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Uhr mit einem einen innenverzahnten Anzeigering sprunghaft schaltenden Impulsorgan Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Uhr mit einem einen innenverzahnten Anzeigering sprunghaft schaltenden, durch einen auf einem Mitnehmerrad im Abstand von dessen Drehachse festsitzenden Mitnehmer gesteuerten, schwenkbar gelagerten, federnden Impulsorgan mit einer den Anzeigering sprunghaft betätigenden Nase, die das freie Ende eines federnden Arms des Impulsorgans bildet. Eine solche Uhr kann z. B eine Kalenderuhr oder eine Uhr mit Stundenring sein.
Bei den meisten bekannten Kalenderuhren kann der Datumskorrektor nicht arbeiten, während das Impulsorgan schaltet. Ferner wird durch die Anwendung zahlreicher Schaltelemente, die meistens übereinander angeordnet werden müssen, die Betriebssicherheit herabgesetzt und die zwischen diesen Elementen auftretende Reibung kann nur durch eine kostspielige Polierarbeit der einzelnen Teile verringert werden. Trotzdem ist das erforderliche Moment für die Schaltung des Anzeigeringes meist so gross, dass die Triebfeder der Uhr zur Spannung des Impulsgebers 20-30 % ihrer Federkraft abgeben muss.
Es gibt bereits Uhren, bei welchen das Impulsorgan eine den Anzeigering betätigende Nase aufweist, die das freie Ende eines federnden Arms dieses Organs bildet. Bei diesen bekannten Uhren ist das Impulsorgan am einen Ende festgeschraubt und die Nase ist am andern Ende des Organs in Form einer federnden Klinke vorgesehen, die auch im Ruhezustand des Anzeigerings in eine Zahnlücke der Innenverzahnung des letzteren eingreift. Im Ruhezustand stützt sich das Impulsorgan auf einem Schraubenkopf der Achse des Mitnehmer- rades ab.
Ein Zurückdrehen des Mitnehmerrades ist nur möglich dank einer Hebefläche, durch welche das ganze Impulsorgan aus seiner Arbeitsebene herausgehoben wird. Es gibt auch schon Uhren, wo das Impulsorgan nicht an seinem einen Ende festgeschraubt, sondern in einem Knie drehbar gelagert ist.
Der Mitnehmer bildet hier einen Exzenter, der lose drehbar auf der Achse des Mitnehmerrades angeordnet, also zur Achse des letzteren koaxial ist. Ein Zapfen des Exzenters greift zur Bildung einer Schleppkupplung in einen Schlitz des Mitnehmerra- des. Das Impulsorgan hat kein freies Ende, das drehbar gelagert ist, sondern das freie Ende eines Arms des Organs stützt sich lediglich an der Innenverzahnung des Anzeigerings ab und bildet die Tagessperre. Das federnde Impulsorgan wird durch den Exzenter während eines Drehwinkels von 320 , also während 21 Stunden des Tages gespannt.
Das Uhrwerk steht also während 21 Stunden unter Belastung der Verstellvorrichtung des Anzeigerings. Während dieser 21 Stunden wird aber auch die Tagessperre gespannt, und gerade im Augenblick, wo die Nase den Anzeigering vorwärts schalten soll, ist der Druck der Tagessperre auf den Anzeigering am grössten. Das Impulsorgan stützt sich durch seinen Arm dauernd gegen den Anzeigering und durch eine Nase dauernd gegen den Exzenter, also gegen den Mitnehmer ab. Ein Zurückdrehen des Mitnehmerrades ist hier nur dank der Schleppkupplung möglich.
Die erfindungsgemässe Uhr ist dadurch gekennzeichnet, dass das Impulsorgan an zwei verschiedenen innerhalb des Kopfkreises des innenverzahnten Anzeigeringes liegenden Stellen in einem festen Teil der Uhr schwenkbar gelagert ist, wobei das eine Schwenklager in einem mittleren, mit dem Mitneh- mer zusammenarbeitenden Teil des Impulsorgans liegt, während das andere Schwenklager am freien Ende eines eine bügelförmige Feder bildenden, sich
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auf der der Nase gegenüberliegenden Seite an den Mittelteil anschliessenden Teils vorgesehen ist.
