CH411559A - Verfahren zur Herstellung von Zellstoff hoher Reinheit und hoher Ausbeute - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Zellstoff hoher Reinheit und hoher Ausbeute

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CH411559A
CH411559A CH997264A CH997264A CH411559A CH 411559 A CH411559 A CH 411559A CH 997264 A CH997264 A CH 997264A CH 997264 A CH997264 A CH 997264A CH 411559 A CH411559 A CH 411559A
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Description


  Verfahren zur Herstellung von     Zellstoff    hoher Reinheit und hoher Ausbeute    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Her  stellung von Zellstoff hoher Reinheit und hoher Aus  beute, und zwar bezieht sie sich auf ein Verfahren,  um sowohl aus Fichten- als auch Laubholz Massen  aller Art herstellen zu können, und zwar solchen  von einfachen Qualitäten bis zu einem Zellstoff höch  ster Güte und solchen, die als     Kunstseidemasse    ge  eignet sind, d. h. solchen mit einem     Alphagehalt    von  bis zu 98     ,,    unter einem geringen Einsatz von Che  mikalien zum Aufschliessen des Holzes.  



  Unter den Methoden, die für die Herstellung  chemischen Zellstoffes aus Fichte und Kiefer zur  Anwendung gelangt sind, haben die     Sulfit-    und     Sul-          fatmethoden    den beherrschenden Rang eingenom  men. Diese Methoden sind im Laufe der Jahre ver  vollkommnet und jede für sich auf ihre besondere  Holzart eingerichtet worden, die     Sulfitmethode    zum  Aufschliessen von Fichtenholz und die     Sulfatmethode     zum Aufschliessen von Kiefernholz.

   Zwecks     Aus-          nützung    der schnellwachsenden Laubbaumarten, wie  Birke,     Aspe,    Pappel unter anderem, zur Zellstoff  herstellung :sind andere und für das Laubholz zweck  mässigere     Aufschlussmethoden    entwickelt worden, und  zwar die sogenannten     Halbzellstoffverfahren.    Von  weiteren chemischen     Aufschlussmethoden    kann die       Sodamethode    erwähnt werden.

   Ohne auf die ver  schiedenen Prozesse näher einzugehen, können sie  jedoch in drei Hauptgruppen eingeteilt werden: saure,  neutrale und alkalische     Aufschlussprozesse.    Ein ge  meinsames Merkmal für die chemischen     Aufschluss-          methoden    besteht darin, dass bei richtig durchgeführ  tem Aufschliessen die     Cellulosefasern    verhältnismässig  unbeschädigt und von den Folgesubstanzen der     Cel-          lulose    befreit gewonnen werden.  



  Durch Schleifen des Holzes wird weiterhin me  chanische Masse oder     Schliffmasse    hergestellt, die  sich vor allem dadurch von chemischer Masse unter-    scheidet, dass die Folgesubstanzen der     Cellulose          (Holzpolyosen)    nicht entfernt und die Fasern sehr  verschiedenartiger Beschaffenheit werden. Bevor das  Holz einem Schliff unterworfen wird, kann durch  Dämpfen des Holzes     eine    gewisse Hydrolyse der  Folgesubstanzen bewirkt werden.

   So wird braun       Schliffmasse,    sogenannter Braunschliff, hergestellt,  der sich im Vergleich zu gewöhnlicher (weisser)       Schliffmasse    durch eine geringere Menge     urzerfaser-          ter    Fasern und Fasern grösserer Länge auszeichnet.  Wie aus dem Namen hervorgeht, ist jedoch diese  Masse stark verfärbt und     wird    meistens für die Her  stellung von Zeitungspapier, gröberen Papier- und  Pappsorten verwendet. Durch die     hydrolysierende     Wirkung des Wassers auf das Holz     beim    Dämpfen  kann diese Methode als ein kombinierter chemischer  und mechanischer Prozess betrachtet werden, obwohl  der mechanische Teil der beherrschende ist.  



