CH383919A - Verfahren zum Färben und Bedrucken von Textilmaterial unter Verwendung hochfrequenter elektrischer Wechselfelder zum Fixieren der Farbstoffe - Google Patents

Verfahren zum Färben und Bedrucken von Textilmaterial unter Verwendung hochfrequenter elektrischer Wechselfelder zum Fixieren der Farbstoffe

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CH383919A
CH383919A CH568162A CH568162A CH383919A CH 383919 A CH383919 A CH 383919A CH 568162 A CH568162 A CH 568162A CH 568162 A CH568162 A CH 568162A CH 383919 A CH383919 A CH 383919A
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Description


  Verfahren zum Färben und Bedrucken von     Textilmaterial        unter        Verwendung     hochfrequenter elektrischer     Wechselfelder    zum Fixieren der     Farbstoffe       Beim Färben von Gewebebahnen kann man im  allgemeinen drei von einander getrennte Operationen  unterscheiden, nämlich:  1.

   Die     Imprägnierung    des Materials mit     einer          Farbstofflösung    oder     -dispersion.    Diese erfolgt mei  stens auf einem     Foulard,     2. eine Zwischentrocknung, die zur Entfernung  des beim     Foulardieren    verwendeten Wassers dient und  3. die Fixierung des Farbstoffes auf der Faser;  wobei die     fertige    Färbung entsteht.  



  Diese oben     erwähnten    drei Operationen können  sowohl     kontinuierlich,    das heisst ohne     Unterbruch,     oder aber mit Unterbrechungen     durchgeführt    werden.  



  Das US-Patent Nr. 2 366 347     bezieht    sich auf das  Färben und Trocknen von Textilmaterialien, das heisst  in erster Linie auf die zweite Operation. ES ist be  kannt, dass bei der Zwischentrocknung, die üblicher  weise mit heisser Luft,     überhitztenk    Dampf oder     Infra-          rotstrahlung    erfolgt, das Wasser vom Inneren des  Gewebes zu dessen Oberfläche wandert und dort  verdampft. Durch diese Wanderung der Flüssigkeit  vom Inneren an die Oberfläche wird sehr oft auch  der durch die     Foulardierung    (Operation 1) gleich  mässig im Gewebe verteilte Farbstoff     reit    an die       Oberfläche    gezogen, was zu schlecht durchgefärbten  Färbungen führt.

   Durch die Erwärmung     in    einem  hochfrequenten     Wechselfeld    wird hurt das Gewebe  gleichmässig, das heisst auch im Inneren, erhitzt. Hier  durch erreicht man eine langsamere Wanderung und  auch eine gleichmässigere Färbung.  



  Behandelt man nun ein nasses Gewebe im     hoch-          frequenten    Wechselfeld, so wird sich dieses nur bis  etwa 100  C erwärmen, und zwar nur so lange, als  Wasser im Gewebe vorhanden ist. Im Moment, wo  das Gewebe trocken ist, vermag es praktisch keine  weitere Energie aufzunehmen, da das Wasser, das    den Verlustfaktor im Feld erhöht, nicht mehr vor  handen     ist.     



  Zur Fixierung von Farbstoffen nach einem       Thermofixierverfahren    sind     üblicherweise    Tempe  raturen notwendig, die     mindestens    130-200  C be  tragen. Diese sind aber im     hochfrequenten    Wechsel  feld nicht erreichbar, sofern man dem Gewebe nicht  einen Stoff zusetzt, der den Verlustfaktor erhöht.  Diese Produkte sollen vorzugsweise als Dipol wirken,  um im hochfrequenten     Wechseifeld    schwingen zu  können. Nach dem     schweizerischen    Patent Nr. 373 347  ist Harnstoff ein solcher Dipol und eignet sich gut       als        Hilfsmittel    für die Fixierung im hochfrequenten       Wechselfeld.     



  Es wurde nun gefunden, dass man den     Harnstoff     bei diesem Verfahren durch andere Stoffe     mit    hoher       Dielektrizitätskonstante    ersetzen     kann.        Vorteilhaft     verwendet man solche Stoffe, die oberhalb 130  C  sieden, beispielsweise     stickstoffhaltige    Verbindungen,  wie     Cyanamid,        Dicyanamid,        Aminosäuren        (Glykokoll,          Alanin,        c)-Aminocapronsäure,        Betain    usw.),

       Carbon-          säureamide        (Formamid,        Acetamid,        Trichloracetamid     und deren     N-Mono-    oder     -Dialkylderivate),        Thio-          harnstoff    oder     Guanidin.    Es lassen sich auch flüssige  Stoffe     mit    Siedepunkten über 130  C und mit hoher       Dielektrizitätskonstante    verwenden, vorzugsweise sol  che mit hoher Viskosität, z. B.     Äthylenglykol,    Glyce  rin oder andere     Polyole    und ihre Derivate.  



