Verfahren zur Herstellung eines Antibiotikums Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines neuen Antibioti kums, das als FI 1163 bezeichnet werden soll, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man Streptomyces lucensis oder eine Mutation dieser Art in einem Nähr medium kultiviert, welches assimilierbaren Kohlen stoff und Stickstoff sowie Salze enthält.
Das erfindungsgemäss erhaltene Antibiotikum be sitzt eine spezifische Wirkung gegenüber Pilzen und Hefen, welche bei Mensch, Tieren und Pflanzen Krankheiten hervorrufen.
Es sind bereits zahlreiche andere Substanzen mit fungizider Wirkung bekannt, welche durch Synthese oder durch Fermentieren von Mikroorganismen ge wonnen werden. Im allgemeinen sind diese aber für die höheren Organismen sehr giftig, wodurch ihre praktische Anwendbarkeit stark beschränkt wird. Unter diesen Substanzen seien beispielsweise Candi- din, Ascosin, Actinomycine, Streptothricin, Geomycin usw. erwähnt, welches Stoffwechselprodukte von andern Streptomyces-Arten sind.
Wie erwähnt, gewinnt man das Antibiotikum FI 1163 durch Fermentieren eines neuen Organismus von der Gattung Streptomyces. Dieser Stamm wurde aus einer Bodenprobe aus der Gegend von Lucca (Toscana) isoliert durch Suspendieren von Erde -auf Tellern in einem Glycerol-Glykokoll-Medium und fünftägiges Brüten in einem Thermostat bei 37 C. Er ist beim Institute of Microbiology der Rutgers Universität unter Nr. 3783 hinterlegt.
Unter dem optischen Mikroskop zeigt dieser Stamm verzweigte Hyphen mit spiralähnlichen Ästen, häufig mit gekräuselten Enden.
Kartof fel-Agar: Sehr gutes Wachstum, hell zitro nengelbes vegetatives Mycelium, chamoisgraues oder pulverartig hellbraunes Luftmycelium mit verstreuten heller gefärbten Büscheln oder Zonen. Lösliches Pig ment, nach drei Tagen aschgrau, nachher graubraun.
Czapek-Agar: Sehr bemerkenswertes Wachstum, farbloses bis honigfarbenes vegetatives Myce'lium; pulveriges, weisses bis opakweisses Luftmycelium. Bildet kein lösliches Pigment; ist rückseitig farblos bis sehr hell zitronengelb. Rüben-Agar: Gutes Wachstum, farbloses vegeta tives Mycelium, pulveriges, chamoisgraues Luft- mycelium; keine Bildung von löslichem Pigment; rückseitig farblos bis ockergelb.
Stärke-Agar: Sehr gutes Wachstum, vegetatives Mycelium farblos bis honiggelb. Pulveriges Luft- mycelium chamoisgrau bis hellbraun, manchmal mit kleinen weissen Büscheln; kann auch malvenfarbig sein; ein lösliches Pigment fehlt; rückseitig farblos bis sehr hellgelb. Es hydrolysiert Stärke ziemlich gut.
<I>He</I> fe-Agar: Gutes Wachstum, braunes vegetatives Mycelium; sehr wenig entwickeltes graubraunes Luft mycelium; wächst in kleinen abgesonderten Kolonien; lösliches braunes Pigment.
Glycerol-Glykokoll-Agar: Vorzügliches Wachs tum, zitronengelbes vegetatives Mycelium mit gelb licher Rückseite; pulveriges graubraunes Luftmyce- lium; bildet ein lösliches Pigment.
<I>Gelatine:</I> Reichliches Wachstum, braunes vege tatives Mycelium, zuerst weisses und dann graubrau nes Luftmycelium. Starkes Bräunen des Substrates schon nach drei Tagen. Keine Verflüssigung selbst mach 25 Tagen.
<I>Fleischbrühe:</I> Nach 20 Tagen sehr schwaches Wachstum in Flocken oder Schwimmen auf der Ober fläche; starkes Bräunen der Brühe. Dieser Stamm besitzt eine sehr geringe Aktivität gegenüber grampositiven Keimen, keine Aktivität ge genüber gramnegativen Keimen und gegen Mycobak- terien, eine gute Aktivität gegenüber Hefen und eine sehr gute Aktivität gegenüber pathogenen vegetabili schen oder animalischen Pilzen oder Saprophyten im allgemeinen.
