Kugelschreiber Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen sogenannten Kugelschreiber, das heisst ein Schreib gerät mit einem Tintenreservoir in Form einer offenen Röhrenhülse, die einerends mit einer Schreibkugel ver sehen ist, und deren an Luft trocknende bzw. aushär tende Tintenmasse von Lufteinwirkung oberhalb ihrer oberen Pegelfläche durch einen fliessfähigen Ab- schlusskolben geschützt ist, welcher der oberen Tinten pegelfläche dauernd anliegt.
In den meisten bekann ten Kugelschreibern wird eine schnelltrocknende Tinte verwendet, die im Reservoir eintrocknen oder aus härten würde, wenn sie nicht gegen den Einfluss von Luft oder eventuell anderem oberhalb der oberen Tintenpegelfläche im Reservoir eingeschlossenem Gas geschützt würde.
Es ist bekannt, an Luft trocknende bzw. erhärtende Tintenmasse in Kugelschreibern dadurch vor Luftein- fluss zu schützen, dass oberhalb der oberen Pegel fläche der Tinte im Reservoir ein Abschlusskolben aus zäh fliessendem Material vorgesehen wird, der die Tintenmasse von der Luft luftdicht trennt und in der Reservoir-Hülse im Masse des Tintenverbrauches beim Schreiben gegen das Kugelende absinkt, das heisst dauernd der oberen Tintenpegelfläche anliegt.
Ausserdem verhindert ein solcher Abschlusskolben das Ausfliessen der Tinte aus dem oberen offenen Reservoir-Hülsenende beim Umkehren des Kugel schreibers. Kugelschreiber dieser Art sind in den Schweiz. Patenten Nr. 286887 und 327759 desselben Anrnelders beschrieben. Es stellt einen Nachteil der artiger Systeme dar, dass der vom Abschlusskolben beanspruchte Raum in der Reservoir-Hülse deren Tintenfassungsraum bzw. die Schreibkapazität des Kugelschreibers vermindert.
Das Hauptziel der vorliegenden Erfindung ist darin zu erblicken, diesen Nachteil mindestens teil weise zu belieben, in dem Sinne, dass angestrebt wird, das nutzbare Tintenfassungsvermögen annä hernd auf den Hohlraum der Reservoir-Hülse zu vergrössern.
Erfindungsgemäss wird dieses Ziel dadurch er reicht, dass als Masse zur mindestens teilweisen Bildung des fliessfähigen Abschlusskolbens eine mit der Haupttintenmasse praktisch unvermischbare, ge gen Luft unempfindliche Tintenmasse dient. Wenn die Tintenmasse des Kolbens nach völligem Ver brauch der Haupttinte am Schreibkugelende der Reservoir-Hülse angekommen ist, ist es vorteilhaft, dass sie das Weiterschreiben ermöglicht, trotzdem sie vorher die Funktion der Bildung eines luftdicht abschliessenden und dauernd der oberen Pegelfläche der Haupttinte anliegenden Abschlusskolbens zu er füllen vermag.
Ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen Kugelschreibers ist in der Zeichnung dargestellt. Diese zeigt eine zum Teil mit schnelltrocknender bzw. an Luft erhärtender Tintenflüssigkeit 2 gefüllten oben offenen und unten zur Aufnahme einer Schreib kugel 3 ausgebildete rohrförmige Reservoirhülse. Ein Abschlusskolben 4, der dauernd der oberen Pegel fläche der Haupttinte 2 anliegt, bzw.
derselben im Masse des Tintenverbrauches beim Schreiben dauernd nachfliesst, wird durch eine pastöse aber fliessbare Schreibtintenmasse solcher Zusammensetzung gebil det, dass sie auch im Kontakt mit der Aussenluft flüssig bleibt und mit der Haupttintenmasse praktisch nicht mischbar ist. Die Konsistenz der den Abschluss- kolben 4 bildenden Tintenmasse muss so gross ge wählt werden, dass sie beim Umkehren des Kugel schreibers nicht aus dem offenen Ende der Reservoir- Hülse ausfliesst.
Anderseits muss die Zähigkeit ge nügend klein sein, dass sie beim Schreiben der Haupt tinte nachfliesst und nach völligem Verbrauch der Haupttinte 2 aus dem Innenraum der Reservoir- hülse 1 durch die Verbindungskanäle zur Oberfläche der sich beim Schreiben drehenden Kugel 3 fliessen und deren Oberfläche so gut zu benetzen vermag, dass ein Weiterschreiben mit dieser Tintenmasse 4 bis zu deren vollständigem Verbrauch noch möglich ist. Wohl zeigt sich dann der Nachteil, dass die mit dieser Tintenmasse 4 geschriebene Schrift nicht mehr rasch trocknet und demgemäss etwas schmiert. Ander seits hat das aber den Vorteil, dass der Schreiber dadurch auf die bevorstehende Entleerung des Tinten behälters aufmerksam wird und rechtzeitig für eine Ersatzhülse sorgen kann.
Die Farbe der Tintenmasse 4 kann z. B. von der Farbe der Haupttinte 2 mehr oder weniger stark vei schieden gewählt werden, damit der Schreiber die bevorstehende Entleerung der Reservoir-Hülse besser bemerkt.