  Die     flüssigen    Produkte besitzen bei Raumtempe  ratur folgende     Dielektrizitätskonstanten:     
EMI0001.0067     
  
    Formamid <SEP> etwa <SEP> 1.10
<tb>  N-Methylformamid <SEP> 190
<tb>  N.N-Dimethylformamid <SEP> 37,6
<tb>  Acetamid <SEP> 59 <SEP> (bei <SEP> 77  <SEP> C)
<tb>  N-Methylacetamid <SEP> 175 <SEP> (bei <SEP> 30,5  <SEP> C).       
EMI0002.0001     
  
    N.N-Dimethylacetamid <SEP> 38,9
<tb>  Glycerin <SEP> 43
<tb>  Athylenglykol <SEP> 41,2       Die festen Produkte weisen     in    wässeriger Lösung  eine im Vergleich zur     Dielektrizitätskonstante    des  Wassers (80) erhöhte     Dielektrizitätskonstante    auf.

    Diese Erhöhung     (=Inkremenz)    beträgt für 1     molare     Lösungen von  
EMI0002.0007     
  
    Thioharnstoff <SEP> 4,0
<tb>  Glykokoll <SEP> 26,4
<tb>  a-Alanin <SEP> 27
<tb>  Betain <SEP> 26       Diese     Produkte    erhöhen den Verlustfaktor so,  dass sich das Gewebe im     hochfrequenten    Wechselfeld  rasch erwärmt und überhaupt die notwendige Tem  peratur erreicht.  



  Gegenstand der Erfindung ist also ein Verfah  ren zum Färben und Bedrucken von Textilmaterial,  bei dem man dieses mit einer Lösung oder Disper  sion eines durch Wärme     fixierbaren    Farbstoffes und  ausserdem     mit    einer Lösung eines Stoffes mit hoher       Dielektrizitätskonstante,    mit Ausnahme von Harn  stoff, imprägniert und der Einwirkung eines     hoch-          frequenten    elektrischen     Wechselfeldes    unterzieht, wo  durch der Farbstoff auf der Faser fixiert wird. Vor  der Fixierung kann das imprägnierte Textilmaterial  getrocknet werden.  



  Das Verfahren     eignet    sich besonders für Textil  materialien aus natürlicher     Cellulose    (Baumwolle,  Leinen, Hanf, Jute,     Ramie),    regenerierter     Cellulose          (Viscoserayon,    Zellwolle,     Cuprammoniumrayon),    syn  thetischen Polyamiden (Nylon,  Perlon ,      Rilsan ,     eingetragene Schutzmarken), oder linearen aroma  tischen Polyestern     ( Dacron ,         Kodel ,         Tergal ,           Terylene ,         Trevira ,         Diolen     , eingetragene Schutz  marken).  



  Als Farbstoffe kommen alle Farbstoffe, welche  durch eine     Hitzebehandlung    fixierbar sind, und Ge  mische aus derartigen Farbstoffen in Betracht. Dabei  kann die     Fixierung    durch chemische Bindung mit  dem Substrat     (Reaktivfarbstoffe),    salzartige Bindung  mit der Faser (Säure- und     Metallkomplexfarbstoffe     auf synthetischen Polyamiden oder     basische    Farb  stoffe auf     Polyacrylnitril),        Adsorption    durch     van    der       Waalsche        Kräfte    (Substantive Farbstoffe,     Küpenfarb-          stoffe),

      Lösung oder Dispersion in der Faser     (Di-          spersionsfarbstoffe    in Polyestern, synthetischen Poly  amiden und     Polyacrylnitril)    oder durch Bindung mit  Hilfe von Harzen (Pigmentfarbstoffe, Substantive  Farbstoffe), erfolgen. Von besonderer Bedeutung ist  das Verfahren bei Verwendung von     Reaktivfarbstof-          fen    auf     Cellulose    und von     Dispersionsfarbstoffen    auf  Polyestern,     Reaktivfarbstoffe    sind Farbstoffe, welche  einen die     chemische    Bindung mit dem Substrat er  möglichenden     Substituenten,    z.

   B. einen als Anion  leicht     abspaltbaren    Rest oder eine leicht zur Addi  tion     befähigte        C-C-Mehrfachbindung,    enthalten. Sie  können der     Azo-,        Anthrachinon-,        Phthalocyanin-          oder        Nitroreihe    angehören und     enthalten    z.

