CH398934A - Verfahren zum Entfeuchten von Mauerwerk durch Einbringen von Luftführungen - Google Patents
Verfahren zum Entfeuchten von Mauerwerk durch Einbringen von LuftführungenInfo
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Description
Verfahren zum Entfeuchten von Mauerwerk durch Einbringen von Luftführungen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ent feuchten von Mauerwerk durch Einbringen von Luftführungen aus jeweils wenigstens zwei unter einem Winkel aufeinandertreffenden Bohrungen.
Zur Trockenlegung von Mauerwerk ist es u. a. bekannt, nach dem Mauerinnern zu schräg nach oben verlaufende Bohrungen vorzusehen, in die im allgemeinen mit geeigneten Durchbrechungen versehene rohrförmige Körper aus Metall oder Kunst stoff, sogenannte Mauerkondensatoren, eingesetzt werden, um ein übermässiges Abbröckeln der Bohr lochwandungen zu vermeiden. Es wurden auch ent sprechend ausgebildete Steine aus Ton eingebaut, die jedoch wegen des hohen Kostenpunktes im allgemei nen nur bei Neubauten Verwendung finden konnten.
Da die Wirkung derartiger einfacher Bohrlöcher sehr stark von den jeweiligen äusseren Luft- und Temperaturverhältnissen abhängt, ist sie erheblichen Schwankungen unterworfen und im allgemeinen nur sehr gering.
In ungünstigen Fällen, insbesondere bei grossem Feuchtigkeitsgehalt der Aussenluft und kaltem Mauerwerk, besteht ausserdem die Gefahr von Kon- denswasserbildung in der Bohrung.
Zur Verbesserung der Luftführung ist vorgeschla gen worden, diese V-förmig oder bogenförmig so auszubilden, dass ein an beiden Enden offener Luft kanal ensteht. Je nach den gerade herrschenden Luft- und Temperaturverhältnissen entsteht eine von oben nach unten oder umgekehrt verlaufende Luftströmung in den Entfeuchtungskanälen, die eine wesentlich wirksamere Austrocknung des umgebenden Mauer werkes ermöglicht.
Die Erfindung bezweckt eine Verbesserung der Trockenlegung von Mauerwerk unter Verwendung von vorzugsweise V-förmigen Luftführungen, indem einerseits eine bei kaltem Mauerwerk mögliche Kon- denswasserbildung verhindert und anderseits die beim Einbringen der Bohrungen für die Luftführungen ent stehenden Schwierigkeiten vermieden werden. Diese bestehen darin, dass vor allem bei altem, aus Natur steinen bestehendem Mauerwerk bei der Bohrarbeit meist grössere Abbröckelungen, Risse im Gefüge so wie Lockerungen des Mörtels auftreten, und zwar vor allem an der Verbindungsstelle der beiden Boh rungen im Innern der Mauer.
Durch diese Schäden können die Wärme- und Feuchtigkeitsdämmung des Mauerwerkes nachteilig beeinflusst werden. Das dauernde Nachrieseln von lockerwerdendem Mörtel, Geröll und dergleichen führt leicht zu Verstopfungen der Luftführungen.
Die genannten Nachteile werden dadurch ver mieden, dass erfindungsgemäss die Bohrungen nach Einsetzen eines später entfernbaren Kernes mit einem Mantel aus einer einspritzbaren und nach dem Ab binden porösen und saugfähigen Masse ausgekleidet werden.
Für den Mantel werden zweckmässig keramische Massen aus Ziegel- oder Tonröhrenmehl, Bimsstein, Tuff, Silicagel, Hochofenschlacke in Verbindung mit hochwertigem Zement verwendet. Eine derartige Masse kann beispielsweise aus etwa 80 % Ziegel- oder Tonröhrenmehl, etwa 10 % fein gekörntem Bims stein, etwa 10 % Tuff feiner Körnung mit einem Zu satz von Tonerdezement oder Schmelzzement im Ver hältnis 1 : 3 bis 1 : 8 hergestellt werden.
