CH385871A - Verfahren zur Herstellung von Vitamin B12-Derivaten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Vitamin B12-Derivaten

Info

Publication number
CH385871A
CH385871A CH7643559A CH7643559A CH385871A CH 385871 A CH385871 A CH 385871A CH 7643559 A CH7643559 A CH 7643559A CH 7643559 A CH7643559 A CH 7643559A CH 385871 A CH385871 A CH 385871A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
acid
abcdeg
water
dicyanide
hexamide
Prior art date
Application number
CH7643559A
Other languages
English (en)
Inventor
Bernhauer Konrad Dr Prof
Original Assignee
Hoffmann La Roche
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Hoffmann La Roche filed Critical Hoffmann La Roche
Priority to CH7643559A priority Critical patent/CH385871A/de
Priority to BE593141A priority patent/BE593141A/fr
Publication of CH385871A publication Critical patent/CH385871A/de

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07HSUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
    • C07H23/00Compounds containing boron, silicon or a metal, e.g. chelates or vitamin B12

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Biotechnology (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Genetics & Genomics (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
    Verfahren      zur      Herstellung      von      Vitamin   Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von    Vitamin   B12 Derivaten der Formel 
 EMI1.7 
 
 EMI1.8 
 worin A- bzw. A-- Anionen, z. B. zwei Cyanidionen und Ri Wasserstoff, eine Alkyl- oder Carbalkoxygruppe, R2, R3 und R4 Wasserstoff oder Alkylgruppen darstellen und R,, eine gegebenenfalls veresterte oder verätherte Hydroxygruppe bedeutet, wobei die Alkylgruppen 1 bis 4 Kohlenstoffatome enthalten. 



  Die den Säureamiden der Formel I zugrundeliegende Säure wird im folgenden als  Cobyrinsäure  und die gegebenenfalls funktionell ausgestalteten    Carboxylgruppen   dieser Säure durch die im Formelbild angegebenen    Kleinbuchstaben   a bis g bezeichnet. 



  Es wurde gefunden, dass man die Verbindungen der    Formel   I dadurch erhalten    kann,   dass man    Cobyrin-      säure      abcdeg-hexamid   mit durch Anionen kompensierten Ladungen des Ions, welches auch als Faktor    V1,   bezeichnet wird, oder ein    in   der    (f)-Carboxyl-      gruppe   abgewandeltes reaktionsfähiges Derivat eines solchen Salzes mit einem Amin der Formel 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 
 EMI2.2 
 kondensiert. Das als Ausgangsverbindung verwendete Cobyrinsäure-abcdeg-hexamid konnte bisher nicht durch Abbau von Vitamin B12 erhalten werden, doch kann es bei der Aufarbeitung von Faulschlamm geeigneter Herkunft isoliert werden, wie es im folgenden beschrieben ist. 



  16 Kubikmeter Faulschlamm einer Abwasserreinigungsanlage in Darmstadt-Eberstadt werden in der in der deutschen Patentschrift Nr. 922126 beschriebenen Weise zu einem Kieselgurkonzentrat verarbeitet. Bei der chromatographischen Trennung dieses Konzentrates mittels einer Zellulosesäule unter Verwendung von n-Butanol, welches mit Wasser und Kaliumperchlorat gesättigt ist und 0,3 ml -10 1/oige Blausäurelösung pro Liter enthält, wird zwischen den Fraktionen des Vitamins B12 und des Faktors III eine Zwischenfraktion gewonnen, welche das Cobyrinsäure-abcdeg-hexamid-dicyamid enthält. Durch Einengen dieser Fraktion im Vakuum erhält man ein wässriges Konzentrat, das durch Extraktion mit Phenol und Fällung mit p-Chlorphenol an Kieselgur gereinigt wird.

   Das so erhaltene Kieselgurprodukt unterwirft man einer Chromatographie an Zellulosepulver unter Verwendung von n-Butanol mit 15 % Wasser und 0,5 ml 10 11/oiger Blausäure pro Liter als Eluiermittel. Unter diesen Bedingungen eluiert man die vorhandenen Bi.-Faktoren in folgender Reihenfolge: Faktor Ib, Vitamin B12, 5-Methyl-benzimidazolcobalamin, Benzimidazol-cobalamin, 2-Methylmercapto-adenin-cobalamin und Faktor III. Schliesslich erhält man eine nur langsam wandernde Fraktion, die Cobyrinsäure-abcdeg-hexamid-dicyanid enthält. Diese Fraktion wird im Vakuum eingeengt und bei pH 2,7 in 0,5n Essigsäure mit einem Zusatz von 0,005 /o Blausäure der Elektrophorese unterworfen. Dabei wandert das Hexamid zur Kathode, während der Rest der vorstehend genannten B12 Faktoren nicht wandert und so abgetrennt werden kann.