  Kombinierte mechanische und chemische Pro  zesse, die in den letzten     Jahren    eine     immer    grössere  Bedeutung erlangt haben, sind die     vorerwähnten     halbchemischen Methoden, die im wesentlichen darin  bestehen, dass Holzspäne einem teilweisen Aufschlie  ssen mit     ,z.    B. einer     Natriumsulfitlösung    unterworfen  und anschliessend zerfasert und gewaschen werden.  Diese Methoden haben besonders zur Herstellung  von Masse aus Laubholz, z. B. Birke,     Aspe    und  Pappel, Anwendung gefunden.  



  Allen chemischen     Zellstoffherstellungsverfahren     ist das Problem der     Chemikalienwirtschaftlichkeit     gemeinsam. In den letzten Jahren sind durch gesetz  liche Massnahmen die Möglichkeiten der     Sulfitfabri-          ken,    die     Sulfitablauge    in die Gewässer     abzulassen,     stark begrenzt worden, und die Rückgewinnung der  nach dem Kochen zurückbleibenden     Chemikalien    der       Calciumbisulfitkochsäure    ist     unwirtschaftlich.    Ander  seits erfordern Kochflüssigkeiten mit Natrium als      Base grosse Investierungen in Anlagen und grosse  Betriebskosten für die Chemikalienrückgewinnung.

    



  Angesichts der oben in Kürze geschilderten Tech  nik auf dem Gebiet der     Zellstoffherstellung,    wie sie  heute vorliegt, ist das Bedürfnis gross, ein einfaches  und     wirtschaftliches    Verfahren zur Herstellung eines  Zellstoffes hoher Güte und hoher Ausbeute zu fin  den, d. h. ein Verfahren, das die Verwendung von  teuren Chemikalien und davon bedingten     Chemika-          lienrückgewinnungsanlagen,    die in Aufbau und Be  trieb teuer sind, nicht erfordert.  



  Nach der Erfindung hat es sich nun überraschen  derweise als möglich erwiesen, aus Holz einen Zell  stoff vornehmster Güte, d. h. mit einem Gehalt an       Alphacellulose    von     biss    zu 98 %, und hoher Ausbeute  dadurch herzustellen, dass zunächst das Holz einer  mechanischen     Zerfaserung    in Gegenwart von Wasser       unterworfen    wird, dass anschliessend die erhaltene  Fasersuspension zum Entfernen von Fasermehl und       Hydrolysierungsprodukten    entwässert und wieder mit  Wasser verdünnt, mit einem Chlorbleichmittel ver  setzt und bei normaler Temperatur, etwa 20  C,  während 0,5 bis 2 Stunden gebleicht     wird,

      dass die       Fasersuspension    anschliessend wieder entwässert und  wieder gewaschen und danach mit Wasser in einem  Kocher bei einem     pH-Wert    von 4 bis 9 auf eine  Temperatur innerhalb des Bereiches 70-160  C er  wärmt und bis zu 3 Stunden auf dieser Temperatur  gehalten wird.  



  Im folgenden werden der Reihenfolge nach die  verschiedenen Teilstufen des neuen Verfahrens und  ein Teil der dabei zu Gebote stehenden Möglichkei  ten erläutert.  



  Als Ausgangsmaterial für das neue Masseher  stellungsverfahren kann man sowohl Fichte als auch  Kiefer wie auch verschiedene Laubhölzer, wie Birke,       Aspe    und Pappel,     verwenden,    wobei, wie im fol  genden gezeigt werden     wird,    keine radikalen Verän  derungen hinsichtlich des eigentlichen Kochprozesses  ergriffen zu werden brauchen.  



  Bei dem neuen Verfahren ist es auch ohne weite  res möglich, in demselben Kocher Gemische von  Fasern verschiedener Hölzer je nach der bezweckten  Verwendung der fertigen Masse einzusetzen.         Zerf        aserung       Die dem neuen Verfahren zugrunde liegende Idee  besteht darin, dass die Fasern vor dem     Kochprozess     mechanisch freigemacht werden sollen, vorzugsweise  in bekannter Weise durch     warmen        Nassschliff    in  Schleifstühlen.

