Waffentragendes Raupenfahrzeug mit Einrichtung zum Seitenrichten des Wagenrumpfes Die Erfindung bezieht sich auf ein waffentragen des Raupenfahrzeug mit Einrichtung zum Seitenrich- ten des die Waffe tragenden Wagenrumpfes.
Bei allen bekannten Panzern und Selbstfahr- lafetten, wie sie im normalen Dienst üblich sind, er folgt das seitliche Richten dadurch, dass die Haupt waffe entweder in einem Turm eingebaut oder auf einer Drehplattform aufgebaut ist und zusammen hiermit in Seitenrichtung gegen den Wagenrumpf unbegrenzt drehbar ist, oder dass die Hauptwaffe in einem Pivot gelagert ist und in bezug auf den Wagen rumpf um einen begrenzten Winkel, meist 20-300, drehbar ist.
Diese Arten des Seitenrichtens bewirken, dass das Fahrzeug so gebaut sein muss, dass es bei jedem Seitenrichtwinkel das Höhenrichten (Eleva- tion) der Waffe, den Rücklauf derselben, das Laden, das Auswerfen von Patronen- oder Kartuschenhülsen usw. nicht behindert. Die Konstruktion kann infolge dessen nicht so gedrungen und gut ausgenutzt sein und kann mit andern Worten nicht so leicht sein oder so kräftig gepanzert sein, wie wenn die Waffe hin sichtlich Seitenrichtung starr im Wagenrumpf einge baut wäre. Dieser Nachteil ist besonders fühlbar, wenn es sich um ein schweres Geschütz mit seiner viel Platz beanspruchenden Munition handelt.
Bei den genannten Seitenrichtsystemen bestehen ausser- dem nur sehr geringe Möglichkeiten, den häufig vor gebrachten Wunsch zu erfüllen, die Waffe von einem in dem Wagenrumpf unbeweglich angebrachten Mu nitionsmagazin her selbsttätig zu laden.
Es gibt vereinzelte ältere Panzerwagenbauarten, bei denen das Geschütz seitlich unbeweglich im Wa gen angebracht ist und das Seitenrichten mit der normalen Lenkeinrichtung des Panzerwagens erfolgt. Dieses Seitenrichtverfahren ist jedoch für moderne Panzerwagen und sonstige fahrbare Lafetten unge- eignet, da sie heutzutage mit Geschützen viel grös- serer Reichweite und mit Raupenfahrwerken für viel grössere Fahrgeschwindigkeiten ausgerüstet sind. Die grössere Waffenreichweite verlangt seitliches Rich ten mit einer Genauigkeit, die mit der üblichen Lenkeinrichtung nicht erzielbar ist.
Wegen der gefor derten höheren Fahrgeschwindigkeiten werden die Fahrwerke mit weicherer Laufradfederung gebaut als früher. Beim Seitenrichten durch die Lenkeinrich tung des Fahrzeugs werden die Triebräder, Umlenk räder der Gliedkettenführung und die am weitesten vorn bzw. hinten liegenden Laufräder mit erheb lichen senkrecht wirkenden Kräften belastet, die durch die Raupe oder Gliedkette erzeugt werden, um die Kraft von den Triebrädern auf den Erdboden zu übertragen und dadurch das Seitenrichten des Fahrzeuges zu bewirken.
Durch die genannten senk rechten Kräfte werden beim Seitenrichten mit Hilfe der Lenkeinrichtung des Fahrzeugs die Laufrad federn dermassen zusammengedrückt, dass die Richt- bewegung ausgesprochen federnd nachgiebig und in folgedessen nicht genügend genau wird. Das Zu sammenpressen der Federn kann auch störende Hö- henrichtfehler des Geschützes verursachen.
Die Erfindung ermöglicht ein Seitenrichten des ganzen Wagenrumpfes, ohne dass die oben genannten Faktoren einen störenden Einfluss ausüben. Die Ein richtung zum Seitenrichten ist erfindungsgemäss ge kennzeichnet durch seitlich am Wagenrumpf ange brachte und von den Triebrädern getrennt beweg liche Seitenrichtglieder, die bei stillstehendem Fahr zeug mit den Raupenketten in und ausser Eingriff gebracht werden können und bei Eingriff die Ein- griffstelle in bezug auf den Wagenrumpf in begrenz tem Ausmass nach vorn oder hinten zu bewegen im stande sind.
