Motormäher
Motormäher wiesen ausser je einem Gas-und Kupplungshebel für die Bedienung des Motors bisher meist noch zwei Schalthebel für das Fahrwerkgetriebe und einen weiteren Betätigungshebel für die Schalteinrichtung des Mähwerkes auf, wobei von den beiden Schalthebeln des Fahrwerkgetriebes der eine dem Vorwärts-und der andere dem R#ck- wärtsgang zugeordnet ist und mit Hilfe des Bet#- tigungshebels der Mähwerkschalteinrichtung die Messerschiene unabhängig vom Fahrwerk in Bewegung oder stillgesetzt werden kann. Somit sind fünf verschiedene Hebel vom Bedienungsmann zu betätigen, was eine schwierige Bedienung des Motormähers mit sich bringt, zumal insbesondere bei den beim M#hen am Hang notwendigen Manövern dann mehrere Handgriffe schnell hintereinander ausgeführt werden müssen.
Es ist ferner ein Motormäher bekannt, bei dem der Schalthebel zur Wahl des Laufwerkganges mit dem Betätigungshebel für die Mähwerkschalteinrichtung vereinigt ist, der aber einen zusätzlichen Steuerhebel zum Einschalten des Laufwerkes für Vorwärtsoder Rückwärtsfahrt aufweist, so dass für die Bedienung dieses Motormähers insgesamt vier Hebel erforderlich sind und sich Schwierigkeiten hinsichtlich der Konstruktion der Schalteinrichtung des Fahrwerkgetriebes ergeben.
Schliesslich ist ein Motormäher bekannt geworden, der nur einen gemeinsam Schalthebel für das Fahr-und Mähwerk besitzt, wobei Schaltstellungen für den Messerantrieb allein, für den Vorwärtsgang samt Messerantrieb, für den Vorwärtsgang des Laufwerkes allein, den Leerlauf und den Fahrwerkrückwärtsgang allein möglich sind. Eine derartige Ausführung zeichnet sich zwar durch einfache Bedienbarkeit aus, da insgesamt nur drei von Hand zu betätigende Hebel vorhanden sind, hat aber den für den praktischen Betrieb schwerwiegenden Nachteil, dass das Mähwerk nur bei der Vorwärtsfahrt einschaltbar ist und nicht mit laufendem Mähwerk rückwärtsgefahren werden kann.
Bei der Mäharbeit sind infolge der Verschiedenartigkeit des Mähgutes und der Geländeverhältnisse Verstopfungen am M#h- balken, die den freien Abfluss des Mähgutes nach hinten verhindern, unvermeidlich. In einem solchen Fall genügt es nicht, das Fahrwerk bei weiterlaufendem Mähwerk stillzusetzen, sondern es mu# meist bei hin und her gehender Messerschiene mit dem Motormäher rückwärts gefahren werden, damit das zwischen den Mähfingern festgeklemmte Mähgut bzw.
Erde, Steine und ähnliche Verunreinigungen am Boden abgestreift werden können. Beim bekannten Motormäher kann diese gleichzeitige Abstreif-und Rüttelwirkung zur Beseitigung von Verstopfungen am Mähbalken nicht erzielt werden, so dass ein klagloser Mähbetrieb in Frage gestellt ist. Ausserdem erlaubt die bekannte Ausführung nicht, zwei oder mehrere Getriebegänge für die Vorwärtsfahrt vorzusehen.
Die Erfindung bezweckt die Beseitigung dieser Mängel und die Schaffung eines Motormähers, der bei verringertem Konstruktionsaufwand nicht nur einfach bedienbar, sondern auch völlig betriebssicher ist.
Die Erfindung geht von einem Motormäher aus, der ein schaltbares Zahnradgetriebe für das Fahrwerk mit wenigstens einem Vorwärts-und einem Rückwärtsgang sowie ein ein-und ausschaltbares Mähwerk besitzt und nur einen gemeinsamen Schalthebel für das Fahr-und Mähwerk aufweist. Sie besteht darin, dal3 die Schalteinrichtung des Fahrwerkgetriebes unabhängig von der jeweils eingenommenen Stellung der Schalteinrichtung des Mähwerkes mittels des einzigen Schalthebels beliebig betätigbar ist.
Dabei kann die Schalteinrichtung des Mähwerkes eine axial verschiebbare Schaltstange aufweisen, die parallel neben der bzw. den üblichen Schaltstangen des Fahrwerkgetriebes liegen und wie diese eine Aussparung für den Eingriff des Schaltfingers des gemeinsamen Schalthebels besitzen kann, welche Aussparung der Mähwerkschaltstange in Achsrichtung zweckmässig um das Mass des Schaltweges länger als die Aussparung in der bzw. den Schaltstangen des Fahrwerkgetriebes bemessen wird.
