CH384178A - Künstlicher, mit mindestens einem durchgehenden Hohlraum versehenen Wandstein - Google Patents
Künstlicher, mit mindestens einem durchgehenden Hohlraum versehenen WandsteinInfo
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Description
Künstlicher, mit mindestens einem durchgehenden Hohlraum versehenen Wandstein Wie nach den überlieferten Bauverfahren wer den auch heute noch Bausteine mit Hilfe von Mörtel zu einem Mauerwerk zusammengefügt. Die moder nen wärmedämmenden Steine besitzen Festigkeiten bis ca. 250 kg/cm2, wogegen der Mörtel nur Drücke bis ca. 90 kg/cm' aushält. Die Mörtelfuge bildet in bezug auf Wärmedämmung und Druckfestigkeit eine Schwächung im Mauerwerk. Die hohe Steinfestigkeit kann infolge der niedrigeren Druckfestigkeit des Mörtels nicht voll ausgenutzt werden.
Hinzu kommt, dass Mörtel mit hoher Druckfestigkeit eine sehr schlechte Wärmedämmung hat und in fast allen Fäl len horizontal durch das Mauerwerk führt.
Um Mörtelfugen zu vermeiden, ist man dazu übergegangen, Schalensteine herzustellen. Diese künstlichen Schalensteine haben Differenzen in Höhe und Länge bis zu 1 cm und mehr. Ausserdem haben die meisten Schalensteine keine Wärmedämmerung und können somit nur als Schalungskörper herange zogen werden. Ein Verfüllen mit statisch wirksamem Beton ist bei allen Schalensteinen erforderlich. Um Schalensteine beim Aufsetzen gegen seitliches Ver rutschen zu sichern, sind bereits Nut und Feder vor gesehen worden.
Dadurch wird lediglich das Auf setzen erleichtert, während der tragende Betonkern in jedem Falle trotzdem erforderlich ist, da auch diese Schalen ungenau sind und zur Druckübertra gung nicht herangezogen werden können und ohne Beton seitlich ausknicken.
Bei künstlichen Schalensteinen muss aufgrund des statisch wirksamen Betonquerschnitts dieser sehr gross gehalten werden, so dass wenig Steinmaterial übrig bleibt und dadurch eine gute Wärmedämmung nicht gewährleistet werden kann, oder die Wände werden unwirtschaftlich dick.
Es sind bereits Schwergewichtsmauern aus vol len Steinen hergestellt worden, deren Auflagerflä- chen mit Schleifmaschinen glatt bearbeitet worden sind, um eine gute Druckübertragung von Stein zu Stein zu gewährleisten. Es hat sich dabei nicht um künstliche, mit mindestens einem durchgehenden Hohlraum versehene Wandsteine gehandelt, wie sol che für den Wohnungsbau verwendet werden.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun einen künstlichen, mit mindestens einem durchgehenden Hohlraum versehenen Wandstein, dadurch gekenn zeichnet, dass die quer zum Hohlraum verlaufenden Tragflächen und die parallel dazu verlaufenden Stossflächen nach dem Abbinden des Materials, aus welchem der Wandstein geformt ist, mittels schnei denden oder schleifenden Werkzeugen auf Mass be arbeitet sind.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand des auf der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Auf der Zeichnung zeigen Fig. 1 zwei aneinander gestossene Wandsteine, von oben gesehen, in grösserem Masstab ; Fig. 2 die aneinanderstossenden Teil der Steine nach Fig. 1 in grösserem Masstab ; Fig. 3 den oberen Teil eines unteren und den unteren Teil eines oberen, aufgesetzten Wandsteines, von der Schmalseite gesehen ; Fig. 4 einen Horizontalschnitt, und Fig. 5 einen Vertikalschnitt durch eine aus sol chen Steinen gebildete Wand.
Die Wandsteine sind aus üblichem Material, z. B. Ton, Bims, Kalksandstein, Schaumbeton oder der gleichen, zweckmässig grossformatig hergestellt. Nach dem Abbinden des Materials werden die Stoss- flächen 1, die parallel zu den durchgehenden Hohl räumen 6 verlaufen, und die Tragflächen 2, die quer zu diesen Hohlräumen verlaufen, mit einer Fräs maschine mit Sintermetall-Bestückung auf Mass be- arbeitet, z. B. derart, dass dabei die Präzision von 0,1 mm in der Steinhöhe und -länge, sowie bei den Nuten 3 und Federn 4 erreicht wird. Für die Be arbeitung kann z.