   Man eluiert mit Wasser, reinigt die wässrige Lösung durch Extraktion mit Phenol und verdampft sodann im Vakuum. Der Trockenrückstand wird mit Aceton verrieben und der nach Verdampfung des Acetons verbleibende Rückstand im Vakuum getrocknet. Man erhält so ein violettrotes amorphes, nicht hygroskopisches Pulver, in dem das Cobyrinsäure-abcdeghexamid-dicyanid in einem Reinheitsgrad von über 70  /o vorliegt. 



  Das erhaltene Produkt kann einer weiteren Reinigungsbehandlung unterworfen werden, indem man eine ziemlich konzentrierte wässrige Lösung der Substanz durch eine Säule von phosphorylierter Zellulose laufenlässt. Dabei wird das Hexamid festgehalten, saure proteinartige Verunreinigungen jedoch aus- 
 EMI2.3 
 gewaschen. Anschliessend entwickelt man mit Wasser, das 0,005 bis 0,1 1/o Blausäure enthält. Dadurch wird das Hexamid in die Cyanoform umgewandelt und kann ohne weiteres aus der Säule ausgewaschen werden, wähend basische proteinartige Verunreinigungen am Austauscher verbleiben. Aus der wässrigen Lösung erhält man nach dem Filtrieren über Kieselgur, Eindampfen des Filtrates im Vakuum und Behandeln des Rückstandes mit Aceton ein violettrotes Pulver, in dem das Cobyrinsäure-abcdeg-hexamid-dicyanid in einem Reinheitsgrad von über 90 %vorliegt. 



  Die so erhaltene Substanz besitzt bei pH 6,5 in Gegenwart von Cyanidionen dasselbe Absorptionsspektrum, wie das daraus durch Kondensation mit 1-Amino-propanol-(2) erhaltene Cobyrinsäure-abcdeghexamid-f-isopropanolamid-dicyanid (im folgenden als Cobinamid-dicyanid bezeichnet) mit dem typischen Maximum bei 367 ,u. Die RF-Werte im Vergleich zu denjenigen von Vitamin B12 bzw.

   Cobinamid-dicyanid sind aus der folgenden Tabelle zu entnehmen. 
 EMI2.4 
 A B C Entwickler 0,68 0,54 1,0 a 0,63 0,63 1,0 b 1,16 0,98 1,0 c 0,43 0,36 1,0 d A = Cobyrinsäure-abcdeg-hexamid-dicyanid B = Cobinamid-dicyanid C = Vitamin Bit a = wassergesättigtes sekundäres Butanol b = a mit einem Zusatz von Ammoniak c = a mit einem Zusatz von Essigsäure d = a mit 0,5 11o Natriumtetraphenylborat 
 EMI2.5 
 Dabei wurde während 24 Stunden bei Raumtemperatur aufsteigend auf  Schleicher & Schüll Papier 2043A entwickelt, wobei der Entwickler stets Cyanidionen enthielt. 



  Das papierelektrophoretische Verhalten in Gegenwart von Cyanidionen war bei pH 2,7 basisch (wie Cobinamid-dicyanid) (orange) und bei pH 6,5 einfach sauer (violett). 



  Als Amine der Formel 1I können solche mit freier Hydroxylgruppe, wie z. B. Aminoäthanol, 1-Amino-propanol-(2), 2-Amino-propanol-(1), 3-Amino-butanol-(2), Amino-tert. butanol, verwendet werden. Anstelle der Aminoalkohole können, wie gesagt, auch Derivate derselben, in denen die Hydroxylgruppe durch Äther- oder Esterbildung verschlossen ist, verwendet werden. Hierzu eignen sich z. B. die Alkyl-, Aralkyl- oder Tetrahydropyranyl- äther. Man kann auch die mit organischen Säuren veresterten Aminoalkohole, wie z. B. die Acetate oder Benzoate, verwenden. Ebenso können Verbindungen der Aminoalkohole, in denen die Hydroxylgruppe mit anderen Säuren verestert ist, wie z.

