CH373728A - Verfahren zur Herstellung von Vliesstoffen durch thermoplastische Verfestigung - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Vliesstoffen durch thermoplastische VerfestigungInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung von Vliesstoffen durch thermoplastische Verfestigung Die Herstellung von Vliesstoffen, die mit Hilfe thermoplastischer Bindefasern verfestigt sind, beruht auf einer durch Hitzebehandlung hervorgerufenen Verklebung der Fasergebilde. Die Bindefaser hat im allgemeinen :einen tieferen Erweichungspunkt als die restlichen, im Faservlies vorhandenen Fasern. Beim Erhitzu:n.gsvorgang erweicht zumindest die Oberfläche der Bindefasern und verklebt dadurch die damit in Berührung befindlichen Nachbarfasern.
Die Anzahl der Klebestellen hängt sowohl von dem Erweichungs- grad der Bindefasern und somit von der Temperatur als auch vom ausgeübten Druck ab. Ausserdem spielt natürlich die Anzahl der auf eine Faserlänge kom menden Kontaktfasern eine Rolle, weshalb die Faser dicke von Einfluss auf den Verfestigungsgrad ist.
Die thermoplastische Verfestigung von Faservlie- sen zu Vliesstoffen wird auf die verschiedensten Wei sen durchgeführt. Es können beheizte Kalander unter mehr oder weniger hohem Liniendruck verwendet werden, wobei der auf das Faservlies ausgeübte Druck sowohl durch hydraulisch gesteuerten Kalander- walzendruck als auch durch bestimmte Spalteinstel lungen reguliert werden kann.
Es wurden ausserdem Verfahren beschrieben, bei denen die thermoplastische Verfestigung auf beheizten Walzen mit darumgeführ- ten endlosen Bändern oder Drahtsieben durchgeführt wird, wobei das zu verfestigende Vlies mittels der endlosen Bänder an die beheizte Walze angedrückt wird.
In den meisten Fällen wird darauf hingewiesen, dass bei der thermoplastischen Verfestigung ein zu hoher Druck zu vermeiden ist, um das Fasergefüge zu erhalten und um eine folienartige Verschweissung zu vermeiden.
Die folienartige Verschweissung, die man an der Abnahme der Luftdurchlässigkeit sehr gut messen kann, wird bei vielen Arbeitsweisen dadurch verhin- dert, dass die Faservliese aus Mischungen aufgebaut werden. Es wird vorzugsweise so gearbeitet, da.ss ein Teil der Fasern einen tieferen Erweichungspunkt als :der Rest hat. Die in der Mischung .anwesenden Fasern mit hohem Erweichungspunkt oder die anwesenden nichtthermoplastischen Fasern wirken bei der thermo plastischen Verschweissung isolierend.
Beim Durch gang durch die Heizzone nehmen sie Wärmeenergie auf, erweichen jedoch nicht und wirken deshalb nicht verklebend. Je höher der Prozentsatz der Bindefasern, das heisst Fasern mit tieferem Erweichungspunkt in der Mischung ist, desto folienartiger, das heisst papier artiger wird das Endprodukt bei sonst gleichen Be dingungen.
Für viele, inbesondere textilen Zwecke, bei denen es besonders auf weichen Griff ankommt, stellte sich deshalb ein Prozentsatz an Bindefasern von 5-30 9/o als optimal heraus.
Für viele andere Verwendungszwecke ist es jedoch von Interesse, Fasergebilde herzustellen, die aus einem einzigen Fasermaterial ohne Zusätze weiterer Substan zen hergestellt sind. Das Fasergebilde ist in diesen Fällen zu 100 % aus Fasern mit dem gleichen Erwei- ohungspunkt aufgebaut.
In diesem Fall ist es wesent lich schwieriger, feste Flächengebilde herzustellen, ohne gleichzeitig eine folienartige Verschweissung zu erzielen. Es wurde deshalb bereits vorgeschlagen, dass eine Seite des zu verfestigenden Faservlieses beheizt und die andere Stelle gekühlt wird. Weiterhin wurde wiederholt vorgeschlagen, die Baheizung bzw. .Druck ausübung nur punktweise durchzuführen, um dadurch eine.
folienartige Verschweissung zu vermeiden. Der Nachteil :bei diesen Arbeitsweisen .liegt in einem un gleichmässig verfestigten Material. Dies macht sich besonders dann sehr störend bemerkbar, wenn mit solchen Fasern gearbeitet wird, die bei Wärme- behandlung stark zum Schrumpfen neigen. Bei der thermoplastischen Verfestigung werden bei diesen Materialien zwar durchaus feste Bindungen erzeugt, aber die erhaltenen Produkte sind z.
B. in der Durch sicht sehr irrhomogen (wolkig). Durch den Schrumpf- vorgang rücken die Fasern an einzelnen Stellen unter Verdichtung zusammen, an anderen Stellen ent stehen dadurch dünnere Stellen. Ausserdem tritt bei diesen Fasern der Schrumpfeffekt besonders stark in den Randzonen auf, was -eine unerwünschte Ver dickung der Ränder verursacht.
Diese Schwierigkeiten und Nachteile wurden durch die vorliegende Erfindung überwunden und be seitigt. Es wird dabei so verfahren, dass die thermo plastische Verfestigung stufenweise unter TempeTatur- steigerung .durchgeführt wird. Vorzugsweise wird dabei mit steigender Temperatur der Druck :gesenkt.
