Verfahren zum egalen Färben von Textilmaterial aus. Cellulosefasern mit wasserlöslichen I,eukoschwefelsäureestersalzen von Küpenfarbstof%n Es ist bekannt, dass die verschiedenen wasserlös lichen Leukoschwefelsäureestersalze von Küpenfarb- stoffen unterschiedliche Affinitäten zu den Cellulose- fasern aufweisen.
Beim kontinuierlichen Färben von Geweben aus Cellulosefäsern mit Leukoschwefelsäureestersalzen von Küpenfarbstoffen und im besonderen mit Mi schungen solcher Farbstoffe wirkt sich der Affini- tätsunterschied sehr ungünstig aus, da nach dem Färben von grösseren Partien des Textilgutes Unter schiede in Farbton und/oder Farbtiefe zwischen An fang und' Ende der gefärbten Ware auftreten. Be kanntlich kann man diesem Übelstand dadurch abhel fen,
dass man die Substantivität der Farbstoffe gegen über der Cellulosefaser herabsetzt, indem man dem Klotzbade geringe Mengen von farbstoffaffinen Sub stanzen zusetzt (vergleiche z. B. die britischen Patent schriften Nrn. 833668, 833674 und 837000).
Die Zugabe von farbstoffaffinen Substanzen zum Klotzbade bedingt aber eine Verminderung der Auf ziehgeschwindigkeit des Farbstoffes in die Cellulose- faser, wodurch die Farbausbeute (Farbstärke) erheb lich herabgesetzt wird. Ein weiterer Teil des,Farb- stoffes befindet sich, noch gebunden an.
die farb- stoffaffine Substanz, auf der Cellulosefaser. Um auch diesen letzten Teil noch nutzbar zu machen, muss die Faser, respektive das Gewebe vor dem Oxyda- tionsprozess noch einem. Trocknungsprozess unterwor fen werden, wobei dann der oberflächlich haftende Fazbstoff unter der Einwirkung der Hitze und des Wasserentzuges in die Cellulose eindringt.
Diese Art der Farbstoffwanderung erzeugt aber leicht Unegalitäten und/oder sogenannte Zweiseitig keit, das heisst die Vorder- und die Rückseite des Ge webes weisen nicht die gleiche Farbtiefe und/oder den gleichen Farbton auf.
Zudem ist ein solcher Trocknungsprozess kostspielig und daher unwirtschaft lich, Es wurde nun gefunden, dass man. mit wasserlös lichen Leukoschwefelsäureestersalzen von Küpenfarb- stoffen unter Verwendung einer eine farbstoffaffine Substanz enthaltenden Klotzlösung und nachträglicher Oxydation des geklotzten Fasermaterials egale Fär bungen auf.
Textilmaterial aus Cellulosefasern erhält, wenn man nach dem Klotzen das noch feuchte Faser material, das einen Abquetscheffekt von mindestens 50 und höchstens 13011/a aufweist, einem minde stens 20 Sekunden dauernden Dämpfprozess mit Sau- dampf bei ungefähr 100 C unterwirft. Vorzugsweise wird bis zu 60-801)/o- abgequetscht.
Das vorliegende Verfahren lässt sich kontinuierlich oder diskontinuierlich durchführen: Während des. kurzen Dämpfprozesses, vorzugs weise 40-60 Sekunden, dringt der auf der Faser be findliche, noch an die farbstoffaffine Substanz ge bundene Farbstoff. unter günstigen Bedingungen, näm lich in Gegenwart von Hitze und Feuchtigkeit, rasch in die Cellulosefasern ein und erzeugt somit nach dem.
Oxydationsprozess egale Färbungen sowie bei Geweben und Vliesen auf der Vorder- und Rück seite Färbungen von gleicher Farbtiefe und gleichem Farbton.