   B. min-         destens    eine über ein Stickstoff-, Sauerstoff- oder  Schwefelatom gebundene     Di-    oder     Trichlor-    bzw.     Di-          oder        Tribrompyrimidylgruppe    bzw.

       4.6-Dichlor-    oder       4.6-Dibrom-1.3.5-triazinyl-2-gruppe    oder eine über  ein Sauerstoff- oder ein Schwefelatom oder eine  gegebenenfalls substituierte     Iminogruppe    gebundene  Gruppe der Formel  
EMI0002.0069     
    worin     Hal    Chlor oder Brom, V ein Sauerstoff- oder  ein Schwefelatom oder eine gegebenenfalls substi  tuierte     Iminogruppe    und Z Wasserstoff oder einen  gegebenenfalls substituierten     Alkyl-,        Cycloalkyl-,          Aryl-    oder     Aralkylrest    bedeuten,

   eine     Chloracetyl-          oder        f-Chlorpropionylgruppe    oder eine Gruppe       X-O-SO,Y,    worin X eine     Alkylengruppe    mit 1  bis 5     C-Atomen    und Y eine OH-Gruppe, einen     Alkyl-          oder    einen gegebenenfalls substituierten     Arylrest    be  deuten.  



  Von den im Handel befindlichen     Reaktivfarbstof-          fen    seien die folgenden genannt:      Drimaren -    und        Reakton -Farbstoffe,         Procions;-Farbstoffe,         Pro-          cion-H -    und      Cibacron -Farbstoffe,         Remazol -          Farbstoffe    und      Levafix -Farbstoffe    (eingetragene  Marken).  



  Das Imprägnieren kann in üblicher Weise durch  geführt werden, z. B. durch Klotzen oder Bedrucken.  Die Imprägnierlösung,     -dispersion    oder     -paste    kann       Fixiermittel    enthalten, z. B. ein Alkali, bei Verwen  dung von     Reaktivfarbstoffen    oder ein Harz bei Ver  wendung von Pigmentfarbstoffen,     ferner    übliche  Netz-,     Dispergier-    und andere Textilhilfsmittel und  gegebenenfalls     Neutralsalze.    Ausserdem enthält sie       zweckmässig    die für das erfindungsgemässe Verfahren  notwendigen Stoffe mit hoher     Dielektrizitätskonstante,     mit Ausnahme von Harnstoff.

   Das imprägnierte Ma  terial kann in     üblicher    Weise, z. B. an der Luft, durch  einen trockenen, vorzugsweise erwärmten Luft- oder       Intergasstrom,    durch Erhitzen in einem Trocken  schrank, gegebenenfalls unter Anwendung von Va  kuum, oder durch Infrarotstrahlen getrocknet werden.  



  Das     imprägnierte    und gegebenenfalls getrocknete  Material wird einige Sekunden bis mehrere Minuten  in     ein    hochfrequentes elektrisches Wechselfeld ge  bracht, wobei Intensität und Frequenz des Wechsel  feldes dem verwendeten Fasermaterial angepasst wer  den.

   Unterzieht man ein     imprägniertes,    aber nicht  getrocknetes Material der Einwirkung eines     hoch-          frequenten    elektrischen Wechselfeldes, so verdampft  zuerst das Wasser bei etwa 100  C; nach vollstän  diger Entfernung des Wassers steigt die Temperatur  weiter, und der Farbstoff wird auf der Faser     fixiert.     Die     fixierten    Materialien können in üblicher Weise           fertiggestellt,    z. B. gespült, gegebenenfalls     geseift    und  wieder gespült und schliesslich getrocknet werden.  



  Die erhaltenen Färbungen und Drucke haben  ebenso gute Echtheitseigenschaften wie die nach den  herkömmlichen Verfahren hergestellten. Der Vorteil  des neuen Verfahrens besteht darin, dass die Hitze  nicht von aussen nach innen, wie bei den bekannten  Verfahren, z. B. mit     Infrarot-Strahlen    oder durch  Dämpfen oder trockenes Erhitzen, sondern gleich  zeitig auf den     ganzen    Faserquerschnitt gleichmässig  einwirkt. Dadurch erhält man egale Färbungen, wäh  rend bei den bekannten Verfahren die Gefahr be  steht, dass der Farbstoff wandert und die Färbung  infolgedessen ungleichmässig wird.  