   B. mit Salzsäure, Bromwasserstoffsäure, Jodwasserstoffsäure, Phosphorsäure, Dialkylphosphorsäure, Diarylphosphorsäure, 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 
 EMI3.1 
 Diaralkylphosphorsäure, Schwefelsäure, Methylschwefelsäure, Arylsulfonsäuren, eingesetzt werden. Beispiele derartiger Verbindungen sind Aminoäthylchlorid, 1-Amino-propylbromid-(2), 1-Amino-propyljodid-(2), Aminoäthanol-O-phosphat, 1-Amino-propanol-(2)-O-phosphat, 1-Amino-propanol-(2)-O-diphenylphosphat, 1-Amino-äthanol-O-methylphosphat, 1-Amino-propanol-(2)-O-tosylat. 



  Wenn ein Endprodukt der vorstehenden allgemeinen Formel I gewünscht wird, in welcher R1 eine Carbalkoxygruppe bedeutet, so verwendet man als Amin der Formel II einen entsprechenden Aminosäureester, wie z. B. die Ester des Serins oder Threonins und Derivate derselben. Nach Umsetzung dieser Aminosäureester mit dem Cobyrinsäure-abcdeg-hexamid kann die Carbalkoxygruppe durch Hydrolyse und Decarboxylierung abgespalten werden. Es können, wie im Fall der Aminoalkohole, auch Aminosäureester mit einer veresterten oder verätherten Hydroxylgruppe verwendet werden. Als Beispiele seien folgende Verbindungen genannt: Serinmethylester-O-methyläther, Serinmethylester-O-dibenzylphosphat, Serinäthylester-O-phosphat, Threoninmethylester-O-benzyläther, Threoninäthylester-O-benzoat.

   Alle diese Aminoalkohole und deren Derivate können sowohl in optisch aktiver Form als auch in Form der Racemate als Ausgangsstoffe verwendet werden. 



  Eine bevorzugte Ausführungsform des. erfindungsgemässen Verfahrens besteht darin, dass man die Säure in ein reaktionsfähiges Derivat überführt und letzteres mit der Aminkomponente kondensiert. Als reaktionsfähige Derivate eignen sich z. B. die Ester, wie Methyl- oder Äthylester, oder auch sogenannte aktivierte Ester, wie Cyanmethylester oder Thiolester. Besonders geeignet sind auch Anhydride, z. B. die gemischten Anhydride, welche durch Umsetzen der Säure mit Chlorkohlensäureester in Gegenwart einer tertiären Base erhalten werden. 



  Eine besonders zweckmässige Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens besteht darin, dass man in Gegenwart eines Carbodiimides kondensiert. Man kann sowohl aromatische als auch aliphatische oder cycloaliphatische Vertreter dieser Körperklasse verwenden, z. B. p-Ditolylcarbodümid, Di-tert: butylcarbodümid oder Dicyclohexylcarbodiimid. Bei Verwendung eines Carbodiimides ist die Herstellung eines reaktionsfähigen Derivates der Säure nicht notwendig und ausserdem kann die Umsetzung auch in Wasser oder wasserhaltigen Lösungsmitteln durchgeführt werden, in denen die als Ausgangsmaterial verwendete Säure löslich ist. 



  Die Reaktion wird zweckmässig in Gegenwart eines Lösungsmittels durchgeführt. Als Lösungsmittel kommen ausser Wasser besonders die mit Wasser mischbaren Lösungsmittel, wie Aceton, Dioxan, 
 EMI3.2 
 Tetrahydrofuran, Formamid, Dimethylformamid, und niedere Alkohole, z. B. Methanol, Äthanol, Isöpropanol, in Betracht. Ausserdem eignen sich dafür besonders chlorierte Kohlenwasserstoffe, wie Methylenchlorid und Chloroform, sowie aromatische Kohlenwasserstoffe, wie Benzol und Toluol. Andere geeignete Lösungsmittel sind z. B. Pyridin und dessen Homologe, wie Lutidin, die sowohl in Mischung mit Wasser als auch mit den anderen vorstehend erwähnten Lösungsmitteln verwendet werden können. 



