CH378662A - Verfahren zur Behandlung von Milchen oder Rahm, welche zur Herstellung von Butter und/oder Käse bestimmt sind - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von Milchen oder Rahm, welche zur Herstellung von Butter und/oder Käse bestimmt sind

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CH378662A
CH378662A CH4652257A CH4652257A CH378662A CH 378662 A CH378662 A CH 378662A CH 4652257 A CH4652257 A CH 4652257A CH 4652257 A CH4652257 A CH 4652257A CH 378662 A CH378662 A CH 378662A
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cheese
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Albert Dr Meyer
Weck Georg
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Benckiser Gmbh Joh A
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    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23CDAIRY PRODUCTS, e.g. MILK, BUTTER OR CHEESE; MILK OR CHEESE SUBSTITUTES; PREPARATION THEREOF
    • A23C19/00Cheese; Cheese preparations; Making thereof
    • A23C19/02Making cheese curd
    • A23C19/05Treating milk before coagulation; Separating whey from curd
    • A23C19/054Treating milk before coagulation; Separating whey from curd using additives other than acidifying agents, NaCl, CaCl2, dairy products, proteins, fats, enzymes or microorganisms

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Description


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 Verfahren zur Behandlung von    Milchen   oder Rahm, welche zur Herstellung von Butter und /oder Käse    bestimmt   sind Um das Milchfett zur Butterherstellung aus Vollmilch zu gewinnen, ist es notwendig, die Vollmilch zu zentrifugieren, wobei die Vollmilch in Magermilch und Rahm mit etwa 20 bis 50    %   Fett zerlegt wird. Die so gewonnenen Produkte werden anschliessend bei 70 bis 95  pasteurisiert und dann auf    übliche   Weise zu Butter bzw. Käse weiterverarbeitet. Diese Arbeitsvorgänge lassen sich aber nur mit Süssvollmilch (6,8 bis 7,2  SH) durchführen.

   Ist die Milch bereits durch die Lagerung    ansauer   (8 bis 11,5  SH) oder sauer (über 11,5  SH), gerinnt das Milchkasein bei der    Pasteurisierung   oder ähnlichen thermischen Behandlungen. Weiterhin setzt sich bei der Verarbeitung in der Zentrifuge so viel Gerinnsel in dieser ab, dass sich schon nach kurzer Zeit eine derartige Verstopfung    einstellt,   die ein Weiterarbeiten unmöglich macht. 



  Auch an den Platten des    Pasteurs   lagert sich eine Menge Milchstein, der aus geronnenem und denaturiertem Milcheiweiss besteht, ab, so dass schon nach sehr kurzer Zeit auch der    Pasteurapparat   verstopft ist. Es treten somit grosse Milchverluste und des darin enthaltenen Milchfettes auf, da die Verarbeitung    ansaurer   oder saurer Milch nach den vorstehend angegebenen Arbeitsgängen nicht    mehr   möglich ist. Bisher blieb weiter nichts anderes übrig, als bei der Verarbeitung von    ansaurer   oder saurer Milch auf die Herstellung von hochwertigen Fett- und Käseprodukten zu verzichten.

   Man hat in solchen Fällen die    ansaure   oder saure Milch einer Dampfbehandlung unterzogen, wobei sich das Milchfett als Schmelzbutter absondert, so dass man es abschöpfen und nur noch als billiges Butterschmalz gewinnen und verwerten kann, während das Kasein höchstens noch für Futter- oder Industriezwecke zu gebrauchen ist, wodurch grosse wirtschaftliche Verluste entstehen. Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass man den    Milchen   oder dem Rahm mindestens ein physiologisch verträgliches, im sauren Bereich    pufferndes,   Milchkasein vor dem    Ausflocken   schützendes und/oder    geflocktes   Milchkasein verflüssigendes Salz oder    Salzgemisch,   gegebenenfalls vor dem Pasteurisieren, zusetzt.

