Elastischer Beutel für Beatmungsgeräte
Die Erfindung betrifft einen elastischen Beutel für einen Beatmungsapparat zur Wiederbelebung von bewusstlosen Personen.
Mit einem solchen, bereits im Schweizerpatent Nr. 353128 beschriebenen Apparat können rhythmische Luftströmungen nach den Lungen einer bewusstlosen Person hin erzeugt werden, und er weist gewöhnlich von Hand betätigbare Bälge auf. Diese Bälge werden entweder auf einer Atmungsmaske angebracht oder am Körper des Lebensretters mittels eines Riemens befestigt. Apparate, deren Bälge auf der Atmungsmaske befestigt sind, haben den Nachteil, dass die Bälge durch die Pumpbewegung rhythmisch gegen den Mund des Patienten gepresst werden, wodurch die freie Strömung der Luft durch die Atmungskanäle gehindert werden kann. Die Betätigung der Bälge verlangt ausserdem kräftige Armbewegungen, so dass der Lebensretter schnell ermüdet und die künstliche Beatmung nicht während längerer Zeit durchführen kann.
Ausserdem ist der Widerstand gegen die Pumpbewegung in den Bälgen selbst gewöhnlich so gross, dass der Lebensretter einen Widerstand gegen das Strömen der Luft in den Atmungskanälen des Patienten nicht wahrnehmen kann.
Das Einpumpen von Luft mit Gewalt in verstopfte Atmungskanäle ist jedoch gefährlich für den Patienten.
Das genannte Patent beschreibt einen Apparat für künstliche Beatmung, der einen aus Gummi, luftdichtem Stoff, Kunststoff oder dergleichen bestehenden Beutel mit einer inneren elastischen Einlage oder einem Futter enthält, das aus einem Schwamm- oder Schaumstoff besteht und das nach Zusammendrücken des Beutels sich ausweitet und dabei über ein Ventil Luft in den Beutel einsaugt. Diese Luft wird beim Zusammenpressen des Beutels über ein anderes Ventil in die Atmungsmaske eingepresst.
Der weiche Schaumgummi der Einlage ermöglicht es, dass der die Beatmung Ausführende, ohne zu ermüden, den Beutel oft zusammenpressen kann und dass er jeden Widerstand gegen das freie Strömen der Luft vom Beutel in die Lungen mit den Fingerspitzen fühlen kann, so dass jede schädliche, mit Gewalt vorgenommene Einpressung von Luft unter Zurückpressung von in den Atmungskanälen vorhandenen Hindernissen vermieden wird.
Es hat sich gezeigt, dass die gleiche Wirkung wie mit der Schaumgummieinlage bei einem derartigen Beutel auch auf andere Weise erzielt werden kann, nämlich dadurch, dass man die Wand des Beutels derart ausbildet, dass sie Stellen mit voneinander abweichendem Widerstandsvermögen gegen Deformation besitzt, so dass Teile der Wand steif und andere Teile derselben nachgiebig sind und die Finger beim Zusammenpressen des Beutels somit an den Stellen grösserer Nachgiebigkeit nur geringen Widerstand finden. Diese verschiedenartige Nachgiebigkeit kann dadurch erzielt werden, dass man den Beutel aus einer Anzahl von Elementen aus biegsamem Material, wie Gummi, Kunststoff usw., herstellt, die zu einem Gerüst verbunden und mittels einer Haut aus Gummi oder ähnlichem Material miteinander verbunden sind.
Nach Zusammenpressung des Beutels hat dieser also das Bestreben, seine ursprüngliche Form wieder anzunehmen und Luft über ein Ventil einzusaugen, die dann über ein anderes Ventil beim Zusammendrücken des Beutels in die Maske gedrückt wird.
Die biegsamen Elemente der Haut können die Form von Streifen aus Gummi, Kunststoff oder dergleichen besitzen, die miteinander zum Beutel verbunden sind.
Der Beutel kann auch mit einer oder mehreren nachgiebigen Innenwänden mit einer oder mehreren Öffnungen für den Luftdurchtritt versehen sein. Diese Wände unterstützen die Ausweitungsbewegung des Beutels in die normale Form nach der Druckentlastung und können in zur Längsachse des Beutels parallelen, geneigten oder senkrechten Ebenen angeordnet sein.
Die inneren nachgiebigen Wände können durch transversale innere nachgiebige Verbindungen ersetzt werden, die einander gegenüberliegende Seiten des Beutels miteinander verbinden und in ein und derselben Ebene oder in mehreren gegeneinander geneigten Ebenen gelegen sind. Die nachgiebigen Verbindungen können Stangen aus Gummi oder Kunststoff oder Schraubenfedern sein.
Bei einer zweckmässigen Ausführungsform besteht der Beutel aus einem Gerüst aus Streifen aus Gummi oder dergleichen, welche sich wie die Meridiane und Parallelkreise eines Globus erstrecken. Dieses Gerüst ist mit einer Gummibelegung oder einer Kunststoffbelegung versehen. Bei Benutzung des Beutels kann man diesen an solchen Stellen greifen und zusammendrücken, an denen keine versteifenden Streifen oder Rippen vorhanden sind.