Auf Grund der erwähnten Eigenschaften unter scheidet sich der isolierte und als Streptomyces lu- censis bezeichnete Streptomyces-Stamm. von allen andern aus der Literatur (1) und ins'besond'ere aus dem Manual of General Microbiology von Bergey bekannten Arten.
Dieser Stamm lässt sich gut konservieren auf einem festen Medium, welches Kohlehydrate (wie Stärke, Glukose usw.), Stickstoff enthaltende Sub stanzen, wie Aminosäuren und komplexere Substan- zen, sowie Salze enthält.
In den genannten Nährmedien erzielt man eine reichliche Sporenbildung. Die Inkubationszeit beträgt ungefähr 10 Tage bei einer Temperatur von 26-37 C, vorzugsweise 28 C.
Auf einem festen Medium kann der Stamm bis drei Monate lang bei einer Temperatur von etwa 0 C konserviert werden. Er kann auch auf einem lyophilisierten sterilen Medium konserviert werden.
Als Nährmedium wird zweckmässig eine sterile Flüssigkeit verwendet, welche, wie gesagt, eine oder mehrere Quellen für assimilierbaren Kohlenstoff und Stickstoff sowie Salze enthält. Als Quelle für assi- milierbaren Kohlenstoff können Dextrose, Saccharose, Dextrine oder andere assimil'ierbare Polysaccharide dienen.
Als Quelle für assimilierbaren Stickstoff kön nen eiweissartige Substanzen, wie Casein, Peptone, oder auch einfachere Stickstoffverbindungen, wie Aminosäuren, ferner vegetabilische Extrakte, Fleisch extrakte oder andere Produkte, wie Getreideweiche oder Eiweiss-Hydrolyseprodukte, verwendet werden.
Die Fermentierung kann in einem Erlenmeyerkol- ben von 100500 cm33 durchgeführt werden unter guten Belüftungsbedingungen und bei einer optimalen Temperatur von 25-35 C. Die Aktivität macht sich bereits innert 30 Stunden bemerkbar und bleibt bis zu etwa 70 Stunden hoch und konstant.
Die Kultivierung der das Antibiotikum FI 1163 produzierenden Organismen kann auch submers durch Tauchfermentierung unter den günstigsten Be dingungen des Rührens, der Belüftung und der Temperatur entsprechend den Arbeitsweisen und mit den üblichen Apparaten durchgeführt werden.
Die antibiotische Aktivität dieser Kulturen wird an einem Testorganismus bestimmt, als welcher im vorliegenden Fall Debariomyces märylandii, Stamm 52 L. C. I. (Laboratorio Crittogamico Italiano-Pavia), verwendet wird. Man gibt eine passende Suspension dieses Organismus auf ein Sa'bouraud-Agar (auf 50 C gekühlt), brütet während 48 Stunden bei 25-29 C und misst dann die gebildeten Hemmungszonen.
Das erfindungsgemäss erhaltene Antibiotikum wird vorzugsweise durch Extraktion aus dem Kultur- medium isoliert. So kann man z. B. Kulturfiltrate und das Mycelium separat oder die nichtfiltrierte Gesamt brühe mit Lösungsmitteln, wie z. B. Chloroform oder nichtmischbaren oder nur teilweise mit Wasser misch baren Alkoholen, extrahieren. Unter den letzteren be vorzugt man n-Butylalkohol, und es wurde die Ex traktion des Kulturfiltrates und des Myceliums sepa rat mit diesem Lösungsmittel durchgeführt.
Die separate Extraktion des Myceliums kann so wohl mit diesen wie auch mit andern Lösungsmitteln durchgeführt werden, in welchen das Antibiotikum genügend löslich ist (z. B. wasserfreie oder wässerige niedrige Alkohole, wässeriges Aceton). Der pH der Kulturen wird vor dem Filtrieren und Extrahieren auf etwa 7 gestellt.
Die erhaltenen Auszüge werden dann am besten unter Vakuum konzentriert und das aktive Produkt mit Hilfe eines Lösungsmittels, in welchem es un löslich ist, z. B. Petroläther, ausgefällt.
Der erhaltene Niederschlag, welcher getrocknet und pulverisiert wurde, ist ein Pulver mit hellgelber, cremegelber oder hellbrauner Farbe.
