Belüftungsanlage für Luftschutzräume Für die Frischluftversorgung von Luftschutzräu men werden Belüftungsanlagen verwendet, welche einen Ventilator, ein den Schutzraum mit der Aussenluft verbindendes Luftansaugrohr und einen im Strömungsweg der angesaugten Luft angeordneten Schutzfilter aufweisen, wobei letzterer die angesaugte Luft von evtl. mitgeführtem Staub,
radioaktivem Ultrastaub sowie von giftigen Gasen und, Rauch befreit. Da die als Luftschutzkeller vorgesehenen; meist fensterlosen Räume in normalen Zeiten als Lagerräume verwendet werden, wird die Belüftungs anlage dauernd in Betrieb gehalten.
Um aber bei diesem Normalbetrieb der Anlage den hochwertigen und teuren Filter zu schützen, wird dieser aus dem Strömungsweg der angesaugten Luft herausgenom men und die Ein und Ausgangsstutzen des Filters luftdicht verschlossen, was derart ausgeführt werden muss, dass der Filter im Katastrophenfall sofort mit möglichst wenig Mühe und Zeitverlust wieder zwi schen Ansaugrohr und Ventilator geschaltet werden kann.
Eine bekannte Belüftungsanlage zeigt beispiels weise eine Anordnung, bei welcher der Filter auf den motorisch oder von Hand antreibbaren Ventila tor aufgesetzt ist, wobei der Ausgangsstutzen des Filters mit einem Eingangsstutzen des Ventilators verbunden ist.
Das Luftansaugrohr ist bei dieser Anordnung über einen Faltenschlauch wahlweise mit dem Eingangsstutzen des Filters (im Katastrophen falle) oder mit einem weiteren Ansaugstutzen des Ventilators verbunden.
Im Normalfall, bei Ausschal tung des Filters, ist der Filtereingangsstutzen mit einem Verschlussdeckel luftdicht verschlossen, wäh rend zwischen dem Filterausgangsstutzen und, dem entsprechenden Ventilatoransaugstutzen eine Dich- tungsscheibe angeordnet ist.
Muss bei dieser Anord- nung im Katastrophenfall der Filter in den Strö mungsweg der Luft gebracht werden, ist es not wendig, diesen zwecks Entfernung der Dichtungs scheibe und Herstellung der Verbindung zwischen Filter und Ventilator anzuheben.
Da ein solcher Filter aber ein Gewicht von bis zu 60 kg aufweist, ist für den Wechsel der Betriebszustände ein er heblicher Kraftaufwand notwendig. Im Katastrophen falle kann dies zu unerwünschten Verzögerungen der Inbetriebnahme der Belüftungsanlage führen, ins besondere dann, wenn Frauen oder Kinder die Be reitstellung durchführen müssen.
Bei einer weiteren bekannten Ausführung der Belüftungsanlage ist vorgeschlagen worden, den Fil ter auf dem Boden und den Ventilator darüber an zuordnen, wobei der Filterausgangsstutzen mit dem Ventilatoransaugstutzen durch ein Zwischenstück, beispielsweise einen Faltenschlauch verbindbar ist, während der Anschluss von Ventilator bzw. Filter an das Ansaugrohr ähnlich wie bei der vorstehend beschriebenen Anordnung in leicht zugänglicher Lage mittels eines Faltenschlauches erfolgt.
Auch diese Anordnung kann nicht vollständig befriedigen, da immer damit gerechnet werden muss, dass im Kata strophenfall und der damit verbundenen Panik Frauen und Kinder nicht in der Lage sind, die Betriebsumstellung richtig vorzunehmen, da auch hier erst die Dichtungsscheibe bzw. ein, Abschluss- deckel vom Filterstutzen entfernt werden muss, ehe das Anschliessen des Filters erfolgen kann.
Bei bei den Ausführungsformen ist ferner nachteilig, d!ass eine der Anschlussstellen sich zwischen Ventilator und Filter befindet, was deren Auffinden bei einem möglichen Lichtausfall erschwert.
Es ist auch schon vorgeschlagen worden, Ventile in den einzelnen Zuführungsstutzen anzuordnen. Da diese Ventile aber luftdicht schliessen müssen, ist deren Anschaffungspreis sehr hoch, und ferner be dürfen solche Ventile einer sorgfältigen Wartung, um im Katastrophenfall nicht zu versagen. Eine besondere Erschwerung ist auch dadurch gegeben, dass Umschaltklappen vermieden werden müssen und dass der Filter nicht auf der Druckseite des Ventila tors angeordnet werden -darf.
Die vorliegende Erfindung bezweckt nun die Schaffung einer Belüftungsanlage, welche die Nach teile der bekannten Anlagen vermeidet und welche mit ausreichender Paniksicherheit das richtige Ein schalten des Filters zwischen Ventilator und An saugrohr auch durch ungeübte Personen gewähr leistet.