Bei besonders weiten Reservoir-Hülsen könnte es zur Verhinderung des Ausfliessens der den Abschluss- kolben 4 bildenden Tintenmasse notwendig werden, deren Konsistenz durch verdickende Zusätze so hoch zu wählen, dass sie zum Schreiben nicht mehr taugt, aber doch fliessfähig bleibt.
Als Beispiele von Tintenmassen, welche vor dem Kontakt mit Luft abzusperren sind und demgemäss zur Bildung der Haupttintensäule 2 verwendbar sind, können solche mit flüchtigen Lösungsmitteln ge nannt werden, indem diese flüchtigen Lösungsmittel im Kontakt mit der Aussenluft verdampfen würden, wodurch die Tintenmasse im Reservoir austrocknen würde. Andere brauchbare Tintenmassen enthalten Siebstangen, die geeignet sind, Luftfeuchtigkeit zu absorbieren und dadurch die Tinte zum Koagulieren und Aushärten bringen würden, wodurch ebenfalls die Tinte 2 in der Reservoir-Hülse 1 nach gewisser Zeit, je nach dem Feuchtigkeitsgehalt der umgebenden Luft mehr oder weniger schnell unbrauchbar würde.
Als Beispiel einer derartigen Tinte, die sich beim Erfindungsgegenstand besonders gut eignet, sei eine Tinte auf Glycolbasis genannt, die im Kontakt mit Aussenluft Feuchtigkeit absorbiert und dadurch koa guliert und erhärtet. Dementsprechend würde in einem Kugelschreiber, der in einer oben offenen Reservoir-Hülse solche Tinte auf Glycolbasis ohne Absperrkolben enthält, diese Tinte zu einer festen Masse erstarren und der Kugelschreiber würde un brauchbar.
Eine geeignete Tinte auf Glycolbasis hat folgende Zusammensetzung:
EMI0002.0014
Triaethylen <SEP> Glycol <SEP> 100 <SEP> Gew. <SEP> Teile
<tb> Beta <SEP> Naphtol <SEP> 30 <SEP> Gew. <SEP> Teile
<tb> Azosol-Schwarz <SEP> MA <SEP> 12 <SEP> Gew. <SEP> Taile
<tb> Azosol-Glanz-Blau <SEP> B <SEP> 80 <SEP> Gew. <SEP> Teile Es können aber auch andere Glycole, z. B. Diaethylen- Glycol, Propylen-Glycol und andere Alkohole und polare Lösungsmittel teilweise oder vollständig das Triaethylen-Glycol ersetzen.
Das Beta-Naphtol be günstigt die Löslichkeit der Farbstoffe. Die oben erwähnten Azosol-Farbstoffe werden unter diesen Marken-Bezeichnungen von der General Dyestuffs Corporation auf den Markt gebracht. Falls das wünschbar scheint, kann der Mischung ein Detergent zugefügt werden, um die Farbstoffe be3ser in Lösung zu halten und die Schreibkugel geschmeidiger zu machen.
Die zur Abdichtung der luftempfindlichen Tinten masse 2 bzw. zur Bildung eines fliessfähigen Abschluss- kolbens 4 und zum Verhindern des Ausfliessens der Tintenmasse beim Umkehren des Kugelschreibers vorgesehene luftunempfindliche Tinte ist vorzugsweise eine solche auf Öl-Basis mit genügender Konsistenz. Die notwendige Konsistenz kann beispielsweise durch Beimischung einer Metall-Seife oder eines andern Verdickungsmittels erzielt werden.. Sie kann ent weder Mineralöl oder Rizinusöl enthalten, um in Kombination mit glycolhaltiger Tintenmasse den ge wünschten Effekt zu sichern. Die Höhe des Abschluss- kolbens 4 wird natürlich möglichst klein gehalten.
Wenn der Innendurchmesser der Reservoirhülse 1 verhältnismässig klein ist, hat die Haupt-Tinten- masse 2 kaum die Tendenz, beim Umlegen des Kugelschreibers auszufliessen und der Abschlusskolben hat dann nur die Aufgabe der Absperrung der Aussen luft von der Tintenmasse 2 zu erfüllen. In einem sol chen Fall kann die Höhe des Absperrkolbens 4 auf ein Minimum reduziert werden, das bestimmt ist durch das Tintenvolumen, welches im Masse des Tinten verbrauches an den Innenwänden der Reservoir-Hülse kleben bleibt.
Wenn der Innendurchmesser der Reservoir-Hülse 1 grösser ist, wird aber praktisch immer eine Kolben höhe, die dem 1-2-fachen des Durchmessers ent spricht, ausreichen.
Es ist wichtig, dass die den Abschlusskolben 4 bildende Tintenmasse im wesentlichen nicht vermisch bar ist mit der Haupttintenmasse 2. Immerhin ist eine geringe Durchdringung der beiden Tintenmassen in ihrer Berührungsebene unschädlich, solange der Hauptteil des Abschlusskolbens 4 intakt bleibt und damit seine Abdichtungsfunktion erfüllt.