Aus Kunstharzschichtstoff bestehendes Rohr zur elektrischen Isolierung, insbesondere von Sammelschienen Die Erfindung bezieht sich auf ein aus Kunstharz- schichtstoffen bestellendes Rohr zur elektrischen Iso lierung, insbesondere von Sammelschienen.
Die Bildung von Korona in elektrischen Geräten begrenzt die zulässige Spannung, da die Korona erscheinungen zu einer Zerstörung der organischen Isolation von Hochspannungsteilen führen, die der Luft oder anderen gasförriigen Medien ausgesetzt sind. Koronaerscheinungen entstehen in elektrischen Geräten, wenn an der Oberfläche einer elektrischen Isclierschicht, die der Luft oder einem anderen Gas ausgesetzt ist, ein solcher elektrostatischer Spannungs gradient (eine solche Feldstärke) auftritt, dass die x..loleküle der Luft bzw.
eines anderen Gases chemisch wie elektrisch in hohem Masse angeregt werden. Bei bestimmten Spannungsgradienten werden aus der Luft Ozon und Stickstoffoxyd gebildet, die mit Was serdampf reagieren und oxydierende Säuren bilden, dii organische Isolierstoffe zerstören können. Da aber organische Isolierstoffe den Hauptteil der Iso lation in heute üblichen elektrischen Geräten bilden, begrenzt damit die Korona die zulässigen Leiter spannungen in diesen Geräten.
Die Verwendung von Spannungen oberhalb der Grenzwerte, bei denen die Korona einsetzt, kann eine derartig zerstörende Wir kung auf organische Isolierstoffe von elektrischen Leitern ausüben, dass in einigen Fällen in der Zeit von nur wenigen Monaten die Isolation, sofern sie ganz aus organischen Stoffen besteht, zerstört wer den kann oder aber so stark beschädigt wird, dass sie überbrückt ist und den beabsichtigten Zweck nicht mehr erfüllt.
Für die Isolation von Sammelschienen, z. B. von Sammelschienen in Schaltanlagen, haben sich rohr förmige Teile aus Kunstharzschichtstoffen als ausser ordentlich geeignet erwiesen. Solche Rohrteile wer- den vielfach als Sammelschienenabdeckungen oder Sammelschienenrohre bezeichnet. Bisher wurden sol che Rohre, um sie vor den zerstörerischen Wirkun gen der Korona zu schützen, an der Innenfläche mit einem halbleitenden überzog, z. B. einem halblei tenden Anstrich, der ein halbleitendes Material ent hielt, versehen.
Diese halbleitenden Anstriche sind jedoch nur schwierig aufzubringen. Ihre Verwendbarkeit ist des halb recht begrenzt. Insbesondere ist es schwierig, sie auf die Innenfläche von Rohrteilen mit einem nur geringen Querschnitt als im wesentlichen gleich mässigen und deckenden Anstrich aus halbleitender Farbe aufzubringen.
Ausserdem wird ein solcher halbleitender über zog oft zerkratzt, zerbrochen oder anderweitig ent fernt oder beschädigt, wenn die Sammelschlenen- abdeckung über die Sammelschiene geschoben wird. Dieser Zustand ist äusserst unbefriedigend, da die Stellen der Sammelschienenabdeckung, die auf diese Weise den LUberzug verlieren, den zerstörerischen Wirkungen der Korona ausgesetzt sind, so dass sich oft sehr schnell Fehler der Isolationseigenschaften der Sammelschienenabdeckungen ergeben.
Ziel der Erfindung ist es, aus Kunstharzschicht- stoff hergestellte Rohrteile zu schaffen, die für die Verwendung an elektrischen Leitern, insbesondere an Sammelschienen, dadurch besonders geeignet sind, dass sie die Koronabildung bei diesen Leitern ver hindern.
Erfindungsgemäss ist das aus Kunstharzschicht- stoffen hergestellte Rohr in einer inneren halblei tenden Schicht und einer äusseren isolierenden Schicht aufgebaut, wobei für beide Schichten das gleiche Harz verwendet ist und die halbleitenden Eigen- schaften durch einen Zusatz von amorphem Kohlen stoff zum Harz erreicht sind.