Mit dem Einbringen der Mantelmasse kann zweckmässig gleichzeitig eine an sich bekannte Imp fung des Mauerwerkes zur Vorbeugung oder zur Unterdrückung von Schwammbildung vorgenommen werden. Es hat sich gezeigt, dass bei Zusatz ge eigneter Schwammschutzmittel, insbesondere von Fluaten, eine Dauerwirkung erreicht werden kann, da später an die Mantelmasse heranwachsende Myzelfäden zugrunde gehen. Die Fluate werden zweckmässig in einer Verdünnung von 1 : 3 bis 1 : 5 zugesetzt, und als Bindemittel Eisenportlandze- ment 375 verwendet.
Bei einer Ausführungsform des Verfahrens wer den die jeweils aufeinandertreffenden Bohrungen einer Luftführung sowohl in der Lotrechten als auch gegenüber der Waagrechten geneigt eingebracht. Beide Bohrungen einer Luftführung laufen dann dia gonal nach ihrer im Mauerinnern liegenden Verbin dungsstelle, so dass Anfang und Ende der Luft führung nicht mehr übereinander liegen. Es kann nun das Ende von jeweils zwei eine Luftführung bil denden Bohrungen oberhalb bzw. unterhalb des An fanges der die folgende Luftführung bildenden Boh rungen angebracht werden.
Auf diese Weise lassen sich über die ganze Länge der zu trocknenden Mauer erstreckende Luftführun gen erzielen, die auch vorübergehend zu einem durch gehenden Kanal durch geeignete übergangsstücke verbunden werden können, beispielsweise um zu nächst mittels am einen Ende eingeblasener heisser Luft schnell eine gewisse Vortrocknung durchführen zu können.
Auf der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, und zwar zeigen: Fig. 1 einen lotrechten Schnitt durch eine V-för- mige Luftführung, die mit einem Mantel nach der Erfindung ausgekleidet ist, Fig. 2 eine Vorderansicht auf ein Mauerstück mit diagonal verlaufenden Luftführungen, teilweise im Schnitt, Fig. 3 eine Draufsicht auf die Luftführungen der Fig. 2, teilweise im Schnitt.
In Fig. 1 ist schematisch ein Mauerstück dar gestellt, das unter Verwendung von Natursteinen und Mörtel hergestellt ist. Beim Einbringen der für jede Luftführung vorgesehenen V-förmig angeordneten Bohrungen 1, 2 lassen sich mehr oder weniger grosse Abbröckelungen von Gesteinsteilen 3 und Mörtel teilen 4 nicht vermeiden. Diese Abbröckelungen tre ten in besonderem Masse an der Verbindungsstelle 5 der beiden Bohrungen 1, 2 auf, wie bei 6 und 7 angedeutet ist.
Ausserdem können Risse im Gefüge entstehen, die die Wärme- und Feuchtigkeitsdäm mung der Mauer beeinträchtigen und ein dauerndes Nachrieseln von Mörtel und Abbröckelungen zur Folge haben.
Zur Behebung dieser Schwierigkeiten werden die Bohrungen 1, 2 mit einem Mantel 8 ausgekleidet, der aus porösem und saugfähigem Material besteht, eine für den Luftdurchgang günstige glatte Innen wandung besitzt und ausserdem alle vorhandenen oder durch die Bohrarbeit entstandenen Risse und Fugen in der Umgebung der Bohrungen 1, 2 sowie vor allem an ihrer Verbindungsstelle 5 im Innern der Mauer völlig ausfüllt.
Diese völlige Abdichtung der Wan dung der Luftführungen ist auch besonders bei zwei- hauptigem Mauerwerk mit einer Zwischenschicht aus Füllmaterial wichtig, da hier die Bohrungen 1, 2 im allgemeinen bis in die Zwischenschicht geführt wer den müssen. Zu diesem Zweck werden vorzugsweise einspritzbare keramische Massen, gegebenenfalls auch Kunststoffmassen, die nach dem Abbinden porös und saugfähig bleiben, verwendet. Das Einspritzen der den Mantel 8 bildenden Masse erfolgt nach Ein setzen von dem inneren Hohlraum 9, 10 der beiden Bohrungen 1, 2 entsprechenden Kernen mittels einer geeigneten Haltevorrichtung.
