Elektrizitätszähler mit Kompensationsmitteln an Bremsmagneten zur Kompensation von Temperaturfehlern
Es ist bekannt, an den Bremsmagneten von Elektrizitätszählern Mittel zur Kompensation von Temperaturfehlern anzubringen. Diese Kompensationsmittel bestehen aus einer Thermolegierung (Wärmelegierung), wie solche beispielsweise unter den Warenzeichen Thermoperm oder Thermoflux bekannt sind. Meistens sind diese Kompensationsmittel in Form einer Scheibe oder eines Streifens ausgebildet, und sie sind derart am Dauermagnetkörper des Bremsmagneten angebracht, dass sie für den magnetischen Kraftfluss des Magnetkörpers einen magnetischen Nebenschluss bilden. Gewöhnlich sind solche Kompensationsmittel an der rückwärtigen Stirnseite der z. B. zylindrischen Dauermagnetkörper angebracht, z. B. angepresst, angeklebt oder auch in die Masse des Magnetkörpers eingepresst.
Ist der Bremsmagnet aus mehreren Dauermagnetkörpern aufgebaut, z. B. in der bekannten Weise aus vier Dauermagnetkörpern, so ist jeder dieser Magnetkörper mit den Kompensationsmitteln versehen. Die Thermolegierungen zeichnen sich dadurch aus, dass ihr Curiepunkt etwa bei Zimmertemperatur liegt, und dass sie somit auf Temperaturschwankungen gut ansprechen.
Bei höheren Anforderungen an die Genauigkeit eines Zählers, insbesondere bei Präzisionszählern, ist unter anderem zu beachten, dass die als Kompensationsmittel an der Bremsmagneten verwendeten Thermolegierungen in ihrem Verhalten beträchtlich streuen.
Es ist daher wünschenswert, zum Erreichen einer sehr guten Kompensation eine Möglichkeit zur Feineinstellung der Kompensationswirkung zur Verfügung zu haben. Die Erfindung gibt hierfür eine einfache Lösung an.
Ein Elektrizitätszähler mit mehr als einem Bremsmagneten, wobei an den Bremsmagneten aus einer Wärmelegierung bestehende Kompensationsmittel zur Kompensation von Temperaturfehlern vorgesehen sind, ist erfindungsgemäss dadurch gekennzeichnet, dass von zwei zueinander entgegengesetzt verstellbar gehalterten Bremsmagneten der eine Bremsmagnet mehr Kompensationsmittel aufweist als der andere Bremsmagnet. Am einfachsten ist es, wenn nur einer der beiden Bremsmagnete die Kompensationsmittel aufweist. Die Verstelibarkeit der Magnete kann beispielsweise eine Verschwenkbarkeit sein. Weitere Einzelheiten der Erfindung und ihrer Vorteile werden anhand der Zeichnung erläutert.
In Fig. 1 ist eine Zähleranordnung mit der Läuferscheibe 1 und den zwei Bremsmagneten 2 und 3 wesenhaft dargestellt. Die beiden Bremsmagnete sind diametral zur Läuferscheibe angeordnet. Sie sind so gehaltert, dass sie in der Zeichnungsebene, also in einer zur Läuferscheibe 1 parallelen Ebene, um den Drehpunkt 20 bzw. 30 verschwenkbar und in jeder Verschwenkstellung feststellbar sind. An dem Magnet 3 ist eine aus einer Wärmelegierung bestehende Scheibe 31 als Temperaturkompensationsmittel angebracht, während der Magnet 2 keine Temperaturkompensationsmittel aufweist. Die beiden Magnete 2 und 3 stehen in der Darstellung in Fig. 1 nicht radial zum Mittelpunkt der Ankerscheibe 1 hin ausgerichtet, sondern in einer mit der Radialstellung einen Winkel bildenden Stellung, also etwas aus der Radialstellung herausgeschwenkt.
Die Kompensationsscheibe 31 sei vorteilhafterweise so bemessen, dass der Magnet 3 seine maximale Bremskraft nicht in der Radialstel lung ausübt, sondern etwa bei der dargestellten Verschwenkstellung. Letzteres ist besonders vorteilhaft, wie sich zeigen wird, an sich aber nicht unbedingt erforderlich.