Ausführungsbeispiele des erfindungsgemässen Rohres werden anhand der Zeichnungen erläutert. Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Ein richtung, die für das Auftragen eines Harzüberzuges auf die als Träger eines Schichtstoffes dienenden Bahnen, z. B. Fasermatten, geeignet ist.
Fig. 2 zeigt in vergrössertem Querschnitt Papier bahnen, die mit Harz im 3-Zustand (Resol) versehen sind.
In Fig.3 ist in perspektivischer Ansicht das Rollen eines Rohres dargestellt.
Fig. 4 zeigt in perspektivischer Ansicht ein fertig gestelltes Rohr.
In Fig. 5 ist der Querschnitt einer Sammelschiene mit einem Rohr als Sammelschienenabdeckung dar gestellt.
Das Rohr nach der Erfindung besteht aus einer halbleitenden inneren Schicht und einer äusseren nichtleitenden oder Isolierschicht. Die rohrförmigen Teile können beispielsweise so hergestellt sein, dass zumindest eine Lage einer Faserbahn mit einem reaktionsfähigen halöleitenden Phenolharz behandelt und auf einen Dorn aufgewickelt wird. Auf diese Weise wird die innere Schicht hergestellt. Danach wird eine äussere nichtleitende Schicht aufgebracht, indem Faserbahnen mit reaktionsfähigem Phenolharz über die zuerst gebildete Schicht aufgewickelt wer den. Das so zusammengesetzte Rohr wird dann durch eine Warmhärtung gehärtet.
Dann wird das Rohr von dem Dorn abgestreift und die äussere Schicht kann dann, falls erwünscht, mit Maschinen bearbeitet werden. Die innere und die äussere Schicht des zusammengesetzten Rohres werden vorzugsweise mit Hilfe von Papier, z. B. Kraftpapier, Alphazellu- Iosepapier oder einem gleichwertigen festen Papier, hergestellt, das mit einem Phenolharz behandelt wird. Dadurch ergibt sich ein zusammengesetztes Rohr ausserordentlich guter Festigkeit und guter elektri scher Eigenschaften. Es können auch andere Faser bahnen verwendet werden, wie z. B. Baumwolle, Segeltuch oder Batist.
Es können bekannte warmhärtende Phenolharze verwendet werden. Solche Harze werden aus Phenol, Kresol oder Kresolsäure hergestellt, das mit einem Aldehyd, wie z. B. Acetaldehyd, Formaldehyd, Para- formaldehyd oder anderen Polymeren von Formal dehyd üblicherweise in Gegenwart eines alkalischen Katalysators, wie z. B. Ammoniak, Natriumhydroxyd, Kalziumoxyd oder Bariumhydroxyd, reagiert.
Als flüchtiges Lösungsmittel kann Athanol, Methanol, Toluol oder Xylol zugesetzt werden, um einen im prägnierfähigen Lack zu erhalten. Der Feststoff gehalt des Lackes kann von 20 bis zu 60 Gew. la variiert werden.
Ein übliches Phenolharz wird beispielsweise durch die Reaktion von 1 Mol Phenol und 0,9 bis 1,7 Mol Formaldehyd in einem verschlossenen Reak tionsgefäss im Rückfluss während mindestens einer Stunde hergestellt. Danach wird unter Vakuum de hydriert bei einer Temperatur, die 100 C nicht über steigt.
Zur Herstellung des zusammengesetzten Schicht stoffes wird vorzugsweise ein Phenolharz verwendet, das nicht nur gute physikalische und elektrische Eigenschaften besitzt, sondern ausserdem gute flamm widrige Eigenschaften aufweist. Daher können die Rohre vorteilhaft auch in Schaltgeräten und ähnlichen elektrischen Apparaten verwendet werden, die unter Umständen dem beim Öffnen elektrischer Kontakte entstehenden Lichtbogen ausgesetzt sind.
Ein für diesen Zweck besonders geeignetes Harz ist das in der amerikanischen Patentschrift Nummer 2<B>801</B> 672 angegebene Phenol-Dicyandiamid-Formal- dehydharz. Dieses Phenol-Dicyandiamid-Formalde- hydharz erhält man durch die Reaktion von Phenol, Dicyandiamid und Formaldehyd in den Verhältnissen von 1 Mol Phenol, von 0,8 bis 2 Mol Dicyandiamid und 0,9 bis 1,5 Mol Formaldehyd pro Moi des Phenols und Dicyandiamids. Dabei ist Wasser vor handen,
das gewöhnlich als Teil der wässrigen Form aldehydlösung (37 bis 4011h) zugeführt wird und mindestens 1011/o des Gewichtes der Reaktionsstoffe ausmacht. Der Anteil des Wassers soll jedoch nicht das Gewicht der Reaktionsstoffe überschreiten.