   Besonders bewährt haben sich    Alkalisalze,   wie z. B.    Dinatriumphosphat,      Na-      triumcitrate,   z. B.    Trinatriumcitrat,      Natriumtartrate,      Natriumpyrophosphate   und    Natriumpolyphosphate,   deren    pH   im    wässrigen   Medium zwischen 7,5 bis 12, gegebenenfalls aber noch höher    liegt.   Durch einen derartigen Salzzusatz und die dabei erzielte    PufFerung   braucht der    pH-Wert   der    Milchen,   Milchgemische oder von Rahm nicht in den    alkalischen   Bereich überzugehen.

   Das Verfahren ist jedoch keineswegs auf    Alkali-      salze   beschränkt. Es können auch andere physiologisch    verträgliche      Salze   und/oder    salzartige   Verbindungen der genannten Säuren, z. B.    mit   organischen Basen, Verwendung finden. Die Zusätze können auch als Doppel- oder    Komplexsalze   vorliegen, z. B.    Natriumcalciumcitrat   oder    Natriumcalciumphosphate.   Dabei ist es besonders    vorteilhaft,   solche Salzgemische einzusetzen, deren Kationen im selben physiologischen Verhältnis stehen,    wie   es in der Milch vorliegt. 



  Verwendet man beispielsweise    Dinatriumphosphat,   dann    beträgt   der Zusatz für Vollmilch z. B. bei 8  SH etwa 0,4 g und bei 14,5  SH 1,45 g pro Liter Vollmilch. Die eingesetzten Salze oder    Salzgemische   sind vorteilhaft in    wässrigen   Lösungen löslich oder werden zumindest in Berührung mit milchsäurehaltigen Medien löslich. 



  An Salzgemischen sind besonders empfehlenswert, Gemische von    Dinatriumphosphat   mit basisch reagierenden    Citraten   etwa im Verhältnis 1:1.    Obwolf   die 

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    Citrate   schneller das koagulierte Milchkasein in Lösung bringen als die Phosphate,    zeigt   sich im Gemisch eine wesentlich günstigere Wirkung. Vorteilhaft ist auch die    zusätzliche   Verwendung von Salzen und/oder Puffersalzen weiterer physiologisch verträglicher Säuren, wie z.

   B.    Alkalisalze   der Ascorbinsäure oder    Aminosäuren.   Durch den Zusatz der genannten Salze oder Salzgemische wird überraschenderweise das Milchkasein in    Milchen   einschliesslich Rahm so stabilisiert, dass nicht nur eine Ausfällung desselben in diesen selbst durch energische thermische Behandlung (z. B. Kochen) nicht mehr auftritt, sondern sogar ausgeflocktes Milchkasein wieder    verflüssigt   wird und damit    ansaure   bis saure    Milchen   einschliesslich Rahm für die Butter- und/oder Käseherstellung verwendbar werden, was einen grossen Fortschritt für die gesamte Milchwirtschaft bedeutet. 



  Das Verfahren ist keineswegs auf Vollmilch beschränkt. Es können sämtliche    Milchsorten,   z. B. Magermilch,    Buttermilch   oder deren    milchkasein-      haltige   Konzentrate, wie z. B. Süss- und    Sauerrahme   dem Verfahren unterworfen werden. Hieraus ergeben sich für die    Milchwirtschaft   weitere grosse Vorteile. So kann aus der normal    ansauer   bis sauer anfallenden Buttermilch, die noch etwa 0,3 bis 1    %   Milchfett enthält, nach dem erfindungsgemässen Salzzusatz das    geflockte   Milchkasein wieder verflüssigt werden und das darin noch befindliche Milchfett aus der so behandelten und dabei dünnflüssig gewordenen Buttermilch als Rahm, z.

