CH364766A - Anordnung zur elektrolytischen Abscheidung von Metallen und Gasen - Google Patents

Anordnung zur elektrolytischen Abscheidung von Metallen und Gasen

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CH364766A
CH364766A CH6335658A CH6335658A CH364766A CH 364766 A CH364766 A CH 364766A CH 6335658 A CH6335658 A CH 6335658A CH 6335658 A CH6335658 A CH 6335658A CH 364766 A CH364766 A CH 364766A
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Demag Elektrometallurgie Gmbh
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Description


  Anordnung zur     elektrolytischen        Abscheidung    von Metallen und Gasen    Bekanntlich     isst    bei der     elektrolytischen        Abschei-          dung    von Gasen und     Metallen        eine    höhere     Spannung     erforderlich, als     theoretisch    zu erwarten ist.

       Durch          diese    sogenannte     Überspannung    ist somit für die       Abscheidung    die erforderliche elektrische Arbeit grö  sser als vielleicht     unbedingt    erforderlich. Eine Herab  setzung der     überspannung    wäre also von wirtschaft  licher Bedeutung.  



  Die Überspannung hat mehrere Ursachen, die bis  heute noch nicht restlos geklärt sind. Man weiss,     dass     die     überspannung    erheblich vom     Elektrodenmaterial     abhängt. Es wurde bereits gefunden,     d'ass        schwefel-,     seien- oder     tellurhaltige    Elektroden, Legierungen von  Metallen, aber auch Oberflächen aus Platinmetallen,  die Überspannung     herabsetzen        (DRP    Nm. 378136,  411<B>528,</B> 414 969, Auslegeschrift Nr.<B><I>1</I>005</B> 938). Der  Grund für diese Verbesserungen war bis jetzt nicht  bekannt.

   In der Mehrzahl wurden solche     besondere          Elektrodenmaterialien    auch nur für die Kathode an  gegeben. In einigen Fällen wurden die gleichen, ver  besserten     Elektrodenmaterialien    sowohl für die Ka  thode als auch für die Anode verwendet.  



  Der     Grundgedanke    der Erfindung geht von der  Vorstellung aus, dass die Überspannung ganz oder  teilweise dadurch hervorgerufen wird, dass eine Ar  beit für die Ablösung     eines    Elektrons von der Ka  thode     bzw.    dass eine Arbeit für die Ablösung     eines     Elektrons vom negativen Ion vor der Anode zu lei  sten ist. Gelingt es nun, diese Arbeit entweder auf  der einen oder auch auf der anderen Seite, nach Mög  lichkeit aber sowohl an der Kathode wie auch an der  Anode     herabzusetzen,    dann würde sich dies in einer  Verkleinerung der     überspannung    bemerkbar machen.

    Dies ist     gelungeny    und zwar durch geeignete Wahl  oder Herstellung der     Elektrodenoberfläche.       Die     Erfindung    ist nun dadurch     gekennzeichnet,     dass zur     Herabsetzung    der     überspannung    die Katho  denoberfläche     mindestens    teilweise aus     einem    n Halb  leiter und die     Anodenoberfläche    mindestens     teilweise     aus einem     p-Halbleiter    besteht. Der     n-Halbleiter    gibt  leicht Elektronen ab, der     p-Halbleiter    nimmt gern  Elektronen auf.  



       Nähern    sich also positive Ionen der Kathode, so  werden sich im     n-Halbleiter    die Elektronen infolge  der Ausbildung     einer        Doppelschicht    an der Ober  fläche     sammeln,    und sie werden infolge ihrer hohen       energetischen    Lage oberhalb der     Fermikante    leicht  austreten können. Die Wahl, einer höheren Arbeits  temperatur (z.

   B. von     etwa        8a         Q    wirkt sich     in    dop  pelter Hinsicht günstig aus:  a) weil die Bildung der negativen     Ladungsträger,     also der Elektronen,     im    Halbleiter bei     Steigerung    der       Temperatur        ausserordentlich    stark zunimmt,  b) weil bei höherer Temperatur die Elektronen  eine grössere Energie     besitzen:

            Nähern    sich     negative    Ionen der Anode, deren  Oberfläche aus     einem        p-Halbleiter    bestehen     soll,    so       wandern        positive    Defektelektronen dieses Halbleiters  an die     Oberfläche.    Diese     Defektelektronen    nehmen  begierig Elektronen der negativen Ionen auf, wo  durch     diel        Elektronenübergang        gefördert    wird. Der  Unterschied     gegenüber    einer Metallelektrode ist deut  lich erkennbar.