Das, erfindungsgemässe Verfahren weist gegen über den. bekannten Verfahren den Vorteil auf, dass sich der Färbeprozess mit weniger Wärmeaufwand durchführen lässt, da die Verdampfungswärme weg fällt, und dass sich bei Anwendung von gewissen hochsubstantiven wasserlöslichen Leukoschwefel- säureestersalzen von Küpenfarbstoffen deutlich. hö here Farbausbeuten erreichen lassen.
Ferner zeitigt das Verfahren bei Geweben und Vliesen seitengleiche Färbungen. Das Verfahren eignet sich im besonderen zum Färben von Baumwolle, Zellwolle, Reyon, sowie auch von Leinen, Jute, Hanf usw. Die gemäss vorlie- gendem Verfahren zur Anwendung gelangenden Leukoschwefelsäureester von Küpenfarbstoffen, gege benenfalls auch solche, die reaktive Eigenschaften aufweisen, werden in Form ihrer wasserlöslichen Salze angewendet.
Auch Mischungen verschiedener wasserlöslicher Leukoschwefelsäureestersalze von Küpenfarbstoffen lassen sich mit gleich gutem Er folgt zur Anwendung bringen. Als geeignete fatbstoffaffine Substanzen haben sich Albuminoide oder hydrolysierte Kollagene, wie Leim, Ableim, Gelatine, ferner Additionsprodukte von Äthylenoxyd an Fettalkohole,
Fettsäuren und Alkylphenole und im besonderen Additionsprodukte von über 5 Molen Äthylenoxyd an ein höheres Alkyl- phenol, sowie deren sulfatierte Produkte, ferner alkylierte Pyridiniumsalze, wie Hexylpyridinium- bromid, Cetylpyridiniumsulfat, Dodecylpyridinium- formiat und Cetylpyridiniumchlorid, sowie Polyvinyl- pyrrolidon"erwiesen.
<I>Beispiel l</I> 200 g des Leukoschwefelsäureestersalzes des Dichlorisoviolanthrons (Na-Salz) und 500g Natrium karbonat (calc.) werden in 20 Liter heissem Wasser gelöst, 5 Liter einer wässerigen Lösung des Additions produktes von Nonylphenol mit 9-10 Molen Äthy- lenoxyd (10010), 400 Liter kaltes Wasser und 12,5 Liter einer wässerigen Naträumnitrit-Lösung (20"/oig)
zugegeben und die Reaktionsmischung mit Wasser auf 500 Liter eingestellt.
Durch das so erhaltene Färbebad wird ein ge bleichtes Baumwollgewebe von 5000 Meter Länge geführt und so abgequetscht, dass das Gewebe etwa 6711/o seines Gewichtes an Flüssigkeit aufnimmt. An- schliessend durchläuft das feuchte Gewebe während 40 Sekunden einen Continue-Dämpfer, der mit Satt dampf von 100 C beschickt ist.
Die Oxydation des Leukoschwefelsäureesters ge schieht auf bekannte Weise bei 70 C in einem Ent wicklungsbad, welches 20 cm3 conc. Schwefelsäure pro Liter enthält. In einer Breitwaschmaschine wird, wie üblich, gespült, neutralisiert, kochend geseift und gespült: Der ganze Färbeprozess verläuft kontinuier lich.
Nach dem Trocknen wird eine vollkommen egale, vom ersten bis zum 5000sten Meter farbton- gleiche und auf der Vorder- und Rückseite des Ge webes gleich farbstarke Violett-Färbung erhalten. Die erzielte Farbausbeute ist sehr hoch.
Wird anstelle von Natriumnitrit die entsprechende Menge Natriumchromat verwendet, so wird das gleiche Resultat erhalten.
<I>Beispiel 2</I> 3000 Meter eines Zellwollgewebes werden in einem Färbebad gemäss den Angaben des Beispiels 1 geklotzt und nach der Sattdampfbehandiung bei 100 C während 40 Sekunden je 1000 Meter des Gewebes getrennt aufgerollt. Das Gewebe jeder Rolle wird nun für sich dem Oxydationsprozess unterwor fen, gespült, neutralisiert, gewaschen, gespült und getrocknet. Dieser Färbeprozess verläuft diskonti nuierlich. Es wird eine Violett-Färbung mit gleich guten Eigenschaften, wie in Beispiel 1 beschrieben, erhal ten.
