierungsbrühe        in    solch       geringer        Konzentration        vorliegt,        ziemlich        schwierig.          Schliesslich    wird, nebst diesen     Nachteilen,

      eine be  trächtliche Menge des als     Rohmaterial        verwendeten     CL bei     Verwendung        igewisser    Mikroorganismen über  oxydiert. Das     Extrahieren    und Isolieren des     ge-          wünschten        d-CL    aus- der     Fermentierungsbrühe    ist  sehr mühsam, da, wie gesagt, grosse Mengen Fermen  tierungsbrühe aufgearbeitet werden     müssen,    welche  überdies auch noch andere     Reaktionsprodukte    als       d-CL        ,

  enthalten.    Zur     überwindung        dieser    Mängel wur  den verschiedene Verbesserungen in der Verwendung  von     Lösungsmitteln    versucht. Die bisher     erzielten          Erfolge    waren jedoch     trotz    dieser     Studien    unbefrie  digend, das heisst die toxische Wirkung des Lösungs  mittels macht sich im allgemeinen bemerkbar, sobald  die     Lösunggmittelkorzentration    in der     Fermentie-          rungsbrühe    wenige Prozent überschreitet, weshalb die       Fermentierung    in vielen Fällen allmählich unterbro  chen wird.  



  Als Ergebnis ausgedehnter Untersuchungen     wurde     nun das     erfindungsgemässe        Fermentierungsverfahren     entwickelt, gemäss welchem es     gelingt,    die     Dehydrie-          rung    von CL zu     d-CL    in einer im     Vergleich        zu    den  bisherigen Verfahren ausserordentlich hoch konzen  trierten     Ferrnentierungsbrühe        durchzuführen,    das       heisst,    dass die     CL-Menge    nicht     kleiner    ist als.

   1     gjUter     Brühe und in der     Regel    einige bis 100     lg/Liter    Brühe       ausmacht.    Dabei kann das CL in der     Briihe    gelöst  oder     suspendiert    vorliegen.  



  Auf Grund der Untersuchungen wurde klar, dass  das     fermentative    Bakterium     Coryne        simpler,    CL voll-      ständig zu     d-CL    dehydriert, und zwar auch dann,  wenn man der Kultur über ihr     Lösungsvermögen     festes CL zusetzt,     ebcnsogut    wie im     Falle,    wo     alles     CL in der Kultur gelöst wird, und dass das     gebildete          d-CL    sich in der Brühe allmählich in     kristalliner     Form anhäuft.  



  Wenn man     beispielsweise    5 g kristallines CL in  1 Liter der Kultur von     Corynebacterium        simplex    mit  100     cm3    Methanol oder Aceton löst und das Gemisch  unter     Sch'üttel'n    bei     -optimalen    Bedingungen     hält,    so  steht die Entwicklung des genannten     Bakteriums     nach einiger Zeit still und das als Ausgangsmaterial  verwendete CL bleibt zum     grössten    Teil in     seiner    ur  sprünglichen Form.

   Fügt man hingegen einer gleichen       Brühe,    jedoch ohne organisches Lösungsmittel, kri  stallines oder pulverisiertes CL zu, .so geht die     Fer-          mentierung    nicht zurück,     sondern    ist nach etwa 10  bis 20 Stunden beendet, wobei in der Brühe     4-CL     ausfällt. Durch Belüften der Kultur wird die     Fermen-          tierungsdauer    weiter verkürzt. Das gebildete     d-CL     lässt sich aus dieser Brühe leicht     gewinnen        durch     Filtrieren:,     Zentrifugieren    oder nach einem andern  einfachen Verfahren.

   Es hat sich gezeigt, dass dieses  hervorragende Ergebnis ganz     spezifisch    ist für die       Kombination    von CL und     Corynebacterium        simplex.     Eine     fermentative        Dehydrierung    in der     1-Stellung     eines     Steroids        lässt    sich mit Mengen, die über das  Lösungsvermögen der     Fermentbrühe    hinausgehen,  weder mit Hilfe von andern Mikroorganismen, wie  Bakterien oder Pilzen, noch bei andern analogen  Steroiden,     wie        Cortison,    bewirken,

   und hier auch  nicht durch     Corynebacterium        simpl.ex.    Dementspre  chend muss die Entdeckung, auf welcher     die    vorle  gende Erfindung beruht, auf ein spezifisches Ferment       zurückgeführt    werden, welches nur für die Behand  lung von CL durch     Corynebacterium        simplex    zutrifft.  