Die erfindungsgemässe Belüftungsanlage zeichnet sich dadurch aus, dass ein weiteres bewegliches Rohr stück vorhanden und am Filterausgangsstutzen be festigt ist, dessen freies Ende wahlweise und wechsel weise mit dem erstgenannten beweglichen Rohr stück an dem Ventilatoransaugstutzen und dem Fil- tereingangsstutzen anschliessbar ist.
Durch diese Anordnung wird gewährleistet, dass der Filter, welcher im- Normalbetrieb der Belüftungs- anlage mittels des zweitgenannten beweglichen Rohr stückes kurzgeschlossen ist, im Katastrophenfall rasch und einfach durch blosses Vertauschen von erst genanntem Rohrstück- und zweitgenanntem Rohr stückanschluss zwischen Ansaugrohr und Ventilator geschaltet werden kann.
Eine beispielsweise Ausführungsform der Erfin- dung ist in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 die Belüftungsanlage in Seitenansicht im ersten Betriebszustand, Fig. 2 eine Draufsicht der Belüftungsanlage ge mäss Fig. 1,
Fig. 3 die Belüftungsanlage in Seitenansicht im zweiten Betriebszustand und Fig.4 eine Draufsicht der Belüftungsanlage ge mäss Fig. 3.
Gemäss den Fig. 1 und 2, welche die Belüftungs- anlage in. einer als Normalbetriebszustand bezeichne ten Anordnung zeigen, weist diese einen Ventilator 1 auf, dessen Ansaugstutzen 2 über ein bewegliches Rohrstück, vorzugsweise einen Faltenschlauch 3 mit einem den Kellerraum mit der Aussenluft verbinden den Luftansaugrohr 4 verbunden ist.
Dem Ventila- tor 1 benachbart ist ein Schutzfilter 5 aufgestellt, welcher einen Eingangsstutzen 6 und einen Ausgangs stutzen 7 aufweist. Am Ausgangsstutzen 7 ist ein Rohrkrümmer 8 drehbar gelagert, dessen freies Ende 9 hier mit dem Filtereingangsstutzen 6 verbunden ist.
Die Anordnung der Stutzen 2, 6 und 7 ist hierbei so getroffen, dass sie in einer gemeinsamen Anschltrss- ebene münden, welche vorzugsweise etwa 100 bis 120 cm über dem Boden liegt. Die Anschlussstelle zwischen Rohrkrümmer 8 und Filterausgangsstutzen 7 kann aber auch tiefer als die übrigen Anschluss- stellen angeordnet sein.
Zudem weisen der Ventila- toransaugstutzen 2 und der Filtereingangsstutzen 6 je von der Schwenkachse des Rohrkrümmers, die mit der Rohrachse des Filterausgangsstutzens 7 zusam- menfällt, den gleichen Abstand a (Fig.2) auf.
Diese Anordnung erlaubt ein Verschwenken des Rohr krümmers 8 vom Filtereingangsstutzen 6 zum Ven- tüansaugstutzen 2 hin, welche Stellung in den Fig. 3 und 4 näher veranschaulicht ist.
Gemäss der Darstel lung in den letztgenannten Figuren, welche die Be- lüftungsanlage im Betriebszustand für den Kata strophenfall zeigen, ist ferner der Faltenschlauch 3 mit dem Filtereingangsstutzen 6 verbunden.
In diesem Fäll strömt die vom Ventilator angesaugte Aussenluft über Faltenschlauch 3 und Filtereingangs stutzen 6 in den Filter 5 und von dort über Filter- ausgangsstutzen 7, Rohzkrümmer 8 und Ventilator- ansaugstutzen 2 durch den Ventilator hindurch in den Luftschutzraum, wie dies durch die Pfeile in Fig. 3 angedeutet .ist.
Für die Umstellung der Anlage vom Normal betriebszustand in, den für den Katastrophenfall vor gesehenen Betriebszustand genügt es somit, nach Lösen des Faltenschlauches 3 vom Ventilatoransaug- stutzen 2 und des Rohrkrümmers 8 vom Filteran- saugstutzen 6 Faltenschlauch- und Rohrkrümmer- anschluss zu vertauschen und hierauf das freie Ende des Rohrkrümmers 8 auf den Ventilatoransaugstutzen 2 und den Faltenschlauch 3 auf den Filtereingangs stutzen 6 aufzuschrauben.
Dieses Austauschen der beiden Anschlüsse kann sehr schnell erfolgen und auch bei Lichtausfall leicht durchgeführt werden, zumal bei der 'beschriebenen Belüftungsanlage Ab schlussdeckel, welche den Filter im Normalbetriebs zustand schützen sollen, entfallen, da der Filter durch den Rohrkrümmer 8 gegen aussen abgeschlossen ist.
Selbstverständlich ist es möglich, den Rohrkrüm mer 8 wenigstens teilweise flexibel auszuführen, z. B. durch Ansetzen eines Faltenschlauchstückes.