Einsäulenständer für Tisch, insbesondere Zeichentisch Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Ein säulenständer für Tisch, insbesondere Zeichentisch, dessen Tischplatte in der Höhe einstellbar und zweck mässig auch um die Säulenachse drehbar ist.
Der erfindungsgemässe Einsäulenständer unter scheidet sich von bekannten Ausführungen dadurch, dass die Tischplatte in der Arbeitslage auf einer Stossstange aufruht, die in einem Rohr verschiebbar ist, dessen Innenraum über ein steuerbares Ventil mit einem Zylinderraum kommuniziert, in welchem mindestens ein unter Druck stehendes Medium unter gebracht ist, dessen Druck das Gewicht der höhen verschiebbaren Teile wenigstens angenähert kom pensiert.
Bei zweckmässiger Bemessung der Einzelteile ist es möglich, ohne Anwendung einer Pumpe die Tisch platte mit minimalem Kraftaufwand in der Höhe zu verstellen. Für die Praxis wesentlich ist dabei der äusserst geringe Kraftaufwand für die Höhenver stellung der Tischplatte und weiterhin, dass durch den Wegfall einer Pumpe die Bedienung wesentlich erleichtert wird.
Bei der nachstehend beschriebenen, bevorzugten Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes kann das Reissbrett unabhängig von der Höheneinstellung wahlweise entweder drehbar oder nicht drehbar sein. Es kann wahlweise, durch einfache Umstellung Links- oder rechtshändig in die gewünschte Lage verbracht werden. Die Endstellungen oben und unten können ohne Anwendung von Federn oder dämpfenden Ma terialien durch ein feststehendes, glasfaserverstärktes Kunststoffrohr, in welchem Führungsbahnen einge arbeitet sind, sanft und geräuschlos erreicht werden.
In der beiliegenden Zeichnung ist ein Aus führungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes darge stellt. Es zeigen: Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch den ganzen Ständer, Fig. 2, 3 und 4 Schnitte nach den Linien II-II bzw. 111-III bzw. IV-IV der Fig. 1. Der in der Zeichnung dargestellte Zeichenständer besitzt einen vorzugsweise runden Fuss 1, der mit einem ringförmigen Mittelstück 2 versehen ist. Nach oben ist das Mittelstück offen, während es unten einen Boden 3 aufweist. Auf letzterem ist ein Einsatz 4 befestigt, in welchem ein senkrecht stehendes Rohr 5 fest eingeschraubt ist.
Konzentrisch zum Rohr 5 steht auf dem Einsatz 4 ein zweites Rohr 6, das vorzugsweise aus einem mit Glasfasern verstärkten Kunststoff hergestellt ist. Das Rohr 6 wird unten durch einen zylindrischen Rand 7 des Einsatzes 4 zentriert und trägt oben einen Deckel 8, wobei söwohl zwischen Einsatz 4 und Rohr 6, sowie zwischen letz terem und Deckel 8 je eine ringförmige Dichtung 9 bzw. 10 vorgesehen ist. Der Deckel 8 weist einen topfförmigen Mittelteil 12 auf, durch dessen Ab- schlussboden-'113 das Rohr 5 hindurchragt. In letz terem ist eine Stossstange 11 axial verschiebbar ge lagert.
Im Innern des Mittelteiles 12 liegt auf dessen Boden 13 eine Dichtung 14, über welcher ein mit Schrägfläche versehener Ring 15 liegt. Das obere Ende des Rohres 5 ist mit einem Gewinde 16 versehen, auf das eine Mutter 17 aufgeschraubt ist. Mitteis dieser Mutter wird der Deckel 8 fest auf das obere Ende des Rohres 6 und letzteres auf den Einsatz 4 gepresst. Zufolge der Dichtungen 9 und 10 ist das Innere des Rohres 6 gegen aussen Luft- und flüssigkeitsdicht abgeschlossen. Hierzu gehört auch eine auf der Mutter 17 liegende Dichtungsscheibe 18 und ein mit einer Dichtung versehener Ring 19, die durch eine in den Deckel 8 eingeschraubte Mutter 20 auf die Mutter 17 gedrückt werden.