Das erfindungsgemäss erhaltene Produkt kann gereinigt werden, indem man sich die Eigenschaft des Antibiotikums zu Nutze macht, in Wasser löslich zu sein (in Form des Natriumsalzes in einer Phosphat- Pufferlösung bei pH 7 oder in einer Natriumbicarbo- natlösung), während es in Wasser bei einem pH von 4-5 kaum löslich ist.
Vorzugsweise wird das Rohpro dukt mit einer Phosphat-Pufferlösung bei pH 7 oder mit einer Natriumbicarbonatlösung extrahiert, worauf man die erhaltene Suspension zentrifugiert zur Ab trennung eines inaktiven Rückstandes. Die klaren Lösungen werden zweckmässig mit Mineralsäure auf pH 4,5 gestellt. Der sich bildende Niederschlag wird abzentrifugiert und getrocknet. Diese Operationen werden, wenn möglich unter Stickstoff, in Abwesen heit von Licht und bei niedriger Temperatur durch geführt.
Eine weitere Reinigung des erfindungsgemäss er haltenen Produktes kann nach bekannten Methoden erreicht werden durch Extrahieren und Waschen mit Lösungsmitteln, in welchen das Antibiotikum FI 1163 löslich bzw. unlöslich ist.
In allen Fällen zeigen sowohl das wie oben er wähnt erhaltene als auch das weiter gereinigte Pro dukt stets die erwähnten biologischen Eigenschaften.
Das erfindungsgemäss erhaltene neue Antibioti kum ist eine stickstoffhaltige Verbindung mit saurem Charakter; sie ist in Wasser kaum löslich, während das Natriumsalz wasserlöslich ist; sie enthält keinen Schwefel. Sie ist sehr gut löslich in Chloroform und Äthyleel'losolve, löslich in Methanol, Äthanol, n-Bu- tanol, Pyridin, Dimethylformamid, kaum löslich in Aceton und Athylacetat und unlöslich in Äther, Ben zin und Petroläther. Mit konzentrierter Schwefelsäure entsteht eine rotbraune Farbe.
Die Lösung von FI 1163 in Methanol zeigt Ultraviolett-Spektren mit drei Absorptionsspitzen bei den folgenden Wellen längen: 290, 304 und 318 mu. Das Infrarot-Absorptions-Spektrum in KBr ist in dem angefügten Diagramm dargestellt, in welchem die Ordinate die Durchlässigkeit in Prozent und die Abszisse die Wellenlänge in ,u angeben.
Zur vollständigeren Charakterisierung des neuen Produktes werden nachfolgend die Rf-Werte angege ben, welche bei chromatographischen Untersuchungen auf Whatman-Papier Nr. 1 mit aufsteigender Ent wicklung und bioautographischer Sichtbarmachung auf mit Candida albicans geimpften Platten erhal ten wurden.
EMI0003.0014
Lösungsmittel-System <SEP> Rf
<tb> 1. <SEP> Butanol-Essigsäure-Wasser <SEP> 2: <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 1 <SEP> 0,75
<tb> z. <SEP> Benzol-Essigsäure-Wasser <SEP> 2:1:1 <SEP> 0,21
<tb> 3. <SEP> Butanol-Pyridin-Wasser <SEP> 2:0,6: <SEP> 1 <SEP> 0,60
<tb> 4. <SEP> Butanol, <SEP> gesättigt <SEP> mit <SEP> Wasser
<tb> + <SEP> 211/9 <SEP> Ammoniumhydrat <SEP> 0,06 Das Antibiotikum FI 1163 im festen Zustand ist sehr stabil, insbesondere in Abwesenheit von Licht und Luft.
Die neutralen wässerigen Lösungen behalten, wenn sie bei +5 C gelagert werden, ihre Aktivität mehrere Tage lang unverändert bei. Bei Aufbewah rung der gleichen Lösungen bei Zimmertemperatur nimmt jedoch die Aktivität rasch ab.
Wie aus den oben erwähnten Eigenschaften her vorgeht, gehört die erfindungsgemäss erhaltene Sub stanz zur Gruppe der polyenischen Antibiotika mit einem tetraenischen Chromophor. Die ersten beiden Vertreter dieser Gruppe wurden 1951 beschrieben, nämlich Nistatin (2) und Rimocydin (3), welche aus Streptomyces noursei bzw.
Streptomyces rmosus (Stamm, welcher Terramycin hervorbringt) gewonnen werden.
Später wurde das Antimycetin (4) beschrieben, eine Substanz, welche dem Nistatin sehr ähnlich ist und aus Streptomyces aureus gewonnen wird, und das Cromin, das durch Kultivierung -eines Stammes ähn lich dem Streptomyces antibioticus (5) gewonnen wird.
