Steuerungseinrichtung an einer automatischen Wäsche- oder Geschirrwaschmaschine Die Erfindung betrifft eine Steuerungseinrichtung an einer automatischen Wäsche- oder Geschirrwasch maschine, mit einem Heizungsschütz, das bei seiner Erregung eine zum Aufheizen von Wasch- und/oder Spülwasser dienende Heizung einschaltet und das mit mindestens einem temperaturabhängigen Schal ter und einem demselben zugeordneten,
von einem Zeitgebermotor gesteuerten Kontakt in Serie liegt, wobei ein mit dem Zeitgebermotor in Serie geschal teter Kontakt offen ist, wenn der Stromkreis durch das Heizungsschütz geschlossen ist, und wobei der temperaturabhängige Schalter sich bei einer vorbe stimmten Temperatur des Wasch- oder Spülwassers öffnen soll.
Bei Steuerungseinrichtungen dieser Art besteht die Gefahr, dass der temperaturabhängige Schalter bei der Solltemperatur des Wassers nicht richtig anspricht und dass dann der Waschprozess ungebührlich lang dauert oder überhaupt nicht auto matisch zum Stillstand kommt, was - abgesehen von ungebührlichem Energieverbrauch - zu einer Schädi gung des Waschgutes, insbesondere von Wäsche, führen kann.
Zur Vermeidung dieser Nachteile zeichnet sich die Steuerungseinrichtung nach der Erfindung da durch aus, dass im Fall eines Versagens des tempera turabhängigen Schalters der demselben zugeordnete Kontakt nach einem die normale Aufheizdauer des Wasch- oder Spülwassers etwas überschreitenden Intervall zwangsmässig geöffnet wird.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Es ist: Fig.1 das elektrische Schaltungsschema der Steuerungseinrichtung einer automatischen Wasch maschine, Fig. 2 eine schematische Seitenansicht einer aus drei Nockenscheiben zusammengesetzten Nocken walze, Fig.3 eine Seitenansicht einer Nockenscheibe mit zugehörigen Kontakten, Fig. 4 eine Seitenansicht einer anderen Nocken scheibe mit zugehörigen Kontakten und Fig. 5 eine Draufsicht auf eine Lochkarte,
die zur Steuerung von zehn Kontakten dient, wobei aber nur eines der diesen Kontakten zugeordneten Löcher gezeichnet ist.
Die dargestellte Steuerungseinrichtung- weist ge mäss Fig. 1 einen synchronen Zeitgebermotor 1 auf, der in üblicher Weise eine Lochkarte 2 (Fig. 5) im Sinne des Pfeiles 3 bewegt, wenn diese Lochkarte 2 in ihre nicht dargestellte Führung eingesetzt und dabei ein Schalter 4 geschlossen wird. Die Lochkarte 2 dient zur Steuerung von zehn Umlegekontakten Kl-K10. In Fig.2 sind auf der Lochkarte 2 die Steuerbahnen gestrichelt dargestellt, längs welcher ,
sich die zur Steuerung dieser Kontakte K1 K10 dienenden Löcher erstrecken. Diese Löcher sind natürlich je nach dem in der Lochkarte 2 verkörper ten Waschprogramm von Fall zu Fall verschieden. Zur Erläuterung des Unterschiedes der vorliegenden Steuerungseinrichtung gegenüber bisher üblichen Ein richtungen genügt die Darstellung des zur Steuerung des Kontaktes K7 dienenden Loches 5.
In Fig. l sind die Kontakte Kl-K10 in der jenigen Lage gezeichnet, die sie einnehmen, wenn keine Lochkarte in die Lochkartenführung eingelegt ist, und die sie also auch dann einnehmen, wenn sie bei eingelegter Lochkarte 2 einem Loch gegenüber stehen. Wenn eine nicht gelochte Stelle der Karte einem Kontakt K1 K10 gegenüberliegt, wird der Kontakt in seine andere Lage umgelegt.
Die Steuerungseinrichtung ist an ein Drehstrom netz angeschlossen, wobei die Eingangsklemmen der drei Phasenleiter mit R, S, T bezeichnet sind und die Eingangsklemme des Null-Leiters mit N. Ein zum Antrieb der Waschtrommel dienender Hauptmotor M weist in üblicher Weise zwei Wicklungen Ml und M2 auf, von denen erstere zum langsamen Drehen der Waschtrommel beim Waschen und letztere zum raschen Drehen derselben beim Ausschwingen der Wäsche dient. Zum Ein- und Ausschalten der Wick lung M2 dient ein dreipoliger Schalter 6, der bei Erregung einer Wicklung 7 geschlossen wird ( Schwingmotorschütz 6, 7).