Diese Dich- tungen sind notwendig, da, wie später noch näher erläutert wird, in das Rohr 6 Druckluft eingefüllt wird.
Konzentrisch über dem Rohr 6 ist ein Zylinder 24 mit leichtem Spiel angeordnet, der oben mit einer Scheibe 25 abgeschlossen ist. Auf dem Zylinder 24 sitzen zwei Klemmringe 26, die mit Ansätzen 27 versehen sind. Jeder dieser Ringe 26 weist drei Paare von Ansätzen 27 auf, wobei zwischen je zwei solcher Ansätze 27 ein Rollenpaar 28 auf einer Achse 29 frei drehbar gelagert ist. Die Rollen wer den vorzugsweise durch Kugellager gebildet und die nen zur Führung des Zylinders 24 auf dem Rohr 6. Zu diesem Zweck sind auf der Aussenfläche des Rohres 6 an ihren Enden auslaufende, ebene Füh rungsbahnen 30 vorgesehen, auf denen die Rollen 28 laufen.
Auf dem oberen Ende des Zylinders 24 sitzt ein Kopfstück 32, das zwei federnde, den Zylinder umfassende Schenkel 33 besitzt, in deren parallel zueinanderliegenden Enden 34 (Fig. 3) der Schaft 35 eines Bolzens 36 gelagert ist. Auf einem Ende des letzteren sitzt ein Handhebel 37 fest, während das andere Ende mit Gewinde versehen und in das eine Schenkelende (34) eingeschraubt ist.
Das Kopfstück 32 weist einen zylindrischen Lagerteil 40 (Fig. 4) auf, in welchem eine Hohlachse 41 drehbar gelagert ist. Nahe jedem Ende sitzt auf dieser Achse ein Support 42 bzw. 42', die zusammen in bekannter Weise ein Reissbrett 43 tragen. Auf dem einen Ende der Hohlachse sitzt ein Handgriff 44, während auf das andere, mit Gewinde 45 ver sehene Ende, zwei Gegenmuttern 46 aufgeschraubt sind. Die Achse 41 ist mittels Keil 48 mit dem Sup port 42 verbunden. Zwischen dem Support 42' und der Achse ist eine Büchse 49 vorgesehen, deren äussere Stirnseite am Handgriff 44 anliegt. Die innere Stirnseite dieser Büchse stösst an die eine Lamelle 50 eines Bremslamellenpaketes 50, 51, das zwischen Support 42' und Lagerteil 40 liegt.
Ein gleiches Paket ist zwischen Lagerteil 40 und Support 42 angeordnet. Alle Lamellen sind auf der Hohlachse gelagert und weisen Bohrungen auf, in denen Ringe 52, 53 lie gen. Die Ringe 52 sind mittels Schrauben 54 (Fig. 4) mit den Supports 42, 42' und die Ringe 53 mittels Schrauben 55 mit Ansätzen 56 des Lagerteiles 40 fest verschraubt.
In die Scheibe 25 ist eine Schraube 60 (Fig. 1) fest eingeschraubt, deren Kopf 61 in einer Bohrung 62 des Kopfstückes 32 liegt und axial ein geringes Spiel gegenüber dem letzteren aufweist.
Im Einsatzstück 4 (Fig. 1) ist eine Querbohrung 64 angeordnet, in welche zwei miteinander kom munizierende Bohrungen 65 und 66 münden. Die Bohrung 65 liegt koaxial zum Rohr 5, während die Bohrung 66 gegen den Raum 67 zwischen den Roh ren 5 und 6 zu offen ist. In der Bohrung 64 liegt eine Kugel 68, die zufolge der Wirkung einer Druck feder 69 gegen einen ringförmigen Sitz 70 des Ein satzes 4 gedrückt wird. Ein in die Bohrung 64 einge- schraubter Pfropfen 71 sichert die Feder in ersterer. Koaxial zur Bohrung 64 ist ein mit der Kugel 68 zusammenarbeitender Stössel 72 in einer in das Ein satzstück eingeschraubten Büchse 73 axial verschieb bar gelagert.