Die Mischung lässt man unter alkalischen Ver hältnissen während mindestens einer halben Stunde sich umsetzen. Vorzugsweise wird die Umsetzung im Rückfluss und bei einer Rückflusstemperatur von ungefähr 100 C 1 bis 2 Stunden fortgesetzt. Dann wird unter Vakuum dehydriert, bis im wesentlichen das ganze Wasser entfernt ist. Die Temperatur soll dabei l00 C nicht überschreiten. Anschliessend wird ein flüchtiges Lösungsmittel zugefügt, um einen imprägnierfähigen Lack zu schaffen. Hierfür sind beispielsweise Methanol, Äthanol, Benzol, Toluol und Xylol und Mischungen von zwei oder mehr der genannten Stoffe geeignet.
Das Phenol-Dicyandiamid-Formaldehydharz kann auch so hergestellt werden, dass das Phenol zum Teil oder gänzlich durch Kresol ersetzt ist. Das Kresol kann m-Kresol, p-Kresol, Mischungen von m-p-Kresol oder m-p-Kresol undeinergeringenMenge o-Kresol sein. Obwohl die Reaktion in einigen Fällen ohne den Zusatz eines Katalysators abläuft, wird emp fohlen, einen alkalischen Katalysator, wie z. B. Ammo niak, Natriumhydroxyd, Natriumkarbonat, Kalzium oxyd oder Bariumhydroxyd, zu verwenden.
Der Kata lysator kann in Mengen bis zu etwa 5t14 des Gewich tes des Phenols verwendet werden.
Das folgende Beispiel zeigt die Herstellung eines Phenol-Dicyandiamid-Formaldehydharzes. <I>Beispiel 1</I> In ein mit Dampf beheiztes Reaktionsgefäss, das mit einem Rührer und einer Rückflusssäule ausge rüstet ist, werden die folgenden Mengen gegeben:
EMI0003.0001
Phenol <SEP> 227 <SEP> kg
<tb> Dicyandiamid <SEP> 227 <SEP> kg
<tb> Formaldehyd <SEP> (37 <SEP> 0/a) <SEP> 526,6 <SEP> kg
<tb> Ammoniak <SEP> (28 <SEP> %) <SEP> 10,2 <SEP> kg Der Ammoniak und das Formaldehyd werden miteinander gemischt, bevor sie zusammen mit dem Rest der Mischung in das Reaktionsgefäss eingefüllt werden.
Die Mischung hat eine pH-Wert von unge fähr 7,5. Sie wird langsam aufgeheizt. Bei 800 C erfolgt eine exothermische Reaktion. Die Temperatur steigt deshalb auf annähernd 950 C. Dann wird zusätzliche Wärme zugeführt, um einen Rückfluss der Mischung zu veranlassen. Die Mischung wird unge fähr 75 Min. im Rückfluss gehalten und dann unter einem Vakuum von ungefähr 71 mm Hg dehydriert. Bei dem Dehydrieren gelangt die Temperatur all mählich auf etwa 75 C. Durch das Dehydrieren unter Vakuum wird im wesentlichen das ganze Wasser entfernt. Dazu sind etwa 90 Min. erforderlich.
<I>Beispiel 11</I> Zu dem heissen Reaktionsprodukt nach Beispiel I werden 277 kg 95 0higes Äthanol und 133,9 kg destilliertes Wasser zugefügt. Der Lack wird dann so lange gerührt, bis eine vollständige Lösung er reicht ist. Danach wird der Lack auf Raumtemperatur abgekühlt. Die Lackmischung enthält ungefähr 52 Gew.O/o Harzbestandteile. Das spezifische Gewicht der Mischung ist bei 250C ungefähr 1,112. Die Viskosität bei 250C beträgt ungefähr 55 bis 120 Centipoise und die Härtezeit bei 153 C etwa 21 Min.