Die Erfindung wird nun anhand von auf anlie- gender Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispie len näher beschrieben.
Fig. 1 der Zeichnung ist eine Seitenansicht eines Panzerwagens mit einer Einrichtung zum Seiten richten.
Fig. 2 zeigt in grösserem Masstab ein Seiten- richtglied in Eingriff mit der Gleiskette.
Fig. 3 ist ein Schnittbild dieses Gliedes entspre chend der Schnittlinie 3-3 in Fig. 2.
Die Fig. 4 und 5 sind Schnitte derselben Vor richtung entsprechend den Schnittlinien 4-4 bzw. 5-5 in Fig. 2 bzw. 3.
Die Fig. 6-8 stellen eine wahlweise Bauart des Seitenrichtgliedes dar, und zwar in Seitenansicht bzw. im Schnitt entsprechend der Linie 7-7 in Fig. 6 bzw. von oben gesehen.
Fig. 1 zeigt einen Panzerwagen oder ein Sturm geschütz mit einem Wagenrumpf 1. Die Gleiskette oder Raupe 2 erstreckt sich über ein Triebrad 3, Laufräder 4, ein Spann- oder Umlenkrad 5 und Stützrollen 6. Der Rumpf ist dazu bestimmt, eine hinsichtlich Seitenrichtbewegung im Rumpf unbe weglich eingebaute Hauptwaffe 7 mit Elevations- grenzen 8 und 9 zu tragen.
Der Rumpf ist beiderseits mit je einem oder meh reren Seitenrichtgliedern 10 versehen, die in den Fig. 2-5 näher dargestellt sind. Ein solches Seiten- richtglied besteht aus einem Gehäuse 11, in dem ein Richtarm 12 heb- und senkbar gelagert ist. Der Richtarm 12 ist an seinem oberen Ende durch eine Führungsrolle 13 im Gehäuse 11 geführt. Am un teren Ende des Gehäuses 11 wird der Richtarm durch zwei weitere Führungsrollen 14 geführt. Das untere Ende des Richtarmes 12 ist als Finger oder Zahn 15 ausgebildet, der bei herabgelassenem Arm in eines der für die Triebradzähne bestimmten Lö cher 16 der Gleiskette eingreift.
Ein Zylinder 17 mit einem z. B. durch Öl- oder Luftdruck betätigten Kol ben 27 ist im Gehäuse 11 fest eingebaut und mit seiner Kolbenstange 18 mit dem Richtarm 12 ver bunden. Zwischen dem Boden des Gehäuses 11 und einer seitlich vorspringenden Platte 19 des Richt- arms befindet sich eine vorgespannte Druckfeder 20. Das Gehäuse 11 ist an der Seitenwand des Fahr zeugrumpfes 1 drehbar an einem Lagerbolzen 21 gelagert und ist gelenkig mit der Kolbenstange 22 einer hydraulischen Steuerung 23 gekoppelt, die mit einem Bolzen 31 am Fahrzeugrumpf befestigt ist, und zwar in der Nähe der Stosstelle oder des über gangs zwischen Seitenwand und Bodenteil des Rumpfs 1.
Das Gehäuse 11 besteht aus Panzer werkstoff und ist genügend kräftig ausgeführt, um in gewissen Grenzen gegen Beschuss widerstandsfähig zu sein und um durch genügende starre Unnachgie bigkeit eine im wesentlichen unelastische Richtbewe- gung zu gewährleisten. Als Schutz gegen Beschuss ist auch die hydraulische Steuerung 23 teilweise durch eine Panzerung abgeschirmt, die aus einem am Rumpf befestigten Teil 24, siehe Fig. 2 und 4, und aus einem abnehmbaren Teil 25 besteht. Der Teil 25 ist in Fig. 4 angedeutet.
