CH393147A - Verfahren zur Beschichtung von Oberflächen mit Kunststoffen - Google Patents
Verfahren zur Beschichtung von Oberflächen mit KunststoffenInfo
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Description
Verfahren zur Beschichtung von Oberflächen mit Kunststoffen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Be schichtung von Oberflächen mit Kunststoffen.
Es ist seit langem bekannt, Oberflächen mit Kunststoffen zu beschichten, um eine gefälligere Oberfläche zu erzielen, einen chemischen Schutz zu erreichen oder aber auch, um an sich mechanisch wenig stabile Trägermaterialien, wie z. B. Span platten, mechanisch und chemisch zu stabilisieren. Besonders schwierig und aufwendig ist eine Be schichtung von Trägermaterialien, die von rauher und unregelmässiger Oberflächenbeschaffenheit sind.
Bei der Anwendung von Lösungen oder Di spersionen bzw. Emulsionen vom filmbildenden Stof fen, wie Hochpolymeren, oder auch unverdünnten Hochpolymeren, war man bisher gezwungen, viele Arbeitsgänge aufeinander folgen zu lassen. Beispiels weise musste man Spanplatten furnieren, grundieren, spachteln bzw. füllen, schleifen, decklackieren und eventuell nochmals nachbehandeln. Ausserdem war eine längere Trockendauer erforderlich.
Bei der Beschichtung von Bauplatten mit flüs sigen oder pastenartigen Kunststoffen hat sich ferner gezeigt, dass es schwierig ist, die Kunststoffmasse in einer gleichmässigen Schichtstärke aufzubringen. Ein Aufspachteln von Hand hat sich dabei als unzu reichend und unrationell erwiesen.
Deshalb hat man vorgeschlagen, die auf einer Unterlage aufzubringende Kunststoffmasse zunächst grob zu verteilen und mittels einer adhäsionsfeind lichen glatten Folie zu bedecken und auf diese Weise gleichmässig zu verteilen. Abgesehen davon, dass bei diesem Verfahren eine zusätzliche Vorrichtung und ein zusätzlicher Zeitaufwand erforderlich ist, gelingt es ebenfalls nicht, eine völlig gleichmässige Schicht aufzubringen. Noch nachteiliger ist jedoch,
dass die Folie erst nach dem Erhärten des Kunst- stoffes wieder abgenommen werden kann und durch die Verwendung und das Abziehen der Folie Be schädigungen der Kunststoffoberfläche auftreten können.
Aus diesem Grunde ist man dazu übergegangen, vorgefertigte Kunststoffolien zu verwenden und diese auf die zu behandelnden Trägermaterialien aufzu- pressen. Aber auch diese Arbeitsweise besitzt er hebliche Nachteile. Da die Folien nur in bestimmten Massen geliefert werden, müssen sie vor der Verarbei tung zugeschnitten werden, was Zeit erfordert und zu Materialverlusten führt. Bei rauhen Oberflächen, wie beispielsweise Spanplatten, benötigt man ausser der Deckfolie auch noch eine sogenannte Füllfolie, um nach Möglichkeit alle Unebenheiten auszugleichen.
Die Beschichtung von Oberflächen mit Kunst stoffolien besitzt weiterhin den Nachteil, dass die Folien stets überlappend geschnitten und die über stehenden Stücke nach der Aushärtung entfernt wer den müssen, was wiederum Zeit und Materialver luste bedingt. Ferner können keine Trägermaterialien mit gekrümmten Oberflächen beschichtet werden, da Verwerfungen der Folie beim Aufpressen unver meidlich sind. Weitere Nachteile bestehen darin, dass das Aufpressen der Folien mit einem erheblichen Energieaufwand verbunden ist, da Drücke von min destens 6 atü, Temperaturen von mindestens 140 C und Zeiten von mindestens 10 Minuten benötigt werden.
Auf Grund der anzuwendenden hohen Drücke lassen sich keine weichen Trägermaterialien, wie beispielsweise Balsaholz- oder Schaumstoffplat- ten, beschichten. Schliesslich werden die mit Kunst stoffolien beschichteten Oberflächen oft dadurch be einträchtigt, dass auf Grund des in der Kunststoffolie vorhandenen Trägermaterials, das gewöhnlich aus einer Papierbahn besteht, ungünstige optische Ef- fekte, wie beispielsweise Pünktchen und Striche, auf treten.
Eine nachträgliche Ausbesserung von schad haften Stellen ist aber nicht mehr möglich.
Alle den genannten Verfahren anhaftenden Nach teile werden durch die Erfindung dadurch beseitigt, dass der Kunststoff in flüssiger, zähflüssiger oder pastöser Form mittels Walzenauftragsmaschinen auf die Oberfläche eines zu beschichtenden Trägerma terials aufgebracht und ohne weitere Hilfsmittel an schliessend unter Pressdruck kalt oder heiss ausge härtet wird.