  In den nachfolgenden Beispielen bedeuten die  Teile Gewichtsteile und die Prozente Gewichtspro  zente. Die Temperaturen sind in Celsiusgraden an  gegeben.  



  <I>Beispiel 1</I>  Ein     mercerisiertes    Baumwollgewebe wird mit  einer kalten Lösung von  10     g1    des Farbstoffes      Drimarenscharlach        Z-GL      (C. I.     Reactive        Scarlet    Nr. 19),  30     g;'l    wasserfreiem     Natriumcarbonat,     15     g;

  '1        Natrium-metasilikat    und  100     g,        'l        Thioharnstoff     geklotzt, danach getrocknet und 2 Minuten     einem     hochfrequenten     Wechselfeld    von 36 MHz bei einer  Wechselspannung von 7000V und einem Platten  abstand von 15 cm ausgesetzt. Das so behandelte Ge  webe wird kalt und heiss gespült,     mit    einer siedenden,       0,5fl/aigen    Lösung eines     anionischen    oder     nicht-          ionogenen        Waschmittels    15 Minuten geseift, wieder  gespült und getrocknet.

   Man erhält eine scharlach  rote Färbung von guter Licht- und     Nassechtheit.     



  Ersetzt man in diesem Beispiel das     Drimaren-          scharlach        Z-GL    durch das     Drimarentürkis        Z-G    (C. I.       Reactive        Blue    18), so erhält man auch sehr gute  Resultate.  



  <I>Beispiel 2</I>  Man imprägniert ein gebleichtes Baumwoll  gewebe mit einer     Klotzflotte,    die  10     g!1        Solarbrillantblau    A (C. I.     Direct        Blue    67;  27925),  2 g,'1     Natriumalginat    und  50     g'l        Betain     enthält und quetscht auf das     1,8fache    des Trocken  gewichtes ab.  



  Das feuchte Gewebe wird bei einem     Plattenabstand     von 10,5 cm und einer     Spannung    von 7000 V 20  Sekunden einem Wechselfeld von 36 MHz ausgesetzt.  Es wird dann in heissem Wasser gespült und getrock-         net.    Die Färbung ist egal und hat eine sehr gute  Lichtechtheit und gute     Nassechtheiten.     



       Beispiel   <I>3</I>  Man     imprägniert    ein Polyestergewebe     ( Terylene ,          eingetragene    Marke) mit einer     Klotzflotte,    die  10 g/1     Foronblau    B     GL    (C. I.     Disperse        Blue    73),  2 g/1     Natriumalginat    und  50 g/1     Acetamid          enthält,    quetscht auf das Zweifache des Trocken  gewichtes ab und trocknet.  



  Das Gewebe wird bei einem Plattenabstand von  7,2 cm und einer Spannung von 7000 V 30 Sekunden  einem     Wechselfeld    von 36 MHz ausgesetzt. Das Ge  webe wird dann mit heissem Wasser gespült, mit einer  siedenden     0,511/o4gen    Lösung eines     Alkylpolyglykol-          äthers    5 Minuten geseift, wieder gespült und ge  trocknet. Man erhält eine blaue Färbung mit guten  Licht- und     Nassechtheiten.     



  Anstelle des     Acetamids    kann man mit ebenso  gutem Erfolg     Betain        verwenden.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zum Färben und Bedrucken von Textil material durch Imprägnieren mit einer Lösung oder Dispersion eines durch Wärme fixierbaren Farb stoffes, wobei man zur Fixierung des Farbstoffes auf den mit der Farbstofflösung oder -dispersion imprä gnierten Material ein hochfrequentes Wechselfeld einwirken lässt, dadurch gekennzeichnet, dass man das Textilmaterial vor dem Fixieren mit einer Lösung eines Stoffes mit hoher Dielektrizitätskonstante, mit Ausnahme von Harnstoff, imprägniert. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man Reaktivfarbstoffe einsetzt. 2. Verfahren gemäss Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Textilmaterial Cellulose- fasern verwendet. 3. Verfahren gemäss Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Textilmaterial synthe tische Polyamidfasern verwendet. 4. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man Dispersionsfarbstoffe einsetzt. 5.
    Verfahren gemäss Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als Textilmaterial Polyester fasern verwendet. Sandoz AG
CH568162A 1962-02-14 1962-02-14 Verfahren zum Färben und Bedrucken von Textilmaterial unter Verwendung hochfrequenter elektrischer Wechselfelder zum Fixieren der Farbstoffe CH383919A (de)

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CN114703684A (zh) * 2022-04-12 2022-07-05 绍兴市柯桥区信和数码纺织技术有限公司 一种超薄面料的印花工艺

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