Das Seitenrichten des Fahrzeuges erfolgt meist zunächst durch Grobrichten mit der Lenkeinrich tung des Fahrzeuges. Die Lenkeinrichtung sollte der art sein, dass man die Richtung durch gegenläufigen Antrieb der beiden Gleisketten (Drehen auf der Stelle) vornehmen kann und dass man gleichzeitig bei einer Längsneigung des Fahrzeugs, z. B. an einem Hang, durch Anziehen einer zur Lenkeinrichtung ge hörenden Bremse eine nennenswerte Bewegung des Fahrzeugs in seiner Längsrichtung verhindern kann (Überlagerungslenkgetriebe ohne Differentialwir kung).
Beim Grobeinrichten des Fahrzeugs ebenso wie bei jeglichem Fahren herrscht in dem mit dem Richtarm 12 verbundenen Zylinder 17 kein Druck, so dass der Richtarm 12 durch die Feder 20 in sei ner oberen Endstellung gehalten wird. Zur Feinein richtung wird von einem hydraulischen Betätigungs system aus durch eine Öffnung 26 im Zylinder 17 über dem Kolben 27 ein Druck erzeugt. Hierdurch wird der Richtarm 12 nach unten zur Gleiskette 2 hin gedrückt und greift mit seinem Zahn 15 in eine der Öffnungen 16 der Gleiskette ein, nachdem der Richtarm durch die Druckflüssigkeitssteuerung 23 nötigenfalls um einen gewissen Betrag geschwenkt wurde.
Das Seitenrichten wird dann dadurch vorge nommen, dass die eine oder andere Seite des Kolbens 30 im Zylinder der Steuerung 23 durch eine Öff nung 28 bzw. 29 vom hydraulischen Betätigungs system aus unter Druck gesetzt wird. Hierdurch wird das Gehäuse 11 mit dem Richtarm 12 in bezug auf den Fahrzeugrumpf 1 nach vorn oder hinten um den Lagerbolzen 21 herumgeschwenkt. Ein entsprechen der Richtarm auf der anderen Seite des Fahrzeugs wird gleichzeitig in entgegengesetzter Richtung ge schwenkt. Der Zahn 15 ist so geformt, dass er beim Schwenken des Richtarms 12, auch bei vollem Aus schlag des Richtarms in beiden Richtungen, mit der Kette in Eingriff bleibt, wobei er vom Zylinder 17 weiterhin nach unten gedrückt wird.
Mit kurzen Un terbrechungen zum Umsetzen des Eingriffpunktes des Richtarms in eine andere Öffnung der Gleiskette, wobei der Richtarm von der Kette schnell freige macht wird, indem man durch die Öffnung 32 die Unterseite des Kolbens 27 vorübergehend unter Druck setzt, kann die Feineinrichtung schrittweise beliebig lang fortgesetzt werden, ohne dass zwischen durch ein Grobeinrichten mit Hilfe der Lenkeinrich tung des Fahrzeugs nötig wäre.
Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt ; dieses kann vielfäl tig abgewandelt werden. Besonders sei erwähnt, dass das Gehäuse 11 des Seitenrichtgliedes wahlweise an der Seite des Rumpfes 1 derart gelagert sein kann, dass es im wesentlichen waagerecht beweglich ist. Die Fig. 6-8 zeigen ein Beispiel hierfür. Das Gehäuse läuft hier mit zwei Führungsrollen 33 in einer am Rumpf 1 angebrachten und aus zwei Führungs schienen 34, 35 bestehenden Führung. Zur Bewe gung des Richtarms 12 enthält das Gehäuse 11 eine hydraulische Steuerung (Flüssigkeitszylinder mit Kol ben) und eine Druckfeder gleicher Art wie in Fig. 4 und 5, siehe 17, 27 bzw. 20 dort selbst.
Die waag rechte Bewegung des Gehäuses 11 erfolgt durch die am Fahrzeugrumpf befestigte Druckflüssigkeitssteue- rung 36, deren Kolbenstange 37 an einem Vorsprung 38 der dem Fahrzeug zugekehrten Seite des Gehäu ses 11 befestigt ist.