Das Feineinstellen der Kompensationswirkung kann bei der Anordnung nach Figur 1 wie folgt durchgeführt werden: Stellt sich bei einem Temperaturversuch die Kompensation bei der in Fig. 1 dargestellten Stellung der beiden Bremsmagnete beispielsweise als zu schwach heraus, so wird der Magnet 3 etwas mehr zur Radialstellung hin geschwenkt, der Magnet 2 dagegen etwas von der Radialstellung weg geschwenkt, wie es die beiden eingezeichneten Bogenpfeile und die gestrichelt gezeichnete Stellung der Magnete andeuten. Das wirksame Bremsmoment des mit einem Kompensationsmittel, der Scheibe 31 versehenen Magneten 3 wird hierdurch verstärkt, das wirksame Bremsmoment des nicht kompensierten Magneten 2 dagegen geschwächt. Das Gesamtbremsmoment der beiden Bremsmagnete bleibt aber, wenn beide Magnete um etwa einen gleichen Winkelbetrag verschwenkt werden, trotz der Verschwenkung konstant.
Hiermit ist in einer sehr einfachen Weise eine kontinuierliche Feineinstellung der Kompensationswirkung möglich, ohne dass dazu zusätzliche Verstellmittel an den Bremsmagneten erforderlich sind, die die Stabilität der Magnete beeinträchtigen könnten.
Statt der vorstehend erläuterten Verstärkung der Kompensationswirkung ist gewünschtenfalls in der gleichen Weise auch eine Schwächung der Kompensationswirkung möglich, wie es in Fig. 2 dargestellt ist. Hier haben die beiden Magnete 2 und 3 die gleiche AusgangsstelIung wie in Fig. 1, die eingezeichneten Bogenpfeile zeigen aber in der umgekehrten Drehrichtung, und dementsprechend sind auch die gestrichelt gezeichneten Magnetstellungen im umgekehrten Drehsinn als in Fig. 1 verschwenkt. Die Durchführung der Feineinstellung erfolgt hier sinngemäss in gleicher Weise wie bei Fig. 1.
In Fig. 3 ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes gezeigt,beidem nur einer der beiden Bremsmagnete zur Feineinstellung der Temperaturkompensation verschwenkt zu werden braucht. Auch hier weist der Magnet 2 keine Kompensationsmittel auf. Statt des Magneten 3 in Fig. 1 und 2 aber sind hier zwei Teilmagnete 35 und 36 vorgesehen, die in ihrer Winkelstellung beiderseits der Radialstellung angeordnet sind, also unter einem spitzen Winkel zueinander stehen. In dieser Winkelstellung werden sie von einer Halterung 37 zusammengehalten, die samt den beiden Teilmagneten um den Drehpunkt 30 verschwenkbar ist. Der Teilmagnet 35 ist mit einer als Kompensationsmittel dienenden, wieder aus einer Wärmelegierung bestehenden Scheibe 38 versehen, während der Teilmagnet 36 kein Kompensationsmittel aufweist.
Auch bei dieser Anordnung ändert sich bei dem gemeinsamen Verschwenken der beiden Teilmagnete 35 und 36 nur die Kompensationswirkung, während das Gesamtbremsmoment der beiden Teilmagnete konstant bleibt. Ein Verschwenken der beiden Teilmagnete in der Richtung des eingezeichneten Bogenpfeiles hat eine Verstärkung der Kompensationswirkung zur Folge, ein Verschwenken im umgekehrten Drehsinn eine Schwächung der Kompensationswirkung. Der Magnet 2 dient hierbei nur zur Drehzahleinstellung. Gewünschtenfalls kann aber in Fig. 3 auch der Magnet 2 aus zwei Teilmagneten, in der Art der Teilmagnete 35 und 36, bestehen.
Das Verändern der Bremsinomentanteile der beiden zueinander entgegengesetzt zu verstellenden Bremsmagnete kann statt durch ein Verdrehen der Bremsmagnete auch durch ein Verschieben der Bremsmagnete in radialer oder auch tangentialer Richtung zur Läuferscheibe erfolgen. Ist ein Bremsmagnet, der mit den Kompensationsmitteln zu versehen ist, in bekannter Weise aus mehreren Dauermagnetkörpern aufgebaut, beispielsweise aus vier Dauermagnetkörpern, so genügt es gewünschtenfalls, wenn nur einzelne dieser Dauermagnetkörper mit den Kompensationsmitteln ausgerüstet werden. Ferner ist der Erfindungsgedanke auch so durchführbar, dass beispielsweise in Fig. 1 auch der Magnet 2 mit Kompensationsmitteln versehen wird, jedoch in einem anderen Ausmass als der Magnet 3, so dass auch in diesem Falle die beiden Magnete eine unterschiedliche Kompensationswirkung haben.