Vorrichtung zur Synchronisierung von Magnettongeräten und Schmalfilmkameras mit Feder werkantrieb Um einen synchronen Ablauf von Ton- und Bildbändern mit getrennten Antrieben sicherzustellen, bedarf es besonderer Vorrichtungen, die ein Vor eilen bzw. Zurückbleiben des einen Aufzeichnungs trägers gegenüber dem anderen verhindern.
Die Erfindung betrifft eine Synchronisiervor- richtung für den Amateur, der im Besitz einer handelsüblichen Schmalmfilmkamera mit Federwerk antrieb ist, mit der er ohne Eingriff in die vorhandene Kamera auf einfachste Art synchronisierte Tonfilm aufnahmen mit über die normale Ablaufzeit des Federwerkes hinausgehenden Szenenlängen herstellen kann.
Dem Stand der Technik sind Vorrichtungen zu ontnehmen, bei denen zur Herstellung des Gleich laufes zwischen Bild- und Tongerät die Synchro- nität durch Impulse des den synchronen Lauf be stimmenden Antriebes erzeugt wird. Diese Impulse erregen einen Elektromagneten, in dessen Feld sich ein auf der Antriebswelle des in synchronen Lauf zu haltenden Motors drehbar gelagerter Anker be findet, der einen im Stromkreis dieses Motors lie genden Schalter steuert. Der iSchalter wird z. B. geöffnet und damit die Speisung des zu synchro nisierenden Motors unterbrochen, wenn dieser dem den synchronen Lauf bestimmenden Antrieb voraus eilt.
Es sind auch Einrichtungen bekannt, bei denen ein im Stromkreis des Bildträgermotors liegender Widerstand durch Kontakteinrichtungen in kürzeren oder längeren Abständen kurzgeschlossen wird, um so ein konstantes Verhältnis zur Drehzahl des An triebsmotors für den Tonträger einzuregulieren.
Diese und ähnliche Synchroneinrichtungen be schränken sich auf die zu synchronisierende Auf nahme- bzw. Wiedergabegeräte mit elektrischem An- trieb, die also für handelsübliche Federwerkkameras keine Anwendung finden können.
Weiterhin sind Synchronvorrichtungen bekannt, bei denen elektrische Impulse auf eine Wirbelstrom- oder Backenbremse einer Aufnahmekamera mit Fe derwerkantrieb einwirken und deren Antrieb ab bremsen, bis wieder Gleichlauf zwischen den Auf zeichnungsträgern hergestellt ist. Die für dieses Prin zip der Abwärtsregelung zu verwendenden Kameras müssen also grundsätzlich mit höherer als normaler Bildfrequenz arbeiten. Hat sich das Federwerk bis zu einem gewissen Grad entspannt, dann sinkt die Bildfrequenz unter die erforderliche höhere Bild zahl und die Synchronisierung fällt ausser Tritt.
Durch die geringe Ablaufzeit gebräuchlicher Feder werke ist also die Szenenlänge einer synchronisierten Tonfilmaufnahme sehr eingeengt. Sie beträgt bei den handelsüblichen Kameras nur etwa 30 Sekunden, entsprechend 2 Meter Filmlänge.
Für den Amateur würde die Herstellung von synchronisierten Tonfilmaufnahmen nach dem ge schilderten Prinzip die Anschaffung einer für diesen speziellen Zweck bestimmten Sonderkamera bedeuten.
Ausserdem nimmt er dabei den grossen Nachteil der sehr begrenzten Szenenlänge in Kauf. Es ist zwar grundsätzlich möglich, bei aufzunehmenden längeren Szenen das Federwerk der Kamera laufend nachzuspannen. Dabei ist aber mit einem unerwünsch ten Verreissen der Kamera zu rechnen, wenn man nicht auf Aufnahmen mit Stativ angewiesen sein will. Ein Neuaufziehen der Kamera nach etwa 30 Sekunden hätte eine Szenenunterbrechung zur Folge, die bei laufender Bild-Ton-Aufnahme nicht zu lässig ist.
Mit der vorliegenden Erfindung wird eine diese genannten Nachteile vermeidende Vorrichtung zur Synchronisierung von Magnettongeräten und handels üblichen Kameras mit Federwerkantrieb geschaffen, bei der erfindungsgemäss der bei Bildaufnahmebeginn durch das Federwerk der Kamera angeworfene Synchronmotor für die Dauer des Federwerkab- laufes die Bildfrequenz synchron steuert und nach dessen Ablauf bei grösserer Szenenlänge den wei teren Filmantrieb synchron zum Tonbandablauf übernimmt.
