CH391765A - Triebfahrgestell für elektrische Lokomotiven und Triebwagen - Google Patents
Triebfahrgestell für elektrische Lokomotiven und TriebwagenInfo
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Description
Triebfahrgestell für elektrische Lokomotiven und Triebwagen Es ist bekannt, bei elektrischen Lokomotiven und Triebwagen jedem zweiachsigen Drehgestell nur einen Antriebsmotor zuzuordnen, der beide Treib- achsen des Drehgestells über Zahnräder antreibt. Der Motor ist dieser Ausführungsform entsprechend hochliegend angeordnet. Eine solche Ausführung be sitzt eine Reihe von Vorteilen.
Jedes zweiachsige Drehgestell enthält nur noch einen Fahrmotor; zwar hat dieser Motor dieselbe Leistung wie sonst die bei den Motoren für den Einzelachsantrieb zusammen genommen, jedoch wird dieser eine Motor leichter, ausserdem erfordert er weniger Raum als die sonst vorgesehenen beiden Motoren eines Drehgestells. Weil ferner nur ein Motor für jedes Drehgestell vorhanden ist, wird auch die Wartung und Unter haltung billiger.
Allerdings bereiten wirtschaftlicher Aufbau, La gerung und Abfederung gewisse Schwierigkeiten.
Die Erfindung betrifft ein Triebfahrgestell für elektrische Lokomotiven und Triebwagen mit zwei achsigen Drehgestellen, denen jeweils ein hochlie gender Fahrmotor zugeordnet ist.
Erfindungsgemäss ist die Anordnung so getroffen, dass der Fahrmotor mit zu den Drehgestellachsen parallel verlaufender Welle beide Achsen über ein Getriebe ohne dazwischenliegende Kupplung an treibt und diese Achsen zur alleinigen Abfederung über eine Gummifederung mit den Radkränzen ver bunden sind. Damit ergeben sich recht beachtliche Vorteile, die im Fahrverhalten einer erheblichen Ein- sparung bisher notwendiger Teile und damit einer Verbilligung in Fertigung und Wartung liegen, wie aus dem Weiteren noch hervorgeht.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 die Gesamtansicht einer Industrielokomotive mit einem erfindungsgemässen Triebfahrgestell und Fig. 2 eine Einzelheit der Gummifederung des Trieb fahrgestells.
In Fig. 1 ist eine Industrielokomotive schematisch dargestellt, deren Triebfahrgestell zwei zweiachsige Drehgestelle mit den Achsen 1, 2 bzw. 3, 4 zeigt. Jedem Drehgestell ist ein einziger Motor 5 bzw. 6 zugeordnet. Der hochliegende Antriebsmotor treibt über ein doppeltes Vorgelege die beiden Drehge- stellachsen an. Das gesamte Getriebe ist in einem Getriebekasten fest eingebaut. Dieser Getriebekasten bildet gleichzeitig den Rahmen der Drehgestelle. Sämtliche Zahnräder des Getriebes sind zweiseitig gelagert. Die Lagerung der Getrieberäder und der Laufachsen im Getriebekasten erfolgt durch Rollen lager. Dadurch wird eine Schrägstellung der Zahn räder vermieden und damit die Abnutzung der Zahn räder auf ein Minimum herabgesetzt.
Die gesamte Abfederung der Drehgestelle wird in die gummigefederten Treibräder gelegt. Eine sche matische Darstellung hierfür ist in Fig. 2 gezeigt. Das Treibrad besteht aus einer Radnabe 10 mit einer ein seitig angeordneten Seitenscheibe 11, die mit der Nabe einstöckig ausgeführt ist. Eine zweite Seiten scheibe 12 wird, als Druckscheibe ausgebildet, aufge schraubt. Zweckmässigerweise liegt diese Druck scheibe -an der Aussenseite des Laufrades, weil nach ihrer Abnahme das Laufrad zugänglich ist. Zwi schen diesen beiden Seitenscheiben befindet sich der Steg 13 des Laufkranzes 14.
Zwischen beiden Sei tenscheiben 11, 12 und dem Steg 13 sind Gummi puffer 15 in entsprechender Zahl angeordnet. Die gesamte statische Last des Rades (Achsdruck bzw. Raddruck) wird von diesen Gummipuffern aufgenom men, die unter einer bestimmten, dem Raddruck ent sprechenden Vorspannung stehen. Auf dem Lauf kranz ist die Radbandage in der üblichen Weise aufgeschrumpft. Ausser der Aufnahme der statischen Last durch das gummigefederte Rad nimmt es durch seine Federung auch alle Unebenheiten der Geleise auf innerhalb des von den vier Rädern eines Dreh gestelles erfassten Bereiches der Schienen.
Die ge legentlich vorkommenden Höhenunterschiede der Ge leise werden von der Gummifederung mühelos auf genommen. Bei Verwendung dieser Räder beschränkt sich das auf den Schienen ruhende unabgefederte Gewicht auf das Gewicht der Radkränze mit den Bandagen, was zu einer erheblichen Schonung der Geleiseanlagen führt.