  Infolge der Empfindlichkeit der Ausgangs- und Endstoffe ist es vorteilhaft, hohe Temperaturen bei der Durchführung der Kondensation zu vermeiden. Man arbeitet deshalb zweckmässig bei Raumtemperatur oder unter Kühlung, gegebenenfalls bei leicht erhöhter Temperatur. Bei der Umsetzung eines Esters mit einem Amin kann auch das Kochen in- einem Lösungsmittel vorteilhaft sein. 



  Weiter kann es zweckmässig sein, die Kondensation unter Verwendung von sauren oder basischen Katalysatoren durchzuführen. Als solche eignen sich z. B. Alkoholate, wie Natriummethylat, Mineralsäuren, wie Salzsäure, oder organische Säuren, wie p-Toluolsulfosäure. Auch ist es zweckmässig; die Reaktion in Gegenwart von Stoffen durchzuführen, welche das bei der Reaktion gebildete Wasser binden, wie z. B. Essigsäureanhydrid, Calciumehlorid, Natriumsulfat. 



  Die Isolierung und Reinigung der Verfahrensendprodukte kann durch chromatographische Methoden oder durch Elektrophorese erfolgen, wobei die Trennung von nicht umgesetztem Material besonders einfach durchzuführen ist. Die Reinigung kann auch durch fraktionierte Fällung mit Hilfe geeigneter Lösungsmittelgemische, wie z. B. Wasser/Aceton, erfolgen. 



  Die Verfahrensendprodukte sind zum Teil als Wuchsstoffe für Mikroorganismen, wie z. B. gewissen Colibakterien, wirksam. Sie können auch Antivitamin-B12-Wirkung entfalten. Einzelne Vertreter eignen sich zur Synthese kompletter Vitamine der B12 Gruppe. Besondere Bedeutung hat das Verfahrensendprodukt, in welchem die Carboxygruppe in f-Stellung mit Aminoisopropanol amidartig verknüpft ist, da das Aminoisopropanol in den kompletten Vitaminen der B12 Gruppe das Bindeglied zwischen dem makrocyclischen Kobaltkomplex und dem Nucleotid darstellt. 



  Beispiel 1 Zu einer Lösung von 5,42 mg (5,5 X 10-s Mol) Cobyrinsäure-abcdeg-hexamid-dicyanid (getrocknet bei 110  und 0,1 Torr über P205) in 2,0 ml abs. Dimethylformamid werden 0,011 ml (1,1 X 10-s Mol) einer 1 molaren TriäthylaminLösung in Dimethylformamid zugefügt. Nach Kühlung auf -10  werden 0,005 ml (5,0 X 10-s Mol) einer 1 molaren Lösung von Chlorameisensäureäthylester in Dimethylformamid eingetragen, das Reaktionsgemisch 20 Minuten bei -10  belassen- und 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 
 EMI4.1 
 anschliessend in der Kälte mit 7,5 mg (1 X 10-4 Mol) D,L-1-Amino-propanol-(2) versetzt. Unter mehrmaligem Umschütteln wird nun innerhalb 30 Minuten die Reaktionslösung auf Raumtemperatur gebracht und sodann noch 1 Stunde im Wasserbad auf 40  erwärmt.

   Die Lösung wird mit 4 ml Aceton und 8 ml Düsopropyläther versetzt, der rote Niederschlag zweimal mit je 5 ml Aceton ausgewaschen, in 5 ml Wasser gelöst und mittels eines Austauschers von phosphorylierter Zellulose gereinigt. Die cyanidhaltige Fraktion wird hierauf im Vakuum auf ein Volumen von 1 ml eingeengt. 



  0,05 ml der so erhaltenen Lösung werden auf  Schleicher & Schüll -Papier 2043bG1 aufgetragen und im Phosphat-Puffer in Gegenwart von Cyanidionen bei pH 6,5 während 15 Stunden und 150 Volt der Elektrophorese unterworfen. Weitaus der grösste Teil verbleibt in der neutralen Zone und nur ein kleiner Anteil wandert als einbasische Säure. Die neutrale Zone wird ausgeschnitten, mit Wasser eluiert und mit einem Austauscher von phosphorylierter Zellulose entsalzt. Man erhält nach dieser Methode in 92%iger Ausbeute das Racemat von Cobinamiddicyanid. 



