CH367845A - Verfahren zur Lichtbogenschweissung von Schienen, Weichen oder Kreuzungen - Google Patents
Verfahren zur Lichtbogenschweissung von Schienen, Weichen oder KreuzungenInfo
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Description
Verfahren zur Lichtbogenschweissung von Schienen, Weichen oder Kreuzungen Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Ver fahren zur Lichtbogenschweissung von Schienen, Wei chen oder Kreuzungen, bei denen die Schweissstelle infolge der durch eine hohe Zugsfrequenz bedingten Unterbrechung der Schweissarbeit einer starken Ab kühlung unterworfen ist.
Bei der Schweissung an Schienen zum Unterhalt von Gleisen, Weichen und Kreuzungen ist es notwen dig, die Schienen mittels besonderer Vorrichtungen vorzuwärmen. Der Grund dieser Vorwärmung ist eine Verminderung der Abkühlungsgeschwindigkeit aus der Schweisshitze. Die Abkühlung muss so langsam erfolgen, dass sich kein sprödes Gefüge im Stahl bildet, speziell kein Martensit, der immer mit Mikrorissen verbunden ist, wenn er in grossem Ausmass auftritt.
Sind Mikrorisse oder Martensit im Stahl vorhanden, so erfolgt nach kürzerem oder längerem Betrieb ein Bruch in der Schweissstelle.
Nun ist es an und für sich einfach, eine Schiene auf die nötige Temperatur vorzuwärmen, die bei den üblichen Auftrags- und Verbindungsschweissungen höher als 300 C sein. soll, wenn man Bräche ver meiden will.
Wenn aber auf einer Strecke geschweisst wird, die starkem Zugsverkehr unterliegt, so muss die Schweissarbeit häufig unterbrochen werden, und in den Arbeitspausen kühlt die Schiene je nach den Wetterverhältnissen und der Dauer der erzwungenen Arbeitspause häufig unter die zulässige Temperatur ab. Es ist darum bekannt, dass Schienen, die bei star kem Zugsverkehr geschweisst werden, besonders bruchanfällig sind.
Untersuchungen solcher Bruchstel len zeigten, dass es sich immer um Schienen handelt mit einem auf die zu rasche Abkühlung der Schweiss stelle zurückzuführenden Grobkorngefüge.
Die Erfindung basiert auf der Erkenntnis, dass nun die geschilderten Nachteile sich vermeiden lassen und ein Schweissen bei viel tieferen Temperaturen der Schiene ermöglicht wird, wenn man erfindungsgemäss das Gefüge der Schweissstelle durch eine Vergütung zähe macht. Man muss vor allem darnach trachten, die Entstehung von Martensit zu unterbinden, oder den Martensitgehalt nachträglich wieder herabzuset zen.
Im ersten Fall könnte man von einem Ver- gütungsschweissen und im zweiten Fall von einer nachträglichen Vergütung sprechen. Das Endresul tat ist aber praktisch dasselbe.
Es ist nun einigermassen erstaunlich, dass es ge lungen ist, die bisher als gegeben hingenommenen Nachteile der Schweissung von Schienenköpfen oder dergleichen durch eine Vergütung zu beheben. Dank der Erfindung wird es in Zukunft möglich sein, ein- wandfreie Schweissungen auch bei mehreren Arbeits- unterbrüchen zu erhalten.
Das Vergütungsschweissen wird zweckmässiger weise so durchgeführt, dass wenigstens nach jeder Arbeitsunterbrechung zunächst eine Raupe von maxi mal 6 cm Länge aufgetragen wird', die ohne Ent fernung der Schlacke sogleich mindestens einmal über schweisst wird, und zwar unter Verwendung von Schweisselektroden, die ein fehlerfreies Schweissen in der Schlacke gestatten.
Es genügen bei diesem Verfah ren Temperaturen der Schweissstellenumgebung von 70-80 C bei einem Kohlenstoffgehalt des Schweiss- stahles von etwa 0,404, um die Entstehung des sprö den Kornes in genügendem Masse zu verhindern. Man kann also die Schiene zunächst in üblicher Weise vor wärmen und verfügt dann über genügend Zeit für die Durchführung der Schweissung,
da die Abkühlung auf diese Temperaturen schon verhältnismässig lange dauert. Dagegen liegt zweckmässig die Minimaltempe- ratur bei der üblichen Schweissmethode bei etwa 300 C.