Das Impulsorgan der erfindungsgemässen Uhr belastet das Uhrwerk nur während etwa 3 bis 4 Stunden pro Tag. Während 20 bis 21 Stunden des Tages bleibt das Impulsorgan dank seiner beiden Schwenklager ohne jeden Anschlag in seiner Ausgangslage, also auch ohne eine feste Einspannung des Organs und ohne Abstützung auf einem Schraubenkopf. Ausserdem tritt im Gegensatz zu den oben angeführten bekannten Lösungen die Impulsnase nur während der Schaltung des Anzeigerings in eine Zahnlücke der Innenverzahnung dieses Ringes ein.
Zur Ermöglichung eines Zurückdrehens des Mitnehmerrades sind bei der erfindungsgemässen Uhr dank der besonderen Form und der beiden Schwenklager des Impulsorgans keine zusätzlichen Mittel notwendig. Beim Rückwärtsdrehen des Mitnehmerrades weicht das Impulsorgan fast nur durch Drehung dem Mitnehmer aus, die bügelförmige Feder öffnet sich dabei nur ganz wenig, so dass sie geschont wird. Es muss im weitern vom Uhrwerk nur ein Minimum an Energie für die Schaltung des Anzeigerings abgezweigt werden.
Die Zeichnung zeigt eine als Kalenderuhr ausgebildete Ausführungsform der erfindungsgemässen Uhr, insoweit dies für das Verständnis der Erfindung notwendig ist.
Die einzige Figur ist eine schematische Draufsicht auf die für die Schaltung des Anzeigerings notwendigen Teile des Beispiels von der Zifferblattseite her.
In der Zeichnung ist der die Monatstage anzeigende, innenverzahnte Datumsring 1 in einer mit einer Ausnehmung für das Mitnehmerrad 2 ver- sehenen Werkplatte 3 drehbar gelagert. Der Datumsring 1 wird während eines Tages durch eine bedingte Tagessperre in Lage gehalten. Diese Tagessperre besteht aus einer durch eine Feder 4 belasteten runden Scheibe 5, die in Sperrlage in eine Zahnlücke des Innenzahnkranzes 6 des Datumsrings 1 eingreift. Das Ritzel 7 ist in fester Verbindung mit dem nicht dargestellten Stundenrad und kämmt mit dem einen Mitnehmer 8 tragenden Datumsmitnehmerrad 2 im Untersetzungsverhältnis 2:1, so dass letzteres in 24 Stunden eine Umdrehung macht.
Das den Datumsring 1 sprunghaft um einen Zahn der Innenverzahnung 6 in Richtung des Pfeiles A vorwärtsschaltende Impulsorgan hat einen mittels eines Zapfens 9 schwenkbar in der Werkplatte 3 gelagerten plattenförmigen Teil 10, der mit einem federnden Arm 11, einem Nocken 12 und einer bügelförmigen Feder 13 aus einem Stück besteht, das z. B. durch Ausstanzen in einem Arbeitsgang gewonnen werden kann.
In der in ausgezogenen Linien dargestellten Lage des Impulsorgans liegt der federnde Arm 11, dessen freies Ende eine durch Angriff an der Innenverzahnung 6 den Datumsring 1 sprunghaft betätigenden Nase 14 bildet, inner- halb des Kopfkreises der Innenverzahnung 6. Die Ebene der beim Vorwärtsgang (Gegenuhrzeigersinn), also Normalgang des Mitnehmerrades 2 einmal pro 24 Stunden mit dem Mitnehmer 8 zusammenarbeitenden Seitenfläche 15 des Nockens 12 geht mindestens angenähert durch die Achse des Zapfens 9, also durch die Drehachse des Impulsorgans.
Dank dieser Lage der Fläche 15 benötigt man zur Spannung der bügelförmigen Feder 13 einen gegenüber bekannten Konstruktionen geringen Anteil der Kraft der Triebfeder der Uhr, so dass der Gang der Uhr nicht schädlich beeinflusst wird. Der Grundriss des Nockens 12 hat mindestens angenähert die Form eines spitzwinkligen Dreiecks, wobei die eine der den spitzen Winkel einschliessenden Seiten die Fläche 15 und die andere Seite eine Fläche 16 bildet, die z. B. beim gelegentlichen Zurückdrehen der Uhrzeiger, also beim Rückwärtsgang des Mitnehmer- rades 2 im Uhrzeigersinn mit dem Mitnehmer 8 in Kontakt kommen kann.
