CH378336A - Verfahren zur Herstellung von neuen Estern der Nicotinsäure - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von neuen Estern der Nicotinsäure

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Pongratz Alfred Dr Prof
Zirm Konrad L Prof Dr Dr
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Lannacher Heilmittel Ges Mbh
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  Verfahren zur Herstellung von neuen Estern der     Nicotinsäure       Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die  Herstellung von neuen Estern der     Nicotinsäurc,    die  zufolge ihrer besonderen pharmakologischen Eigen  schaften wertvolle Arzneimittel darstellen.  



  Es wurde gefunden, dass man zu diesen, in  pharmakologischer Hinsicht sehr wertvollen Estern  der     Nicotinsäure    gelangt, wenn man     Nicotinsäure     mit     Methylmorphin    oder     N-Allylnormorph;in        ver-          estert.     



  Der so erhältliche     Nicotinsäureester    des     Methyl-          morphins    zeigt bei ausgezeichneter Verträglichkeit  eine signifikante Verbesserung der Hustenreflex  dämpfenden Wirkung gegenüber dem Ausgangs       stoff        Methylmorphin;    ausserdem besteht die bei letz  terem beobachtete lähmende Wirkung auf die Peri  staltik des Darmes nicht.  



  Der weiters erhältliche     N-Allylnormorphin-bis-          (nicotin-säureester)    zeichnet sich gegenüber dem       N-Allylnormorphin    dadurch aus, dass er bereits in  Mengen von Bruchteilen eines mg beim Menschen  die     atemzentrumlähmende    Wirkung von Opiaten ver  ringert. Auch bei der experimentellen     Alkaloidver-          giftung,    z. B. mit Morphin, gelingt es, mit diesem  Körper das Atemzentrum weitgehend zu schützen.  



  Zur Herstellung dieser neuen Ester werden zweck  mässig funktionelle Derivate der     Nicotinsäure,    wie z. B.       Nicotinsäurea.nhydrid    oder     Nicotinsäurehalogenide     in Form ihrer     halogenwasserstoffsauren        Salze,    mit       Methylmorphin    oder     N-Allylnormorphin    kondensiert.  Gegebenenfalls kann auch     Nicotinsäure    unmittelbar  mit den     Hydroxylverbindungen    unter Zusatz von  beispielsweise     Phosphoroxychlorid        umgesetzt    wer  den.

   Im Falle der Anwendung von     Nicotinsäure-          halogenid-Hydrohalogeniden,    insbesondere     Nicotin-          säurechlorid-Hydrochlorid    bzw.     Nicotinsäure,    wird  die Kondensation mit den     Hydroxylverbindungen       vorzugsweise in Gegenwart von tertiären Basen  durchgeführt. Als solche tertiäre Basen kommen bei  spielsweise in Betracht     Pyridin,        Chinolin,        Dimethyl-          anilin    oder dergleichen.     Erforderlichenfalls    kann die  Umsetzung auch unter Zusatz     inerter    Lösungsmit  tel, wie z.

   B.     Alkylbenzole,        Chlorbenzole,    durchge  führt werden. Durch die     Veresterung    der     erfindungs-          gemäss    als Ausgangsstoffe zur Anwendung gelangen  den     Hydroxylverbindungen    werden die pharmako  logischen Eigenschaften der verwendeten Kompo  nenten in der oben angegebenen Weise modifiziert.  



  Das erfindungsgemässe     Verfahren    soll im nach  steÜenden an Hand von Ausführungsbeispielen näher  erläutert werden.  



  <I>Beispiel 1</I>  10     Gew.-T-.ile        Nicotinsäureanhyrid    werden in  einem Bade bei einer     Badtemperatur    von 125 bis  l40  C, vorzugsweise 135 C, zum     Schmelzen    ge  bracht und .in die     Schmelze    2,4     Gew.-Teile        Methyl-          morphin-hydrochlorid    (wasserfrei) unter Rühren in  Anteilen eingetragen.  