Es kann also bei laufendem oder stillstehendem Mähwerk der Vor wärtsgang oder der Rückwärtsgang des Fahrwerkes eingeschaltet oder dieses stillgesetzt werden, so dass alle für eine einwandfreie Mäharbeit unerlässlichen Manöver durchführbar sind und selbstverständlich auch mit laufendem Mähwerk zur Beseitigung von Verstopfungen rückwärts gefahren werden kann. Demnach sind das Fahrwerk und das Mähwerk so wie bei den bekannten Konstruktionen mit zwei oder mehreren Betätigungshebeln schaltbar, obwohl nur ein einziger gemeinsamer Betätigungshebel vorhanden und damit eine bedeutende Bedienungsvereinfachung erzielt ist.
Der Schaltfinger des die Schaltbewegung ausführenden Schalthebels kann bei einoder ausgeschaltetem Mähwerk aus der Aussparung der Mähwerkschaltstange in die Aussparung der sich in Leerlaufstellung befindenden Schaltsttange des Fahrwerkgetriebes umlegbar sein, wodurch die gewünschten Schaltmöglichkeiten auf einfachem Wege erreicht werden können.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen :
Fig. 1 bis 6 die gemeinsame Schalteinrichtung des Fahrwerkgetriebes und des Mähwerkes in verschiedenen Schaltstellungen schematisch in Draufsicht,
Fig. 7 und 8 das Schaltschema in bezug auf das Ende des Schalthebels und den Schaltfinger,
Fig. 9 und 10 einen Motormäher in seiner Gesamtheit in Seitenansicht und Draufsicht,
Fig. 11 den Antriebsteil des Motormähers im vertikalen Längsschnitt in grösserem Massstab und
Fig. 12 und 13 zwei Querschnitte im Bereich des Schaltfingers und der Rasteinrichtung für die Schaltstangen ebenfalls in einem grösseren Massstab.
Mit 1 ist die axial verschiebbare Schaltstange für das Mähwerk und mit 2 die parallel danebenliegende, ebenfalls axial verschiebbare Schaltstange des Fahrwerkgetriebes bezeichnet. Beide Schaltstangen 1 und 2 sind in Führungen 3 gelagert und weisen Aussparungen 4 bzw. 5 für den Eingriff des Schaltfingers 6 des einzigen, gemeinsamen Schalthebels 7 auf. Zwischen den beiden Schaltstangen 1 und 2 ist ein als Platte 8 ausgebildetes Sperrorgan mit einer Durchtrittsöffnung 9 für den Schaltfinger 6 in der Leerlaufstellung der Schaltstange 2 angeordnet.
Zur besseren Verständlichkeit sind die mög- lichen Schaltstellungen der beiden Schaltstangen 1 und 2 mit 0, M bzw. mit 0, V und R bezeichnet, wobei O jeweils die Leerlaufstellung (Stillstand der Messerschiene bzw. der Laufräder), M die Stellung für das eingeschaltete Mähwerk, V für den eingeschalteten Vorwärtsgang und R für den eingeschalteten Rückwärtsgang bedeuten.
Gemäss Fig. 1 befinden sich beide Schaltstangen 1 und 2 in der Leerlaufstellung O ; es stehen also die Laufräder und die Messerschiene still. Der Schaltfinger 6 kann sich hierbei, wie dargestellt, in der Durchtrittsöffnung 9 der Sperrplatte 8 oder aber auch, was durch die übliche kugelige Lagerung des Schalthebels 7 erreicht wird, in der Aussparung 5 der Schaltstange 2 oder in der Aussparung 4 der Schaltstange 1 befinden. Die Aussparung 4 ist in axialer Richtung um das Mass des Schaltweges der Schaltstange 1 länger als die Aussparung 5 in der Schaltstange 2, während die Aussparung 5 und die Durchtrittsöffnung 9 gleiche Länge besitzen.
Die Stirnflächen der Aussparungen 4 und 5 bzw. der Durchtrittsöffnung 9 liegen in einer gemeinsamen Vertikalebene ; es kann also der Schaltfinger 6 ohne Hemmung von der einen Aussparung durch die Durchtrittsöffnung in die andere Aussparung übergeführt werden.