   B. durch Zentrifugieren gewonnen werden, was bisher nicht möglich war. Dieser so gewonnene Rahm kann auf Automaten, z. B.     Fritz -      Automaten   zu Süssrahmbutter, nach künstlicher oder natürlicher Säuerung in Butterfertigern zu Sauerrahmbutter, oder nach Säuerung und erneuter Behandlung nach dem erfindungsgemässen Verfahren auf Automaten z. B.     Fritz -Automaten,   in ein dem Charakter nach als    Sauerrahmbutter   anzusprechendes    Erzeugnis   verarbeitet werden. Die angefallene fertig zentrifugierte Buttermilch ist durch die zugefügten Salze von dünnflüssiger Beschaffenheit und kann direkt, oder im Gemisch mit anderen    Milchen,   zur Käseherstellung dienen.    Sauerrahmbutter   konnte man bisher nicht auf Automaten z.

   B.     Fritz -Automaten   herstellen. Die auf Automaten hergestellte Butter stellt normal eine Süssrahmbutter dar, welche geschmacklich deutliche Abweichungen gegenüber der bisherigen Sauerrahmbutter, die in den Butterfertigern erhalten wird, aufweist, wodurch die Absatzmenge begrenzt ist. Weiterhin hat die    Sauerrahmbutter   oder ein Erzeugnis, das die gleichen charakteristischen Merkmale aufweist, gegenüber anderen Buttersorten eine bessere Lagerfähigkeit. Auf Grund dieser Tatsachen ist man schon seit Jahren bestrebt, auch    Sauerrahmbutter   auf solchen Automaten herzustellen. Alle Versuche in dieser Richtung sind bisher aber    fehlgeschlagen,   weil der Sauerrahm einfach zu dick ist und trotz aller Bemühungen den Automaten nicht passieren kann. 



  Das    erfindungsgemässe   Verfahren, welches jetzt gestattet, Butter mit dem Charakter einer Sauerrahm-    butter   auf Automaten herzustellen, ist noch mit weiteren technischen    Vorteilen   verbunden. So musste bisher die nach bekannten Verfahren hergestellte Butter sehr sorgfältig ausgewaschen werden, um diese gut lagerfähig zu erhalten. Die nach dem neuen Verfahren hergestellte    Buttersorten   brauchen überhaupt nicht ausgewaschen zu werden und besitzen trotzdem hervorragende Lagerfähigkeit und ausgezeichneten Geschmack, was in vieler Hinsicht eine erhebliche Verbesserung in den butterherstellenden und buttereinlagernden Betrieben darstellt. 



  Zweckmässig lässt man den auf die üblichen Fettprozente von 42 bis 50    %,   vorzugsweise von 44 bis 48 Fett eingestellten Rahm zur späteren Verarbeitung auf  Fritz - und     Westphalia -Automaten,   oder für     Alpha -Automaten   einen Rahm mit 80 bis 85    %   Fett, in    Rahmreifern   wie üblich gut ausreifen und versetzt dann denselben anschliessend mit Hilfe der erfindungsgemässen Zusätze in Form von Lösungen der schon genannten    Salze   oder Salzgemische mit z. B. etwa    pH   9, wieder in die Konsistenz eines Süssrahms, so dass der Sauerrahm genau wie Süssrahm auf Automaten verbuttert werden kann.

   Bei der Durchführung des Verfahrens ist es besonders günstig, wenn die zur Butterherstellung dienenden    Milchen   einschliesslich Rahme mit Hilfe der geschilderten Zusätze auf einen    pH   zwischen 6,25 bis 6,45    abgepuffert   werden. Beispiel 1 100 1 gekühltem Sauerrahm mit 45    %   Fett werden unter kurzem kräftigem Aufrühren etwa 100 g eines Salzes etwa von den Typen    Dikaliumphosphat   oder    Trinatriumcitrat   oder Gemische dieser bzw. anderer in diesem Sinne wirkender Salze mit einem eingestellten    pH-Wert   von etwa 8 bis 9 in wenig Wasser als konzentrierte Lösung zugeführt, wobei kräftig weitergerührt wird.