   Da bei richtiger Kontrolle der Wasser  zufuhr die Fasersuspension die Schleifstühle mit einer  Temperatur von etwa 70  C verlässt, kann man mit  einer erheblich höheren Temperatur in der Auflage  fläche     zwischen    dem Stock und dem Schleifstein rech  nen, einer Temperatur, die tatsächlich bedeutend  über 120  C steigen kann und die sich für die       Bewirkung    einer Hydrolyse der Kohlehydrate des       Holzes    ausreichend gezeigt hat. Bei Analyse des  Wassers in der von dem Schleifstuhl austretenden    Fasersuspension findet man etwa 1 % Zuckerarten,  d. h. im grossen gesehen entsprechend dem Abbau  der Kohlehydrate, der bei Hydrolyse von Holzspänen  bei 70-120  C erreicht wird.

   Dies bedeutet ander  seits, dass beim eigentlichen     Schle;fen    des Holzes bis  zu etwa 20 % der Kohlehydrate im Holz abgebaut  und mit dem Spülwasser     zbgetragen    werden und dass  ebenso etwa 15 % des     Lignins    vom Holz entfernt  werden, während die     Cellulose    in der     Schliffmasse     unverändert zurückbleibt.  



  Der zum Einsatz in den Kocher bestimmte Holz  schliff darf kein Fasermehl enthalten, was die Güte  der fertigen Masse beeinträchtigen würde, und es ist  auch nicht zweckmässig, die Aufschliessung in Gegen  wart vom     Schliffwasser,    das die     Hydrolysierungs-          produkte    vom     Schleifprozess        enthält,    durchzuführen.  Deshalb wird die Fasersuspension nach etwaiger       Abscheidung    von Knästen und gröberen Splittern  entwässert und mit Wasser gewaschen, bevor sie  der     Vorbleiche    unterworfen wird.

           Vorbleiche       Die     Vorbleiche    hat zum Zweck, den     Ligninge-          halt    der Masse zu erniedrigen, bevor diese im Kocher  aufgeschlossen wird. Bei der     Vorbleiche    werden die  entwässerten Fasern wieder mit Wasser verdünnt  und bei gewöhnlicher Temperatur     (etwa        20     C) mit  einem der üblichen Bleichmittel, z. B. Chlor, Chlor  dioxyd,     Natriumhypochlorit,    bei einem     pH-Wert    von  8-12 gebleicht. Die Bleichzeit kann zwischen 0,5  und 2 Stunden schwanken.

   Es ist wichtig, dass bei  beendetem     Bleichprozess    ein     überschuss    an Chlor  vorhanden ist. Nachdem zurückgebliebenes Chlor und  zersetzte     Ligninprodukte    sorgfältig aus den Fasern  ausgewaschen und die Fasern entwässert worden  sind, werden diese in den Kocher eingeführt und  anschliessend in der folgenden Weise behandelt:    <I>Aufschliessen</I>  Der     Aufschliessprozess    wird vorteilhaft in einem  Kocher der in der     Sulfit-    oder     Sulfatmasseindustrie     üblichen Type und mit gebräuchlicher Armatur und  Instrumentierung durchgeführt.  



  Man berechnet den Trockengehalt der Faser in  derselben Weise wie beim Kochen von Hackspänen.  Die Masse, die durch Schleifen oder andere mecha  nische     Defibrierung    zerfasert wurde, wird in den  Kocher zusammen mit - bezogen auf ihren Trocken  gehalt - der vierfachen Menge     Wasser    eingesetzt.  Vor der Füllung des Kochers wird die zerfaserte  Masse mit heissem Wasser zu einem homogenen       Massebrei    gemischt. Der Kocher kann auch mittels  bekannter Vorrichtungen gefüllt werden, die auf  die Verwendung von Direktdampf basiert sind.  