  Mit dem erfindungsgemässen     Verfahren    sind also  weit grössere Um ätze möglich als bei den bekannten       Verfahren.    Der Brühe können 20=30     Gew         /o    CL,  das heisst 20-30 g/100     cm-'    Brühe,     zugesetzt    werden.,  und selbst bei derart     hohen     Konzentrationen      wird     die     Fermentierung    nicht     völlig    aufgehalten.

   In diesem  Falle wird die     Fermentierungsbrühe    infolge des aus  fallenden     kristallinen        d-CL        trübe.        Dadurch    eine  höhere     Konzentration    des Substrats in der Brühe,  infolge der hohen Viskosität, die     Belüftung        erschwert     wird,

   wird die Konzentration des der     Fermentierungs-          brühe    zugesetzten CL in natürlicher Weise durch die  Viskosität     begrenzt.    Indessen     lässt    sich     gewöhnlich          eine        Ausbeute        an        rohem        d-CL        von        über        95        %        mit     Bezug auf das verwendete CL erzielen,

   wenn man  eine Kultur     unter    Beachtung der     obengenanntcn    Be  grenzung während 4 Tagen schüttelt (mit 130     Vibra-          tionen/Minute    und einem Weg von 5 cm).  



  Wie zahlreiche Versuche mit     andern    Bakterien  und auch mit     Pilzen        zeigten,        gelingt    eine praktisch  vollständige     Dehydrierung        mit    Mengen,

   die über das       Lösungsvermögen    der Brühe hinausgehen nur mit  dem     Bacterium        Coryne        sim-plex.    Die     mycologischen          Eigenschaften    dieser Bakterienart werden im  Ber-         gey's        manual    of     Determinative        Bacteriology     (6. Auf  lage, 1948) auf Seite 397 beschrieben.  



  Die Gattung     Coryne        umfasst    viele     pathogene          Bakterien,    doch zeigt     Corynebacterium        simplex    keine       pathogenen    Eigenschaften. Das Bakterium kann ent  weder durch die     American    Type     Culture        Collection,     Washington D.

   C., oder durch andere     öffentliche          Quellen    bezogen werden. Über     fermentative        Dehydrie-          rung    von CL und andern Steroiden zu     d-CL    bzw.  andern entsprechenden     1,2-Dehydro-Verbindungen     mit Hilfe von     Coryn,ebacterium        simplex    hat     Nobile     et     a1    in Journal of     the        American        Chemical        Society,     <I>71,</I> 4184 (1955) berichtet.

   Auch in diesem Fall wur  den jedoch die Ausgangsmaterialien vor der Zugabe  zur     Fermentierungsbrühe    in organischen Lösungs  mitteln :gelöst. Somit tritt auch in diesem Falle die  oben     erwähnte    schädliche Einwirkung der     organischen     Lösungsmittel auf den     Fermentierungsprozess    auf, be  sonders     wenn    man die Lösungsmittel in zu grossen  Mengen verwendet, um die Konzentration des Sub  strats in der Brühe zu erhöhen. Demgegenüber kann  durch -das erfindungsgemässe Verfahren in Abwesen  heit von Lösungsmitteln theoretisch eine fast unbe  grenzte Menge Ausgangsmaterial verwendet werden.

    Dieses stellt somit ein neuartiges und bisher nirgends  erwähntes Verfahren dar, welches weder auf dem       Steroidgebiet    noch auf     dem    Gebiet irgendwelcher  anderer chemischer Substanzen angewendet wurde.  



  Das     erfindungsgemässe    Verfahren bietet die fol  genden Vorteile:  a) Die     CL-Konzentration    kann sehr stark erhöht  werden, was eine entsprechende     Verkleinerung    der  Apparatur gestattet.  



  b) Eine     Zersetzung    des Ausgangsmaterials und  des Produktes durch     überfermentierung    kann ver  hindert werden, und die benötigte     Fermentierungszeit     wird abgekürzt.  



  c) Die Gewinnung und Isolierung von     d-CL     wird stark vereinfacht, und das Produkt wird in hoher  Ausbeute .erhalten.  



  d) Der Verlauf der     Fermentierung    kann durch,  mikroskopische Beobachtung leicht verfolgt werden,  wie hiernach näher beschrieben wird.  