Zum Ein- und Aus schalten der Wicklung M1 dient ein dreipoliger Schalter 8, der bei Erregung einer Wicklung 9 ge schlossen wird ( Waschmotorschütz 8, 9). Dem Schalter 8 ist ein Wendeschalter 10 vorgeschaltet, der von einem mit einem Reduktionsgetriebe ver- sehenen Synchronmotor 11 mit einer Tourenzahl von z. B. 2 Touren/min angetrieben wird. Dem Motor 11 ist eine Signallampe 12 parallel geschaltet. Der Wendeschalter 10 weist gemäss Fig. 2 eine aus drei Nockenscheiben 13, 14 und 15 zusammengesetzte Nockenwalze auf.
Die einander gleichen Nocken walzen 14 und 15 sind gemäss Fig. 3 so ausgebildet, dass sie während nahezu einer halben Umdrehung die Kontakte W l bzw. W2 schliessen und die Kon takte W3 bzw. W4 öffnen, und während nahezu der anderen halben Umdrehung umgekehrt. Wenn der Schalter 8 geschlossen ist, dreht sich der Motor M z.
B. während etwa 14 sec gleichmässig in einer Rich tung, kommt in 1 .sec zum. Stillstand, und läuft nach 1 sec Anlaufzeit in der anderen Richtung 14 sec usw. Die Arbeit der Waschmotorwicklung Ml kann z.
B. für das Waschen von Wollwäsche periodisch unterbrochen werden durch Ausschalten des Wasch- motorschützes 8, 9. Hierzu ist im Stromkreis der Wicklung 9 ein Kontakt W5 vorgesehen, der gemäss Fig. 4 von der im Wendeschalter 10 vorgesehenen, aber für die Umkehrsteuerung der Wicklung Ml nicht notwendigen Nockenscheibe 13 so gesteuert wird, dass er während 1/6 der Umdrehung der Scheibe 13, also während 5 sec, geschlossen und während der übrigen 25 sec offen ist:
Die von der Lochkarte 2 betätigten Kontakte K1-K10 befinden sich in Stromzweigen, die zwischen zwei Leitern 16 und 17 liegen, die an die Ein gangsklemmen R bzw. N angeschlossen sind.
Der Kontakt K1 steuert den Synchronmotor 11; K2 steuert über einen Niveauschalter 18, der von einem in der Waschtrommel befindlichen Schwimmer 19 betätigt wird, die Wicklungen 7 oder 9, oder .auch direkt die Wicklung 9; K3 steuert die Wicklungen 7 oder 9;
K4 steuert die Wicklung 7, eine Einlauf- ventilwicklung 20 für direkten Wassereinlauf in die Trommel, eine Einlaufventilwicklung 21 für Wasch- mittelmitnahmeeinlauf in die Trommel, oder über einen Niveauschalter 22, eine zum Einschalten der Heizung dienende Wicklung 23 ( Heizungsschütz ). Der Umschalter 22 wird von einem Schwimmer 24 bei einem anderen Niveau betätigt als der Niveau schalter 18; K5 steuert die Ventilwicklungen 20 und 21;
K6 steuert eine Ablaufventilwicklung 25 oder die Kontakte K5 und K7 K10; K7 K10 steuern über temperaturabhängige Schalter t30, t40, t60 bzw. t95 das Heizungsschütz 23. Das Heizungsschütz 23 weist ausser seinen nicht dargestellten Kontakten, die zum Einschalten der elektrischen Heizelemente dienen, mit denen das Wasch und/oder Spülwasser geheizt werden kann, noch einen Kontakt 26 auf, der mit dem Zeitgebermotor 1 in Serie geschaltet ist und bei Erregung des Heizungsschützes 23 geöffnet wird. Ein Türkontakt 27 verhindert das Arbeiten der Waschmaschine, falls er offen ist, was dann der Fall ist, wenn die Türe der Waschmaschine nach dem Einfüllen der Wäsche nicht richtig geschlossen wor den ist.