  Je nach dem gewünschten Gehalt an     Alphacellu-          lose    kann die Aufschliessung bei verschiedenen Tem  peraturen und     pH-Werten    durchgeführt werden. Ge  mäss der Erfindung wird der     Beendigungsprozess    der  Aufschliessung bei folgenden     pH-Werten    durchge  führt:

             pH    4 für Papierzellstoff,       pH    7 für Papierzellstoff und     Kunstseidemasse     mit     Alphagehalten    von 90-92     ,%,          pH    9 für     Edelcellulose    mit     Alphagehalten    von  <B>96-98%.</B>  



  Für Zellstoff, der bei einem     pH    von 7 bis 9  hergestellt wird, wird der     pH-Wert    durch Zusatz  von Alkali in einer Menge von bis 7 % der Massen  menge geregelt. Der     Alkaliverbrauch    ist auch von der  Temperatur abhängig. Ein     Alkaliverbrauch    von 7  bei einer bei 70-120  C vorgenommenen Aufschlie  ssung kann durch eine Aufschliessung bei z. B.  140-150  C bis auf 4 % erniedrigt werden. Mit  dieser einfachen Methode kann man somit einen  Zellstoff mit höherer Reinheit und höherem Alphage  halt gewinnen als mit einem der üblichen Verfahren  zur chemischen     Zerfaserung    von Hackspänen.  



  Ein sehr guter Zellstoff kann     erfindungsgemäss     dadurch hergestellt werden, dass die Schleifmasse       vorgebleicht,    gewaschen und anschliessend in     Alka-          lisierungstürmen    mit     NaOH    bei Temperaturen von  70-90  C behandelt und schliesslich gebleicht wird,  wobei ein chemischer Zellstoff mit     Alphagehalten     von 90-92 % erhalten wird.  



  Um eine     Edelcellulose    mit     Alphagehalten    von  96-98 % zu gewinnen, muss man unter solchen     Drük-          ken    arbeiten, welche die erlaubten Drücke in den       Alkalisierungstürmen    übersteigen. Dabei wird jedoch  die Aufschliessung vorteilhaft in den Kochern der  Kocherei durchgeführt. Der     Kocherinhalt    wird dann  z.

   B. auf 160  C, vorzugsweise innerhalb etwa einer  Stunde, in der Weise erhitzt, dass Dampf von etwa  8-9 atü entweder     direkt    in den Kocher     eingeleitet     und mit dem     Massebrei    in Berührung gebracht wird  oder aber in einen den Kocher umgebenden Mantel  oder in eine im Kocher befindliche Rohrschlange  oder dergleichen eingeführt und die Wärme dieses  Dampfes indirekt auf den     Massebrei    übertragen wird.  Etwa eine halbe Stunde nach dem Beginn des     Ko-          chens    muss der Kocher entlüftet werden.

   Ein grosser  Vorteil des neuen Verfahrens liegt hierbei     darin,     dass der Kocher bedeutend weniger Luft     enthält,     als dies bei der Füllung mit Hackspänen der Fall  ist, da der     Massebrei    praktisch keine Luft enthält.  Wenn das Kochen etwa drei Stunden bei 160  C  gedauert hat, entsprechend einem Druck von etwa  8-9 atü, ist die Masse fertiggekocht. Nach Entspan  nung des Kochers und Abziehen des Kochwassers  mit den aus dem Holz herausgelösten Bestandteilen  wird die fertiggekochte Masse aus dem Kocher in  die     Massebehälter    der Fabrik entleert.     Ein,    sehr  grosser Vorteil des neuen Verfahrens liegt darin,  dass das Kochen mit reinem Wasser durchgeführt  werden kann.

   Bei einem solchen Kochen weist das  nach beendigtem Kochen abgelassene Kochwasser  im allgemeinen einen     pH-Wert    von etwa 4 auf. Die  abgezogene Kochflüssigkeit weist dabei     gewöhnlich     eine dunkelbraune Farbe auf, enthält etwa 3-4       Pentosane    (beim Kochen von Fichtenfasern) sowie  Essigsäure und Ameisensäure. Es kann aber auch    erwünscht sein, eine Ablauge zu erhalten, deren       pH-Wert    auf der     alkalischen    Seite, und zwar bis zu  höchstens 9, liegt. Das Kochen mit klarem Kalkwas  ser ergibt im wesentlichen denselben     pH-Wert    von 4  in der Ablauge wie das Kochen mit reinem Wasser.

