Bauanordnung, umfassend eine aus mehreren Hochhäusern bestehende Wohnsiedlung Infolge der dauernden Zunahme der Bevölkerung im allgemeinen, insbesondere der Stadtbevölkerung, in fast allen Ländern, wird das Problem der Unter bringung der Leute in geeigneten Wohnstätten immer schwieriger. Um das Problem in befriedigender Weise lösen zu können, müssen folgende Bedingungen er füllt werden: 1. Es muss eine natürliche Gliederung einer gro ssen Bevölkerung nach psychologischen, wirtschaft lichen und soziologischen Gesichtspunkten erfolgen.
2. Der Strassenverkehr für den Transport von Personen und Gütern muss bewältigt werden.
3. Der vorhandene Raum muss auf ökonomischste Art und Weise ausgenützt werden.
4. Die hygienischen Verhältnisse bezüglich Ven tilation, Durchlichtung und Grünflächen müssen be rücksichtigt werden.
5. Die vorgesehenen bzw. geplanten Bauten müs sen bezüglich ihrer Konstruktion eine vorgeschriebene Stabilität mit genügendem Sicherheitsfaktor aufwei sen.
Um dem Breitenwachstum zu steuern und Raum zu gewinnen, hat man es mit dem Bau von Hoch häusern und Wolkenkratzern versucht. Diese Art von Bauten haben aber eine Verschlechterung der Luft zirkulation, Verkehrsabwicklung und Durchlichtung zur Folge und bringen auch eine Vermassung der Menschen mit sich. Ferner verlangt der hohe Schwer punkt dieser Gebäude besondere konstruktive Sicher heitsmassnahmen gegen Winddruck und Erdbeben. Weitere Nachteile ergeben sich bezüglich der Stadt struktur: Warenhäuser, Büros und Schulen im unbe wohnten Zentrum der Stadt (City-Bildung); Fabriken, Lagerhäuser usw. an der Peripherie der Stadt und in den Zwischenzonen die an den Verkehrsadern liegenden Wohnquartiere.
Als Folge davon ergibt sich eine Gefährdung der Menschen im Zentrum der Stadt durch die dort periodisch mehrmals am Tage auf tretenden grossen Verkehrsspitzen. Um Abhilfe zu schaffen, wurden daher neuerdings Trabantenstädte an der Peripherie der Grossstädte gebaut, die jedoch bei analoger Struktur mit der Zeit zu gleich negativen Entwicklungen führen müssen.
Um die schlechte Zirkulation der durch den Auto verkehr verunreinigten Luft, die die Bewohner von Städten mit Hochhäusern gefährdet, zu vermeiden, hat man auch Wohnsiedlungen mit grossen Grünflä chen zwischen den Hochhäusern gebaut. Dies führt aber wieder zu einer übermässig grossen Ausdehnung der Siedlung in horizontaler Richtung, so dass der mit dem Hochhaus erzielte Gewinn an Bodenfläche wie der verlorengeht.
Die Gefahr einer vollkommenen Überbauung der freien Landschaft oder die Einbeziehung derselben in den Stadtbereich, wodurch sie ihren eigenen Cha rakter verliert, wird immer aktueller.
Der Zweck der Erfindung ist nunmehr eine Bau anordnung, umfassend eine aus mehreren Hochhäu sern bestehende Wohnsiedlung, zu schaffen, die die erwähnten Nachteile der bisherigen Siedlungen ver meidet. Gemäss der Erfindung wird dies dadurch er reicht, dass die Wohnsiedlung aus mindestens drei mit einander verbundenen Hochhäusern gebildet ist, die mit einem senkrechten, nach oben sich öffnenden Trichterteil versehen sind, und bei welchen die Woh nungen auf der Innenseite des Trichterteiles in Kreisen treppenartig übereinander angeordnet werden.
Im folgenden soll die Erfindung näher an Hand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbei spielen erläutert werden.
Die Fig. 1 bis 3 zeigen in schematischer Weise ein Hochhaus in Ansicht, Längsschnitt und Draufsicht, während die Fig. 4 einen Ausschnitt aus einem Hoch haus teils perspektivisch, teils im Schnitt veranschau- licht. In Fig. 5 ist eine.aus drei Hochhäusern gebil dete Siedlung perspektivisch dargestellt.