Ein tetraenisches Chromofor findet sich auch in Amphotericin A, das kürzlich durch Kultivierung von Streptomyces M-4574 (6) gewonnen wurde.
Die Art Streptomyces lucensis unterscheidet sieh auf Grund ihrer morphologischen und züchterischen Eigenschaften eindeutig von andern Arten, welche andere fungizid'e Antibiotika hervorbringen, insbe sondere von S. noursei, S. rimosus, S. aureus, S. anti- bioticus und 5.M.-4575.
Die erfindungsgemäss gebildete Substanz zeigt che- mische und physikochemische Eigenschaften, welche ihre Unterscheidung von andern Antibiotika ermög lichen.
Die fungizide Aktivität von FI 1163 wird durch die im folgenden angegebenen biologischen Eigen schaften der Substanz bestätigt. In Tabelle 1 werden die Daten angegeben, welche sich auf die antibioti sche Aktivität in vitro von. FI <B>1163</B> beziehen.
Die Untersuchungen an Blastomycetes und Schi zomycetes wurden auf einer mit Glucose versetzten Fleischbrühe durchgeführt. Diejenigen an den soge- nannten Hyphomycctes wurden :auf einem flüssigen Sabouraud-Medium durchgeführt.
Die Messungen erfolgten nach 8 Tagen bei 30 C.
EMI0003.0083
<I>Tabelle <SEP> 1</I>
<tb> Minimale <SEP> Inhibitionsdosis <SEP> (MID) <SEP> in <SEP> @cg/cm3
<tb> 1. <SEP> Actinomyces <SEP> boströmA <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> <B>>l00</B>
<tb> 2. <SEP> Nocardia <SEP> asteroides <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> <B>>l00</B>
<tb> 3. <SEP> Candida <SEP> albicans <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 0,8
<tb> 4. <SEP> Candida <SEP> albicans <SEP> val. <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 0,7
<tb> 5. <SEP> Debaryomyces <SEP> hud'eloi <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 0,7
<tb> 6. <SEP> <SEP> neoformans <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 0,6
<tb> 7. <SEP> <SEP> tyrocola <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> .
<SEP> 8
<tb> B. <SEP> <SEP> marylandii <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 2
<tb> 9. <SEP> <SEP> guilliermondii <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 3
<tb> 10. <SEP> <SEP> cannensis <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 0,5
<tb> 11. <SEP> Torulopslls <SEP> neoformans <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 0,3
<tb> 12. <SEP> Saccharomyces <SEP> cerevisiae <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 2
<tb> 13. <SEP> Eremothecium <SEP> ashbyü <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 25
<tb> 14. <SEP> Penicillium <SEP> sp. <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 20
<tb> 15. <SEP> Aspergillus <SEP> sp. <SEP> (T) <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 10
<tb> 16. <SEP> Aspergillus <SEP> niger <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 20
<tb> 17.
<SEP> Glenospora <SEP> graphii <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 100
<tb> 18. <SEP> Glenosporella <SEP> dermatitidis <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> < 10
<tb> 19. <SEP> Pseudomycoderma <SEP> matalense <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 1
<tb> 20. <SEP> Trichophyton <SEP> faviforme <SEP> ochraceum <SEP> . <SEP> . <SEP> 30
<tb> 21. <SEP> <SEP> maggini <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 30
<tb> 22. <SEP> <SEP> radians <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 30
<tb> 23. <SEP> <SEP> rhod'ainx <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 30
<tb> 24. <SEP> <SEP> plicatil'e <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> < 10
<tb> 25. <SEP> <SEP> mentagrophytes <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 30
<tb> 26. <SEP> Epidermophyton <SEP> floccosum <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> < 10
<tb> 27.
<SEP> Sabouraudites <SEP> gypseus <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> < 10
<tb> 28. <SEP> Histoplasma <SEP> capsulatum <SEP> (Myceiium phase) <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> < 10 <I>Impfung:</I> Etwa 1000e Zellen bei Blastomycetes und Schizomycetes; Bruchstücks einer jungen Kultur beiden sogenannten Hyphomycetcs. Es:
wurde ausser- dem festgestellt, dass die Anwesenheit von 10% Serum im Kulturmedium nur eine schwache Verände rung der MID zur Folge hat.