   Nach etwa 3 Minuten ist der Sauerrahm    flüssig   wie Süssrahm und kann dem Automaten zugeführt werden. 



  Beispiel 2 1000 1 Buttermilch mit einem Fettgehalt von 0,35    %,   die nach dem üblichen    Sauerrahmverfahren   anfielen, werden mit einer konzentrierten Lösung, die ein Gemisch aus gleichen Teilen    Natriumtripoly-      phosphat   und    Trinatriumcitrat   enthält, so lange versetzt, bis die Buttermilch einen    pH-Wert   von 5,80 bis 6,35 aufweist und während des Zusatzes intensiv gemischt. Die Buttermilch nimmt eine dünnflüssige Beschaffenheit an und wird nach Anwärmen auf 30  in üblicher Weise separiert. Die Ausbeute beträgt 15 1 Süssrahm mit einem Fettgehalt von etwa 22%.

   Dieser Süssrahm kann sowohl in bekannter Weise als auch unter Verwendung des erfindungsgemässen Verfahrens auf Süssrahm- oder    Sauerrahmbutter   verarbeitet werden, während die dabei anfallende Buttermilch auf Grund ihrer dünnflüssigen Beschaffenheit direkt oder im Gemisch mit anderen    Milchen   zur Käseherstellung dienen kann. Hierbei ist es besonders günstig, wenn die zur Käseherstellung benutzten    Milchen      einschliesslich   

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 Rahme mit Hilfe der geschilderten Zusätze auf einen    pH-Wert   von 5,5 bis 6,35    abgepuffert   werden. 



  Beispiel 3 1000 1 Buttermilch mit einem Fettgehalt von 0,35    @,   die nach dem üblichen    Sauerrahmverfahren   anfielen, werden mit einer konzentrierten Lösung, die ein Gemisch aus gleichen Teilen    Natriumtetrapolyphosphat   und    Trinatriumcitrat   enthält, so lange versetzt, bis die Buttermilch einen    pH-Wert   von 6,3 aufweist, und während des Zusatzes intensiv gemischt. Die Buttermilch nimmt eine dünnflüssige Beschaffenheit an und wird nach Anwärmen auf 30  so zentrifugiert, dass ein Rahm von 46    %   Fettgehalt resultiert. Dieser Rahm kann direkt auf einem     Fritz -Automaten   zu Süssrahmbutter verarbeitet werden. 



  Es besteht aber auch die Möglichkeit, den Rahm nach bekannten Methoden zu säuern und danach durch Zugabe einer konzentrierten    wässrigen   Lösung von    Dinatriumphosphat   und    Dikaliumphosphat   (Gemisch aus gleichen Teilen) bis ein    pH-Wert   von 6,3 erreicht ist, zu    verflüssigen   und auf einem  Fritz Automaten zu einem mit den Eigenschaften einer    Sauerrahmbutter   gekennzeichneten Erzeugnis zu verarbeiten. 



  Beispiel 4 10001 Vollmilch mit 14,5  SH werden mittels 1,45 kg    Dinatriumphosphat   wieder kochfest gemacht (Kochprobe), worauf die Milch genau so weiter verarbeitet wird, wie jede süsse Vollmilch, die zur    Butter-      und/oder   Käseherstellung dient. 



  Auch als vorbeugende Massnahme, wobei das Säuern von    Milchen   und Rahm verzögert wird, hat sich der Salzzusatz für sich oder im Gemisch bewährt. In vielen    Milchverarbeitungsbetrieben   gehen aus verschiedenen Gründen Vollmilch, Magermilch, Rahm oder andere    Milche   leicht in den    ansauren   bis sauren Zustand über. In diesen Fällen ist es zusätzlich möglich, die hierfür massgebliche    Milchsäurebildung,   die auf einer bakteriellen Zersetzungstätigkeit beruht, vorübergehend mit physiologisch verträglichen Mitteln zu hemmen, z. B. durch die Zugabe von kleinen Mengen Wasserstoffsuperoxyd oder Peroxyden, wie beispielsweise    Natriumperpyrophosphat,   z.

