Imprägnierte Papierstreifen zur Fliegenbekämpfung in Räumen
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Papierstreifen von hoher Reissfestigkeit, der mit insektiziden Phosphorsäureestern imprägniert ist und der in von Fliegen befallenen, Räumen zur Anwendung kommen kann.
Es ist schon bekannt, Fliegen in Räumen durch Leimfliegenf#nger, Frassgifte (wie z. B. Fliegenteller, -kugeln und-köder), durch Versprühen von Insek- tiziden (Aerosole), Verr#uchern von Insektiziden oder auch durch insektizide Spritzbeläge zu bekämpfen.
Alle diese Verfahren weisen jedoch mannigfaltige Nachteile auf.
Leimfliegenfänger sind meist nur wenig zuver lässig, da sie nach relativ kurzer Zeit eintrocknen.
Auch ist ihre Anwendung sehr l#stig, da Personen, die sich in den behandelten Räumen aufhalten,, leicht mit den klebrigen Streifen in Berührung kommen.
Der Hauptnachteil der Frassgiftzubereitungen ist der, dass Köder stets nur gegen bestimmte Schäd- lingsarten wirksam sind, nicht jedoch gegen Arten, deren Nahrungsbestandteile nicht im Köder enthalten sind (z. B. Blutsauger). Köderzubereitungen sind un- ter anderem unwirksam gegen Stechfliegen (z. B.
Stomoxys calcitrans) und Stechmücken, die zu den grössten Schädlingen in Räumen gehören.
Aerosole und Räucbermittel hinterlassen stets einen Eigengeruch in den behandelten Räumen, der eine nachfolgende Lüftung notwendig macht und so einen Neuzuflug der Sch#dlinge ermöglicht. Auch die Dauerwirkun, dieser Mittel ist sehr gering.
Residualbeläge besitzen diesen Nachteil nicht, doch sind bei ihnen insbesondere toxikologische Überlegungen von grosser Bedeutung. So ist es z. B. unm#glich, Wirkstoffe mit höherer Säugetiertoxizität in Form von Residualbelägen einzusetzen, da es durch die notwendigen hohen Wirkstoffaufwandmengen und die unkontrollierbare Verteilung des Spritznebels leicht zu Vergiftungen von Menschen und Nutztieren kommen kann. Dies gilt sowohl für Insektizide aus der Gruppe der Chlorkohlenwasserstoffe als auch der Phosphorsäureester.
Alle Nachteile und Einschränkungen in den Anwendungsarten von Fliegenfängern werden durch den erfindungsgemässen Papierstreifen überwunden.
Man kann z. B. im trockenen wie im feuchten Zustand sehr reissfeste Spezial-Papierstreifen von beliebiger Länge verwenden, z. B. gewebeloses, chemisch gebundenes Faservlies, aus Zellulosederivaten bzw. regenerierter Cellulose, das in Rollenform gewickelt und mit insektizid hochwirksamen Phosphorsäure- estern imprägniert ist, wobei in der Regel der Wirkstoffanteil 5 Gewichtsprozente des Trägermaterials nicht überschreiben soll. Die Rollen werden vorzugs- weise in Blech-oder Kunststoffbehälter verpackt, aus denen sie leicht und ohne intensive Berührung abgerollt werden können. Zur Erhöhung der Attrakti- vit#t können die Streifen mit dunklen Punkten, Strichen oder Darstellungen von Fliegen und Mücken in Lebensgrösse bedruckt werden.
Die Anwendung dieser Streifen zur Vernichtung von Fliegen in Räumen erfolgt zweckmässig in der Weise, da# die Streifen etwa 1 m Abstand voneinan- der parallel unmittelbar an oder bis zu 30 cm unter der Raumdecke aufgespannt werden. Da die Ober fl#che der Streifen rauh ist und sich alle in Räumen vorkommenden Fliegenarten wegen ihres Wärmebedürfnisses meistens an oder in der N#he der Raumdecke aufhalten, werden die Fliegenstreifen oft als Ruheplatz ben#tzt. Bereits ein kurzer Aufenthalt auf den behandelten Streifen genügb, um die Schäd- linge die tödliche Wirkstoffdosis aufnehmen zu lassen.