  Beispiel 2 5,0 mg (5,1 X 10-s Mol) Cobyrinsäure-abcdeghexamid-dicyanid wird in 0,1 ml Wasser und 0,9 ml Pyridin gelöst, mit 7,5 mg (1 X 10-4 Mol) D,L-1Amino-propanol-(2) versetzt und zu dieser Mischung bei Raumtemperatur eine Lösung von 3,84 mg (2 X 10-5 Mol) Dicyclohexylcarbodiimid in 1 ml Pyridin eingetragen. Nach 18 Stunden Stehen bei Raumtemperatur werden zur klaren Reaktionslösung 2 ml Wasser gegeben, vom ausgeschiedenen N,N'-Dicyclohexyl-harnstoff abfiltriert, das Filtrat 5mal mit je 1 ml Äther extrahiert und die wässrige Phase mit 1n Essigsäure auf pH 4,5 gebracht. Der neu entstandene Niederschlag wird abzentrifugiert und die wässrige Phase im Vakuum auf ein Volumen von 1 ml eingeengt. Die Reinigung erfolgt wie in Beispiel 1 angegeben. Man erhält das Racemat von Cobinamid-dicyanid in einer Ausbeute von 22,5,1/o. 



  Die vorstehend beschriebene Umsetzung kann in gleicher Weise auch mit D-1-Amino-propanol-(2) oder mit L-1-Amino-propanol-(2) anstelle von D,L- 1-Amino-propanol-(2) durchgeführt werden. 



  Beispiel 3 Zu einer Lösung von 9,85 mg (1 X 10-5 Mol) Cobyrinsäure-abcdeg-hexamid-dicyanid in 4,0 ml abs. Dimethylformamid und 0,02 ml (2 X 10-5 Mol) einer 1 molaren Triäthylamin-Lösung in Dimethylformamid werden unter Kühlung bei -10  0,011 ml (1,1 X 10-5 Mol) Chlorameisensäureäthylester (1 molare Lösung in Dimethylformamid) eingetragen. Nach 20 Minuten Stehenlassen bei -10  wird die Reaktionsmischung mit 12,2 mg (2 X 10-4 Mol) 1-Amino- äthanol-(2) versetzt, innerhalb 30 Minuten unter mehrmaligem Umschütteln auf Raumtemperatur gebracht und anschliessend noch 1 Stunde im Wasser- 
 EMI4.2 
 bad auf 40  erwärmt. Das Reaktionsprodukt wird mit einem Gemisch von 6 ml Aceton und 14 ml Düsopropyläther gefällt, zentrifugiert und der Rückstand zweimal mit je 8 ml Aceton gewaschen, in 1 ml Wasser gelöst und auf 15g Kieselgar mittels Aceton-Äther niedergeschlagen.

   Das Kieselgur-Produkt wird über Magnesiumperchlorat im Vakuum bei Raumtemperatur getrocknet. 



  In einer Zellulose-Säule (Linterspulver Nr. 124 der Firma Schleicher & Schüll; Säule 3 X 20 cm) wird das Kieselgur-Produkt mit wassergesättigtem sekundärem Butanol als Entwickler chromatographiert. Es bilden sich 3 scharfe Zonen aus, wobei die ersten beiden Zonen verhältnismässig rasch eluiert werden. Die letzte Zone wird aus der Säule genommen und mit Wasser eluiert. Die so erhaltenen 3 Fraktionen werden im Vakuum auf ein Endvolumen von 1 ml eingeengt. Die Fraktion 1 enthält 86 /o, die Fraktion 2 6 % und die Fraktion 3 4 % an Reaktionsprodukt bezogen auf eingesetztes Cobyrinsäure-abcdeg-hexamid-dicyanid. 