   B.    (NaQP203)   bzw.    Na4P20,   -    H202   oder    Kaliumperphosphat      (K,P05)   oder    Anlagerungsprodukte   von    K202   an    KP03.   Es können aber auch die erfindungsgemäss verwendeten Salze oder Salzgemische, deren Kristallwasser ganz oder teilweise durch Wasserstoffsuperoxyd ersetzt ist, Verwendung finden.

   Es ist auch möglich, der Vollmilch oder anderen    Süssmilchen   einschliesslich Rahmen schon vor Eintritt der durch bakterielle Tätigkeit bedingten    Milchsäurebildung   vorübergehend die Tätigkeit der    Milchsäurebildner   hemmende Mittel und gleichzeitig auf das Milchkasein stabilisierend wirkende Zusätze, der schon genannten Arten zuzugeben, was auch in Form eines Zusatzes von Salzen oder Salzgemischen geschehen kann, die beide Wirkungen in sich als Kombination vereinigen und entfalten können, wie z.

   B.    Perorthophosphate,      Perpyrophosphate,   kon-    densierte      Perphosphate   oder    Citrate,      Lactate,      Tar-      trate,   an die Wasserstoffsuperoxyd angelagert ist. 



  Anwendbar ist das neue Verfahren auf alle    Milche   oder Milchzubereitungen oder    Milchrahme,   die    ge-      flocktes   Milchkasein enthalten und/oder deren Milchkasein vor dem Ausflocken stabilisiert werden soll, also z. B. auch die Abläufe an Buttermilch aus den normalen Butterfertigern. 



  Besonders geeignet ist das Verfahren auch für die Verarbeitung von Buttermilch auf Käse, was bisher noch nicht möglich war. Man kann jetzt so Buttermilch nach dem    Labverfahren   in grossen Anteilen mit normalen oder    ansauren   bis sauren    Kesselmilchen      ver-      käsen.   Hierbei wird das    geflockte   und suspendierte Milchkasein in den    Milchen   durch den Zusatz der schon genannten Salze auf einen    pH-Wert   von etwa 5,5 bis 6 eingestellt, wofür sich z.

   B.    Dinatriumphos-      phate,      Natriumtripolyphosphate   im Gemisch mit    Dikaliumphosphaten   oder    Citraten,      Tartraten   und dergleichen eignen. Danach wird diese Buttermilch unter ständigem Rühren bis etwa 40  erhitzt, und 5 Minuten bei dieser Temperatur gehalten. Um eine zu schnelle Entwicklung der    Milchsäurebildner   zu verhindern, setzt man etwas Wasserstoffsuperoxyd zu, wodurch vorübergehend eine Nachsäuerung vermieden wird und es ermöglicht wird, die jetzt der normalen Magermilch ähnliche Buttermilch z. B. in Anteilen zu 50% den normalen oder    ansauren   bis sauren    Kesselmilchen   zuzusetzen und zu verkäsen.

   Beispiel 5 100 1    Buttermilch   mit einem Fettgehalt von 0,3 und 400 1 Kesselmilch mit einem Fettgehalt von 1 sollen zu einem    Limburger-Käse   mit 20 Fetteilen i. T. verkäst werden. 



  Die 1001 Buttermilch werden mit 200 g eines Salzgemisches aus    Natriumtripolyphosphat   und Kaliumorthophosphat (eingestellt auf    pH   9) versetzt und unter ständigem Rühren auf etwa 38 bis 39  erhitzt: Ist die Temperatur von 39  erreicht, gibt man 10    cm3   einer 7,5    %igen   öder 25    cm3   einer 3    %igen      Wasserstoff-      peroxyd-Lösung   zu und lässt etwa 5 bis 8 Minuten die Temperatur bei 38 bis 39  unter ständigem Rühren stehen. Dann gibt man die 4001 Kesselmilch mit einem Fettgehalt von 1    %   und etwa 100 bis 200    cm3   einer 7,5    %igen      H202-Lösung   unter kräftigem Rühren zu. Nach 3 Minuten labt man ein. 