<I>Beispiel 3</I> 150 g des Leukoschwefelsäureestersalzes des 3,3' Dichlor-1,2,2',1'-dianthrachinonazins (Na-Salz), 50 g des Leukoschwefelsäureestersalzes des Benzol-2-ben- zol-2'-dimethoxydibenzanthrons (Na-Salz) und 200 g Natriumkarbonat (calc.) werden in 10 Liter heissem Wasser gelöst, 20 Liter einer wässerigen Knochen leimlösung (10a/oig),
160 Liter kaltes Wasser sowie 10 Liter einer. wässerigen Natriumnitrit Lösung (20a/oig) zugegeben und mit Wasser auf 200 Liter eingestellt. In diesem Färbebad werden in einem kontinuierlichen Prozess 2000 Meter mercerisiertes Baumwollgewebe mit einem Abquetscheffekt von 80"/o geklotzt und während 60 Sekunden mit Saft dampf von 100 C behandelt.
Die Oxydation des Farbstoffes und die Weiter- behandlung des Gewebes wird in bekannter Weise vorgenommen.
Nach dem Trocknen wird eine egale und enden gleiche Türkis-Färbung erhalten, die keine Zweisei- tigkeit aufweist. Die erzielte Farbausbeute ist sehr hoch.
Process for level dyeing of textile material. Cellulose fibers with water-soluble, eucosulfuric acid ester salts of vat dye. It is known that the various water-soluble leuco-sulfuric acid ester salts of vat dyes have different affinities for the cellulose fibers.
In the continuous dyeing of fabrics made of cellulose fibers with leucosulfuric acid ester salts of vat dyes and especially with mixtures of such dyes, the difference in affinity has a very unfavorable effect, since after dyeing larger sections of the textile there are differences in hue and / or depth of color between start and 'End of dyed goods occur. It is well known that this deficiency can be remedied by
that the substantivity of the dyes compared to the cellulose fiber is reduced by adding small amounts of substances with an affinity for dyes to the pad bath (compare, for example, British Patent Nos. 833668, 833674 and 837000).
The addition of substances with an affinity for dyes to the pad bath, however, reduces the speed at which the dyestuff is absorbed into the cellulose fiber, as a result of which the color yield (color strength) is considerably reduced. Another part of the dye is still bound to.
the dyestuff-affine substance on the cellulose fiber. In order to make this last part still usable, the fiber or the fabric has to have another one before the oxidation process. The drying process is carried out, in which case the superficially adhering dye penetrates into the cellulose under the action of heat and the removal of water.
This type of dye migration, however, easily creates unevenness and / or so-called two-sidedness, that is to say the front and back of the fabric do not have the same depth of color and / or the same hue.
In addition, such a drying process is expensive and therefore uneconomical. It has now been found that one. with water-soluble leuco-sulfuric acid ester salts of vat dyes using a pad solution containing a substance with an affinity for the dye and subsequent oxidation of the padded fiber material.
Textile material made from cellulose fibers is obtained if, after padding, the still moist fiber material, which has a squeezing effect of at least 50 and at most 13011 / a, is subjected to a steaming process with steam at around 100 ° C. lasting at least 20 seconds. Preferably up to 60-801) / o- is squeezed off.
The present method can be carried out continuously or discontinuously: During the short steaming process, preferably 40-60 seconds, the dye which is on the fiber and is still bound to the substance with an affinity for the dye penetrates. under favorable conditions, namely in the presence of heat and moisture, rapidly penetrates the cellulose fibers and thus produces after.
Oxidation process level dyeings and, in the case of fabrics and fleeces, dyeings on the front and back of the same depth and shade.