  Die folgende Tabelle zeigt das papierchromatographische Verhalten der einzelnen Fraktionen in verschiedenen Entwicklersystemen, wobei aufsteigend mit einer Entwicklungsdauer von 20 Stunden an  Schleicher & Schüll -Papier 2043 a entwickelt wurde: 
 EMI4.3 
 Entwickler Fraktion 1 Fraktion 2 Fraktion 3 11,-Werte (Cobinamid-dicyanid = 1) a 0,96 1,03 0,54 b 0,95 0,86 0,63 c 0,97 1,04 0,95 d 0,95 1,03 0,35 a = wassergesättigtes sekundäres Butanol b = a mit einem Zusatz von Ammoniak c - a mit einem Zusatz von Essigsäure d = a mit 0,5% Natriumtetraphenylborat 
 EMI4.4 
 Die folgende Tabelle zeigt das elektrophoretische Verhalten der einzelnen Fraktionen in Gegenwart von Cyanidionen:

   
 EMI4.5 
 
<tb> pH <SEP> 2,7 <SEP> pH <SEP> 6,5
<tb> Fraktion <SEP> 1 <SEP> basisch <SEP> neutral
<tb> Fraktion <SEP> 2 <SEP> basisch <SEP> neutral
<tb> Fraktion <SEP> 3 <SEP> basisch <SEP> sauer 
 
 EMI4.6 
 Die Fraktion 1 enthält Cobyrinsäure-abcdeghexamid-f-äthanolamid-dicyanid, die Fraktion 2 den entsprechenden Monoäthylkohlensäureester und die Fraktion 3 Cobyrinsäure-abcdeg-hexamid-dicyanid. Beispiel 4 1,97 mg (2 X 10-s Mol) Cobyrinsäure-abcdeghexamid-dicyanid, gelöst in 0,2 ml Wasser und 0,3 ml. 

 <Desc/Clms Page number 5> 

 Methanol, werden bei Raumtemperatur mit 1 ml (6 X 10-4    Mol)      Diazomethan   gelöst in Äther versetzt.

   Die ätherische    Diazomethan-Lösung      wird   in Anteilen zu je 0,1 ml eingetragen, und zwar jeweils nachdem die Ätherschicht der Reaktionslösung farblos geworden ist. Nach 1 Stunde    ist   die    Grient      j      wicklung   beendet. Der Ansatz bleibt über Nacht stehen; anschliessend wird    3mal   mit je 2    ml   Äther    extrahiert   und die    wässrige   Phase über einem    Aus-      tauscher   von    phosphorylierter   Zellulose gereinigt.

   Die    Cyanidionen   enthaltende Fraktion wird auf 0,5    ml   eingeengt und bei    pH   6,5 in Gegenwart von    Cyanid-      ionen   bei 200 Volt    elektrophoretisch   getrennt. Es bilden sich 2 Zonen aus. Fraktion 1 wandert als einbasische Säure und ist identisch mit dem    Ausgangs-      produkt,      wovon      52'%      zurückerhalten      werden.      Die   Fraktion 2    verhält   sich neutral    (analog      Cobinamid-      dicyanid)   und wird in einer Ausbeute von    2819/o   erhalten.

   Die Substanz    verhält   sich nach dem Entsalzen am    Ionenaustauscher   in allen Entwicklersystemen einheitlich und hat folgendes    papierchroma-      tographisches   Verhalten: 
 EMI5.38 
 Entwickler Rf R, (Cobinamid-dicyanid = 1) a 0,43 1,07 b 0,36 0,88 c 0,44 1,09 d 0,46 1,05 a = wassergesättigtes sekundäres Butanol b = a mit einem Zusatz von Ammoniak c = a mit einem Zusatz von Essigsäure d = a mit 0,5010 Natriumtetraphenylborat 
 EMI5.39 
 Das elektrophoretische Verhalten von Fraktion 2 in Gegenwart von Cyanidionen ist bei pH 2,7 basisch und bei pH 6,5 und pH 11 neutral. 



  0,4 mg (2 X 10-7 Mol) der das Cobyrinsäureabcdeb hexamid-methylester-dicyanid enthaltenden Fraktion 2 werden bei 50  und 0,1 Torr über Phosphorpentoxyd getrocknet, in 1 ml abs. Dimethylformamid gelöst und mit 1,5 mg (2X 10-5 Mol) D,L-1-Amino-propanol-(2) versetzt. Der Ansatz wird 4 Tage bei 25  gehalten, mit Aceton/Düsopropyläther gefällt, 3mal mit Aceton gewaschen, in Wasser gelöst und an einem Austauscher von phosphorylierter Zellulose gereinigt. Das Cyanidionen enthaltende wässrige Eluat wird auf 0,2 ml eingeengt und durch mit Wasser gesättigtem sekundärem Butanol mit einem Zusatz von Ammoniak als Entwickler auf  Schleicher & Schüll -Papier 2043 a getrennt. Man erhält in 9 %iger Ausbeute das Cobinamid-dicyanid. 
 EMI5.40 
 Beispiel 5 Zu einer Lösung von 5,42 mg (5,5 X 10-6 Mol) Cobyrinsäure-abcdeg-hexamid-dicyanid in 2,0 ml abs.