Das Hochhaus, welches kurz als Trichterhaus be zeichnet wird, besteht aus einem senkrechten, nach oben sich öffnenden kegelförmigen, den Oberteil bil denden Trichterteil 1 und einem anschliessenden enge ren Unterteil 2, der als Sockel dient. Auf der Innen seite des kegelförmigen Oberteiles 1, der eine Art Amphitheater bildet, sind treppenartig übereinander geschichtete Einzelwohnungen 3 vorgesehen, wobei jede Etage aus einem Kreis von nach innen gerich teten Wohnungen gebildet ist, die auf gleicher Höhe liegen.
Der Grund 4 des Trichterteiles, der auf etwa 1J3 der Gesamthöhe über dem Boden liegt, bildet eine kreisrunde Fläche, die beispielsweise bepflanzt ist, wobei der unterste Ring um diese Fläche für Schulen benutzt werden kann. Wenn die oberste Lichtweite des Trichters 1 z. B. etwa 300 m beträgt, so ergibt sich ein Durchmesser von 60-70 m für diese Grün fläche. Ferner besteht noch die Möglichkeit, vor jede Wohnung auf dem vorstehenden Teil des Daches der darunterliegenden Wohnung einen Garten 5 anzu legen.
Die Verbindungen zu den Wohnungen sind durch Schräglifte 6, Rolltreppen 7 oder sonst geeignete Auf zugseinrichtungen und ringförmige Laufwege herge stellt, die auf der schrägen Innenwand des Trichters angeordnet sind, und eine Fortsetzung zu den im Unterteil 2 vorgesehenen Vertikalaufzügen 8 bilden. Im Unterteil 2 sind ferner Geschäfte, Warenhäuser, Kinos usw. untergebracht, die nach aussen gerichtete Fenster haben.
An der Aussenwand des ganzen Gebäudes sind ringförmige, doppelspurige Rampen 9 für jede Etage vorgesehen. Diese Ringrampen 9 stehen durch eine zusätzliche spiralförmige Rampe 10, die ausserhalb der Ringrampen vom Grunde bis zur obersten Etage führt, miteinander in Verbindung. Jede Wohnung 3 ist mit einer nach aussen gerichteten Garage 11 ver sehen, die einen direkten Zugang zu der zugehörigen Ringrampe 9 und von dort aus zur Spiralrampe 10 hat.
Jede aus Trichterhäusern gebildete Siedlung be steht aus mindestens drei solcher Hochhäuser, die, wie aus Fig. 5 hervorgeht, durch breite Brücken 12 miteinander fest verbunden sind. Die drei verbundenen Baukörper bilden somit eine konstruktive Einheit mit bester Standfestigkeit, Erdbebensicherheit sowie Festigkeit bei starkem Winddruck. Selbsverständlich können auch mehr als drei Trichterhäuser zu einer Einheit zusammengefasst werden.
Auch ist die Form der Trichterhäuser nicht auf die beschriebene und ver anschaulichte Ausführungsform, d. h. mit kreisrun dem Querschnitt beschränkt; es können auch Trich- terhäuser mit rechteckigem, vieleckigem oder ovalem Querschnitt vorgesehen werden. Mit einer Trichterhaussiedlung ergeben sich vie lerlei wichtige Vorteile. Da alle Wohnungen sowie ihre Fenster auf der Innenseite des Trichters liegen, sind die Bewohner gegen Lärm, Autogase und Staub geschützt. Durch die trichterförmige Konstruktion ergibt sich eine maximale Durchlichtung sämtlicher Wohnungen.
Die Durchlüftung und Ventilation der ganzen Siedlung ist ideal. Die Sicherungen bei Brand gefahr wie auch die Rettungsmöglichkeiten sind weit aus günstiger als in einem konventionellen Hochhaus. Durch die äussere Form der Trichterhäuser, ins besondere bei kreisrundem oder elliptischem Quer schnitt, wird eine möglichst grosse Sicherheit gegen Druckwellen, die durch Explosionen (z. B. Atombom ben) verursacht werden können, gewährleistet.
Es wird ein maximaler Gewinn an Bodenfläche erzielt, der dann für den Verkehr freisteht. Es können sogar Autobahnen in unmittelbarer Nähe der Häuser angelegt werden, ohne die Bewohner zu stören.