Soweit ist die dargestellte Schaltung bekannter Art; neu ist gegenüber der bekannten Schaltung, von der ausgegangen wird, lediglich ein Sicherheitskontakt W6, welcher zu dem Kontakt 26 parallel geschaltet ist, und der durch die Nockenscheibe 13 (s. Fig. 4) betätigt wird. Ferner ist das Loch 5 der Lochkarte 2 (s. Fig. 5) länger als es bisher üblich war. Die Wir kung dieser Massnahmen, durch welche die Kosten der Steuerung praktisch nicht verändert werden, soll nun ausführlich erläutert werden.
Die Funktionen der Steuerschaltung, die natür lich von dem in der jeweilig eingesetzten Lochkarte verkörperten Waschprogramm abhängen, sind wohl bekannt. Es genügt daher zu sagen, dass bei einem bestimmten Programm nach dem Füllen der Wasch trommel mit Wasser bis zu dem dem Schwimmer 24 entsprechenden Niveau, das Heizungsschütz 23 im Stromzweig 16, 4, K1, K6, K7, t30, 23, 22, K4, 17 erregt wird.
Dadurch wird der Heizungsschützkontakt 26 geöffnet und somit der Stromkreis des Zeit gebermotors 1 unterbrochen; wenn man vorläufig von der Wirkung des bei der bekannten Schaltung nicht vorhandenen Sicherheitskontaktes W6 absieht, so bleibt der Zeitgebermotor 1 und somit auch die Lochkarte 2 stehen, wobei sich der dem temperatur abhängigen Schalter t30 zugeordnete Kontakt K7 etwa an der in Fig. 5 mit K7' bezeichneten Stelle des Loches 5 befindet,
das sich bei der früheren für dasselbe Programm benützten Lochkarte nur bis zu dieser Stelle K7' erstreckte. Der Schalter t30, der z. B. ein Bimetallschalter sein kann oder ein Aus dehnungsschalter, der ein sich bei zunehmender Tem peratur ausdehnendes, die Schaltfunktion ausübendes Fluidum enthält, ist so eingestellt, dass er sich bei einer Temperatur von 30 C öffnet.
Wenn das Wasser in der Waschtrommel infolge der Einschaltung der Heizung durch den Heizungsschütz 23 die Tempera tur von 30 C erreicht, öffnet sich also der Schalter t30, was den Erregerkreis des Heizungsschützes 23 unterbricht;
somit wird die Heizung ausgeschaltet und zugleich durch das Schliessen des Heizungsschütz kontaktes 26 der Zeitgebermotor 1 wieder einge schaltet, so dass nun die Lochkarte 2 ihre Bewegung in Richtung des Pfeiles 3 wieder aufnimmt. Die Dauer des Stillstandes des Zeitgebers 1 ist abhängig von der Temperatur des in die Trommel einge laufenen Wassers, und der Netzspannung, in hohem Masse aber auch von der Schaltgenauigkeit des tempe raturabhängigen Schalters t30. Diese Schaltgenauig keit kann sich nun im Laufe der Zeit ändern, und zwar unter Umständen in sehr erheblichem Masse.
Es kann dann bei der bekannten Schaltung vor kommen, dass die Wäsche sehr lange bei einer viel höheren Temperatur als programmgemäss vorgesehen ist, in der Trommel bleibt, was zu erheblichen Schä den führen kann. Diese Gefahr wird nun durch den Sicherheitskontakt W6 vermieden, der - wie Fig. 4 zeigt - während jeder Umdrehung der Nockenscheibe 13, genau so wie der Kontakt W5, fünf sec lang geschlossen wird. Infolgedessen wird der Zeitgeber motor 1 in jeder Minute zweimal während je fünf sec geschlossen, was einen langsamen, schrittweisen Vor schub der Lochkarte 2 zur Folge hat.
Wenn der Kontakt K7 sich in der mit K7" bezeichneten End- stellung in bezug auf das Loch 5 befindet, wird der Kontakt K7 auf die in Fig. 1 neben ihm dargestellte, leere Klemme umgelegt und damit der Stromkreis durch den temperaturabhängigen Schalter t30 und das Heizungsschütz 23 unterbrochen, was durch Schliessen des Kontaktes 26 auch das Wiederein- schalten des Zeitgebermotors 1 zur Folge hat.
Der Abstand zwischen den Kontaktstellungen K7' und K7" ist so bemessen, dass bei korrektem Arbeiten des temperaturabhängigen Schalters t30 dieser Schal ter sich öffnet, bevor der Kontakt K7 das Ende des Loches 5, d. h. die Stellung K7" erreicht hat; es kann aber nicht mehr vorkommen, dass die dem Auf heizen des Wassers entsprechende Pause des Zeit gebermotors 1 infolge eines Fehlers des Schalters t30 sich so lange ausdehnt, dass Schaden entsteht.