Um mit dem Motormäher bei stillstehendem Mähwerk vorwärts zu fahren, wird die Schaltstange 2 mit Hilfe des in ihre Aussparung 5 eingelegten Schaltfingers 6 in die in Fig. 2 dargestellte Stellung V verschoben, in der der Vorwärtsgang eingeschaltet ist. Die Schaltstange 1 nimmt dagegen die Leerlaufstellung (stillstehende Messerschiene) ein. In der Stellung V der Schaltstange 2 wird der Schaltfinger 6 durch die Sperrplatte 8 an einer Seitenbewegung gehindert. Soll der Motormäher bei stillstehendem Mäh- werk nach rückwärts fahren, genügt es, die Schaltstange 2 mit Hilfe des Schaltfingers 6 in entgegengesetzter Richtung über die Leerlaufstellung hinaus in die Stellung R gemäss Fig. 3 zu verschieben. Auch in dieser Stellung kann der Schaltfinger 6 seitlich nicht bewegt werden.
Die Fig. 1 bis 3 geben somit ein Bild der Schaltstellungen für Stillstand, Vorwärts- und Rückwärtsfahrt des Motormähers bei ausgeschaltetem Mähwerk.
Um mähen zu können, wird zunächst der Motormäher, beispielsweise aus der Vorwärtsfahrt, stillgesetzt, so dass sich wieder die Schaltstellungen nach Fig. 1 ergeben. Sodann wird der Schaltfinger 6 durch Seitwärtsbewegung aus der Aussparung 5 durch die Durchtrittsöffnung 9 in die Aussparung 4 übergeführt und mit seiner Hilfe die Schaltstange 1 in die in Fig. 4 dargestellte Stellung M verschoben, womit das Mähwerk bei stillstehendem Motormäher eingeschaltet ist.
Da die Aussparung 4 um das Mass des Schaltweges der Schaltstange 1 länger ist als die Durch trittsöffnung 9 bzw. die Aussparung 5, ist es mög- lich, den Schaltfinger 6 aus der Stellung nach Fig. 4 zurückzunehmen und durch eine Querbewegung zum Eingriff in die Aussparung 5 zu bringen. Durch eine sofort anschliessende Bewegung in Richtung der Schaltstangenlängsachse kann dann die Schaltstange 2 in ihre Stellung V (gemäss Fig. 5) bewegt und da mit der Vorwärtsgang eingerückt werden. Der Motormäher fährt vorwärts und mäht.
Soll nun, beispielsweise zur Behebung von Störungen am Mähwerk, der Motormäher bei laufender Messerschiene nach hinten fahren, genügt es, die Schaltstange 2 mit Hilfe des Schaltfingers 6 aus der Stellung gemäss Fig. 5 in die Stellung R nach Fig. 6 zu verschieben. Es ist ersichtlich, dass der Schaltfinger 6 und damit der Schalthebel 7 sowohl in der Stellung nach Fig. 5 als auch in jener gemäss Fig. 6 an einer Seitenbewegung gehindert ist.
Durch die Sperrplatte 8 wird also erreicht, dass der Schaltfinger 6 bei ein-oder ausgeschaltetem Mähwerk von der Aussparung 4 der Mähwerkschaltstange 1 nur dann in die Aussparung 5 der benachbarten Fahrwerkschaltstange 2 übergeführt werden kann, wenn sich diese in der Leerlaufstellung befindet. Umgekehrt kann der Schaltfinger 6 aus der Aussparung 5 der Fahrwerkschaltstange 2 ebenfalls nur dann in die Aussparung 4 der in beliebiger Stellung befindlichen Mähwerkschaltstange 1 verbracht werden, wenn die Fahrwerkschaltstange 2 die Leerlaufstellung einnimmt. Auf diese Weise werden nicht nur Fehlschaltungen verhindert, sondern es können auch alle für eine klaglose Mäharbeit notwendigen Fahr-und Mähmanöver eindeutig durchgeführt werden.
Zum besseren Verständnis ist noch in Fig. 7 das Schaltschema für die am freien Ende des Hebels 7 vorgesehene Schaltkugel 10 dargestellt.
Durch die Bewegungsumkehr zufolge der Ausbil- dung und Lagerung des Schalthebels als zweiarmiger Hebel ergibt sich dann für den Schaltfinger 6 das Schaltschema gemäss Fig. 8. Für eine einfache Ausbildung der Schalteinrichtung ist es wesentlich, dass der Schaltweg der Schaltstange 1 für das Mähwerk gleich ist dem zum Einrücken eines Ganges aus dem Leerlauf erforderlichen Schaltweg der Schaltstange 2, dass also die Schaltwege O-M, O-V und O-R untereinander gleich sind.