    Beim Entspannen dieser     Kochungen    enthält jedoch  das abgezogene Kochwasser Methanol, niedrigere       Pentosananteile    und das     Calcium        als        Calciumacetat     gebunden. Bei der Verwendung von Kalkmehl ent  stehen unlösliche Kalkseifen, die in dem gebleichten  Fertigprodukt dunkle Flecken ergeben. Das     Calcium-          hydroxyd    muss somit im Wasser vollständig gelöst  vorliegen, d. h. die Lösung darf höchstens gesättigt  sein (etwa 0,2 %     Ca[OH]2).     



  Um in der Ablauge einen neutralen oder schwach       alkalischen        pH-Wert    zu erhalten, kann man     NaOH     oder Soda zusetzen. Es wurde gefunden, dass das  Kochen mit 3     %igem        NaOH    in der Ablauge einen       pH-Wert    von 6 bis 7 und das Kochen mit 5     %igem          NaOH    einen     pH-Wert    von etwa 8 ergibt.  



  Es ist natürlich mit     einbegriffen,    dass sämtliche  üblichen und bekannten alkalischen Mittel, die was  serlöslich sind, der Kochflüssigkeit, die Wasser ist,  zugesetzt werden können. Es sei jedoch ausdrücklich  hervorgehoben, dass der Zusatz solcher alkalischer  Mittel in vielen Fällen erwünscht und     vorteilhaft     sein kann, dass jedoch die grundlegende Idee darin  liegt, dass das Wasser als     Kochflüssigkeit    dient, und  in dem Fall, in dem     alkalisch    reagierende Chemika  lien wie     NaOH    und     Na2C03    zugesetzt werden, dies  lediglich eine wahlfreie Massnahme ist,

   deren Anwen  dung     mehr    im     Hinblick    auf die     jeweilige        Holzart        als     im     Hinblick    auf den Aufschluss     bestimmt    wird. Beim  Kochen von harzreichem     Kiefernholz    arbeitet man  somit vorzugsweise auf der     ,alkalischen    Seite, damit  die Harzsäuren neutralisiert werden und wasserlös  liche Seifen bilden sollen. Man kann folglich erfin  dungsgemäss in einem     pH-Bereich    von 4-9 arbeiten.  



  Bei üblicher Herstellung von halbchemischem       Zellstoff    und     Sulfitzellstoff    schliesst man bei Tem  peraturen von 120-140  C auf. Für die Herstellung  leichtgebleichter Papiermasse     und        Viskosemasse     arbeitet man bei     Aufschliessungstemperaturen    von  140-160  C. Die     für    das neue     Verfahren    praktische  obere     Temperaturgrenze,    bei der man noch eine  Masse in einer Ausbeute bis zu 50 % und mit Alpha  gehalten von     bis    zu 90 % gewinnen kann, liegt bei  <B>1600</B> C.  



  Es ist auch möglich, die Masse stufenweise zu  kochen. Indem man nach Beendigung des     Kochens     das Kochwasser abzieht und die Masse im Kocher  behält und neues Kochwasser in den Kocher ein  pumpt und gegebenenfalls dasselbe Verfahren noch  einmal wiederholt, kann man gewisse Vorteile erzie  len, insbesondere wenn es sich darum handelt, eine  Masse aus     Mischschliffmasse    von z. B. Kiefer, Fichte  und Birke     herzustellen.    Die erste Stufe des     Kochens     (1 Stunde; 160  C) kann dabei mit reinem Wasser  durchgeführt werden, die eine Ablauge mit einem           pH-Wert    von etwa 4 ergibt.

   Nach Abziehen dieser  Ablauge wird der Kocher mit 3     %igem        NaOH    gefüllt,  worauf die zweite Stufe (1 Stunde 160  C) durch  geführt wird, wobei man eine Ablauge mit einem       pH-Wert    von 5-6     erhält,    und schliesslich wird die  dritte Stufe in derselben Weise durchgeführt, aber  mit 5     %igem        NaOH,    das in der Ablauge einen     pH-          Wert    von 7-8 ergibt. Bei     dreimaligem    einstündigem  Kochen und einem Zeitaufwand von zwei Stunden  für das mehrmalige Abziehen und Füllen des Kochers  wird das ganze Kochen in fünf Stunden durchgeführt.