  Die     Schmelze        verfestigt    sich schon nach wenigen  Minuten; nach einer Einwirkungszeit von insge  samt 30-35 Minuten wird das     Erhitzen    unterbro  chen, das Reaktionsgut zerkleinert, mit etwa 60       Gew.-Teilen    Wasser versetzt,     Natriumbicarbonat    bis  zum Aufhören der Kohlendioxydentwicklung einge  tragen und anschliessend Soda zugefügt, bis ein       pH-Wert    von     etwa    9 erreicht ist. Das Reaktions  produkt scheidet sich hierbei als zähe, klebrige Masse  aus, welche mit Wasser durchgeknetet und so von  den anorganischen     .Salzen    befreit wird.

   Anschlie  ssend wird die Masse in so viel n/2     Salzsäure    auf  genommen, bis auf dem Dampfbade vollständige  Lösung eingetreten ist; der     pH-Wert        dieser    Lösung  soll 4 nicht unterschreiten.      Nach Klärung der Lösung mit Aktivkohle wird  das Filtrat zur Trockene verdampft, wobei der     Niko-          tinsäureester    des     Methylmorphins    in Form seines       Hydrochlorides    als glänzende kristallinische Masse  zurückbleibt. Ausbeute: 2,2     Gew.-Teile.     



  Nach dem     Umkristallisieren    aus     9511/o        igem     Alkohol wird die Substanz völlig rein erhalten;  F = 263,0-263,5  C.  



  <I>Beispiel 2</I>  22     Gew.-Teile        Nicotinsäurechlorid-hydrochlorid     werden mit 49     Gew.-Teilen    wasserfreien     Pyridins          verrührt    und 34     Gew:    Teile     Methylmorphin-hydro-          chlorid    (wasserfrei) zugegeben.  



  Der     Ansatz    wird 15 Minuten im Bade bei 90  C       Badtemperatur    erwärmt, die nach dem Erkalten  anfallende Kristallmasse in 250     Gew.-Teilen    Wasser  aufgenommen und     mit        Natriumbicarbonat    und Soda  auf     pH    = 9 eingestellt.  



  Die als Öl abgeschiedene Base und das freige  setzte     Pyridin    werden mit Chloroform ausgezogen  und die     Chloroformlösung    am     Dampfbade    einge  dampft, wodurch das Chloroform und das     Pyridin     vertrieben werden. Die nun als Öl verbleibende  Base wird mit     n-Salzsäure    auf     pH    = 4 eingestellt  und am Dampfbade eingeengt. Nach dem Erkalten  fällt das     Hydrochlorid    der Verbindung     kristallin     an, das aus Alkohol umkristallisiert und am Dampf  bade getrocknet wird.  



  Man erhält so 30     Gew.-Teile        Methylmorphin-          nicotinsäurcester-hydrochlorid,    das sind     70,011/o    der       Theorie;    F = 262-263  C unter Zersetzung und Rot  färbung.  



  <I>Beispiel 3</I>  1     Gew.-Teil        N-Allyl-normorphin-hydrochlorid     wird in 5     Gew.-Teilen        geschmolzenes        Nicotinsäure-          anhydrid    bei einer     Badtemperatur    von 125-140  C,  vorzugsweise 130  C, unter Rühren eingetragen und  die     Schmelze    insgesamt 1 Stunde bei dieser Tem  peratur gehalten.  



  Nach dem Erkalten wird die     Schmelze    zerklei  nert, mittels 500     Gew.-Teilen    Wasser in der Wärme  in Lösung gebracht, die schwach braun gefärbte  Lösung mit Aktivkohle entfärbt und das Filtrat nach  dem Erkalten     mit        Natriumbicarbonatlösung    und an  schliessend mit     Sodalösung    auf     pH    = 9 eingestellt.  Die erhaltene Verbindung kristallisiert unmittelbar  in glänzenden     Flittern    aus, die auf dem Filter ge  sammelt, sodann mit Wasser gewaschen und schliess  lich im Vakuum bei Normaltemperatur über festem       Natriumhydroxyd    getrocknet werden.

   Ausbeute: 1,3       Gew.-Teile    N -     Allyl    -     normorphin    - bis -     (nicotinsäure-          ester).     