Es ist klar, dass der Sicherheitskontakt W6 auch dann einen schrittweisen Vorschub der Lochkarte 2 bewirkt, wenn der Stromkreis des Heizungsschützes 23 durch einen der anderen temperaturabhängigen Schalter t40, t60 oder t95 und den zugehörigen Kontakt K8, K9 bzw. K10 geschlossen ist.
Die in der Lochkarte diesen Kontakten K8-K10 zugeord neten Löcher werden ebenfalls gegenüber den früher benützten Löchern so weit verlängert, dass bei rich tiger Funktion dieser Schalter (d. h. Öffnen bei 40 C bzw. 60 C bzw. 95 C) die Pause des Zeitgeber motors 1, wie bei der bekannten Schaltung vom Zeitpunkt der Erreichung der Solltemperatur des Wassers abhängt, dass aber anderseits diese Pause bei unrichtiger Funktion des Schalters nicht gefähr- lich lang dauern kann. Es ist klar, dass ein unrichtiges Arbeiten des temperaturabhängigen Schalters t95 besonders gefährlich ist.
Selbstverständlich enthält nicht jede Lochkarte Löcher, die allen Kontakten K7-K10 entsprechen; wo kein Loch ist, liegt der betreffende Kontakt - wie schon früher erklärt - auf der leeren Klemme.
Dass in Fig. 4 der Kontakt W6 in bezug auf den Kontakt W5 um 180 am Umfang der Scheibe 13 versetzt ist, hat selbstverständlich lediglich konstruk tive Gründe; prinzipiell spielt diese Versetzung über haupt keine Rolle. Es sei noch hervorgehoben, dass der Synchron- - motor 11 praktisch während der ganzen Dauer jedes Programmes in Tätigkeit ist, indem für den Kontakt Ll überhaupt kein Loch in den Lochkarten vorge sehen wird, oder dann nur ganz am Ende der be treffenden Steuerbahn.
Falls bei einer Waschmaschine kein synchroner Steuermotor für das Umsteuern eines Waschmotors vorgesehen sein sollte, so kann man einen besonderen Synchronmotor nur zum Zwecke der Betätigung - des. Sicherheitskontaktes WS vor sehen. Solche kleine, mit Reduziergetriebe versehene Synchronmotoren sind nicht teuer. Bei Vorhanden sein eines ständig arbeitenden Waschmotors, der z. B. auch hydraulischer Art sein kann, kann man prinzi piell auch die Betätigung des Sicherheitsschalters W6 von diesem Motor ableiten.
Man kann einen Hilfs- vorschub der Lochkarte 2 auch bewirken, ohne den Zeitgebermotor 1 während des Aufheizens des Was sers intermittierend in Tätigkeit zu setzen. Schliesslich ist es klar, dass man die Erfindung auch anwenden kann, wenn der Zeitgebermotor nicht eine Lochkarte weiterbewegt, sondern z. B. eine zur Steuerung der Kontakte Kl-K10 dienende Nockenwalze. Man wird dann z.
B. bei Benützung des Sicherheitskontaktes W6 die Steuernocken für die Kontakte K7-K10 länger machen, analog zu den entsprechenden Lö chern der Lochkarte.
Es gibt Geschirrwaschmaschinen, bei denen eben falls ein Heizungsschütz (wie 23), der zum Ein schalten der Heizung für das Wasch- und/oder Spül wasser dient, mit mindestens einem temperaturab hängigen Schalter (wie t30) und einem von einem Zeitgebermotor (wie 1) z. B. über eine Lochkarte ge steuerten Kontakt (wie K7)) in Serie liegt, wobei ebenfalls beim Öffnen des temperaturabhängigen Schalters ein, z. B. zum Heizungsschütz gehöriger Kontakt (wie 26) geöffnet wird, der mit dem Zeit gebermotor in Serie geschaltet ist.
Auch in diesem Falle kann man vorteilhaft einen sich intermittierend öffnenden und schliessenden Sicherheitskontakt (wie W6) parallel zu dem mit dem Zeitgebermotor in Serie liegenden Kontakt anordnen, um im Fall eines Defektes des temperaturabhängigen Schalters eine angenäherte Abwicklung des gewünschten Pro gramms zu gewährleisten.