An dem aus der Büchse 73 herausragen den Ende des Stössels liegt ein Nocken 74 eines Fuss pedals 75 an, das auf einer Achse 76 eines auf dem Boden 3 befestigten Lagers 77 schwenkbar gelagert ist. Der äusserste Teil des Pedals ragt aus dem Mittel stück 2 heraus. Im übrigen deckt eine Verschalung 63 die Klemmringe 26 und die Rollen 28 in allen ihren Höhenlagen ab.
Vor Inbetriebnahme des soeben beschriebenen Einsäulenständers werden zuerst eine bestimmte Menge Öl und Druckluft von z. B. 20 at durch ein nicht dargestelltes Ventil in den Zwischenraum 67 eingeführt. Da zu diesem Zeitpunkt innerhalb des Rohres 5 der normale Atmosphärendruck herrscht, drückt die eingefüllte Druckluft über das<B>Öl</B> die Kugel 68 entgegen der Wirkung der Feder 69 vom Sitz 70 weg, wodurch Öl in das Rohr 5 gelangt. Dieses Öl hebt infolgedessen die Stossstange 11 so weit, bis sie unten an der Scheibe anstösst.
Es ist natürlich klar, dass vor dem Einbringen der Druckluft und des Öles die Stossstange 11 direkt über der Boh rung 65 stand und auch der Zylinder 24 mit allen an ihm angeordneten Teilen in seiner untersten Lage war, die durch das Auflaufen der unteren Rollen paare auf dem unteren auslaufenden Ende der Führungsbahnen 28 begrenzt ist. In Fig. 1 sind die heb- und senkbaren Teile bereits ein kleines Stück angehoben eingezeichnet. Die in den Raum 67 ein gebrachte Luft steht unter einem solchen Überdruck, dass sie über das Öl und die Stossstange 11 praktisch das gesamte Gewicht der heb- und senkbaren Teile kompensiert und diese letzteren deshalb in jeder Höhenlage stehenbleiben. Das Zeichenbrett 43 kann deshalb mit einer Kraft, etwa 2,5 kg angehoben wer den.
Sobald man beginnt, das Zeichenbrett und damit natürlich den Zylinder 24 anzuheben, beginnt das unter der Stossstange 11 im Rohr 5 sich befindende, unter Druck stehende Öl diese Stange ebenfalls an zuheben, so dass sie praktisch stets mit ihrem oberen Ende an der Scheibe 25 anliegt. Sofort entsteht aber im Rohr 5 ein leichter Unterdruck, der genügt, dass der Druck im Raum 27 die Kugel 28 von ihrem Sitz wegdrückt, womit das Innere des Rohres 5 mit der Bohrung 66 in Verbindung kommt und weiteres Drucköl in das Rohr 5 fliesst. Auf diese Weise lastet also das ganze Gewicht der heb- und senkbaren Teile auf der Druckluft, wodurch wie schon erwähnt, eine äusserst geringe Kraft zum Anheben des Zeichen brettes notwendig ist.
Um das Zeichenbrett zu senken, drückt man einen Fuss auf das Pedal 75, womit dessen Nocken 74 den Stössel 72 axial nach links (Fig. 1) verschiebt. Letzterer hebt die Kugel 68 von ihrem Sitz 70 ab und bringt damit über die Bohrungen 65 und 66 das Innere des Rohres 5 mit dem Raum 67 in Verbin dung. Die heb- und senkbaren Teile bleiben aber noch in ihrer bisherigen Höhenlage stehen. Durch leichten Druck auf das Zeichenbrett senkt sich das selbe, wobei die Stange 11 Öl aus dem Rohr 5 durch die Bohrungen 65, 64 und 66 in den Raum 67 hin überdrückt. Sobald der Druck auf das Zeichenbrett aufhört, bleibt letzteres in seiner gewählten Höhen lage sofort stehen.