  Zur Reinigung wird der Ester durch Erwärmen  in 4     Gew.-Teilen        n-Salzsäure    und 26     Gew.-Teilen     Wasser gelöst, die Lösung filtriert und das Filtrat  im Vakuum über     Natriumhydroxyd    eingedampft,  wobei glänzende Kristalle in einer Menge von 1,2       Gew.-Teilen    erhalten werden.  



  Zum     Umkristallisieren    werden die Kristalle in  47     Gew.-Teilen        Alkohol    gelöst und die Lösung auf    die Hälfte des Volumens im Vakuum über Na  triumhydroxyd eingedampft, die auskristallisierte  Substanz wird am Filter gesammelt, mit absolutem  Alkohol gewaschen und getrocknet; F = 238,0 bis  239,0  C.  



  Die     Marquissche    Probe (Morphin und     morphin-          ähnlich    wirkende Verbindungen, O. Schaumann,  Springer Verlag,     Berlin-Göttingen-Heidelberg    1957,  Seite 25) fällt mit der neuen Verbindung negativ  aus, während das als Ausgangsmaterial verwendete       N-Allyl-normorphin    eine starke rotviolette Färbung  liefert.  



  <I>Beispiel 4</I>  4,3     Gew.-Teile        Nicotinsäurechlorid-hydrochlorid     werden in 19     Gew.-Teilen    wasserfreies     Pyridin    ein  getragen und hierauf 1     Gew.-Teil        N-Allyl-normor-          phin    zugefügt. Der Ansatz wird im Bade durch 30       Minuten    auf 90  C erwärmt und die Reaktions  masse nach dem Erkalten in 100     Gew.-Teilen    Was  ser aufgenommen.

   Die Lösung wird sodann vorerst  mit     Natriumbicarbonat    und anschliessend mit     Na-          triumcarbonat    versetzt und auf     pH    = 9 eingestellt,  wobei sich das Reaktionsprodukt gemeinsam mit  dem     Pyridin    ölig ausscheidet.  



  Das Reaktionsprodukt wird mit Chloroform extra  hiert, das Chloroform sowohl als auch das mit  extrahierte     Pyridin    auf dem     Dampfbade    abgetrie  ben und der Rückstand mit     n12    Salzsäure auf       pH    = 4 eingestellt, wobei das     Hydrochlorid    des       N-Allyl-normorphin-bis-(nicotinsäurcesters)    auskri  stallisiert. Beim Eindampfen im Vakuum über festem       Natriumhydroxyd    zur Trockene bleibt der kristalline  Rückstand in einer Menge von 1,1     Gew.-Teilen     zurück.  



  Durch     Auflösen    des Rückstandes in 47     Gew.-          Teilen    Alkohol in der Wärme und Einengen im  Vakuum auf die     Hälfte    des Volumens kristallisiert  der erhaltene     N-Allyl-normorphin-bis-(nicotinsäure-          ester)    aus; F = 238,0-239,0  C.  



  Die     Marquissche    Probe ist negativ; das so ge  wonnene Produkt ist identisch mit dem nach Bei  spiel 3 hergestellten Ester.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von. neuen Estern der Nicotinsäu.re, dadurch gekennzeichnet, dass man Nicotinsäure mit Methylmorphin bzw. N-Allyl- normorphin verestert. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man zur Vereiterung funktionelle Derivate der Nicotinsäure, beispielsweise Nicotin- säureanhydrid oder Nicotinsäurehalogenide in Form ihrer halogenwasserstoffsauren Salze, insbesondere Nicotinsäurechlorid-hydrochlorid, verwendet. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man Nicotinsäure als Ausgangs stoff verwendet und die Vereiterung mit den Hy- droxylverbindungen in Gegenwart von wasserent- ziehenden Mitteln, beispielsweise Phosphoroxychlorid, ausführt. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man die Umsetzung in Gegen wart tertiärer Basen, z. B. Pyridin, Chinolin, Dime- thylanilin, ausführt. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man die Umsetzung unter Zu satz inerter Lösungsmittel, z. B. von Alkylbenzolen, Chlorbenzolen, ausführt.
CH7951359A 1959-10-12 1959-10-16 Verfahren zur Herstellung von neuen Estern der Nicotinsäure CH378336A (de)

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