  Das     Fermenroierungmedium    kann in üblicher  Weise hergestellt werden, wie dies bei     Kulturen    von       Corynebakterien    gebräuchlich ist. Beispielsweise kann       man        das        Inoculum        des        Bakteriums        einer        1%igen           Basamin-Busch -Lösung        einimpfen    und     schütteln     oder belüften     ( Basamin-Busch     ist die Handels  marke für ein     enzyanatisch.es        

  Hydrolysat    von Pflanzen       eiweiss,    hergestellt durch Virginia Barrel     Company,     USA). Jedoch können mit Vorteil auch andere     wäss-          rige    Medien benutzt werden, beispielsweise ein     Me-          dium,        bestehend        aus        0,5        %        Getreideweiche        und        0,5        0/0          Glukose.    Das Belüften oder Schütteln,

   erfolgt     in        g@ei-          cher    Weise, wie dies bei     aeroben    Bakterien üblich ist.  



  Bei der Vorbereitung der Kultur lässt sich der  richtige Zeitpunkt für die Zufügung des CL mit  Hilfe eines Trübungsmessers oder eines ähnlichen  Instrumentes     bestimmen.    Im allgemeinen kann man      aber das Ausgangsmaterial der Kultur 20 Stunden  nach     erfolgter        Impfung    ohne Gefahr eines Misslingens       zusetzen.    Auch wenn das CL vor Ablauf von 20 Stun  den nach der Impfung zur     Fermentierungsbrühe    zuge  setzt wird, kann es gut fermentiert werden. In diesem  Fall erfordert die vollständige     Fermentierung    jedoch  mehr Zeit.  



  Das CL kann der     Fermentierungsbrühe    in (grob)  kristalliner Form zugesetzt werden, indessen ist es  zweckmässig, das CL vor der     Fermentierung        gut    zu  pulverisieren.  



  Eine Sterilisierung des CL vor der     Fermentierung     ist nicht nötig. Das Bakterium entwickelt sich .in der       Fermen:tierungsbrühe    vor der Zugabe des CL ge  wöhnlich gut, weshalb das Substrat die Brühe nicht  infiziert und die     Fermentierung    relativ kurze Zeit  nach Zugabe des Ausgangsmaterials beendet ist.  



  Im erfindungsgemässen Verfahren ist die     CL-          Menge,    welche der     Fermentierungsbrühe    zugesetzt  wird, sozusagen keinen Beschränkungen     unterworfen,     und zwar z. T. deswegen, weil kein Lösungsmittel ver  wendet wird. Eine praktische     Begrenzung    der     CL-          Konzentration    wird jedoch bedingt durch das. Erfor  dernis der Belüftung, zumal     Bakterium    und     Fermen-          tierung        aerobe    Bedingungen fordern, weshalb eine  übermässige Konzentration vermieden werden soll, da  dadurch die Belüftung beeinträchtigt wird.

   Ausserdem  wird durch zu hohe     Konzentration    die Durchführung  des Verfahrens wegen der hohen Viskosität erschwert.  In Betracht dessen     ergibt    sich     vorzugsweise    eine obere  Zusatzgrenze von 400 g     CL/Liter    Kultur. Im kleinen  Massstab verläuft die     Fermentierung    ohne irgend  welche Behinderung     vollständig,        ,selbst    bei Verwen  dung von grossen     CL-Mengen,    welche die oben ange  gebene     Grenze        überschreiten.     



  Wie aus den obigen Ausführungen hervorgeht,  besteht für die     CL-Konzentration    auch keine untere  Grenze. Es versteht sich jedoch, dass extrem. geringe  Konzentrationen, beispielsweise von 0,10/0, bei der  industriellen Durchführung nicht zu empfehlen sind..  Dementsprechend gilt eine Konzentration von 1<B>g</B>       CL/Liter    Kultur als praktisch unterste Grenze. Inner  halb dieser aus den experimentellen Untersuchungen  hervorgegangenen Grenzen     l:ässt    sich CL leicht fer  mentieren unter Bildung von     d-CL,    unabhängig von  der Grössenordnung der Anlage.  