B. eine Fräsmaschine so ausgebil det werden, dass vier geformte Steine mit einem Heber aufgelegt und festgespannt werden können. Die langsam laufenden Fräsmesser mit fester Lage rung werden an die festgespannten Steine von zwei Seiten vorbeigeführt. Jegliche Profilgebung und Ver stellung ist dabei möglich. Die Abnutzung der Hart metall-Messer beträgt bei ca. 40 000 bis 50 000 Stei nen ca. 0,1 mm und ist nachstellbar, wodurch eine hohe Präzision erreicht wird.
Die eingefrästen Nuten 3 und Federn 4 sind symmetrisch in bezug auf die Mittelachse angeordnet (x1 = x1 und x2 = x2). Die Steine können vollkommen trocken ohne Kleber, Mörtel oder Beton zu einer Wand ineinandergefügt werden. Durch diese Bearbeitung wird die frühere Aufgabe der Mörtelfuge in bezug auf Haftung der Steine, Druckübertragung von Stein zu Stein und Wärmedämmung überflüssig.
Zur besseren Austrocknung, Gewichtseinsparung und Erhöhung der Wärmedämmung können in den Steinen Hohlräume 5 angebracht werden. Natürlich ist es möglich, die durchgehenden Hohlräume 6, welche kaminartig aufeinanderstehen, bei Bauten mit mehreren Geschossen zur Erhöhung der Druck festigkeit und Knicksicherheit mit Beton verschie dener Güte zu füllen. Das Verfüllen kann geschoss weise erfolgen.
Prüfungen haben ergeben, dass Wände mit gross- formatigen, auf Mass bearbeiteten Steinen in der Grundrissfläche von 50X25 cm bei 1/s der Grund- rissfläche an Hohlraumanteilen und einer Steindruck festigkeit von 25 kg/cm2 (auf die ganze Fläche be zogen) eine Riss- und Bruchlast von 18 kg/cm2 bei trocken versetztem Mauerwerk ergeben haben.
Bei mit Beton 100 gefüllten Hohlräumen ergab sich eine Erhöhung der Druckfestigkeit von nur 10-12 %.
Durch die präzise Bearbeitung der Stoss- 1 und Lagerflächen 2 wird ein genauer Sitz der Steine un- tereinander erreicht und ein seitliches Verschieben ist ausgeschlossen. Die übertragung der Druckkräfte 10 von Stein zu Stein ist gleichmässig.
Erhalten die Wände aus solchen Steinen eine Auflast 11 (Fig. 5), können zur zusätzlichen Siche rung die Eckkanäle 12 mit Magerbeton ausbetoniert werden. Die übrigen Hohlräume 13 können leer blei ben oder mit sonstigen wärmedämmenden Füllstoffen (Schaumflocken usw.) ohne Bindemittel lose verfüllt werden.
Mit Hilfe der Fräsmaschine ist es gleichzeitig möglich, die äusseren Ansichtsflächen der Steine ebenfalls präzise zu bearbeiten. Durch den genauen Sitz der Steine (Nut und Feder) untereinander wer den die Ansichtsflächen der Mauern vollkommen eben. Bei porösem Steinmaterial bedeutet dieses eine Einsparung in der Putzstärke und bei festem Stein material eine Einsparung des gesamten Putzes.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Künstlicher, mit mindestens einem durchgehen den Hohlraum versehener Wandstein, dadurch ge kennzeichnet, dass die quer zum Hohlraum verlau fenden Tragflächen und die parallel dazu verlaufen den Stossflächen nach dem Abbinden des Materials, aus welchem der Wandstein geformt ist, mittels schneidenden oder schleifenden Werkzeugen auf Mass bearbeitet sind. UNTERANSPRüCHE 1.Wandstein nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die eine Trag- und die eine Stoss- fläche mit mindestens einer Feder, die anderen mit einer entsprechenden Nut versehen sind, die eben falls mittels schneidenden oder schleifenden Werk zeugen auf Mass bearbeitet sind. 2. Wandstein nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auch min destens eine der parallel zum Hohlraum verlaufenden Ansichtflächen mittels schneidenden oder schleifen den Werkzeugen bearbeitet ist.
Priority Applications (2)
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1960
- 1960-01-18 CH CH57660A patent/CH384178A/de unknown
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