Bei Verwendung geeigneter Wirkstoffe aus der Gruppe der Phosphorsäureester gibt dieses Fliegenbekämpfungsverfahren erstmals die Möglichkeit, wegen seiner grossen, Dauerwirkung durch eine einmalige Anwendung der Streifen im zeitigen Frühjahr die behandelten Räume das ganze Jahr über von Fliegen frei zu halten. Durch den häufigen Ortswechsel der Fliegen reduziert das vorliegende Verfahren auch den Fliegenbefall der gesamten Umgebung der behandelten Räume ausserordentlich stark.
Bei der Auswahl geeigneter Insektizide spielt infolge des neuarti- gen Verfahrens die Säugetiertoxizität nicht mehr die grosse Rolle wie bei Spritzmitteln, Räuchermitteln und Aerosolformulierungen, da einerseits die Wirkstoffe durch die Papierstreifen stark gebunden sind und nicht mit Nahrungsmitteln oder Gebrauchsgegenständen in Berührung kommen können, und anderseits die Art der Anwendung der Streifen unter der Raumdecke, verbunden mit der hohen Reissfestigkeit des Trägermaterials, eine Berührung oder missbräuchliche Verwendung der Streifen durch Kinder oder Nutztiere ausschlie#t.
Wie zahlreiche Versuche gezeigt haben, sind auch gegen die durch Verdunstung freiwerdenden Wirkstoffteilchen in den behandelten Räumen keine toxi kologischen Bedenken geltend zu machen, da die hierbei auftretenden Konzentrationen so ausserordent- lich niedrig sind, dass sie als völlig unschädlich angesehen werden können. Die Verpackung der Spezialpapierrollen in fest verschlossenen Dosen aus Blech oder Kunststoff stellt auch eine wirksame Schutzmassnahme gegen missbräuchliche Verwendung der Streifen dar.
Beispiel 1
In einem 42, 2 m3 grossen Versuchsraum mit einer Grundfläche von 14, 5 m2, in dem sich frei beweglich etwa 500 Stubenfliegen (Musca domestica L.) befanden, wurden Streifen in Länge von 14, 5 m eines mit 5 Gewichtsprozenten O, O-Diäthyl-p-nitro- phenylthiophosphat imprägnierten regenerierten Kupferzellwolle-Faservlieses parallel nebeneinander unmittelbar unter der Decke des Raumes aufgehängt.
Die Fliegen hatten während des Versuches stets Ge legenheit, Nahrung aufzunehmen.
In bestimmten Zeitabständen wurde die prozentuale Abtotung der im Raum befindlichen Fliegen festgestellt. Die Ergebnisse waren folgende :
Prozentuale Abtötung der Testtiere nach 4 Std. 6 Std. 8 Std. 10 Std. regen. Cu-Zellwoll-Faservlies 20% 80% 90% 100%
Nach 10stündiger Verweilzeit in dem mit Fliegenstreifen behandelten Raum waren 100% der Testtiere abgetötet.
Beispiel 2
In einem mit 35 Läuferschweinen besetzten Stall mit einer Grundfläche von 120 m2 und einer Höhe von 3 Metern, der stark mit Stubenfliegen (Musca domestica L.) befallen war, wurden 120 m eines mit 5 Gewichtsprozenten O, O-Dimethyl-p-nitro-phenyl- thiophosphat imprägnnierten Zellulose-Faservlieses parallel nebeneinander im Abstand von 1 m etwa 10-20 cm unterhalb der Stalldecke aufgehängt.
Die Reduktion des Fliegenbefalles über einen Zeitraum von 100 Tagen war folgende :
Reduktion des Fliegenbefalles nach einer
Befallsdichte pro m2
Material Anwendungsdauer von vor Versuchsbeginn @@@ @@@@ @@@@ @@@@ @@@@ @@@@
2 Tg. 10 Tg. 20 Tg. 40 Tg. 60 Tg. 80 Tg. 100 Tg. nat#rliches mercerisiertes
Cellulose-Faservlies 150 Fliegen 84% 92% 98% 94% 95% 93% 94%
Die Befallsdichte an Stubenfliegen wurde vom Tage der Anwendung der Streifen über einen Zeitraum von 100 Tagen um 84 bis 98 % reduziert.