  Beim     erfindungsgemässen        Fermentierungsverfah-          ren    wird das gebildete     d-CL    sukzessive aus der     Fer-          mentierungsbrühe    abgeschieden und häuft sich in  Form roher Kristalle an. Somit bestehen während der       Fermentierun:g    in der Brühe     nebeneinander    sowohl  CL wie auch     d-CL.    Nach Massgabe des Fortschrei  tens der     Fermentierung    nimmt jedoch, die Menge des  ersteren     langsam    ab und umgekehrt     diejenige    des       letzteren    zu.

   Die beiden Kristallarten können durch  ihre verschiedenartige Kristallform voneinander unter  schieden werden, indem     d-CL    Nadeln oder lange  Säulen bildet, während CL in vergleichsweise     kurz-          säuli,ger    oder     flacher    Form     kristallisiert.    Somit lässt    sich der Fortschritt der     Fermentierung    leicht fest  stellen durch mikroskopische Beobachtung der Brühe  mit einer     100-150fachen    Vergrösserung.

   Ein ge  übter Beobachter kann sogar die verhältnismässigen  Anteile von CL und     d-CL    in der Brühe sowie die zur  Beendigung der     Fermentierung    noch     nötige    Zeit ab  schätzen. Diese Tatsache     bedeutet        einen;    weiteren Vor  teil des erfindungsgemässen Verfahrens im Vergleich  mit den früheren     Messmethoden,    bei welchen die  Brühe extrahiert und     polarographiert    und das Aus  mass der erfolgten     Fermentierung    anhand der erhal  tenen Kurven bestimmt werden musste.  



  Wenn bei der     mikroskopischen    Untersuchung  keine Kristalle des als     Ausgangsmaterial    verwendeten  CL mehr beobachtet werden können, so ist die     Fer-          mentierung    beendet, und das gebildete     d-CL    ist im       Fermentierungsgefäss    in Form von schönen langen  Nadeln oder Prismen z. T. suspendiert.

   Indem man  die Brühe stehen     l:ässt    oder zentrifugiert,     kann    man       d-CL    leicht in Form eines     Kristallbreis    gewinnen,  welcher getrocknet wird, wobei man eine Rohsubstanz       mit        ungefähr        80        %        d-CL        erhält,

          in        welcher        als        haupt-          sächliche    Verunreinigungen die Feststoffe des Me  diums und die Zellen des     Fermentierungsbakteriums     auftreten. Das so erhaltene rohe     d-CL    wird z. B.  durch     Umkristallisieren    aus Aceton oder Methanol  nach dem üblichen     Verfahren    gereinigt.  



  Die Ausbeute an     d-CL    gemäss dem     .erfind#unigs-          gemässen    Verfahren ist ausgezeichnet. Bei einer     CL-          Konzentration        von        0,1-0,2        %        beträgt        die        Ausbeute          an        rohem        d-CL        etwa        70=75        %,

          wie        bei        der        üblichen          Fermentierung.    Sie nimmt jedoch     allmählich    zu in  dem Masse, wie die Konzentration des     Ausgangsmate-          rials        zunimmt,    und macht 85 bis über<B>9004</B>     d-CL     aus, wenn man von     einem    Medium ausgeht,

   welches       zu        Beginn        51/o        bzw.        10-30%        CL        enthält.        Im     letzteren Falle beträgt die Ausbeute .an     gereinigtem          d-CL        mit        einer        Reinheit        von        über        95%        mehr        als          700/9    mit     Bezug    auf das 

  aufgewendete CL.    <I>Beispiel l</I>  0,5g     Pepton,    0,5     -g        Getreideweiche    und 0,5     .g     Glukose wurden in 100     cm3    destilliertem Wasser ge  löst. Die Lösung wurde auf     pH    7,3-7,4 ;gestellt, in  einen Schüttelkolben mit einem Fassungsvermögen       vorn    500     cm3    :gegossen und im     Autoklaven    20 bis  30 Minuten lang bei 120  C sterilisiert.

   Dieses Me  dium impfte man mit     Corynebacterium        simplex,    wel  ches vorher auf     .einem    geeigneten     Inoculum.,    wie       Bouillon-Agar,    gezüchtet worden war, und     schüttelte     bei 25-30  C 24 Stunden lang (mit 130 Vibrationen/  Minute über eine     Strecke    von 5 cm). Die Lösung  wurde     trübe    und     nahem;    mit dem     Fortschritt    der     Kultur          einen    besonderen Geruch an.