The inventive method has compared to the. known methods have the advantage that the dyeing process can be carried out with less expenditure of heat, since the heat of vaporization is eliminated, and that when using certain highly substantive, water-soluble leuco-sulfuric acid ester salts of vat dyes, it becomes clear. can achieve higher color yields.
In addition, the process produces colorations on the same side in woven and non-woven fabrics. The method is particularly suitable for dyeing cotton, rayon, rayon, as well as linen, jute, hemp, etc. The leucosulfuric acid esters of vat dyes used according to the present method, possibly also those that have reactive properties, are in Form of their water-soluble salts applied.
Mixtures of various water-soluble leuco-sulfuric acid ester salts of vat dyes can also be used with equally good results. Suitable fat-affine substances are albuminoids or hydrolyzed collagens, such as glue, glue, gelatin, and addition products of ethylene oxide with fatty alcohols,
Fatty acids and alkylphenols and in particular addition products of more than 5 moles of ethylene oxide with a higher alkylphenol, as well as their sulfated products, furthermore alkylated pyridinium salts such as hexylpyridinium bromide, cetylpyridinium sulfate, dodecylpyridinium formate and cetylpyridinium chloride, as well as polyvinylpyridinium chloride.
<I> Example 1 </I> 200 g of the leuco-sulfuric acid ester salt of dichloroisoviolanthrone (Na salt) and 500 g of sodium carbonate (calc.) Are dissolved in 20 liters of hot water, 5 liters of an aqueous solution of the addition product of nonylphenol with 9-10 Molen of ethylene oxide (10010), 400 liters of cold water and 12.5 liters of an aqueous sodium nitrite solution (20 "/ oig)
added and the reaction mixture adjusted to 500 liters with water.
A bleached cotton fabric 5000 meters in length is passed through the dyebath obtained in this way and squeezed in such a way that the fabric absorbs about 6711 / o of its weight in liquid. The moist fabric then passes through a continuous steamer that is filled with saturated steam at 100 ° C for 40 seconds.
The oxidation of the leuco sulfuric acid ester happens in a known manner at 70 C in a developing bath, which 20 cm3 conc. Contains sulfuric acid per liter. As usual, a wide washing machine is used to rinse, neutralize, soap at the boil and rinse: the entire dyeing process is continuous.
After drying, a perfectly level violet dyeing of the same color from the first to the 5000th meter and of the same color on the front and back of the fabric is obtained. The color yield achieved is very high.
If the appropriate amount of sodium chromate is used instead of sodium nitrite, the same result is obtained.
<I> Example 2 </I> 3000 meters of a cellulose fabric are padded in a dye bath according to the information in Example 1 and, after the saturated steam treatment at 100 ° C. for 40 seconds, rolled up separately for every 1000 meters of the fabric. The fabric of each roll is then subjected to the oxidation process, rinsed, neutralized, washed, rinsed and dried. This dyeing process is discontinuous. A violet coloration with the same good properties as described in Example 1 is obtained.
<I> Example 3 </I> 150 g of the leuco-sulfuric acid ester salt of 3,3 'dichloro-1,2,2', 1'-dianthraquinonazine (Na salt), 50 g of the leuco-sulfuric acid ester salt of benzene-2-benzene- 2'-dimethoxydibenzanthrons (Na salt) and 200 g sodium carbonate (calc.) Are dissolved in 10 liters of hot water, 20 liters of an aqueous bone glue solution (10%),
160 liters of cold water and 10 liters of one. aqueous sodium nitrite solution (20%) added and adjusted to 200 liters with water. In this dyebath, 2000 meters of mercerized cotton fabric are padded with a squeeze effect of 80 "/ o in a continuous process and treated with juice vapor at 100 ° C. for 60 seconds.
The oxidation of the dye and the further treatment of the tissue are carried out in a known manner.
After drying, a level and identical turquoise coloration is obtained, which shows no bilateral nature. The color yield achieved is very high.