   Dimethylformamid werden 0,011 ml (1,1 X 10-5 Mol) einer 1 molaren Triäthylamin-Lösung in Dimethylformamid eingetragen. Nach Kühlung auf -100 werden 0,005 ml (5,0 X 10-6 Mol) einer 1 molaren Lösung von Chlorameisensäureäthylester in Dimethylformamid zugesetzt. Das Reaktionsgemisch wird 20 Minuten bei -10  stehengelassen und anschlie- ssend in der Kälte mit 31,0 mg (2 X 10-4 Mol) D,L-1-Amino-propanol-(2)-O-phosphat, gelöst in 0,4 ml 1n Natronlauge (4 X 10-4 Mol) versetzt. Unter kräftigem Umschütteln wird nun innerhalb 30 Minuten das Reaktionsgemisch auf Raumtemperatur gebracht und sodann noch 3 Stunden im Wasserbad auf 300 erwärmt. Die Lösung wird mit Aceton/ Düsopropyläther versetzt, der entstandene Niederschlag zweimal mit Aceton gewaschen, in 5 ml Wasser gelöst und mit 1n Essigsäure auf pH 6 eingestellt.

   Die so erhaltene wässrige Lösung wird mittels eines Austauschers von phosphorylierter Zellulose (Säule 2 X 20 cm) getrennt. Man bildet 2 Fraktionen. Die Fraktion 1 wird erhalten durch Eluieren mit 250 ml Wasser und Einengen auf 2 ml Endvolumen im Vakuum bei 200. Die Fraktion 2 wird erhalten durch Eluieren mit 300 ml 0,1fl/oiger Blausäure und Einengen auf 2 ml. 



  Fraktion 1 wird bei pH 2,7 in Gegenwart von Cyanidionen bei 300 Volt innerhalb 4 Stunden elektrophoretisch gereinigt. Der grösste Anteil verbleibt dabei an der Startlinie (neutral) und nur ein geringer Anteil wandert praktisch gleich wie Cobyrinsäureabcdeg-hexamid-dicyanid zur Kathode. Die neutrale Zone wird mit Wasser eluiert und analysiert. Man erhält Cobinamid-phosphat-dicyanid mit einer Ausbeute von 470/e. 



  Beispiel 6 5,42 mg (5,5 X 10-s Mol) Cobyrinsäure-abcdeghexamid-dicyanid werden in analoger Weise wie in Beispiel 3 beschrieben, in das gemischte Säureanhydrid umgewandelt und anschliessend mit 28,2 mg (2 X 10-4 Mol) 1-Amino-äthanol-(2)-O-phosphat, gelöst in 0,8 ml Pyridin und 0,2 ml Wasser, wie in Beispiel 3 beschrieben, zur Reaktion gebracht und aufgearbeitet. Man erhält Cobyrinsäure-abcdeghexamid-f- [äthanolamid - O - phosphat] - dicyanid in. 62 % iger Ausbeute.

Claims (1)

  1. EMI5.41 PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Vitamin-B12 Derivaten der Formel <Desc/Clms Page number 6> EMI6.1 EMI6.2 worin Ri Wasserstoff, eine Alkyl- oder Carbalkoxygruppe, R2, R3 und R4 Wasserstoff oder Alkylgruppen und R5 eine gegebenenfalls veresterte oder ver- ätherte Hydroxygruppe bedeuten, wobei die Alkylreste 1 bis 4 Kohlenstoffatome enthalten und A- bzw. A-- Anionen sind, dadurch gekennzeichnet, dass man Cobyrinsäure-abcdeg-hexamid mit durch Anionen kompensierten Ladungen des Ions oder ein in der (f)-Carboxylgruppe abgewandeltes reaktionsfähiges Derivat eines solchen Salzes mit einem Amin der Formel EMI6.3 EMI6.4 kondensiert. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als Amin der Formel II ein D-, L- oder D,L-Aminoisopropanol verwendet. EMI6.5 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als Amin der Formel II ein D-, L- oder D,L-Aminoisopropanol-O-phosphat verwendet. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass R1, R2, R3 und R4 zusammen mindestens zwei Kohlenstoffätome aufweisen. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein gemischtes Anhydrid des Cobyrinsäure-abcdeg-hexamids verwendet. 5. Verfahren nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als gemischtes Anhydrid Cobyrinsäure-abcdeg-hexamidschwefelsäure-anhydrid verwendet. 6. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man die Kondensation in Gegenwart eines Carbodiimides durchführt.
CH7643559A 1959-07-31 1959-07-31 Verfahren zur Herstellung von Vitamin B12-Derivaten CH385871A (de)