   Auch wenn man     annimmt,    dass jede  Elektrode von einer dünnen Gashaut überzogen ist,  so bleibt die     Verringerung    der     Überspannung    beste  hen, wenn auch die Herabsetzung nicht so stark sein  dürfte.  



       Von    vielen Halbleitern, die als Beispiele genannt  werden könnten, kommen nicht     alle    in Frage, da zu  beachten ist, dass eine Zerstörung des     Halbleiters     durch den Elektrolyten vermieden wird. Das ist aber      ebenso     selbstverständlich    wie bei reinen Metallelek  troden. Für sehr viele Elektrolyte lassen sich jedoch  die entsprechend geeigneten Halbleiter     finden.    Als  Beispiel sei die Zersetzung von Wasser     mittels    Elek  trolyse von     Kalilauge    genannt.

   Es, bewegen sich also  positive     Kaliumionen    zur Kathode und negative     OH-          Ionen    zur Anode. Als negative Elektrode wird bei  spielsweise Eisen gewählt, dessen rauhe Oberfläche  zunächst oxydiert ist und dann durch teilweise     Re-          duktion    (z. B. in Wasserstoff-Atmosphäre) zu einem       Reduktions-    oder     überschuss-Halbleiter    geworden ist.  



       Durch    den     Entzug    von Sauerstoff befindet sich  Eisen     stöchiometrisch    im     überschuss    in der Verbin  dung,     die    einfach     ein        Gemisch    von     Fe0    und     Fe20        j          sein    möge.

   Ein Elektron eines überschüssigen Eisen  atoms ist sehr leicht     abspaltbar,    so     dass    sich bereits  bei     Zimmertemperatur    stets     Elektronen    im     Leitfähig          keitsband    befinden. Die Erzeugung von     Donataren     kann statt durch Reduktion einer vorher     oxydierten     (oder     sulfidierten    oder chlorierten) Verbindung auch       durch    Einbau von Fremdatomen erfolgen. Oxydation  wird hier chemisch     allgemein    verstanden; es kann also  ausser der Einwirkung von Sauerstoff z.

   B. auch     Sul-          fidierung    oder     Chlorierung    sein.  



  In der Deutschen     Patentschrift    Nr. 818 639 wird  eine Kathode beschrieben, dessen Oberfläche teilweise  aus     Eisensulfid    besteht und in einem Wasserstoff  strom geglüht     war.    Der dort beschriebene     Herstel-          lungsprozess    kann zu einem Halbleiter und zu     einer     Elektrode mit geringerer     -Überspannung    führen,.  



  Dies muss jedoch nicht sein, wenn beim Herstel  lung     sprozess    nicht darauf geachtet wird, unbedingt  einen     n-Halbleiter    zu erhalten. Geringe Spuren eines  fremden Elementes können z. B. einen Halbleiter  vergiften und     seine    elektrische     Leitfähigkeit    vernich  ten, wenn die Atome der fremden Elemente als Ak  zeptoren wirken und die freien Elektronen aufnehmen  und     festhalten.    Dies kann z. B. ,geschehen durch den  Einbau von Kationen oder Anionen geringerer Wer  tigkeit. Infolge einer solchen Vergiftung würde     nicht     nur die Leitfähigkeit, sondern naturgemäss auch der  Austritt von     Elektronen    erschwert.

   Entsprechendes  gilt für die Defektelektronen des Halbleiters der An  ode. Hier würde im Falle der     Vergiftung    die Auf  nahme von Elektroden erschwert werden.  



  Bei fast allen     n-Halbleitern,    welche auf diese  Weise durch     Einbau    von Fremdatomen hergestellt  waren; war der Austritt von. Elektronen aus der Ober  fläche so     begünstigt,        d'ass    dieser bereits in Luft ohne  äusseres Feld     erfolgte,    wenn eine geringe Anregung  (z. B. durch     Reiben,    oder durch Licht) erfolgt war.  Noch stundenlang nach dieser Anregung ist der Nach  weis solcher Elektronen, die in der Literatur auch als       Exoelektronen    bezeichnet werden, möglich.