Als vorteilhaft haben sich Kerne aus geöltem glatten Holz erwiesen, die sich ohne Schwierigkeiten nach dem Abbinden der Einspritzmassen herausziehen lassen.
Bei der Ausführung der Luftführungen nach Fig. 2 und 3 sind die beiden Bohrungen 1 und 2 nicht nur in der Lotrechten zueinander geneigt an geordnet, sondern auch gegenüber der Waagrechten geneigt eingebracht, so dass beide Bohrungen 1, 2 diagonal nach ihrer im Mauerinnern liegenden Ver bindungsstelle 8' verlaufen. Durch passende Neben einanderanordnung derartiger Luftführungen ist es auf einfache Weise möglich, grosse Mauerlängen gut zu entfeuchten.
Wird entsprechend den Ausführungen nach Fig. 2 und 3 das Ende 9 einer Luftführung 1, 2 jeweils etwa über dem Anfang 10 der folgenden Luftführung vorgesehen, so ist es leicht möglich, aufeinanderfolgende Luftführungen durch zwischen den Enden 9 und 10 jeweils eingesetzte, nicht dar gestellte Verbindungskrümmer aus Rohr oder Schlauch so zu verbinden, dass ein sich über die gesamte Mauerlänge erstreckender durchgehender Kanal entsteht, in den am einen Ende zur schnel leren Vortrocknung vorübergehend heisse Luft ein geblasen werden kann.
Anfang und Ende der einzelnen Luftführungen können in der in Fig. 1 angedeuteten Weise mit üblichen Jalousie-Abdeckungen 11 und 12 versehen sein, die ein Eindringen von Schlagregen und von Fremdkörpern in die Luftführung verhindern.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zum Entfeuchten von Mauerwerk durch Einbringen von Luftführungen aus jeweils wenigstens zwei unter einem Winkel aufeinander treffenden Bohrungen, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrungen (1, 2) nach Einsetzen eines später entfernbaren Kernes mit einem Mantel (8) aus einer einspritzbaren und nach dem Abbinden porösen und saugfähigen Masse ausgekleidet werden. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass für den Mantel (8) keramische Massen aus Ziegel- oder Tonröhrenmehl, Bimsstein, Tuff, Silicagel, Hochofensehlacke in Verbindung mit hochwertigem Zement verwendet werden. 2.Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die keramische Masse aus etwa 80 % Ziegel- oder Tonröhrenmehl, etwa 10 % fein gekörntem Bimsstein, etwa 10 % fein gekörntem Tuff mit einem Zusatz von hochwertigem Zement, ins besondere Tonerdezement oder Schmelzzement im Verhältnis 1 : 3 bis 1 : 8, hergestellt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Masse für den Mantel (8) Schwammschutzmittel, insbesondere Fluate, zugesetzt werden. 4. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch ge kennzeichnet, dass bei Zusatz von Fluaten in einer Verdünnung von 1 : 3 bis 1 : 5 als Bindemittel Eisen portlandzement<B>375</B> verwendet wird. 5.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass jede der jeweils aufeinandertreffen- den Bohrungen (1, 2) sowohl in der Lotrechten, als auch gegenüber der Waagrechten geneigt eingebracht wird. 6. Verfahren nach Unteranspruch 5, dadurch ge kennzeichnet, dass das Ende (9) von jeweils zwei eine Luftführung bildenden Bohrungen (1, 2) ober halb bzw. unterhalb des Anfanges (10) der die fol gende Luftführung bildenden Bohrungen angebracht wird. 7.Verfahren nach Unteranspruch 6, dadurch ge kennzeichnet, dass Ende (9) und Anfang (10) aufein anderfolgender Luftführungen (12) zur Erzielung eines sich über ein längeres Mauerstück erstrecken den Luftkanals über Verbindungskrümmer verbun den und durch den Kanal heisse Luft geblasen wird.
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