Priority Applications (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH7643559A CH385871A (de) 1959-07-31 1959-07-31 Verfahren zur Herstellung von Vitamin B12-Derivaten
BE593141A BE593141A (fr) 1959-07-31 1960-07-19 Procédé pour la préparation de dérivés de vitamine B12

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH7643559A CH385871A (de) 1959-07-31 1959-07-31 Verfahren zur Herstellung von Vitamin B12-Derivaten

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH385871A true CH385871A (de) 1964-12-31

Family

ID=4534924

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH7643559A CH385871A (de) 1959-07-31 1959-07-31 Verfahren zur Herstellung von Vitamin B12-Derivaten

Country Status (2)

Country Link
BE (1) BE593141A (de)
CH (1) CH385871A (de)

Also Published As

Publication number Publication date
BE593141A (fr) 1961-01-19

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1545760C3 (de) Vincaleukoblastinderivate
AT399155B (de) Neue alkylendiammonium-diclavulanat-derivate, verfahren zu deren herstellung sowie deren verwendung
AT394853B (de) Verfahren zur herstellung von neuen mitosanderivaten
DE1620694B2 (de) Verfahren zur Herstellung von 5-Methyl-7-diäthylamino-s-triazolo [1,5-a] pyrimidin und seinen Salzen mit Säuren
CH385871A (de) Verfahren zur Herstellung von Vitamin B12-Derivaten
DE1260466B (de) Verfahren zur Herstellung von 17-Oxo-D-homo-5alpha- oder 17-Oxo-D-homo-5alpha,13alpha-18-saeuren bzw. von deren Methylestern
DE1163337B (de) Verfahren zur Herstellung von Trihydroxamsaeuren
DE2902292C2 (de) Verfahren zur Herstellung von 2,4-Diaminobuttersäure oder 4-Amino-2-hydroxybuttersäure
EP0045079A1 (de) Verfahren zur Reinigung von Nicotinsäureamid I
DE2558507C3 (de) Verfahren zur Racemattrennung von dJ-l-Phenyl-2-amino-l-propanol
DE1543811B1 (de) Verfahren zur Trennung von racemischem Carnitinnitril in seine optisch aktiven Antipoden
DE3102984A1 (de) Verfahren zur herstellung von cysteamin-s-substituierten verbindungen und deren derivaten
DE1545759C3 (de) Vincaleukoblastin-derivate und ein Verfahren zu ihrer Herstellung
DE2208631C3 (de) N-Isobornyloxycarbonylcephalosporin C, Verfahren zu seiner Herstellung und Verwendung zur Herstellung von Cephalosporin C
DE2723417C3 (de) 5,6-Epineamin und dessen Verwendung bei der Bekämpfung bakterieller Infektionen
DE1147952B (de) Verfahren zur Herstellung von Vitaminen der B-Gruppe und Analogen derselben
AT274249B (de) Verfahren zur Herstellung des neuen Scilliglaucosidin-19-ol-α-L-rhamnosids
DE2540134C3 (de) L-Phenylalaninderivate, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung
AT326839B (de) Verfahren zur halbsynthetischen herstellung von vincristin
DE2449942C2 (de) 2&#39;-Amino-2&#39;-desoxyguanosin und Verfahren zu seiner Herstellung
DE1445831C3 (de) 7-Phenylacetamido-cephalosporansäurederivate, Verfahren zu deren Herstellung und pharmazeutische Formulierungen
AT258485B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Peptiden
CH515274A (de) Verfahren zur Herstellung neuer Derivate der 7-Amino-cephalosporansäure mit antibiotischer Wirkung
AT264724B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen desacetylierten mehrkernigen Indolen
AT288363B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen β-Aroyl- β-halogenacrylsäuren