Verfahren und Anlage zum Mischen von Tabak Das Patent betrifft sowohl ein Verfahren zum Mischen von Tabak als auch eine Anlage zur Durch führung des Verfahrens.
Um verschiedene Tabaksorten miteinander zu mischen, werden bekanntlich die verschiedenen Mischkomponenten mittels eines über einen Misch behälter hin und her bewegten Förderers über die ganze Länge des Behälters in diesen eingestreut. Es entsteht dabei ein Tabakstapel, der dann auf einen den Behälterboden bildenden endlosen Förderband bewegt und am Austragende des Behälters ausge tragen wird.
Es gibt Tabakmischungen, die oft aus vielen (bis zu vierzig) Mischkomponenten bestehen, die zumin dest einmal über die Gesamtlänge des Mischbehälters eingestreut werden müssen, wenn gewährleistet sein soll, dass die betreffende Komponente über die ge samte Länge des Stapels verteilt ist. Die tabakver arbeitende Industrie gibt sich damit aber nicht zufrie den. Sie fordert, dass jeder Mischungsanteil mehrfach über die Behälterlänge eingestreut wird. Wenn die Mischungsanteile gross genug sind, bietet das keine Schwierigkeit.
Da aber jeder Mischungsanteil zu meist nochmals mehrfach unterteilt wird, um diese Teilmengen in verschiedenen Höhen des Tabaksta pels einstreuen zu können, sind die dem Mischbehäl ter zugeführten Tabakmengen, die über die gesamte Behälterlänge eingestreut werden sollen, oft sehr gering ; sie betragen nur wenige Kilogramm.
Nun sind bekanntlich solchen Anlagen zum Mi schen von Tabak Einrichtungen, z. B. eine Löse anlage, vorgeschaltet, die eine durch den Bedarf be stimmte Leistung besitzen. Diese muss nicht nur aus Gründen der Ausnutzung der Anlage, sondern auch aus Zeitgründen voll in Anspruch genommen werden, da pro Tag eine dieser Leistung entsprechende An zahl Mischungen benötigt wird. Aus rein konstruk tiven Gründen wird für das Einstreuen des Tabaks über die gesamte Länge des Mischbehälters, die dreissig Meter und mehr beträgt, eine Mindestzeit benötigt.
Diese Mindestzeit ergibt, bezogen auf den Durchsatz, eine bestimmte Tabakmenge, die wäh rend einer Hin- und Herbewegung des Förderers über den Mischbehälter in diesen eingestreut wird. Da nun aber diese Tabakmenge um ein Vielfaches grösser als der kleinste Mischungsanteil ist, werden mit den bekannten Mischanlagen derart kleine Mischungsan teile bei annähernd konstantem Durchsatz nur über eine Teillänge des Behälters eingestreut.
Um nun wenigstens der Grundforderung des Ein streuens der kleinsten Mengen über die gesamte Länge des Behälters zu entsprechen, müsste der Durchsatz zumindest während der Zeit des Zufüh- rens dieser einzelnen Mischkomponenten um ein Vielfaches verringert werden. Das erfordert aber zu sätzliche Vorrichtungen und erhebliche Zeit. Aber an ein Einstreuen dieser kleinen Mischungsanteile über die Länge des Mischbehälters, womöglich in meh reren Schichten, war überhaupt nicht zu denken.
Mit dem Verfahren nach der Erfindung wird dies dadurch gelöst, dass die Tabaksorten in einen Stau behälter von solch grosser Bodenfläche eingestreut werden, dass letzterer von der kleinsten Mischkom ponente mindestens einmal bedeckt wird und das Austragen des so erstellten Staustapels in einer Zeit erfolgt, die jener Zeit entspricht, die das Verteiler- band benötigt, um den Staustapel in mindestens einer Schicht in den Mischbehälter seiner Länge nach ein zustreuen.
Anhand der Zeichnung wird anschliessend in einem Ausführungsbeispiel das Verfahren nach der Erfindung erläutert. Es zeigen Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Anlage zum Mi schen von Tabak Fig. 2 eine Ansicht der Mischanlage in Richtung des Pfeiles A in der Fig. 1 gesehen.