Die Rippen können auch dadurch hergestellt werden, dass man die Innenwand des Beutels an den zu schwächenden Stellen mit Vertiefungen versieht, so dass die zwischen den Vertiefungen gelegenen Stellen der Innenwand als rippenartige Vorsprünge zurückbleiben, oder man kann die Rippen auf die Innenwand aufkleben oder in sonstiger Weise aufbringen.
Die Rippen können über beliebige Zonen der Innenwand und brauchen nicht über die gesamte Innenwand zu verlaufen.
Einige Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes sind beispielsweise in der Zeichnung dargestellt.
Fig. 1 ist ein Längsschnitt durch einen mit Rippen versehenen Beutel mit etwa elliptischer Form,
Fig. 2 ist ein Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1,
Fig. 3 ist ein Längsschnitt durch eine andere Ausführungsform mit Lochzonen,
Fig. 4 ist ein Längs schnitt durch einen Beutel mit einer Versteifungswand,
Fig. 5 ist ein Längsschnitt durch einen Beutel mit einer Trennwand und
Fig. 6 zeigt eine Ausführungsform mit einem Aussen- und einem Innenbeutel.
In Fig. 1 ist die Innenwand des Beutels mit 1 bezeichnet. Die Innenwand ist mit aus ihr hervortretenden, versteifenden jedoch in gewissem Grad nachgiebigen Rippen 2 und zwischen den Rippen gelegenen Feldern 3 mit grösserer Nachgiebigkeit versehen. Die Stärke der Rippen kann z. B. 3 mm betragen, während die Wandstärke des Beutels in den zwischen den Rippen gelegenen Feldern z. B. 0,7 mm beträgt. Durch diese Ausbildung der Beutelwandung wird erreicht, dass der Beutel sich ohne grosse Anstrengung viele Male zusammenpressen lässt und dass die Felder 3 mit geringerer Wandstärke es ermöglichen, dass ein Widerstand gegen das Einpressen von Luft in die Lungen mit den Fingerspitzen leicht abgefühlt werden kann.
Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 3 wird eine ähnliche Wirkung durch die Schwächung der Beutelwandung 1 mittels der lochförmigen Vertiefungen 4 herbeigeführt. Das erwähnte Fingerspitzengefühl wird beibehalten, da das Abführen der Lochvertiefungen zwischen den vollen Stellen 5 der Innenwand trotz der kleinen Dimensionen der Vertiefungen möglich ist.
Die Form der Vertiefungen kann beliebig sein.
Diese können runde oder polygonale Form, z. B.
Bienenwabenform, besitzen, wie in Fig. 3 gezeigt. In Fig. 3 erstrecken sich mehrere Zonen 6 mit lochartigen Vertiefungen 4 über die Innenwand. Man kann steifere Stellen auf der Innenwand dadurch erhalten, dass man die Lochzonen an den gewünschten Stellen fortlässt, so dass z. B. steifere Zonen in der Nähe der Ventile und eine mittlere steifere Zone entsteht, die sich über die Längsmitte des Beutels erstreckt.
Man kann auch den Innenraum des Beutels, insbesondere wenn der Beutel grössere Dimensionen besitzt, durch eine Wand 7, wie in Fig. 4 gezeigt, in zwei Teile aufteilen, die durch einen Kanal 8 miteinander verbunden sind. Auch diese Wand hat den Zweck, den Beutel zu versteifen.
Wenn die Querwand 9, wie in Fig. 5 gezeigt, keine Kanäle besitzt, können die zu beiden Seiten derselben gelegenen Volumina des Beutels für verschiedene Zwecke gleichzeitig angewandt werden, z. B. kann das eine Volumen 10 zum Einblasen von Luft in die Lungen und das andere 11 zum Aussaugen der Luft aus den Lungen unter Einschaltung von besonderen Ventilen benutzt werden.
Die Aufteilung des Beutels in zwei Volumina kann auch dadurch erfolgen, dass, wie in Fig. 6 gezeigt, ein mit dem Beutel koaxialer zweiter kleinerer Beutel 12 im Innern des Beutels 1 angebracht ist, wobei der innere Beutel mittels Rippen 13 im Abstand vom Aussenbeutel gehalten wird. Der Innenbeutel steht über eine Schlauchleitung 14 mit den Ein- und Auslassventilen in Verbindung.
Die Luftzufuhr und Abfuhr zu den Kammern des Beutels gemäss Fig. 5 erfolgt zweckmässig mittels zweier zueinander axialer Leitungen. Von diesen leitet die äussere zu der einen Kammer und die innere zu einem in der Querwand des Beutels angebrachten Kanal, der nach der anderen Kammer führt. Jede der beiden Leitungen ist mit Ein- und Auslassventilen versehen.
Mit Vorteil wird der Beutel aus antistatischem Gummi hergestellt, so dass elektrische Aufladungen vermieden werden können.