Anstelle der Vergütungsschweissu.ng oder zusätz lich zu derselben kann ein nachträgliches Vergüten traten, indem man die Schweissstelle durch nachträg liches Erhitzen auf über 400 C nachbehandelt. Dies ist empfehlenswert, wenn die Temperatur der Schiene vor Beendigung des Schweissvorganges, aber bei Be folgung der anderen Verfahrensschritte des oben be schriebenen Vergütungsschweissens, auf unter 70 bis 80 C absinkt.
Diese Vergütung kann durch ein nachträgliches Erhitzen der Schweissstelle durch eine beliebige Wärmequelle bewirkt werden. Bereits bei einer Tem peratur von 400 C kann eine merkliche Vergütung der Schweissstelle erreicht werden. Besser ist eine An lasstemperatur von etwa 650 C, die gleichzeitig ent spannend wirkt. Da man aber wegen des Zugsverkehrs die Schweissstelle nur kurzzeitig anlassen kann, ist es am besten, sie auf Rotglut zu erhitzen. Es ist nicht nötig, längere Zeit auf der Anlasstemperatur zu ver bleiben.
Man kann die Schweissstelle unmittelbar nach Erreichung der Rotglut erkalten lassen, wobei als ein zige Vorsichtsmassnahme ein Schutz gegen Tropf wasser (Regen) notwendig ist. Bereits bei einer Tem peratur von etwa 500 C ist die Schiene wieder be fahrbar. Das Erhitzen der Schweissung auf Rotglut, wobei aus Verformungsrücksichten der Schienenfuss mit erwärmt wird, dauert mittels zweier kräftiger Schweissbrenner nur etwa 2 Minuten, ebenso das an schliessende Abkühlen auf 500 C.
Die Zeit zwischen zwei Zügen muss also mindestens 4 Minuten betragen, damit diese Methode anwendbar ist.
Bei Schienen kann man bekanntlich durch ört liches Erhitzen jede gewünschte Verformung erzielen. Wird nur der Kopf auf Glühhitze gebracht, so senkt sich die Schiene nach dem Erkalten. Wird nur der Fuss geglüht, so hebt sie sich nach dem Erkalten. Man kann diese Tatsache insbesondere bei Stossschwei- ssungen zur Verbilligung des Verfahrens benutzen, indem man nach der Schweissung nur den Schienen kopf erhitzt. Zu diesem Zwecke werden zweckmässig die beiden Schienenenden vor dem Schweissen etwas überhöht, z.
B. 1-2 mm über das Niveau der Fahr- fläche. Nach dem Vergütungsglühen des Kopfes und dem anschliessenden Erkalten senkt sich dann die Schweissstelle auf die gewünschte Höhe der Fahr fläche ab. Die Härte der Oberfläche der Schweissung muss natürlich mindestens so gross sein wie die der Schie nen. Die verwendeten Elektroden haben also vorteil haft die Eigenschaft, dass sie bei der Schweissung auf der kalten Schiene keine Risse bilden und dass die Schweissung nach dem Anlassen noch eine Härte von 220 Vickerseinheiten besitzt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Lichtbogenschweissung von Schie nen, Weichen oder Kreuzungen, bei denen die Schweissstelle infolge der durch eine hohe Zugsfre- quenz bedingten Unterbrechung der Schweissarbeit einer starken Abkühlung unterworfen ist, dadurch ge kennzeichnet, d'ass das Gefüge der Schweissstelle durch eine Vergütung zähe gemacht wird. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass wenigstens nach jeder Arbeitsunter brechung zunächst eine Raupe von maximal 6 cm Länge aufgetragen wird, die ohne Entfernung der Schlacke sogleich mindestens einmal überschweisst wird, und zwar unter Verwendung von Schweisselek troden, die ein fehlerfreies Schweissen in der Schlacke gestatten. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Schweissstelle durch nachträg liches Erhitzen auf eine über 400 C liegende Tem peratur nachbehandelt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Unteran sprüchen 1 und 2. 4.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Schiene vor der Schweissung an der zu schweissenden Stelle so überhöht wird, dass sie nach dem Vergüten des Kopfes gerade ist. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Unteran sprüchen 1 und 4. 6. Verfahren nach Patentanspruch und Unteran sprüchen 2 und 4.
Priority Applications (2)
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Publications (1)
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| CH367845A true CH367845A (de) | 1963-03-15 |
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Country Status (2)
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1959
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1960
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| BE588237A (fr) | 1960-07-01 |
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