      <I>Ausbleiche der Masse</I>    Die fertiggekochte Masse kann auch einer Aus  bleiche, beispielsweise in folgender Weise, unterzo  gen werden:  Nach dem Waschen wird die Masse in zwei  Stufen mit     Caleiumhypochlorit    gebleicht, in der er  sten Stufe mit einem Chlorgehalt von 18     g/1    und       in.    der zweiten Stufe mit 22     gll;    die Bleichflüssigkeit  wird in einer Menge von z. B. 3     %,    bezogen auf  die     Trockensubstanz    im     Massebrei,        zugesetzt.    Zwi  schen den verschiedenen Bleichstufen wird die Masse  in üblicher Weise gewaschen.  



  Bei durchgeführten Versuchen, um bei der Aus  bleiche die optimalen Temperaturen festzustellen,  wurde die Temperatur in der ersten Stufe zwischen  38  C und 20  C und in der zweiten Stufe zwischen  42  C und 20  C verändert.     Überraschenderweise     hat sich gezeigt, dass die     erfindungsgemäss    hergestellte  Masse bei nur 20  C zufriedenstellend     weiss    gebleicht  werden kann. Sämtliche Bleichen wurden im Laufe  der äusserst kurzen Zeit von einer Stunde     durchge-          führt.     



  Bei der Ausbleiche, die als eine Kaltbleiche vor  genommen wurde, erhielt man einen     Alphagehalt     von 97     %    und äusserst hohe     Viskositätswerte    der aus  der Masse hergestellten Viskose.  



  Nach dem neuen Verfahren hergestellte     Cellulose     lässt sich sehr leicht bleichen.  



  Nach der Neutralisierung mit Säure und dem  Waschen wird die erhaltene     Edelcellulose    in Form  von Pappen mit einem     Alphagehalt    von 96-98  in den Pappsaal der Fabrik vorgefahren. übrige Ana  lysen: Harz 0,1 % und     Cu-Zahl    0,4. Die Viskosität  der aus der Masse hergestellten Viskose kann nach       Wunsch    eingestellt werden.  



  Das erfindungsgemässe Verfahren bietet gegen  über     älteren    Zellstoffherstellungsverfahren, die halb  chemischen einbegriffen, viele wesentliche Vorteile.  Man hat beispielsweise Papier aus.     Schliffmasse    von  Kiefer nicht herstellen können. Der Grund hierfür  sind, wie bekannt, die grossen Quantitäten Harz, die  während des     Schleifens    ausgelöst werden und mit  den Fasern gehen. Durch Zusatz von 5 %     NaOH    zum  Kochwasser werden ausgelöste Harzsäuren neutra  lisiert und mit dem abgezogenen Kochwasser ent  fernt. Etwa rückständiges Harz bleibt als Wasser  lösliche     Harzseife    zurück, die beim -anschliessenden  Waschen und Sieben von der Masse entfernt wird.

      Die Harzseifen können aus der Kochlauge zu  rückgewonnen werden, um in bekannter Weise ange  säuert und als     Tallölsäure    gewonnen zu werden.  



  Wie bereits     erwähnt,    kann man durch das neue  Verfahren Zellstoff aus Fichten, Kiefer und Birke  herstellen. Da das Birkenholz viel     Pentosane    und  Essigsäure ergibt, ist es zweckmässig, für diese Faser  mit     NaOH    von bis zu 7 % in der Kochflüssigkeit  zu rechnen, um in der Ablauge einen     pH-Wert    von  7-8 zu erhalten. Beim Kochen ausschliesslich mit  Wasser erhält man bis zu 10 %     Pentosane.    Ausser  Birke kann man selbstverständlich andere Laubhöl  zer, z. B.     Aspe    und Pappel,     kochen.     



  Da man mit dem neuen Verfahren die Kochzeit  z. B. für     Sulfitkochen    von 12 Stunden bis hinunter  auf 4 Stunden abkürzen kann, bedeutet dies, dass  eine vorhandene     SulfitzellstoffFabrik    mit einer Jah  resproduktion von z. B. 20     0000    Tonnen ihre Pro  duktionskapazität um das Dreifache erhöhen kann,  d. h. bis zu 60 000 Tonnen.  