Das vorstehend beschriebene Phenol-Dicyandi- amid-Formaldehydharz wird auch vorzugsweise zur Herstellung der Harzlackmischung verwendet, die zur Herstellung der halbleitenden inneren Schicht des rohrförmigen Schichtstoffes verwendet wird. Für jeden Gewichtsanteil des Phenol-Dicyandiamid-Form- aldehydharzes werden ungefähr 0,05 bis 0,10 Ge wichtsteile eines Materials zugesetzt, das die halb leitenden Eigenschaften vermittelt. Als solches Mate rial kann vorzugsweise feinverteilter Russ, z. B. Aze tylenruss, Graphit, Holzkohle, gemahlener Koks oder ähnliches einzeln oder in Mischungen von zwei oder mehr Bestandteilen verwendet werden.
Vorzugsweise wird von den oben genannten Kohlenstoffen Azety lenruss verwendet.
Um eine im wesentlichen gleichförmige Ver teilung des Russes über den Imprägnierlack zu er- reichen, wird empfohlen, ungefähr 5 bis 9 Gew 1% eines emulgierenden Stoffes zu verwenden. Die Ge wichtsprozente beziehen sich dabei auf das Gewicht des Russes.
Als Beispiel geeigneter emulgierender Stoffe seien genannt: Kalziumstearit, Monoäthanol- oleat, Aminoäthanolamin, Kaliumstearit und derglei chen.
Im folgenden ist ein Beispiel eines imprägnier fähigen halbleitenden Lackes angegeben, der zur Behandlung von fasrigen Bahnen geeignet ist. <I>Beispiel 1I1</I> Auf<B>103</B> kg des Phenol-Dicyandiamid-Formal- dehydharzlackes nach Beispiel II werden 3,17 kg Azetylenruss, 0,227 kg Kalziumstearit und 20,
65 kg 95 % iges Äthanol zugefügt. Diese Mischung wird in eine Kugelmühle gegeben und mindestens eine Stunde, vorzugsweise mehr als drei Stunden, ge mahlen. Dadurch erhält man eine imprägnierfähige Lackmischung, bei der die Azetylenrusskomponente im wesentlichen gleichmässig verteilt ist.
Der Lack hat bei 250 C ein spezifisches Gewicht von ungefähr 1,050 bis etwa<B>1,160,</B> eine Viskosität von ungefähr 300 bis 800 Centipoise, einen 'reproduzierbaren Feststoffgehalt von ungefähr 54 bis 56 %,.
Wie die Fig. 1 der Zeichnung zeigt, ist mit 10 ein Apparat für die Behandlung von fasrigen Bahnen mit Harzmischungen bezeichnet. An einem Ende des Apparates 10 ist eine Rolle 12 vorgesehen, auf die eine gewisse Länge Papier 14 aufgewickelt ist. Das Papier kann entweder Kraftpapier, Alphazellulose- papier oder ein gleichwertiges festes Papier sein. Vorzugsweise wird Kraftpapier mit einer Dicke von ungefähr 0,076 bis 0,152 mm verwendet.
Das Papier 14 wird von der Rolle 12 abgezogen und in eine Lacktränkpfanne 16 unterhalb einer Rolle 18 geführt, die in den Imprägnierlack 20 ein taucht. Als Imprägnierlack 20 dient der Phenol Dicyardiamid-Formaldehydharzlack nach Beispiel 1I oder der halbleitende Lack nach Beispiel III, je nachdem, ob das zu imprägnierende Papier als innere halbleitende Schicht oder als äussere Isolier schicht des rohrförmigen Teiles dient.
Das Papier 14 wird mit Imprägnierlack 20 getränkt. Danach wird es aus dem Lack heraus gezogen und zwischen zwei Druckrollen 22 geführt. Durch die Einstellung der Druckrollen wird die Harzmenge des Papieres gesteuert. Die Unterseite der bearbeiteten Papierbahn wird schliesslich über einen Kratzer 24 geführt, so dass unter Umständen an der Oberfläche haftendes Harz von der einen Seite der behandelten Papierbahn abgestreift wird.