Die Verwendung von Walzenauftragsmaschinen ermöglicht ein gleichmässiges Aufbringen des Kunst stoffes und gestattet das sofortige Verpressen der Platten in kontinuierlicher Arbeitsweise.
Bei dem erfindungsgemässen Verfahren ist es nicht erforderlich, die zu beschichtenden Oberflächen vorzubehandeln, auch wenn sie starke Unebenheiten aufweisen. Der im flüssigen, zähflüssigen oder pastö sen Zustand auf die zu beschichtende Oberfläche auf gebrachte Kunststoff füllt vielmehr alle Unebenheiten aus. Beim Auftragen mit den an sich bekannten Walzenauftragsmaschinen wird nicht nur eine gleich mässige Schichtdicke erzielt, sondern es kann auch eine unterschiedliche Schichtdicke hervorgerufen werden, die sich nach dem eingestellten Abstand der zwei zusammenarbeitenden Walzen richtet.
Die end gültige, völlig einwandfreie Oberfläche erhält der auf getragene Kunststoff schliesslich dadurch, dass er unter Pressdruck kalt oder heiss ausgehärtet wird. Die Heissaushärtung erfolgt z. B. bei Temperaturen von etwa 115 bis l30 C über 3 bis 5 Minuten bei Drücken von normalerweise 2 atü. Auf Grund des geringen zur Anwendung kommenden Druckes kön nen auch weiche Trägermaterialien nach dem er findungsgemässen Verfahren beschichtet werden.
Die Tatsache, dass der Kunststoff in flüssiger, zähflüssiger, pastöser, jedoch nicht fester Form zur Anwendung kommt, gestattet auch den Einsatz der verschiedensten Zuschlagstoffe. Beispielsweise kön nen dem Kunststoff zwecks Erhöhung der Festigkeit Glas- oder Asbestfasern beigemischt werden. Auch können unterschiedliche Oberflächeneffekte hervor gerufen werden, indem dem Kunststoff Füllstoffe und Pigmente verschiedenster Farbe und Beschaffenheit eingearbeitet werden. Es sind alle Möglichkeiten ge geben, die von einer absoluten Transparenz bis zu einem stark deckenden Effekt reichen.
Sollten bei dem erfindungsgemässen Verfahren trotzdem Fehlstellen nach der Fertigstellung des Werkstückes in Erscheinung treten, so können diese ohne Einbusse von mechanischer Festigkeit oder des optischen Eindruckes leicht ausgebessert werden. Eine derartige schadhafte Stelle wird bis zum Träger- material wieder freigelegt, mit Beschichtungsmasse erneut ausgefüllt, verwalzt und neu gehärtet. Für das erfindungsgemässe Verfahren eignen sich insbesondere Polyester- oder Epoxydharze, die in Verbindung mit einem Härter zur Anwendung kommen. Darüber hinaus können Mischungen von Monomeren mit Polymerisationsbeschleunigern bzw.
Katalysatoren und gegebenenfalls Weichmachern verwendet werden.
Es versteht sich von selbst, dass die zur Ver arbeitung kommenden Kunststoffe in einer solchen Form hergestellt werden, dass sie bei Raumtempera tur möglichst lange in dem gewünschten flüssigen, zähflüssigen oder pastösen Zustand verbleiben, um sie entsprechend lange aus den gleichen Vorrats behältern heraus verarbeiten zu können. Da das erfindungsgemässe Verfahren eine kontinuierliche und schnelle Arbeitsweise gestattet, wird es im allge meinen aber genügen, wenn die Kunststoffe in dem gewünschten Zustand einige Tage haltbar sind.
Das erfindungsgemässe Verfahren sei schliesslich an einem Beispiel noch näher erläutert: Rohe Spanplatten werden mittels einer Walzen auftragsmaschine mit Schichten, bestehend aus Poly esterharz und Härter von 0,3 bis 0,5 mm Dicke, beschichtet. Die Konsistenz der Polyesterharz-Härter- Mischung beträgt etwa 500 bis 1000 Poisen. So beschichtete Platten werden in eine Etagenpresse eingefahren und je nach Schichtdicke bei 115 bis 130 C über 3 bis 5 Minuten bei Drücken bis maximal 2 atü verpresst.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Beschichtung von Oberflächen mit Kunststoffen, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff in flüssiger, zähflüssiger oder pastöser Form mittels Walzenauftragsmaschinen auf die Ober fläche eines zu beschichtenden Trägermaterials auf gebracht und ohne weitere Hilfsmittel anschliessend unter Pressdruck kalt oder heiss ausgehärtet wird. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass als Kunststoff ein Polyesterharz in Verbindung mit einem Härter zur Anwendung kommt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass als Kunststoff ein Epoxydharz in Verbindung mit einem Härter zur Anwendung kommt. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass als Kunststoff eine Mischung von Monomeren mit Polymerisationsbeschleunigern bzw. Katalysatoren und gegebenenfalls Weichmachern zur Anwendung kommt.
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