  Nach den     Sulfit-    und     Sulfatmethoden    hat man  früher nicht Massen herstellen können, die gleich  zeitig Fichte und Birke oder Fichte und Kiefer ent  halten. Durch das neue Verfahren kann man gleich  zeitig Fichte, Kiefer und Birke kochen.  



  Die im erfindungsgemässen Verfahren anfallen  den Nebenprodukte sind von der Temperatur des       Kochens    und des     pH-Wertes    des Wassers abhängig.  Bei einem     pH-Wert    von 4 enthält die Ablauge Essig  säure und Ameisensäure und ausserdem     Pentosen     und     Hexosen,    die in bekannter Weise in Zucker  bzw.     Furfural    umgewandelt werden können. Bei ei  nem     pH-Wert    von 6-9 in der Ablauge erhält man       Pentosen    und     Hexosen    und ausserdem Methanol,  Azeton und     Terpene    in den Abgasen.

   Beim Kochen  von Holzfasern aus Kiefer erhält man in der Ab  lauge Harzseifen, die     Tallölsäure    ergeben.  



  In der Einleitung wurde hervorgehoben, dass man  nach dem erfindungsgemässen Verfahren Massen mit  ausserordentlich hohen     Alphawerten    und hohen     Vis-          kositätswerten    erhält. Die erhaltene Masse ist somit  eine Qualitätsmasse, die sich als     Kunstseidemasse     und Kordmasse und als Ausgangsmaterial zur Her  stellung von     Celluloseestern    und     -äthern    eignet.  



  Es wurde weiterhin gefunden, dass man zur Her  stellung einer Masse hoher Güte vorteilhaft einen       Teil    des beim erfindungsgemässen Verfahren als Aus  gangsmaterial verwendeten mechanisch zerfaserten  Stoffes durch Zeitungsmakulatur ersetzen kann. Es  hat sich dabei erwiesen, dass gewöhnliches Zeitungs  papier, das aus     Schliffmasse    hergestellt wurde, einen       Alphagehalt    von etwa 92     %    ergibt, der an sich für  den Zweck der Erfindung zu niedrig ist.

   Auch die  Viskosität hat sich als zu niedrig     erwiesen.    Es hat  sich jedoch gezeigt, dass ein Zeitschriften- oder     Jour-          nalpapier,    das aus halbchemischer Masse hergestellt  wurde, einen     Alphagehalt    von 97-98     %    ergibt, aller  dings auch in diesem Falle mit einer für Kunstseiden  masse zu niedrigen Viskosität.

        Da die Viskosität und der     Alphagehalt    einer       Schliffmasse,    die in der erfindungsgemässen Weise  gekocht wurde, höher liegen als bei einer der auf  dem Markt     vorhandenen    Massen, hat man hier die  Möglichkeit, eine solche Masse mit aus Zeitungen       (Schliffmasse)    und Journalen und Zeitschriften (halb  chemische Masse) hergestellten Massen     zu    mischen,  damit man eine endgültige Masse mit der erwünsch  ten Viskosität erhält.  



  Für gewisse Herstellungen sind jedoch ein hoher       Alphag-,halt    und eine niedrige Viskosität erwünscht.  Es war früher mit grossen Schwierigkeiten verbunden,  diese     Cellulosequalität    herzustellen, weil man wäh  rend des Bleichprozesses     Oxycellulose    mit zu hohen       Cu-Zahlen    und entsprechend zu niedrigem Alphage  halt erhalten hat, wenn man die Viskosität dadurch  senkte, dass man das Auskochen weit trieb und später  die Faser abbaute. Durch die hier vorgeschlagene  Methode wird jedoch eine elegante Lösung dieses  Problems geboten.  



  Es wurde weiterhin gefunden, dass unter ge  wissen Bedingungen, insbesondere bei Verwendung  von mechanisch zerfasertem Fasermaterial zusam  men mit Zeitungsmakulatur, die Masse bereits vor  dem Einsatz in den Kocher eine weniger erwünschte  Verfärbung hat. Dieser Nachteil     wird    dadurch be  seitigt, dass man vor dem Einsatz in den Kocher das       vorgebleichte    Fasermaterial mit Schwefeldioxyd im  Zusammenhang mit dem Waschen nach der Bleiche  behandelt, wobei man beispielsweise das Waschwas  ser mit     S02    zur sauren Reaktion, z. B.     pH-Wert    4,  versetzt. Durch diese Massnahme wird das Entfernen  des Chlors erleichtert, und eine Masse mit geringerem       Aschegehalt    wird erhalten.