Beispiel 3
Ein Kuhstall von 460 m2 Grundfläche und 2, 50 m H#he, der mit 31 Tieren besetzt war, wurde mit 700 m eines mit 2 Gewichtsprozenten O, O-Di#- thyl-p-nitro-phenylthiophosphat imprägnierten Fliegenstreifens aus Zellulose-Faservlies in der beschriebenen Weise behandelt. Zum Zeitpunkt der Behand- lung war der Stall von Stubenfliegen (Musca domestica L.), Wadenstechern (Stomoxys calcitrans L.) und kleinen Stubenfliegen (Fannia canicularis L.) stark befallen.
Die Reduktion der einzelnen Schäd- lingsarten über einen Zeitraum von 100 Tagen war folgende :
Reduktion des Schädlingsbefalles nach einer Material Schädlingsart Anwendungsdauer von
2 Tg. 10 Tg. 20 Tg. 40 Tg. 60 Tg. 80 Tg. 100 Tg.
Cellulose-Faservlies Musca dom. 86% 92% 91% 89% 94% 95% 89% Fannia can. 72% 84% 93% 81% 71% 86% 82%
Stomoxys calcitrans 68% 81% 84% 92% 88% 87% 91%
Die Schädlingsbefallsdichte wurde vom Tage der Anwendung der Streifen #ber einen Zeitraum von 100 Tagen um 68-95 % reduziert.
PATENTANSPRtJCHE I. Streifen eines Papiers grosser Reissfestigkeit, der mit insektiziden Phosphorsäureestern, imprägniert ist.
Impregnated paper strips for fighting flies in rooms
The present invention relates to a paper strip of high tear strength which is impregnated with insecticidal phosphoric acid esters and which can be used in rooms infested by flies.
It is already known to kill flies in rooms with glue flycatchers, food poisons (such as fly plates, balls and baits), by spraying insecticides (aerosols), polluting insecticides or even with insecticidal spray coatings fight.
However, all of these methods have various disadvantages.
Glue fly catchers are usually not very reliable as they dry up after a relatively short time.
They are also very inconvenient to use, since people who are in the treated areas easily come into contact with the sticky strips.
The main disadvantage of the feed poison preparations is that baits are only effective against certain pest species, but not against species whose food components are not contained in the bait (eg bloodsuckers). Bait preparations are, among other things, ineffective against biting flies (e.g.
Stomoxys calcitrans) and mosquitoes, which are among the largest pests in rooms.
Aerosols and incense agents always leave their own odor in the treated rooms, which makes subsequent ventilation necessary and thus enables new influx of pests. The long-term effect of these funds is also very low.
Residual deposits do not have this disadvantage, but toxicological considerations in particular are of great importance. So it is e.g. For example, it is impossible to use active ingredients with higher mammalian toxicity in the form of residual coatings, since the high amounts of active ingredient required and the uncontrollable distribution of the spray mist can easily lead to poisoning of humans and farm animals. This applies to both insecticides from the group of chlorinated hydrocarbons and phosphoric acid esters.
All disadvantages and limitations in the types of application of flycatchers are overcome by the paper strip according to the invention.
You can z. B. use very tear-resistant special paper strips of any length in dry and wet conditions, e.g. B. non-woven, chemically bonded fiber fleece, made of cellulose derivatives or regenerated cellulose, which is wound in roll form and impregnated with insecticidally highly effective phosphoric acid esters, whereby the active ingredient content should not overwrite 5 percent by weight of the carrier material. The rolls are preferably packaged in sheet metal or plastic containers from which they can be unrolled easily and without intensive contact. To increase the attractiveness, the strips can be printed with dark dots, lines or life-size depictions of flies and mosquitos.