  Beispiel 6 4501 Rahm mit einem Fettgehalt von 41    %   wird bei 92 C pasteurisiert und anschliessend sofort auf 11     heruntergekühlt.   Der Rahm wird sodann am Vorabend der Versuche mit 2    %   eines    Buttersäureweckers   versetzt und bei 11 C über Nacht stehengelassen. Am nächsten Morgen wies der Rahm einen Säuregrad von 13    SoxhIet-      Henkel   auf. Es wurde erst dann in 3 gleiche Teile von je 1501 geteilt, die die Bezeichnungen 1, 2 und 3 tragen. Die 150 kg betragende Portion 1 erhält einen Zusatz von 150 g    Dinatriumorthophosphat,   das in einer    konzentrierten      wässrigen   Lösung vorliegt. Diese Lösung 

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 wird unter Umrühren dem Rahm zugesetzt.

   Danach erfolgt sofort die    Verbutterung   auf einer  Fritz Buttermaschine bei 11 C. Der austretende Rahm und die austretende Buttermilch haben eine Temperatur von etwa 14 C. Die Butter wird sofort nach dem Austritt in    V2-Pfundstücke   automatisch abgepackt. Die    Butterung   verlief vollkommen normal. 



  Beispiel 7 Die im Beispiel 6 erhaltene 1501 betragende Rahmmenge Nr. 2 erhielt einen Zusatz von 220 g    Tetra-      natriumpyrophosphat,   der zuvor in einer benötigten Menge Wasser gelöst wird. Nun erfolgt die Weiterverarbeitung wie unter Beispiel 1 beschrieben. 



  Beispiel 8 Die im Beispiel 6 erhaltenen 1501 Rahm Nr. 3 werden mit 350 g    Trinatriumcitrat   mit 2    Mol   Kristallwasser aufgelöst, in einer entsprechenden Menge Wasser, versetzt. Dieser mit der    Citratlösung   behandelte Rahm wird nach Beispiel 1 weiterbehandelt. 



  In acht bisher durchgeführten Grossversuchen mit jeweils zwischen 1501 und 6001 Rahm mit einem Fettgehalt zwischen 41,0    %   und 45,0    %,   wobei kontinuierlich    Butterungsmaschinen   des Systems  Fritz  deutscher und französischer Herstellung zur Anwendung gelangten, konnte stets beobachtet werden, dass die Qualität, in erster Linie der Geschmack und die Haltbarkeit, der nach obigem Verfahren hergestellten Butter wesentlich besser war als die Butter aus unbehandeltem Vergleichsrahm.

   Während die Vergleichsbutter bei Lagerungstemperaturen von -17 C verhältnismässig rasch (innerhalb von 2 bis 4 Wochen) qualitativ einen Höhepunkt erreicht und dann aber ziemlich rasch wieder  abfällt , steigen die Geschmacksmerkmale der Verfahrensbutter sehr langsam an, um erst nach einigen Monaten den Höhepunkt (19 bis 20 Punkte =  Markenbutter ) zu erreichen, auf dem sie sehr lange stehenbleiben. Während die Vergleichsbutter schon nach 3 Monaten auf das Wertmerkmal  Molkereibutter  (= 15 Punkte) abgesunken war, erhielt die Verfahrensbutter noch nach 12 Monaten die Bezeichnung:  Markenbutter  mit 19 Punkten und nach 21 Monaten  Feine Molkereibutter  mit 16 bis 17 Punkten. 