   Ausserdem wird die Nach  bleiche, der die Masse nach dem Kochen unterworfen  wird, erleichtert.  



  Ein Zellstoff, der nach dem neuen     Neutralkoch-          verfahren    mit einem     Alphagehalt    von 97 % herge  stellt wurde, ist mit sogenannter     Edelcellulose    mit  94     %        Alphagehalt        verglichen    worden. Die nach dem  neuen Verfahren gewonnenen Fasern wiesen teils  eine grössere Länge und teils eine andere Struktur  auf. Die nach dem neuen Verfahren gewonnenen  Fasern hatten stumpfe Enden, während Fasern von       @sogenannter        Edelcellulose    an den Enden in eine  Spitze ausgehen. Die Stärke der Fasern war jedoch  in beiden Fällen dieselbe.  



  Weitere Vorteile des beanspruchten Verfahrens  liegen in den rein sanitären Verhältnissen. Sowohl  bei der     Sulfit-    als auch bei der     Sulfatmethode    waren  immer die Luftverunreinigungen und die Verunrei  nigungen der     Sulfitablauge    in Seen und Gewässern       belästigend,    und die Schwierigkeit, die ganze Ab-    Taugemenge einer     Sulfitfabrik    einzuengen, ist derart  bekannt, dass sie kaum     erwähnt    zu werden braucht.  Ebenso hat man es bis jetzt nicht     ermöglichen    kön  nen, den lästigen     Mercaptangeruch    der     Sulfatfabriken     zu beseitigen.  



  Bei dem neuen Verfahren hat man infolge der  Abwesenheit von Schwefelchemikalien in der Koch  flüssigkeit keinerlei Schwierigkeit mit der Reinhal  tung der Luft. Wenn man jedoch im Rahmen der  Erfindung, d. h. bei einem     pH-Wert    von 4-9 bei  Temperaturen von 70-160  C, mit einer Flüssigkeit,  die Schwefelverbindungen enthält,     aufschliesst,    er  hält man zwar einen Geruch nach     Mercaptanen,     aber, da der     Alkaligehalt    der Flüssigkeit im Verhält  nis zu der beim     Sulfatkochen    verwendeten Lauge  sehr gering ist, entstehen entsprechend geringere     Mer-          captanmengen.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Zellstoff mit ho hem Gehalt an Alphacellulose aus Holz, dadurch ge kennzeichnet, dass zunächst das Holz einer mecha nischen Zerfaserung in Gegenwart von Wasser unter worfen wird, dass anschliessend die erhaltene Faser suspension zum Entfernen von Fasermehl und Hydro- lysierungsprodukten entwässert und wieder mit Was ser verdünnt, mit einem Chlorbleichmittel versetzt und bei normaler Temperatur, etwa 20 C, während 0,5 bis 2 Stunden gebleicht wird,
    dass die Faser suspension anschliessend wieder entwässert und wie der gewaschen und danach mit Wasser in einem Kocher bei einem pH-Wert von 4-9 auf eine Tem peratur innerhalb des Bereiches 70-l60 C erwärmt und bis zu drei Stunden auf dieser Temperatur ge halten wird. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Kocher mit heissem Wasser in solcher Menge gefüllt wird, dass das Gewichts verhältnis zwischen Trockensubstanz der Masse und Wasser am Anfang der Aufschliessung 1 : 4 ist. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Kocherfüllung eine so grosse Menge Alkali zugesetzt wird, dass nach Beendigung der Aufschliessung die Ablauge einen pH-Wert von etwa 4-9 aufweist. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass zur Regelung des Alphagehaltes und der Viskosität der endgültigen Cellulosemasse der Kocher ausser mit der mechanisch zerfaserten Masse noch mit Fasern, die aus Makulatur von Zei tungspapier und/oder Journal- und Zeitschriftenpa pier hergestellt sind, gefüllt wird.
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