In diesem Falle des Rückwärtsganges legt sich der Arm 11 dank seiner Elastizität vorübergehend federnd an die Kopffläche der Zähne der Verzahnung 6 an, ohne in eine Zahnlücke einzutreten, also ohne die Lage des Da- tumsrings 1 zu beeinflussen. Das freie Ende des einen Schenkels 17 der bügelförmigen Feder 13 ist mittels eines Stifts 18 drehbar in der Werkplatte 3 gelagert. Diese drehbare Lagerung, die dafür sorgt, dass die Feder 13 immer wieder die gleiche Ausgangslage einnimmt, könnte auch dadurch bewerkstelligt werden, dass das freie, zum Beispiel abgebogene Ende des Schenkels 17 in ein Langloch der Werkplatte 3 eingreift. Beide Schenkel 17 und 19 der bügelförmigen Feder 13 sind im gleichen Sinn gebogen.
Durch die Veränderung des Krüm- mungsgrades der Schenkel 17 und 19 kann die Spannkraft der Feder 13 reguliert werden. Dank der Feder 13 mit ihren Schenkeln 17 und 19 kann das Impulsorgan in beiden Drehrichtungen federn und immer wieder in die Ausgangslage zurückkom- men. Infolge der Form und Anordnung der Feder 13 tritt bei ihrer Spannung nur molekulare, also nicht auch gleitende Reibung auf. Die Feder 13 lässt sich sehr weich bis auf das Maximum spannen.
Gibt der Mitnehmer 8 das Impulsorgan frei, so wirken die Teile 17 und 19 der Feder 13 ähnlich wie ein Schwungrad, was für gute Funktion bedeutungsvoll ist, denn die Triebfeder des Werkes muss für die Spannung der Feder 13 weniger Energie abgeben als bei bekannten Lösungen, und dennoch ist die Wirkung der Feder 13 beim Schalten des Anzeigerings 1 sehr gross. Ausserdem ist bei den geschilderten funktionellen Vorteilen das Ganze sehr einfach, bestehen doch die Teile 11, 10, 12, 13 aus einem einzigen Stück, was Herstellung und Montage vereinfacht.
Das Impulsorgan erlaubt, die denkbar einfachste Korrektorvorrichtung für den Datumsring 1 vorzusehen. Diese besteht einfach aus einem Anschlagstift 20 am plattenförmigen Teil 10 des Impuls-
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organs und einem in der Uhr axial verschiebbaren, von aussen betätigbaren Drücker 21.
Soll die Lage des Datumsrings 1 korrigiert werden, so drückt man den Drücker 21 von aussen nach innen, so dass er auf den Anschlagstift 20 einwirkt und dadurch das Impulsorgan in die in gestrichelten Linien dargestellte Lage bringt, in welcher die Nase 14 in eine Zahnlücke der Verzahnung 6 eintritt und die Feder 13 gespannt ist. Lässt man jetzt den Drücker 21 los, so verschwenkt die gespannte Feder 13 das Impulsorgan sprunghaft in die in ausgezogenen Linien dargestellte Ausgangslage, während welcher Bewegung die Nase 14 an dem vor ihr liegenden Zahn anstösst und dadurch den Ring 1 im Sinne des Pfeiles A um einen Zahn dreht.
Stösst im Verlaufe eines Tages der Mitnehmer 8 bei der Drehung des Mitnehmerrades 2 im Gegenuhrzeigersinn auf die Fläche 15 des Nockens 12, so verschwenkt er allmählich das Impulsorgan im Uhrzeigersinn um die Achse 9. Dabei wird die Feder 13 gespannt und der federnde Arm 11 gleitet auf der Kopffläche des in seinem Bereiche liegenden Zahnes.
Ist die in punktierten Linien dargestellte Lage des Impulsorgans erreicht, so gleitet der Nocken 12 vom Mitnehmer 8 ab, und das Impulsorgan gelangt unter dem Einfluss der nunmehr gespannten Feder 13 plötzlich in die in ausgezogenen Linien dargestellte Ausgangslage, bei welcher sprunghaften Bewegung die Nase 14 den Datumsring 1 um einen Zahn vorwärts stösst.
Man erkennt aus dem Beispiel, dass nur wenige Einzelteile benötigt werden, die ausserdem praktisch alle in einer einzigen Ebene liegen.
Dank des federnden Armes 11 kann die Korrek- torvorrichtung, gleich welcher Konstruktion, auch während der Zusammenarbeit zwischen Mitnehmer 8 und Fläche 15 zu jeder Zeit betätigt werden.
Die wenigen Einzelteile können alle auf der Werkplatte angebracht werden, so dass sie ohne grosse Änderungen bei verschiedenen Kalibern: und bei Roskopfuhren verwendet werden können. Da das Impulsorgan eine ziemlich grosse Grundfläche besitzt, kann die axiale Sicherung desselben durch das Zifferblatt der Uhr genügen.