The use of these strips for the destruction of flies in rooms is expedient in such a way that the strips are stretched about 1 m apart, in parallel, directly on or up to 30 cm below the ceiling of the room. Since the surface of the strips is rough and all types of flies occurring in rooms are mostly on or near the ceiling because of their need for warmth, the fly strips are often used as a resting place. A short stay on the treated strips is enough for the pests to absorb the lethal dose of active ingredient.
With the use of suitable active ingredients from the group of phosphoric acid esters, this fly control method for the first time offers the possibility of keeping the treated areas free of flies all year round due to its large, long-lasting effect by applying the strips once in early spring. Due to the frequent change of location of the flies, the present method also reduces the fly infestation of the entire area around the treated rooms extremely strongly.
When selecting suitable insecticides, mammalian toxicity no longer plays a major role as it does with sprays, incense and aerosol formulations, because on the one hand the active ingredients are strongly bound by the paper strips and cannot come into contact with food or utensils, and on the other hand The type of application of the strips under the ceiling, combined with the high tensile strength of the carrier material, excludes contact or improper use of the strips by children or farm animals.
As numerous tests have shown, no toxicological concerns can be raised against the active substance particles released by evaporation in the treated rooms, since the concentrations occurring here are so extraordinarily low that they can be regarded as completely harmless. The packaging of the special paper rolls in tightly closed cans made of sheet metal or plastic is also an effective protective measure against improper use of the strips.
example 1
In a 42.2 m3 test room with a floor space of 14.5 m2, in which about 500 houseflies (Musca domestica L.) were freely movable, strips of 14.5 m in length of a 5 percent weight O, O- Diethyl p-nitrophenyl thiophosphate impregnated regenerated copper cellulose fiber fleece hung parallel next to each other directly under the ceiling of the room.
The flies always had the opportunity to ingest food during the attempt.
The percentage death of the flies in the room was determined at certain time intervals. The results were as follows:
Percentage death of the test animals after 4 hours 6 hours 8 hours 10 hours of rain. Cu-cellulose fiber fleece 20% 80% 90% 100%
After a 10 hour residence time in the room treated with fly strips, 100% of the test animals had been killed.
Example 2
In a barn with a floor area of 120 m2 and a height of 3 meters, which was heavily infested with house flies (Musca domestica L.), was occupied by 35 pigs, 120 m of a barn with 5 percent by weight O, O-dimethyl-p-nitro phenyl thiophosphate-impregnated cellulose fiber fleece suspended parallel to each other at a distance of 1 m about 10-20 cm below the stable ceiling.
The reduction in fly infestation over a period of 100 days was as follows:
Reduction of fly infestation after one
Infestation density per m2
Material duration of use from before the start of the experiment @@@ @@@@ @@@@ @@@@ @@@@ @@@@
2 d. 10 d. 20 d. 40 d. 60 d. 80 d. 100 d. Natural mercerized
Cellulose fiber fleece 150 flies 84% 92% 98% 94% 95% 93% 94%
The infestation density of house flies was reduced by 84 to 98% from the day the strips were applied over a period of 100 days.
Example 3
A cowshed with an area of 460 m2 and a height of 2.50 m, which was occupied by 31 animals, was made of cellulose fiber fleece with 700 m of a flystrip impregnated with 2 percent by weight of O, O-diethyl-p-nitro-phenylthiophosphate treated in the manner described. At the time of treatment, the house was heavily infested with house flies (Musca domestica L.), calf stings (Stomoxys calcitrans L.) and small house flies (Fannia canicularis L.).
The reduction of the individual pest species over a period of 100 days was as follows:
Reduction of pest infestation according to a material pest type of application duration of
2 d. 10 d. 20 d. 40 d. 60 d. 80 d. 100 d.
Cellulose fiber fleece Musca dom. 86% 92% 91% 89% 94% 95% 89% Fannia can. 72% 84% 93% 81% 71% 86% 82%
Stomoxys calcitrans 68% 81% 84% 92% 88% 87% 91%
The pest infestation density was reduced by 68-95% over a period of 100 days from the day the strips were applied.
PATENT CLAIMS I. Strips of paper with high tensile strength and impregnated with insecticidal phosphoric acid esters.