Toxizität: Der akute toxikdlogische Aspekt von Antibiotikum FI 1163 isst günstig, da die LD 50, be stimmt an Ratten bei verschiedenartiger Verabrei chung, weit über den therapeutischen Dosen liegt.
<I>Beispiel 1</I> Es werden 40 300 cm3 Erlenmeyerkolben bereit gestellt, die je 60 cm3 eines Mediums von folgender Zusammensetzung (in %0) enthalten: Zucker (Dex- trin) 20, Getreideweiche 10, Casein 5, Calciumcar- bonat 4, Ammoniumsulfat 1, Kaliumdiphosphat 0,1 (pH des Mediums:
6,7). Diese Kolben werden 20 Minuten lang bei 120 sterilisiert und dann je mit 0,2 ems einer Suspension von Sporen zur Kultivierung von Streptomyces lucensis geimpft, welche erhalten wurde durch Waschen einer 20 Tage alten Kultur in einem flötenmundstückartigen Rohr mit 10 cm3 steri lem destilliertem Wasser.
Die Kolben werden bei 20 C gehalten und durch wechselnde Rotationsbewegung mit 220 U/min. wäh rend 60 Stunden gerührt.
Wie aus den folgenden Angaben hervorgeht, er reicht die Aktivität nach 40 Stunden ihren Maximal wert.
EMI0004.0027
Fermentierungs- <SEP> Durchmesser <SEP> des
<tb> dauer <SEP> pH <SEP> der <SEP> Hemmungshofes <SEP> auf
<tb> Stunden <SEP> Zuchtbrühe <SEP> Debar. <SEP> märyl. <SEP> (Altarschalen)
<tb> mm
<tb> 38 <SEP> 6,4 <SEP> 33
<tb> 41 <SEP> 6,6 <SEP> 34,5
<tb> 47 <SEP> 7,8 <SEP> 31,5
<tb> 54 <SEP> 7,8 <SEP> 30,25
<tb> 61 <SEP> 7,0 <SEP> 28 <I>Beispiel 2</I> Es werden 3000 cm3 eines Mediums mit folgender Zusammensetzung hergestellt:
EMI0004.0030
Dextrin <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 2011/9
<tb> Getreideweiche <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 311/o,
<tb> CaC03 <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 40/9
<tb> <B>4)2S04</B> <SEP> (technisch) <SEP> 10/0
<tb> Casein <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> <B><I>51119</I></B>
<tb> K@HPO4 <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> .
<SEP> 0,10/0 Nach 60 minutigem Sterilisieren bei 120 C (pH nach dem Sterilisieren 7,10) in einem 5-Liter-Labor- Fermentierungsgefäss impft man zur Kultivierung von Streptomyces lucensis mit einer Sporensuspension, die durch Waschen der Oberfläche einer Kultur auf festem Nährboden gewonnen wird.
Es werden fol gende Fermentierungsbedingungen -eingehalten:
EMI0004.0042
Rührung <SEP> 400 <SEP> U/min
<tb> Belüftung <SEP> 1 <SEP> Liter/min
<tb> Temperatur <SEP> 27 <SEP> C
<tb> Dauer <SEP> 24 <SEP> Stunden Für die Produktion wird ein: 10-Liter-Fermentie- rungsgefäss mit 6000 em3 eines Mediums mit folgen der Zusammensetzung verwendet:
EMI0004.0048
Saccharose <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 20 <SEP> 0/0
<tb> Dextrose <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> <B>1014</B>
<tb> Dextrin <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> <B>100/9</B>
<tb> Getreideweiche <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 10,1/o
EMI0004.0049
CaC03 <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 4%
<tb> KI2HP04 <SEP> <B>0,111/0</B>
<tb> <B>(NH4)2S0</B> <SEP> (technisch) <SEP> . <SEP> . <SEP> 10/0
<tb> Silicon <SEP> (flüssig) <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 10/0 Die Sterilisation des Mediums folgt während 90 Minuten bei 120 C. Saccharose und Dextrose wer den separat während 20 Minuten bei 120 C steri lisiert. Nach der Sterilisation beträgt der pH 7,04.
Das Medium wird mit 2,5 ' /o eines 24 Stunden alten vegetativen Myceliums geimpft.