Mit der neuen Synchronvorrichtung ist es mög lich, synchronisierte Tonfilmaufnahmen von wesent lich erweiterter Szenenlänge herzustellen. Insbeson dere können für derartige Aufnahmen handelsübliche Schmalfilmkameras Anwendung finden, da die Syn chronvorrichtung vorzugsweise als ansetzbare Bau- einh--it ausgebildet ist und keinen Eingriff in die bei dem Amateur vorhandene Kamera notwendig macht.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegen standes soll nachstehend anhand der Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigen: Fig. 1 Kamera mit angesetzter Synchronvorrich tung, Fig. 2 Synchronvorrichtung mit aufgeschnittenem Gehäuse und Fig. 3 Schaltung der Synchronvorrichtung.
Die Synchronvorrichtung 1 ist an die Kamera 2 über einen Winkel 3 mittels einer Schraube 4 an setzbar. In der Synchronvorrichtung 1 befindet sich ein zweipoliger Synchronmotor 5 auf einer Welle 6 des Ankers 7 eine Schwungscheibe B. Die Welle 6 ragt auf beiden Seiten des Synchrongehäuses 1 .heraus und trägt auf der dem Bedienenden zu gewandten Seite einen Anwurfknopf 9 und auf der anderen ein federnd gelagertes Kupplungsglied 10, das in einem zum Rückwickeln des Filmes vorgesehenen, nicht dargestellten Kupplungsstutzen der Kamera 2 eintaucht. Vom Boden des Gehäuses 1 wird ein Kabel 11 weggeführt.
Aus Fig.2 ist eine auf der Welle 6 befestigte Nockenscheibe 12 ersichtlich, die mit einem um einen Punkt 13 drehbaren Sperr flügel 14 in Eingriff steht. Letzterer ist an einem, durch eine Feder 15 gehaltenen um die Schraube 16 nach unten schwenkbaren Hebel 17 angeordnet. Hin ter dem Sperrflügel 14 befindet sich in bestimmtem Abstand eine Feder 18. In einer Führung 19 liegt ein Schieber 20, in dem ein Mitnehmer 21 befestigt und in einem Langloch 22 der Führung 19 mit dem Schieber 20 bewegbar ist.
Der Schieber 20 ist weiter hin mit Gleitbahnen 23 und 24 versehen, auf denen Stössel 25 und 26 geführt werden, die in der Führung 19 höhenverschiebbar angeordnet sind, um die Schal ter 27 und 28 betätigen zu können. Das aus dem Gehäuse 1 herausragende Ende des Schiebers 20 trägt einen Auslöseknopf 29.
Die Wirkungsweise der Anordnung ist folgende: Zwecks synchronisierter Tonfilmaufnahmen wird die Svnchronisiervorrichtung 1 mittels Winkel 3 und Schraube 4 mit der Kamera 2 verbunden. Dabei taucht das Kupplungsglied 10 in den Kupplungs stutzen der Kamera 2, wodurch die Kupplung zwi- sehen dem nicht dargestellten Federwerkantrieb und dem Synchronmotor 5 hergestellt wird. Die Kamera 2 wird auf Dauerlauf eingestellt und das Federwerk gespannt. Sein Ablauf erfolgt dabei noch nicht, da es über das Kupplungsglied 10 durch die Nocken scheibe 12 und den drehbaren Sperrflügel 14 blockiert wird.
Die Freigabe des Federwerkes geschieht über die Synchronvorrichtung 1, indem durch Druck auf den Auslöseknopf 29 der drehbar gelagerte Sperr flügel 14 mittels Mitnehmer 21 von der Nocken scheibe 12 abgeschwenkt wird. Durch das frei gegebene Federwerk wird der Synchronmotor 5 an geworfen, dessen Anker- sowie Feldstrom ein geschaltet wird, wenn der Druckknopf 29 entgegen der Wirkung der Feder 18, die für einen Druck punkt und somit für eine Verzögerung sorgt, weiter eingedrückt wird. Dieser Druckpunkt ist in dem Ausführungsbeispiel notwendig, um ein Einschalten der Motorspeisung zu verhindern, bevor der Syn chronmotor 5 durch das Federwerk angeworfen ist.