Die Papierbahn mit dem aufgebrachten Harz gelangt dann in einen Ofen 26, in dem elektrische Heizelemente 28 oder andere geeignete Heizvor- richtungen vorgesehen sind. In diesem Ofen wird das Lösungsmittel des Lackes verdampft. Die Lö- sungsmitteldämpfe entweichen durch den Abzug 30 des Ofens. Das aus dem Ofen kommende Produkt 31 besteht aus Papier, das mit Harz im B-Zustand (Resol) versehen ist. Das Papier kann zu einer Rolle 34 aufgewickelt und so gelagert werden oder es kann zu Formen verarbeitet oder anderweitig weiter verwendet werden.
Die Wärmebehandlung im Ofen 26 wird ausge führt, um das imprägnierte Papier mit einer Grün- heit von etwa 3 bis 12 /0 zu erhalten. Die Grün- heit wird dadurch bestimmt, dass ein Stapel kleiner Stücke des mit dem Harz behandelten Papieres in eine heisse Presse gebracht und bei einer Temperatur von ungefähr 1750 C und einem Druck von 7 at 5 Min. lang gepresst wird.
Dann wird das Gewicht des Harzes bestimmt, das aus dem Stapel gedrückt wurde, d. h. desjenigen Harzes, das über den Rand des Papieres selbst hinausgetreten ist. Dabei wird das Verhältnis des ausgeschiedenen Harzes zu dem gesamten Gewicht der Probe betimmt.
Wie in Fig. 2 in einem Querschnitt in grossem Massstab dargestellt ist, besteht das behandelte Bahn material 31 aus einem Trägerkörper 40, der voll ständig mit Harz im B-Zustand imprägniert ist. Auf der Oberseite trägt der Trägerkörper eine Ober flächenschicht 42 aus Harz. Die Unterseite 44 der behandelten Bahn ist im wesentlichen frei von Harz. Aui der Seite 44 befindet sich gewöhnlich nur eine sehr geringe Harzmenge, da es nicht zweckmässig ist, dort das gesamte Harz mit dem Kratzer 24 abzustreifen.
Die Bahn 32 ist nach dem Passieren des Kratzers mit einem Harzverhältnis von 2,0 bis 2,5 ir.Zi)rägrtiert. Das Harzverhältnis ist definiert als düs Gewicht der imprägnierten Bahn im Verhältnis zun i Gewicht der unbehandelten Bahn. Das Träger- matrial 32 enthält daher etwa<B>100</B> bis 1500h, des Eigengewichtes an Harz. Bei der Herstellung von Rohrteilen wird vorzugsweise ein Harzverhältnis von 2,30 bis 2,45 verwendet.
Die zusammengesetzten rohrförmigen Schicht stoffe werden dadurch hergestellt, dass mindestens eine Lage Trägermaterial, das mit dem halbleitenden Lack im B-Zustand versehen ist, auf einen geeigneten Dorn aufgewickelt wird. Dadurch wird die innere Schicht gebildet. Anschliessend wird die äussere Schicht aufgebracht. Zu diesem Zweck wird eine 2,1Iehrzahl von Lagen Bahnmaterials, das mit nicht leitendem Harz getränkt ist, auf die erste innere Lage aufgewickelt.
In Fig.3 ist das Aufwickeln schematisch dar gestellt. Um einen Stahldorn 50 wurde zunächst eine Papierbahn,. gewickelt, die mit dem halbleitenden P1ienol-Dicyandiamid-Formaldehyd behandelt wurde, um eine innere Schicht 52 zu bilden. Der Dorn ist vorzugsweise massiv ausgebildet. Auf den Dorn 50 können so viele Lagen des mit halbleitendem Lack behandelten Kraftpapiers gewickelt werden, wie er- wünscl=t ist. Wie gefunden wurde, ist im allgemeinen eine Lage des mit halbleitendem Lack behandelten hraftpapieres ausreichend.
Als nächstes wird das mit nichtleitendem P henol-Dicyandiamid-Formalde- hyd behandelte Kraftpapier über die innere Lage 52 gewickelt. Dies kann in so vielen Lagen geschehen, wie erforderlich ist, um eine äussere Schicht 54 der g12wünschten Stärke zu erhalten. Beim Aufwickeln der Papierbahn auf den Dorn 50 sollte so viel Zug und Druch angewendet werden, als ohne Zerreissen d s Papieres möglich ist. Für Kraftpapier mit einer Stärke von 0,089 mm erhält man bei einem Druck von ungefähr 1,43 kg pro laufenden cm zufrieden stellende Ergebnisse.