   Hierauf     setzte    man  pulverisiertes CL zu und     fermentierte    unter den ,glei  chen Bedingungen weiter.     Erfahrungsgemäss    bewirkt  die Zugabe von CL zur Kultur im allgemeinen eine  starke Zunahme .der Schaumbildung. Die Verwen  dung eines     Antis!chaummittels    ist jedoch, ausser in  Sonderfällen,     nicht    nötig, in welchen die bekannten           Antischaummittel,    wie     Siliconöl,    wirkungsvoll ver  wendet     wenden    können.

   Die     Ferrnentierungsdauer     hängt     in.    erster Linie von der Konzentration des CL  und teilweise auch noch von weiteren     Bedingungen     ab. Im     allgemeinen    jedoch dauert die     Fermentierung     nach dem Impfen ungefähr     24-48    Stunden. Die       Fermentierungsbrühe    wurde verschiedentlich     mikro-          skopisch    untersucht, um eine     Zersetzung    des.

   Pro  duktes infolge     1Jberfermentierung    zu     verhindern.    Die       Fermentierung        wurde    abgebrochen, sobald die     CL,     Kristalle     verschwunden    waren. Die     Fermentierungs-          brühe    wurde trübe     infolge    der in Suspension gegan  genen winzigen Kristalle von     d-CL.    Zur     Ausfällung     dieser Kristalle gab man wenige Tropfen     Siliconöl     als     Antischaum'bildungsmittel    zur     Brühe    und liess diese  dann stehen.

   Die überstehende Lösung, aus welcher    sich die     d-CL-Kristalle    abgeschieden hatten, wurde       dekantiert,    und der     kristalline    Bodensatz wurde     zen-          trifugiert,    mit Äther gewaschen und     getrocknet    zur       Gewinnung    der rohen     d=CL-Kristalle.    In der Mutter  lösung, aus welcher die     d-CL-Kristalle    und andere       Feststoffe    abgeschieden wurden, verbleiben 50 bis  100 mg d-CL/100     arn3    Lösung in gelöstem Zustand  zurück.

   Dieser Anteil kann mit einem mit Wasser  nicht mischbaren Lösungsmittel, beispielsweise mit  einem     gleichen    Volumen Chloroform, extrahiert wer  den. Der     Auszug    wird in üblicher Weise aufgearbeitet,  indem man trocknet, eindampft und     umkristallisiert          zur    Gewinnung des.     d-CL.     



  Die Ausbeuten an     d-CL,    welche man auf Grund  des beschriebenen Verfahrens erzielt, sind in der  nachfolgenden     Tabelle    aufgeführt:  
EMI0004.0046     
  
    Ausbeute <SEP> an
<tb>  CL-Zusatz <SEP> rohem <SEP> Prednisolon/100 <SEP> cm3 <SEP> Brühe
<tb>  Versuch <SEP> g/100 <SEP> cm3 <SEP> Fermentierungs- <SEP> aus <SEP> dem <SEP> Bxei <SEP> Total
<tb>  Nr. <SEP> (CL <SEP> z. <SEP> T. <SEP> gelöst <SEP> und <SEP> dauer <SEP> g/100 <SEP> cm3 <SEP> aus <SEP> der <SEP> Mutterlösung <SEP> g/100 <SEP> cm3
<tb>  z. <SEP> T.

   <SEP> suspendiert)
<tb>  (% <SEP> der <SEP> theoretischen <SEP> mg/100 <SEP> cm3
<tb>  Menge)
<tb>  13 <SEP> 1 <SEP> 24 <SEP> 0,93 <SEP> (94%) <SEP> 55 <SEP> 0,985
<tb>  19 <SEP> 1,5 <SEP> 26-28 <SEP> 1,48 <SEP> <B>(990/9)</B> <SEP> 60 <SEP> 1,54
<tb>  25 <SEP> 2 <SEP> 44 <SEP> 1,6 <SEP> (80%) <SEP> 58 <SEP> 1,658
<tb>  36 <SEP> 3 <SEP> 63 <SEP> 2,5 <SEP> <B>(830/(,)</B> <SEP> 63 <SEP> 2,563
<tb>  38 <SEP> 3 <SEP> 40 <SEP> 2,7 <SEP> (77%) <SEP> 75 <SEP> 2,778
<tb>  43 <SEP> 4 <SEP> 47 <SEP> 3,6 <SEP> <B>(900/9)</B> <SEP> 85 <SEP> 3,685
<tb>  51 <SEP> 5 <SEP> 40 <SEP> 4,3 <SEP> (86%) <SEP> 56 <SEP> 4,38
<tb>  62 <SEP> 6 <SEP> 43 <SEP> 5,4 <SEP> (900/a) <SEP> 64 <SEP> 5,464
<tb>  74 <SEP> 7,5 <SEP> 45 <SEP> 6,8 <SEP> (87 <SEP> <B>%</B>) <SEP> 80 <SEP> 6,88
<tb>  82 <SEP> 8 <SEP> 45 <SEP> 6,8 <SEP> (86%) <SEP> 77 <SEP> 6,977
<tb>  101 <SEP> 10 <SEP> 45 <SEP> 9,4 <SEP> (94%)