Der Speisestromkreis ist geschlossen, wenn bei dem Durchdrücken des Auslöseknopfes 29 der Stössel 25 durch die Gleitbahn 23 nach unten gedrückt und somit der .Schalter 27 betätigt wird. Die elektrische Verbindung der Synchronvorrichtung mit dem durch das Magnetband angetriebenen Impulsgeber erfolgt über das Kabel 11. Von dem Moment der Motor speisung an werden die Aufnahmekamera 2 und ein Magnettongerät in Synchronismus gehalten, da der mit dem Federwerkantrieb gekuppelte Synchron motor 5 eine konstante Drehzahl garantiert.
Der Synchronmotor 5, der aus raumsparenden Gründen zweipolig ausgebildet ist, ist mit einer Schwungscheibe 8 ausgerüstet, um die Ankertot punkte zu überwinden und die stossweisen Antriebs impulse zu glätten. Ist bei schnell aufeinanderfolgenden längeren Szenen das Aufziehen des Federwerkes nicht möglich, so kann der Synchronmotor 5 mittels Anwurfknopf 9 angeworfen werden.
Zum Abfangen der durch die Schwungscheibe bedingten harten Stösse bei Beendigung der Szenen ist der Hebel 17, an dem der Sperrflügel 13 angeordnet ist, federnd gelagert. Für das Aufzeichnen von Bezugsmarken auf das Bild- und Tonband ist der Schalter 28 bestimmt, der durch den Stössel 26 betätigt wird und entsprechende Markierungseinrichtungen auslöst.
In Fig. 3 ist die elektrische Schaltung der Syn chronvorrichtung dargestellt. Der Synchronmotor 5 erhält über einen Stromwender 30, der mit einer von einem Tonband 31 angetriebenen Rolle 32 ver bunden ist und an einer Stromquelle 33 liegt, Steuer impulse, wenn nach erfolgtem Anwurf des Synchron motors 5 durch das nicht dargestellte Federwerk der Schalter 27 geschlossen wird. Eine Feldwicklung 34 liegt während des Betriebes konstant an den Klemmen der Stromquelle 33. Der Schalter 28 dient zum Ein zeichnen von Startbezugsmarken.
Der wesentliche Fortschritt der vorliegenden Erfindung gegenüber den bekannten Einrichtungen besteht darin, dass der Synchronisrnus zwischen Magnettongerät und Kamera so lange aufrechterhalten werden kann, als die aufzunehmende Szene es erfor dert. Störende Unterbrechungen der Tonfilmszenen werden vollständig vermieden, da der für die Dauer des Federwerkablaufes die Bildfrequenz synchron steuernde Synchronmotor 5 nach Ablauf des Feder werkes den weiteren zum Tonbandablauf synchronen Filmantrieb übernimmt. Die Szenenlänge wird also nicht mehr wie bisher durch das Federwerk begrenzt.
Ausserdem besteht ein weiterer wesentlicher Vorteil der Synchronvorrichtung darin, dass sie als ansetzbare Baueinheit allen Amateuren die Möglichkeit synchro nisierter Tonfilmaufnahmen mit einer normalen han delsüblichen Federwerkkamera gibt.
Neben der eigentlichen Verwendung der be schriebenen Vorrichtung zur Synchronisierung von Magnettongeräten und Schmalfilmkameras kann sie zusätzlich zur Herstellung von Stummfilmaufnahmen mit über die normale Ablaufzeit des Federwerkes hinausgehenden Szenenlängen verwendet werden. Dabei erfolgt die Steuerung des Synchronmotors 5 unverändert vom Magnettongerät aus, auf die Ton aufzeichnung wird jedoch verzichtet.
Für den Fall, dass man bei Stummfilmaufnahmen mit längerer Szenenlänge unabhängig von dem Ma gnettongerät arbeiten möchte, kann der Synchron motor 5 der Synchronvorrichtung 1 mit einem zu sätzlichen Kollektor versehen sein, der je nach Be darf ein- und abschaltbar ist. Während der Motor bei synchronisierten Tonfilmaufnahmen als Synchron motor arbeitet, wirkt er bei Stummfiimaufnahmen durch diese Massnahme als normaler Kommentator motor. Die Drehzahlregelung erfolgt dabei durch den Fliehkraftregler des leer mitlaufenden Feder werkantriebes.