Es werden folgende Fermentierungsbedingungen eingehalten:
EMI0004.0055
Rührung <SEP> 450 <SEP> U/min
<tb> Belüftung <SEP> 1 <SEP> Liter/min
<tb> Temperatur <SEP> 27 <SEP> C
EMI0004.0056
<I>Fermentierungsverlauf</I>
<tb> Alter <SEP> pH <SEP> FI <SEP> 1163-Gehalt <SEP> pg/cm3
<tb> DS <SEP> 7,0 <SEP> 24 <SEP> 6,6 <SEP> 200
<tb> 48 <SEP> 7,0 <SEP> 580
<tb> 55 <SEP> 7,0 <SEP> 1020 <I>Beispiel 3</I> Die Fermentierung wird gleich durchgeführt wie im vorhergehenden Beispiel, wobei man aber als Medium für die Produktionsstufe ein solches mit der gleichen Zusammensetzung wie bei der vegetativen Stufe verwendet.
Maximaler FI 1163-Gehalt: 280 /4g/cm3 nach 48 Stunden.
<I>Beispiel 4</I> Die Fermentierung wird gleich durchgeführt wie im Beispiel 2 und 3, wobei man anstelle des Mediums der Produktionsstufe ein solches von folgender Zu sammensetzung verwendet:
EMI0004.0066
Saccharose <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 2011/o
<tb> Dextrose <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 10%
<tb> NaCI <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 3%
<tb> (NHISO4 <SEP> (technisch <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 20 <SEP> %
<tb> CaC03 <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> <B>10,9/0</B>
<tb> Silicon <SEP> (flüssig) <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 1% Maximaler FI1163-Gehalt: 230 /sg/cm3 nach 24 Stunden.
<I>Beispiel S</I> Die Fermentierung erfolgt gleich wie in den Bei spielen 2, 3 und 4, wobei man in der Produktions stufe ein Medium mit der folgenden Zusammenset zung verwendet:
EMI0004.0070
Dextrose <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 20%
<tb> NaCI <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 3%
<tb> Getreideweiche <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 20%
<tb> (NH4)2S04 <SEP> (technisch <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 3%
EMI0005.0001
CaCO3 <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> <B>10,1/0</B>
<tb> Silicon <SEP> (flüssig) <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> <B>11/0</B> Maximaler FI1163-Gehalt: 170 ,ug/cm3 nach 24 Stunden.
<I>Beispiel 6</I> 18 Liter einer gemäss Beispiel 2 erhaltenen Fer- mentierungsbrühe werden mit Supercel (eingetra gene Marke) als Hilfsstoff filtriert. Das erhaltene My- celium wird! durch Rühren mit 3 Portionen n-Butyl- alkohol extrahiert, welche 2, 5 und nochmals 5 Liter umfassen.
Die filtrierte Brühe (17,1 Liter) wird mit 3 Portionen Butanol extrahiert (Gesamtmenge 6,6 Liter). Sämtliche Auszüge werden vereinigt und mit Wasser (2 Liter) gewaschen und dann unter Vakuum bei einer Temperatur unterhalb 40 C eingedampft. Aus der erhaltenen konzentrierten Flüssigkeit wird das Antibiotikum FI 1163 durch Zusatz von Petrol- äther ausgefällt. Ausbeute 16,6 g.
<I>Beispiel 7</I> 128 g rohes Antibiotikum, welches nach der Ar beitsweise gemäss Beispiel 6 erhalten wurde, werden in 1250 cm3 einer gesättigten Natriumbicarbonat- lösung gelöst. Diese Operation erfolgt unter Durch leiten eines Stickstoffstromes durch die Flüssigkeit.
Nach Verdünnen mit einem gleichen Volumen zentrifugiert man die Suspension und stellt den pH der erhaltenen braunen Lösung durch Zugabe von 6 n-Salzsäure auf 4,5.
Das Antibiotikum FI1163, welches als freie Säure ausfällt, wird durch Zentrifugieren abgetrennt und getrocknet. Ausbeute: 95 g. <I>Literatur</I> 1. S. A. Waksman und H. A. Lechevalier, Actino- myces and their Antibiotics (1953).
2. E. L. Hazen und R. Brown, Proc. Soc. Exptl. Biol. Med. 76, 93 (1951). 3. J. W. Davisson et a1. Antibiotics of Chemoterapy 1, 289 (1951).
4. F. Raubitschek et a1. Ibid. 2, 179 (1952).
5. S. Wakaki et a1. J. Anfibiotics (Japan) 5, 677 (1952).
6. J. Vandeputte et a1. Antibiotics Annual 1955-56, S.587.