Da beide Treibachsen eines Drehgestelles mit einem gemeinsamen Motor gekuppelt sind, wird die Schleudergefahr durch Entlastung der einen oder anderen Achse völlig vermieden. Hinzu kommt noch, dass die beiden Drehgestelle einen verhältnismässig kurzen Radstand haben, so dass auch nennenswerte Achslastunterschiede nicht vorhanden sind. Es ist bei dieser Ausführung ausserdem möglich., wesentlich höhere Reibungswerte zwischen Rad und Schiene zu erreichen und. dadurch eine höhere Ausnutzung des Lokomotivgewichtes zu erzielen.
Die Wartung bzw. Unterhaltung der Drehge stelle des Triebfahrgestells beschränkt sich auf die Wartung des Motors bzw. der Bürsten am Kollektor. Alle übrigen Teile der Drehgestelle bedürfen kei nerlei Wartung, da sämtliche Lager als Rollenlager ausgebildet sind und keine Federn oder sonstige Teile, die geschmiert werden müssten, verwendet sind.
Die geschilderte Ausführung der Drehgestelle er laubt die Verwendung von Scheibenbremsen anstelle von Klotzbremsen an den Treibradscheiben. Diese Scheibenbremsen haben einen wesentlich besseren Wirkungsgrad als Klotzbremsen bei gleichzeitiger Schonung der Laufflächen.
Zwar sind gummigefederte Treibräder an sich bereits bekannt, doch ergeben sich in Verbindung mit einem solchen Triebfahrgestell mit dem Antrieb bei der Drehgestellachsen durch einen einzigen hochlie genden Motor mit parallel verlaufender Welle eine ganze Reihe von Vorteilen: Neben der Verminderung an Motorgewicht und Motorgrösse durch Verwendung jeweils nur eines Fahrmotors fällt auch eine Rad kupplung üblicher Bauweise, d. h. eine Hohlwelle mit Auslegern, weg. Dadurch wird die Anschaffung, Wartung und Unterhaltung verbilligt. Das Getriebe wird kleiner und das Grossrad sitzt fest auf der Treib- achse, so dass keine Sonderlagerung erforderlich ist.
Auch die Achsfederung der Drehgestelle entfällt. Eine Achslagerführung ist nicht erforderlich, so dass auch Gleitbacken, zylindrische Führungen oder Achs lenker und damit der daran entstehende Verschleiss vermieden werden. Der Getriebekasten ist als tra- gender Teil des Innenrahmen-Drehgestells ausgebildet, so dass das Drehgestell ungewöhnlich leicht wird. Der Totlastanteil der Treibachse ist sehr gering und bezieht sich nur auf den Teil des Laufkranzes ausser halb der Gummifederung. Dies hat auch eine gün stige Beanspruchung des Oberbaues zur Folge.
Sämt liche statischen und dynamischen Kräfte werden durch die im Radkörper eingebauten Gummipuffer in Form von Gummisegmenten oder Gummiringen elastisch aufgenommen. Durch die hohe Lage des Motors ergibt sich auch eine hohe Schwerpunktslage des Drehgestelles, so dass daraus günstige Anlauf verhältnisse beim Kurveneinlauf und auch beim Si- nuslauf in der Geraden resultieren. Die Bauweise des Drehgestelles ermöglicht den Einbau einer Schei benbremse, die den Vorzug hat, dass der Reibwert fast konstant ist. Daher fällt auch die sonst an den Laufkränzen entstehende Wärmeentwicklung weg.
Der kurze Radstand der Drehgestelle hat eine Ver- gleichmässigung der Achslast zur Folge und gibt ausserdem zwischen zwei Drehgestellen dem Trieb fahrgestell einen beträchtlichen freien Raum, der zur Unterbringung von Behältern für Öl, Wasser, Luft und dergleichen ausgenutzt werden kann. Die Radreifen können zum Auswechseln abmontiert und Gummisegmente bzw. Gummiringe ausgewechselt werden, ohne dass das Triebfahrgestell mit dem Kran angehoben oder die Achse abgesenkt werden muss.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Triebfahrgestell für elektrische Lokomotiven und Triebwagen mit zweiachsigen Drehgestellen, denen jeweils ein hochliegender Fahrmotor zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrmotor mit zu den Drehgestellachsen parallel verlaufender Welle beide Achsen über ein Getriebe ohne dazwischen liegende Kupplung antreibt und diese Achsen zur alleinigen Abfederung über eine Gummifederung mit den Radkränzen verbunden sind. UNTERANSPRÜCHE 1. Triebfahrgestell nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Radnabe (10) mit Seiten scheiben (11, 12) versehen ist, zwischen denen sich der Steg (13) des Laufkranzes (14) befindet. 2.Triebfahrgestell nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die bei den Seitenscheiben (11, 12) mit dem Steg (13) durch Gummipuffer verbunden sind. 3. Triebfahrgestell nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Seitenscheibe (11) mit der Radnabe fest ver bunden ist, während die andere Seitenscheibe (12) abnehmbar ist.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL0033697 | 1959-07-09 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH391765A true CH391765A (de) | 1965-05-15 |
Family
ID=7266388
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH746160A CH391765A (de) | 1959-07-09 | 1960-06-28 | Triebfahrgestell für elektrische Lokomotiven und Triebwagen |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH391765A (de) |
| GB (1) | GB922244A (de) |
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1960
- 1960-06-28 CH CH746160A patent/CH391765A/de unknown
- 1960-07-08 GB GB2393060A patent/GB922244A/en not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB922244A (en) | 1963-03-27 |
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