Metallsarg
Der Gedanke, Sa ge für unmittelbare Erdbestattung aus Metall zu fertigen, ist nicht neu. Es sind auch schon technische Mittel angegeben worden, um etwa die Zersetzung derartiger Eisensärge innerhalb der gesetzlichen Frist (Friedhofordnungen) zu gewährleisten.
Die vorliegende Erfindung verfolgt den Zweck, einen Sarg aus korrosivem Metallblech für unmittelbare Erdbestattung zu schaffen, der die sanitären Vorzüge eines Metallsarges mit der bewährten praktischen Eignung von Holzsärgen in sich vereinigt. Dieser Metallsarg soll somit vor der Bestattung einen vollständigen Abschluss bilden können und einen solchen nach der Bestattung vermeiden.
Der in der Erde befindliche Holzsarg bietet auf Grund seiner stofflichen Eigenschaften sowohl dem atmosphärischen Sauerstoff ungehindert Zutritt zum Leichnam als auch den Verwesungsstoffen ausreichend Austritt aus dem Sarginnern in die Erde, so dass durch diesen regen Austausch in wirkungsvoller Weise die Bildung von Leichenwachs verhindert wird. Weiter bedingt die stoffliche Eigenschaft des Holzes, dass der Sarg in der Erde schon nach einer Reihe von Monaten brüchig wird, ein Umstand, der es erlaubt, nach einer verhältnismässig kurzen Wartezeit eine endgültige äussere Gestaltung der Grabstätte vornehmen zu können, wodurch die zusätzlichen Instandhaltungskosten des Grab-Provisoriums vermindert werden.
Diesen allgemein bekannten Vorzügen der Holzsärge stehen jedoch die ebenso allgemein bekannten sanitären Nachteile gegenüber, die bei den sonstigen Fortschritten auf sanitärem Gebiet täglich fühlbarer ins Gewicht fallen. Gerade das Holz, das zwar in der Erde ausgezeichnete Sargeigenschaften aufweist, gibt bei Aufbahrung und Leichentransport Anlass zu schwerwiegenden sanitätsbehördlichen Bedenken, indem es infolge seiner porösen Natur vor allem in heissem Klima gegenüber den auftretenden Verwesungsstoffen nur unzulänglich dicht hält.
Gegenstand der Erfindung ist ein Metalls arg aus einem unter dem Einfluss der ihn umgebenden Erde korrodierenden Blechmaterial, z. B. aus Eisen-, Zink-, Aluminium- und/oder Magnesiumblech. Der Sarg ist vorzugsweise so ausgebildet, dass er vor der Beerdigung einwandfrei hermetisch dicht ist und damit allen hygienischen Anforderungen genügt.
Um nach der Beerdigung einen Gasaustausch zwischen dem Sarginneren und dem umgebenden Erdreich zu ermöglichen und damit die Bildung von Leichenwachs zu verhindern, ist der erfindungsgemässe Metalls arg dadurch gekennzeichnet, dass das Blechmaterial solche Schwächungsstellen und/oder schwache Verbindungsstellen und/oder mit so schwachem Material abgedeckte Öffnungen aufweist oder so dünn ist, dass der Sarg dem Druck des Erdreiches nicht standhält.
Nachstehend werden Ausführungsbeispiele des erfindungsgemässen Metallsarges näher erläutert.
Um den erforderlichen Gasaustausch nach der Beerdigung zu ermöglichen, können der Sargdeckel oder der Sargunterteil oder auch beide konstruktiv derart ausgebildet sein, dass unter dem Druck der Erdmassen eine wesentliche Verformung des Sarges eintritt. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass entsprechend dünnes Blech verwendet wird, oder dass bei einem aus mehreren Stücken gefertigten Sarg sich die Verbindung derselben löst, oder dass das Blech an besonders vorbereiteten Schwächungsstellen (Rillen) zu Bruch geht.
Zur Erreichung des gleichen Zieles können an einer oder mehreren Stellen des Sargbleches Öff- nungen von solcher Grösse angeordnet sein, dass die Bildung von Leichenwachs mit Sicherheit ver mieden wird. Anstatt der Anbringung solcher Öffnungen im Sargblech kann auch die Berührungsfläche (Rand) von Sargdeckel und Sargunterteil derart konstruktiv gestaltet sein, dass an einer oder mehreren Stellen ein Spalt von entsprechender Grösse gebildet wird. Alle diese Öffnungen bzw. Spalten müssen natürlich mit einem Material gas- und flüssigkeitsdicht verschlossen sein, das bei üblichen äusseren Verhältnissen zwar selbst gas- und flüssigkeitsdicht ist, jedoch nach der Beerdigung unter dem Druck des Erdreiches sich entweder vom Sarg ablöst oder eingedrückt wird, und zwar binnen einer solchen Frist, dass keine Leichenwachsbildung eintreten kann.
Als Materialien dieser Art kommen beispielsweise Folien aus Kunststoff oder Gummi in Betracht. Weiterhin ist es zweckmässig, die Trennfuge zwischen Sargdeckel und Sargunterteil in ihrer ganzen Länge mit einem derartigen Klebeband abzudichten.
Ein wichtiger zusätzlicher Vorteil dieser Sarggestaltung liegt darin, dass hierbei der Zerfall des ganzen Sarges rascher eintritt, als es sonst bei nur von aussen her erfolgender Korrosionswirkung der Fall wäre, wodurch eine raschere definitive Ausgestaltung der Grabstätte ermöglicht wird.
Ein dichter Abschluss des Leichnams wird auch dadurch erreicht, dass über den in üblicher Weise im offenen Sargunterteil aufgebahrten Leichnam eine dünne Hiille aus durchsichtigem und gasdichtem Material gebreitet wird, welches sich unter den sonach im verschlossenen Sarg herrschenden Einflüssen alsbald zersetzt. Diese Hülle wird mit dem Sargunterteil gasdicht etwa mittels eines entlang des Sargunterteilrandes aufgebrachten Klebebandes verbunden. Allenfalls wird das Gesicht des Leichnams durch einen die Kopfhöhe etwas überragenden Bügel vor einer unmittelbaren Berührung mit der Hülle geschützt. Als Material der Hülle kommt etwa Kunststoff, Zellglas und dergleichen in Betracht, das auch noch an der Innenseite gegen Beschlagen bzw. Anlaufen durch übliche Mittel präpariert ist.