Gemäss Fig. 9 und 10 weist der Motormäher zwei Lenkholme 11 zur Fiihrung von Hand aus auf. Der rechte Lenkholm trägt den Gashebel 12, von dem ein Bowdenzug zum Vergaser des Benzinmotors 13 führt. Am linken Lenkholm ist der Kupplungshebel 14 vorgesehen, der über ein Gestänge 15 einen weiteren Hebel 16 betätigt. Der Motor 13 ist mit dem Triebwerkblock 17 zusammengeflanscht, auf dessen Oberseite der gemeinsame Schalthebel 7 der Schalteinrichtung des Mähwerkes und des Fahrwerkgetric- bes mit der Schaltkugel 10 am Griffende aufwärts- ragt. Mit 18 sind die beiden Laufräder bezeichnet.
Eine Kurbelscheibe 19 bewirkt über ein Schwinghebelsystem 20 die hin und her gehende Bewegung der Messerschiene 21 des Mähbalkens 22.
Bei eingedrückter Kupplung 23 wird von der Motorwelle 24 das Zahnrad 25 angetrieben, das mit dem Zahnrad 26 kämmt. Das Zahnrad 26 sitzt drehfest auf der Welle 27, auf der die beiden Trieblinge 28 und 29 frei drehbar lagern. Diese Trieblinge 28 und 29 stehen im ständigen Eingriff mit einem Tellerrad 30, das über ein Stirnradpaar 31, 32 die Laufradantriebswelle 33 antreibt. An ihren einander zugekehrten Stirnflächen weisen die Trieblinge 28 und 29 Klauen 34 bzw. 35 auf, die mit Gegenklauen 36 bzw. 37 einer auf der Welle 27 verschiebbar, aber drehfest gelagerten Kupplungsmuffe 38 in Eingriff gebracht werden können. Auf der Schaltstange 2 sitzt eine Schaltgabel 39, welche die Kupplungsmuffe 38 umgreift.
Mit der Hauptwelle 27 ist ferner ein Mitnehmer 40 drehfest verbunden, dessen Stirnklauen 41 mit Gegenklauen 42 einer Schaltmuffe 43 in Eingriff gebracht werden können. Die Schaltmuffe 43 ist verschiebbar, aber undrehbar auf der Mähwerkwelle 44 gelagert, welche die Kurbelscheibe 19 des Mäh- werkes antreibt. Das Verschieben der Schaltmuffe 43 erfolgt durch die Schaltstange 1, die eine die Schaltmuffe umgreifende Schaltgabel 45 trägt. Im Bereich der vorderen Führung 3 für die Schaltstangen 1 und 2 weisen. diese Kerben 46 auf, in die gefederte Kugelrasteinrichtungen 47 eingreifen, welche die Schaltstangen in ihren Stellungen O, M bzw. O, V, R gegen unbeabsichtigtes Verschieben sichern.
Befindet sich die Schaltstange 2 in der in Fig. 11 dargestellten Lage, steht der Motormäher still. Wird die Schaltstange 2 in die Stellung V (gemäss Fig. 11 nach hinten) verschoben, kommen die Klauen 34 und 36 zum Eingriff, wodurch der Triebling 28 das Tellerrad 30 und über die Stirnräder 31 und 32 und die Welle 33 die Laufräder 18 im Sinne der Vorwärtsfahrt antreibt. Wird die Schaltstange 2 im entgegengesetzten Sinn in die Stellung R bewegt, wirken die Klauen 35 und 37 zusammen, und der Triebling 29 führt die Rückwärtsfahrt herbei.
Nach Fig. 11 befindet sich auch die Schaltstange 1 in ihrer Stellung 0, in der die Klauen 41 und 42 ausser Eingriff sind und die Mähwerkwelle 44 samt den nachgeordneten Antriebsteilen stillsteht. Wird die Schaltstange 1 mit Hiffe des Schalthebels 7 in die Stellung M (gemäss Fig. 11 nach hinten) verschoben, überträgt der bei eingerückter Kupplung 23 ständig angetriebene Mitnehmer 40 das Drehmoment auf die Mähwerkwelle 44, die ihrerseits über die Kurbelscheibe 19 und das Schwinghebelsystem 20 die Messerschiene 21 antreibt.
Die Erfindung ist nicht nur auf ein Fahrwerkgetriebe mit bloss einem Vorwärts-und einem Rück- wärtsgang beschränkt, sondern kann auch angewendet werden, wenn das Fahrwerkgetriebe zwei Schaltstangen für zwei oder mehrere Vorwärtsgänge aufweist. In diesem Falli muss die dem Hauptgang des Mähbetriebes und dem Rückwärtsgang zugeordnete Schaltstange neben der Schaltstange für das Mähwerk in der Mitte angeordnet sein und die an der anderen Seite liegende Getriebeschaltstange kann dann beispielsweise einen Gang für schnellere Stra ssenfahrt und einen Gang für schwierige Gelände- fahrt schalten.