Die einzelnen Lagen des auf gewickelten Papieres können mit Rollen an den Dorn 50 angepresst werden. Der Dorn mit der inneren Schicht 52 und der äusseren Schicht 54 gewünschter Stärke wird dann in eine geeignete Form eingebracht und unter Tem peraturen von ungefähr 140 bis 1600 C oder mehr bei Drücken in der Grössenordnung von 21 bis 35 a-, aufgeheizt. Nach einer Zeit von ungefähr 30 Min.
bis zu mehreren Stunden, je nach der Temperatur und dem angewendeten Druck sowie der Dicke des Rohres auf dem Dorn und anderen Faktoren, wird das im B-Zustand befindliche Harz zunächst ge schmolzen und dann in den endgültigen unschmelz- baren und unlöslichen C-Zustand übergeführt. Dabei werden die Schichten des durch Rollen hergestellten Rohres zu einem Schichtkörper hoher Dichte ver bunden, der völlig mit dem Harz imprägniert ist. Anschliessend wird der Dorn 5 ausgezogen. Zu diesem Zweck wird der das Rohr tragende Dorn durch einen dicht auf dem Dorn sitzenden Ring gezogen.
Abgesehen von dem Pudern und dem Bearbeiten auf die gewünschte Grösse und Oberflächengestaltung ist im wesentlichen keine weitere Nachbehandlung mehr erforderlich. Vielmehr erhält man bereits durch das geschilderte Verfahren ein fertig gehärtetes Schichtstoffrohr 60 mit einer inneren halbleitenden Schicht 62 und einer äusseren nichtleitenden Schicht 64, wie in Fig. 4 dargestellt ist.
Wie ohne weiteres ersichtlich ist, können auch an sich bekannte zusammenklappbare Dorne anstelle des dargestellten massiven Dornes verwendet werden.
Im folgenden Beispiel wird die Herstellung des zusammengesetzten Rohrteiles dargestellt. <I>Beispiel IV</I> Kraftpapier mit einer Dicke von 0,089 mm wird in der vorbeschriebenen Weise mit dem Harz lack nach Beispiel<B>111</B> behandelt. Das Kraftpapier wird imprägniert, so dass es mit etwa 130 % des Papiergewichtes mit Harz versehen ist.
Das Harz wird in den B-Zustand überführt, wobei das Papier eine Grünheft von ungefähr 10 % hat. Das mit dem halbleitenden Lack nach Beispiel III behandelte Papier wird auf einen 1000 C warmen rechteckigen Dorn gewickelt, wobei heisse Rollen mit einer Tem peratur von ungefähr 1400 C verwendet werden.
Auf diese Weise wird auf den Dorn 1 1/;, Lage des be handelten Papieres aufgebracht. Das aufgewickelte Papier wird mit der Hand angedrückt und geglättet, bis es haftet. Dann wird das mit nichtleitendem Harz behandelte Kraftpapier um die erste innere Schicht gewickelt, so dass sich ein zusammengesetztes Schicht stoffrohr mit einer Dicke von ungefähr 0,16 cm ergibt. Der Dorn mit dem rohrförmigen Teil wird dann in eine Form eingebracht. Dort wird er bis auf eine Tem peratur von 1500 C aufgeheizt und einem Druck von ungefähr 35 at während einer Stunde ausgesetzt. Dann wird der Dorn mit dem rohrförmigen Teil aus der Form entnommen und auf Raumtemperatur abge kühlt. Das zusammengesetzte Rohr wird dann vom Dorn abgestreift.
Nach dem vorbeschriebenen Beispiel IV wurden verschiedene rohrförmige Teile hergestellt, deren Oberflächenfestigkeit gemessen wurde. Es konnte ein Oberflächenwiderstand von<B>10000</B> bis 20000 SZ pro cm2 gemessen werden.
In Fig. 5 ist ein isolierter elektrischer Leiter 70 dargestellt, der aus dem als Sammelschiene dienen den Leiter 72 besteht, auf den ein rohrförmiges Isolierstoffteil 74 nach der Erfindung aufgebracht ist.
Der rohrförmige Schichtstoff nach der Erfindung kann mit rechteckigen, kreisförmigen oder anderen Querschnitten, wie z. B. oktagonal, hexagonal, ellip tisch oder ähnlich, hergestellt werden.