   Der  Nachweis erfolgt zweckmässig dadurch, dass der Halb  leiter in einen     Spitzenzähler    gelegt wird, wobei durch  ein Gitter auch die     Einwirkung    des Feldes im Zähler       verhindert    werden kann. Beim Aluminiumoxyd ge  lang der Nachweis     dieser    Elektronen     noch    24 Stunden    nach der Anregung durch Reiben auf einfache Weise  dadurch, dass die Aluminiumplatte mit der     Halbleiter-          oberfläche    auf eine feuchte     Jodkalium-Stärkeschicht     gelegt wurde. Die Wirkung der Elektronen erfolgt  dann über die Bildung von Wasserstoffperoxyd..

   Ge  nau gegenüber den geriebenen Stellen (Buchstaben  oder Zahlen) war die Stärke durch Jod gefärbt.  



  Andere Beispiele für typische     n-Halbleiter    sind       ZnO    und     MnO..     



  Als Anode ist im Gegensatz zur Kathode eine  Elektrode erforderlich, welche gern Elektronen auf  nimmt. Hierfür kommt erfindungsgemäss also ein     p-          Halbleiter    in Frage. Dieser enthält Elektronenlücken,  welche sich ähnlich wie positive Ladungsträger ver  halten und auch als Defektelektronen bezeichnet wer  den.  



  Typische     p-Halbleiter        sind    Selen,     Cu.0,        Ni0,          Co0,    auch     Fe0.    Jedoch ist zu beachten, dass auch  wirklich ein     überschu.ss    von     Sauerstoff,    also ein     stö-          chiometrischer        Mangel    an Metall, vorliegt. Deshalb  heissen diese Halbleiter auch Mangelhalbleiter oder  auch Oxydationshalbleiter. Statt     Sauerstoffüberschuss     kann selbstverständlich auch ein     Schwefelüberschuss     (z.

   B. beim     PbS)    oder Chlor- oder     Fluorüberschuss     vorliegen.  



  Die positiven Defektelektronen, also die Elek  tronenlücken, bilden sich dadurch., dass die Störstellen  als Akzeptoren wirken und Elektronen aufnehmen.  Die Zahl der Defektelektronen wächst mit zunehmen  der     Temperatur.     



  In dem genannten Beispiel, also im Falle der Zer  setzung von Wasser durch Elektrolyse von Kalilauge,  finden die OH-Ionen als Anode einen     p-Halbleiter     mit     Defektelektronen,    welche die von den OH-Ionen  abzugebenden Elektronen gern übernehmen. Beim  reinen Metall ist die Übernahme eines Elektrons da  durch möglich, dass durch das elektrische Feld die  Elektronen des Metalls etwas von der     Oberfläche    in  das Innere rücken und so das positive Gitter das       Elektron    des OH-Ions übernehmen kann. Wegen der  kleinen Spannung kann diese Wirkung nicht allzu  gross sein.

   Die Wirkung der Defektelektronen im  Halbleiter ist     deshalb        grösser    - ebenso wie die Wir  kung der     Elektronen    im     n-Halbleiter,    - weil     dlurch          ihre    geringe Zahl und Beweglichkeit das elektrische  Feld weniger stark zusammenbricht, als dies bei Metal  len der     Fall    ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Anordnung zur elektrolytischen Abscheidung von Metallen und Gasen, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herabsetzung der Überspannung die Kathoden oberfläche mindestens teilweise aus einem n-Halb- leiter und die Anodenoberfläche mindestens teilweise aus einem p-Halbleiter besteht. UNTERANSPRÜCHE 1. Anordnung nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Oberfläche der Kathode aus einem teilweise reduzierten Oxyd des Grundmetalles besteht. 2.
    Anordnung nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, d'ass die Oberfläche der Anode aus einer kräftig oxydierten Schicht des Grundmetal!les besteht. 3. Anordnung nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Oberflächen der Elektronen durch Zusätze von Fremdstoffen derart dotiert sind, dass sie den gewünschten Leitfähigkeitstyp aufweisen.
CH6335658A 1957-09-10 1958-08-27 Anordnung zur elektrolytischen Abscheidung von Metallen und Gasen CH364766A (de)

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