Die gezeigte Mischanlage hat zwei Mischbehälter 9 und 9a, die je mit einem als umlaufendes Band ausgebildeten Boden und mit mechanischen Aus tragmitteln am einen Stirnende versehen sind, und einen Staubbehälter 1 mit einem hin- und herschwin- genden Verteilertrichter 2. Der Boden des Stau behälters 1 wird durch ein ständig umlaufendes Band 3 gebildet. Am Austragende des Staubehälters 1 sind in bekannter Weise ein oder mehrere Rechen räder 12 angeordnet, die den Tabak in den Einfall trichter 4 einer pneumatischen Förderleitung 5 auf geben. Eine Austragschleuse 6 gibt den Tabak aus der pneumatischen Förderleitung 5 auf ein Förder band 7.
Das Förderband 7 beschickt entweder das Verteilerband 8 oder das Verteilerband 8a, die über die gesamte Länge der Mischbehälter 9 und 9a hin- und herbewegt werden, je nachdem welcher der bei den Mischbehälter 9 und 9a gefüllt werden soll.
Der von einer nicht dargestellten Löseanlage kommende Tabak wird aus einer Austragschleuse 10 auf einen Förderer<B>11</B> ausgeschleust, dessen Abgabe ende oberhalb des Verteilertrichters 2 angeordnet ist. Während des Füllens des Mischbehälters 9 bzw. 9a arbeitet die gesamte Anlage mit etwa konstantem Durchsatz.
Bei einem Durchsatz von ca. 3000 kg/h und einer besonders kleinen Mischungskomponente von 5 kg stehen 6 sek zum Einstreuen dieser Mischungskom ponente zur Verfügung. 6 Sekunden lang wird daher die kleinste Mischungskomponente von der Austrag schleuse 10 und dem Förderer 11 gefördert und von letzterem an den Verteiler 2 abgegeben. Der Verteiler 2 streut nun innerhalb dieser 6 sek die kleinste Mi schungskomponente in mindestens einer Lage in den Staubehälter 1 ein. Je grösser die Lagenzahl ist, desto gleichmässiger ist die Verteilung über die Länge des Staubehälters.
Diese Länge des Staubehälters ist nun so gewählt (2,5 m), dass die zum Verteilen verwen deten mechanischen Mittel die kleinste Mischungs komponente mit einer genügenden Anzahl von Schichten über die Länge des Staubehälters 1 streuen. Bei Verwendung eines Verteilertrichters werden durch sechsmalige Schwenkbewegung desselben sechs Schichten eingelegt, während das bei Verwendung eines hin- und herfahrbaren Bandes nur zwei Schichten sein würden. Die über die Länge des Staubehälters eingestreu ten Schichten sollen nun über die Länge des be treffenden Mischbehälters 9 bzw. 9a ausgetragen werden, wobei die Mindestforderung ist, dass sie einmal über die ganze Länge des Mischbehälters 9 bzw. 9a eingestreut werden.
Die Einstreuzeit durch die Verteilerbänder 8 bzw. 8a beträgt bei einer Mischbehälterlänge von 30 m ca. 1 Minute. Es wäre die grundsätzliche Bedingung erfüllt, wenn das Bo denband 3 des Staubehälters 2,5 m Geschwindigkeit pro Minute hat.
Bei dem vorliegenden Ausführungs beispiel beträgt die Geschwindigkeit des Bodenban des 3 für die Staubehälterlänge von 2,5 m 4 min, und die eingelegte Schicht wird somit in dieser Zeit von den Rechenrädern 12 abgenommen, aufgelockert und der pneumatischen Einfalldüse 4 zugeführt und von der Förderleitung 5 zu der Austragschleuse 6 gefördert, unter der das Verteilerband 8 bzw. 8a in 4 min viermal hin- und herbewegt wird. Somit streut das Verteilerband 8 bzw. 8a die kleinste Mischungs komponente in vier Schichten in den Mischbehälter 9 bzw. 9a ein.
Bei dem vorgenannten Durchsatz von 3000 kg werden pro Minute 50 kg durch alle Teile der Anlage gefördert. Die Menge des von den Re chenrädern 12 abgenommenen Tabaks ist nun aber bei vorgegebener Geschwindigkeit des Bodenbandes 3 abhängig von der Schichthöhe. Somit wird bei Ein schalten der Anlage während einer gewissen Anlauf zeit die durch den Verteilertrichter 2 zugeführte Menge grösser sein als die von den Rechenrädern 12 abgenommene Menge. Dadurch staut sich der Tabak in dem Staubehälter 1 bis zu einer Schichthöhe, bei der die zugeführte gleich der abgegebenen Menge ist. Diese Schichthöhe stellt sich also von selbst ein. Ist sie erreicht, so durchlaufen 50 kg Tabak/min jeden Teil der beschriebenen Anlage.