Trotz des allenfalls erhöhten Druckes tritt bei der niedrigeren Temperatur keine folienartige Verschwei- ssung ein, da die Temperatur entsprechend niedrig gehalten wird, so dass nur die Oberfläche der Fasern erweicht. Nach dieser Vorverfestigung hat das Mate rial noch keine genügende Reissfestigkeit oder Ab- riebfe.stigkeit, aber es hat bereits eine Fixierung der Fasern in ihrer gegenseitigen Lage stattgefunden,
ohne dass wesentliche Schrumpferscheinungen im Inneren des Materials (Wolkenbildung) oder an den Rändern (Verdickungen) auftreten. Durch anschliessende stufenweise Erhöhung der Temperatur und gegebenen falls Erniedrigung des Liniendruckes bei mehreren anschliessend durchgeführten Verfestigungsstufen er hält man ein Faserprodukt, :das sehr hohe Festigkeiten bei gleichmässiger Struktur aufweist.
Das erfindungsgemässe Verfahren kann sowohl mit auf trockenem als auch auf nassem Wege gebil deten .Faservliesen durchgeführt werden. Die Faser- vliese sind ganz oder teilweise aus thermoplastischen Fasern aufgebaut. Sie können mehr oder weniger ver- streckt sein. Als thermoplastische Fasern kommen hitzeschrumpfende und solche mit unterschiedlichem Orientierungsgrad in Frage.
Die Wahl der Tempe ratur in den einzelnen Verfahrensstufen richtet sich naturgemäss nach den verschiedenen hochpolymeren Substanzen (verschiedener Erweichungspunkt) sowie nach deren physikalischem Zustand (z. B. mehr oder weniger hoher Verstreckungs- oder Kristallisations- grad).
<I>Beispiel</I> <I>Versuch 1</I> Aus 40 mm langen Fasern (1,5 den) aus Nieder druck-Polypropylen (Schmelzindex der Fasern bei 190 C = 36, Schmelzbereich 159-161 C) wurde ein Faservlies von 60 g/m@ gebildet. Das Faservlies wurde durch einen beheizten Zweiwalzen-Kalander geschickt, der aus einer dampfbeheizten Stahlwalze und einer oberflächenbeheizten Baumwollwalze be- stand.
Die Temperatur der Stahlwalze betrug 145 C, die der Baumwollwalze 120 C, der Liniendruck be trug 66 kg/cm. Anschliessend wurde die Faserbahn ein zweites Mal durch dieselbe Kalanderanordnung geschickt, wobei die Seite, die zuerst die Stahlwalze berührte, nun auf die Baumwollwalze zu liegen kam und umgekehrt. Die Bedingungen beim zweiten Durchgang waren folgende: Temperatur der Stahl walze 160 C, Temperatur der Baumwollwalze 155 C, Liniendruck 66 kg/cm.
Der so erhaltene Vliesstoff weist eine gleichmässige Struktur auf. Er hat eine Luftdurchlässigkeit von 207 1/sec/m2 bei 20 mm Wassersäule, gemessen nach DIN 53887. Die Reissfestigkeit in der Hauptfaser- richtung :beträgt 15,1 kg/5 cm Streifen. <I>Versuch 2</I> Im Vergleich dazu wurde dasselbe lose Faservlies durch direktes Verschweissen, das heisst stufenlos, ab gebunden.
Die Bedingungen dabei waren folgende: Temperatur der Stahlwalze 1601>C, Temperatur der Baumwollwalze 155 C, Liniendruck 66 kg/cm.
Der erhaltene Vliessto f hat eine unruhige Struk tur mit vielen offenen Stellen. Dies zeigt sich an der gegenüber Versuch 1 erhöhten Luftdurchlässigkeit von 826 1/sec/m2 bei 20 man Wassersäule. Die Reiss festigkeit in der Hauptfaserrichtung beträgt 15,9 kg/ 5 cm Streifenbreite. Daraus ist ersichtlich, dass die erzielbare Festigkeit in derselben Grössenordnung wie bei Versuch 1 ist.
Die Verbesserung durch die stufen weise Verfestigung bezieht sich in diesem Fall im wesentlichen auf die Struktur (Gleichmässigkeit) des Vliesstoffe-s.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Vliesstoffen durch thermoplastische Verfestigung von Vliesen, welche s mindestens teilweise aus thermoplastischen Fasern be stehen, dadurch gekennzeichnet, dass die Faservliese stufenweise unter Temperatursteigerung verfestigt werden. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass in der ersten Stufe ein höherer Druck ausgeübt wird als in den folgenden. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Faservliese aus thermoplasti schen hitzesehrumpfenden Kunstfasern bestehen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH596161A CH373728A (de) | 1961-05-23 | 1961-05-23 | Verfahren zur Herstellung von Vliesstoffen durch thermoplastische Verfestigung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH596161A CH373728A (de) | 1961-05-23 | 1961-05-23 | Verfahren zur Herstellung von Vliesstoffen durch thermoplastische Verfestigung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| CH373728A true CH373728A (de) | 1963-08-30 |
Family
ID=4302160
Family Applications (1)
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| CH596161A CH373728A (de) | 1961-05-23 | 1961-05-23 | Verfahren zur Herstellung von Vliesstoffen durch thermoplastische Verfestigung |
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| CH (1) | CH373728A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1635583C2 (de) * | 1964-08-17 | 1982-06-09 | E.I. du Pont de Nemours and Co., 19898 Wilmington, Del. | Tufting-Grundmaterial |
| WO1991014035A1 (en) * | 1990-03-08 | 1991-09-19 | Du Pont De Nemours International S.A. | Wad mat and method for producing the same |
-
1961
- 1961-05-23 CH CH596161A patent/CH373728A/de unknown
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