Das Pedal kann jetzt wieder frei gegeben werden, wodurch die Feder 69 die Kugel 28 in ihre Abschlussstellung bringt und ein Druck auf das Zeichenbrett keine Höhenveränderung mehr mit sich bringt.
Die Mittel zum Festhalten des Zeichenbrettes in einem gewünschten Neigungswinkel sind in Fig.4 dargestellt. Bei seinem Verschwenken bewegt sich der Handhebel 44 zufolge des Gewindes 44a axial nach aussen und hebt damit den vorher auf die Büchse 49 ausgeübten Druck auf. Damit wird aber die Wirkung der als Bremsen dienenden Lamellen pakete 50, 51 aufgehoben und kann jetzt das Zeichen brett mit den beiden Supports 42, 42' samt der Hohl achse 41 im Lagerteil 40 verschwenkt werden. Nach Erreichen der gewünschten Neigung drückt man den Handhebel 44 nach unten.
Damit presst man einer seits über die Büchse 49 die Lamellen des zunächst liegenden Lamellenpaketes 50, 51 an die denselben zugekehrte Stirnseite des Lagerteiles 41 und ander seits über die Hohlwelle 41, die Muttern 46 und den Support 42 das andere Lamellenpaket an die nächst liegende Stirnseite des Lagerteiles 40. Dadurch sind aber beide Supports samt dem Zeichenbrett unver rückbar gesichert.
Es ist auch möglich, das Zeichenbrett unab hängig von seiner Höhenlage und von seinem je weiligen Neigungswinkel um eine senkrechte Achse, die im vorliegenden Fall mit der Mittelachse des Ständers zusammenfällt, zu verdrehen, um dessen Arbeitsfläche den augenblicklichen Lichtverhältnis sen anzupassen.
In der gezeichneten Lage (Fig. 3) werden die beiden Enden 34 der Klemmbacken 33 gegeneinandergedrückt und das Kopfstück 32 ist deshalb auf dem oberen Ende des Zylinders 24 fest geklemmt. Verschwenkt man den Handhebel 37 nach oben, so bewirkt das Gewinde im Schaft 35 auf bekannte Art eine Lockerung der Klemmwirkung der Backen 33. Damit kann aber das Zeichenbrett mit dem Kopfstück 32 um die Mittelachse des Ständers gedreht werden. Diese Drehung ist um volle 360 möglich, ohne dass der Ständer selbst verstellt wer den muss.
Wird der Handhebel 37 hingegen nach unten geschwenkt, tritt zwischen den Backen 33 und dem Zylinder 24 wiederum eine Klemmwirkung ein, womit das Zeichenbrett gegen Verdrehen ge sichert ist. Bei der erwähnten Verdrehung des Zei chenbrettes bewegt sich die Schraube 64 aber nicht.
Die Handhebel 37 und 44 sind in den Fig. 3 und 4 links von der am Reissbrett arbeitenden Person angeordnet. Es ist aber auf einfache Weise möglich, diese Hebel rechts anzuordnen, womit eine Be dienungsmöglichkeit sowohl für Rechts- wie für Linkshänder geschaffen werden kann. Die Einstellung der Höhenlage des Reissbrettes ist vollständig stufen-. los, zudem wird die obere wie auch die untere End- stellung durch die auslaufenden Enden der Führungs bahnen 30 geräuschlos begrenzt. Durch den neuen Säulenständer wird eine Platzersparnis von 30 cm gegenüber bekannten Gegengewichtszeichenständern erzielt.