   <SEP> 50 <SEP> 9,45
<tb>  153 <SEP> 15 <SEP> 51 <SEP> 13,8 <SEP> (920/a) <SEP> 59 <SEP> <B>1</B>3,859
<tb>  302 <SEP> 30 <SEP> 94 <SEP> 27,6 <SEP> <B>(920/9)</B> <SEP> 65 <SEP> 27,665       Da die so erhaltenen rohen     d-CL-Kristalle    noch  einige Zellen und andere     Verunreinigungen        enthalten,     können sie in diesem Zustand nicht für medizinische  Zwecke verwendet werden.     Eine    Reinigung ist leicht       durchführbar    durch     Umkristallisieren    aus einem.geeig  neten Lösungsmittel, wie     Chloroform    oder Aceton.

    Wenn man beispielsweise die rohen     Kristalle    mit. 20  bis 30     Volumteilen    heissem Aceton in     Anwesenheit     von     Holzkohle    für     Entfärbungszwecke        umkristallisiert,     so     erhält    man     gewöhnlich    ein     d-CL    mit einer Reinheit  von 95 oder     mehr    Prozent (gemäss     polarographischer          Untersuchung)

          in        einer        Ausbeute        von        80        %        mit        Bezug     auf das Rohprodukt.  



  <I>Beispiel 2</I>  5 Liter einer<B>1</B>     4/Olgen    wässerigen      Basamin-Busch -          Lösung        (Markenbezeichnung)    wurden     in,        einen        Ver          suchS        Fermentierüngstank    mit     einem        Fassungsvermö-          gen;    von 10 Liter gegeben und     sterilisiert.    Das     reine            Inoculum    von     Coryneb:

  acterium        simplex    wurde auf das  Medium     genmpft        und    während 24     Stunden    bei 28  C  gezüchtet, wobei man     durch        Durchblasen    von 20-30  Liter     steriller        Luft/Minute    konstant     belüftete.        Anschlie-          ssend    gab man 100 g     Hydnocortison    zu.

   Die     Fermen-          tierurig        enfollgte    unter     den    gleichen Zuchtbedingungen  während 48 Stunden, worauf man die     Fermentserungs-          brühe    wie im vorhergehenden Beispiel aufarbeitete.  Man erhielt 71,5 g gereinigtes     d-CL    mit einer     Rein-          heit        von        über        95        %.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Prednisolon durch fermentative Dehydrierung von Cortisol mit Hilfe von Corynebacterium simplex, dadurch gekennzeichnet, dass man unter aeroben Bedingungen und in Ab wesenheit von organischen Lösungsmitteln fermentiert und dass man das Cortisol in festem Zustand zusetzt. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge- kennzeichnet, dass man der Kulturlösung 1-400 g Ausgangsmaterial/Liter zusetzt. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man die Fermentierungsbrühe nach beendeter Fermentierung in einen festen und einen flüssigen Anteil scheidet, und dass man aus dem ersteren durch Umkristallisieren aus .einem orga- nischen Lösungsmittel Prednisolon isoliert. 3.
    Verfahren nach Unteranspruch 2., dadurch.ge- kennzeichnet, dass man ferner den flüssigen Anteil mit einem mit Wasser nicht mischbaren organischen Lösungsmittel extrahiert und aus dem Auszug das Lösungsmittel entfernt. 4. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch<B>g</B>e kennzeichnet, dass man als Lösungsmittel zum Extra hieren Aceton verwendet. 5. Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch ge kennzeichnet, dass das Umkristallisieren aus Methanol, Äthanol oder Aceton erfolgt.
CH5167557A 1956-10-17 1957-10-17 Verfahren zur Herstellung von Prednisolon CH364260A (de)

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