  Dazu sei bemerkt, dass die Beurteilung durch eine staatlich anerkannte Kommission durchgeführt wurde. Beispiel 9 1501 Rahm mit einem Fettgehalt von 41    %   werden bei 92 C pasteurisiert und anschliessend sofort auf    11'C      heruntergekühlt.   Der Rahm wird sodann am Vorabend der Versuche mit 2    %   eines Buttersäureweckers versetzt und bei    11'C   über Nacht stehengelassen. 



  Am nächsten Morgen wies der Rahm einen Säuregrad von 13    Soxhlet-Henkel   auf. Er erhielt einen Zusatz von 150 g    Dikaliumphosphat   und 25 g    Di-      natriumphosphat,   die in einer    konzentrierten      wässrigen   Lösung vorliegen. Diese Lösung wird unter Umrühren dem Rahm zugesetzt. Danach erfolgt sofort die    Ver-      butterung   auf einer     Fritz -Buttermaschine   bei 11 C. Der austretende Rahm und die austretende Buttermilch haben eine Temperatur von etwa 14 C. Die Butter wird sofort nach dem Austritt in    Halbpfundstücke   automatisch abgepackt. Die    Butterung   verlief vollkommen normal.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Behandlung von Milchen oder Rahm, welche zur Herstellung von Butter und/oder Käse bestimmt sind, dadurch gekennzeichnet, dass den Milchen bzw. dem Rahm mindestens ein physiologisch verträgliches, im sauren Bereich pufferndes, Milchkasein vor dem Ausflocken schützendes und/oder geflocktes Milchkasein verflüssigendes Salz oder Salzgemisch zugesetzt wird. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ansaure bis saure Milchen bzw. Rahme einzeln oder im Gemisch der Behandlung unterworfen werden. 2.
    Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Orthophosphate, kondensierte Phosphate, Citrate, Tartrate, Lactate, Ascorbinate, Salze der Aminosäuren, gegebenenfalls in Form von Doppelsalzen und/oder ihrer ganz oder teilweise abgesättigten Komplexe, einzeln oder im Gemisch Verwendung finden. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass den Milchen bzw. dem Rahm ein vorübergehend die Säurebildung hemmendes Mittel zugefügt wird. 4. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als die Säuerung hemmendes Mittel kleine Mengen Wasserstoffsuperoxyd verwendet werden. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als puffernde und Milchkasein vor dem Ausflocken schützende oder geflocktes Milchkasein verflüssigende und stabilisierende Salze sowie die Säurebildung hemmende Mittel Perphosphate oder Perpolyphosphate Verwendung finden. 6.
    Verfahren nach Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass kristallwasserhaltige oder kristall- wasserfreie Orthophosphate, kondensierte Phosphate der Perorthophosphate oder Perverbindungen der kondensierten Phosphate sowie der Citrate, Tartrate und Lactate verwendet werden, an welche Wasserstoffperoxyd angelagert ist. 7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die zugesetzten Salze, Salzgemische oder Komplexe die entsprechenden Kationen in demselben physiologischen Verhältnis enthalten, wie es in der Milch vorliegt. <Desc/Clms Page number 5> B.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der zur Butterherstellung dienende Rahm und/oder die zur Käseherstellung dienende Milch auf ein pH von 6,20 bis 6,45 gepuff'ert wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge- kennzeichnet, dass die zur Käseherstellung dienende Milch auf ein pH von 5,50 bis 6,35 gepuffert wird.
CH4652257A 1957-03-15 1957-05-24 Verfahren zur Behandlung von Milchen oder Rahm, welche zur Herstellung von Butter und/oder Käse bestimmt sind CH378662A (de)

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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CN113115827A (zh) * 2020-01-10 2021-07-16 内蒙古伊利实业集团股份有限公司 稀奶油及其制备方法

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CN113115827B (zh) * 2020-01-10 2023-08-01 内蒙古伊家好奶酪有限责任公司 稀奶油及其制备方法

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