CH414639A - Verfahren zur Herstellung neuer heterocyclischer Verbindungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung neuer heterocyclischer Verbindungen

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CH414639A
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indole
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benzylthio
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CH1421765A
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Hofmann Albert
Troxler Franz
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Sandoz Ag
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D209/00Heterocyclic compounds containing five-membered rings, condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom
    • C07D209/02Heterocyclic compounds containing five-membered rings, condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom condensed with one carbocyclic ring
    • C07D209/04Indoles; Hydrogenated indoles
    • C07D209/10Indoles; Hydrogenated indoles with substituted hydrocarbon radicals attached to carbon atoms of the hetero ring
    • C07D209/14Radicals substituted by nitrogen atoms, not forming part of a nitro radical
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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Plural Heterocyclic Compounds (AREA)
  • Indole Compounds (AREA)

Description


  



  Verfahren zur Herstellung neuer heterocyclischer Verbindungen
Die   Erfindig    betrifft ein Verfahren zur Herstellung neuer   heterocycl ! ischer Verbindungen der For-    mel I,
EMI1.1     
 worin Ri niederes Alkyl oder Aralkyl und   Ra    Wasserstoff oder niederes Alkyl bedeuten.



   Erfindungsgemäss gelangt man zu den Verbin  dungen    der Formel   I,    indem man a) eine Nitroverbindung der Formel II bzw. M
EMI1.2     
 reduziert, vorzugsweise durch Behandeln mit einem komplexen   Alkalimetallhydrid,    z. B. Lithiumaluminiumhydrid, in einem inerte Lösungsmittel wie abs.



  Dioxan, Tetrahydrofuran u. a. und bei erhöhter Temperatur, z. B.   50-100 .    Die Herstellung des Aus  gangsproduktes    der Formel II bzw. III erfolgt aus einem   4- (Alkylthio)- oder 4- (Aralkylthio)-indol    : Man führt es   durch Behandelin,    mit Phosphoroxychlorid und   DimethyEormami'd    in den entsprechenden Indol3-aldehyd über und kondensiert diesen mit einem Nitroalkan der Formel   Ra-CHz-NDs,    vorzugsweise ohne Lösungsmittel, aber in Gegenwart von Am  moniumacetat,    zur Nitroverbindung der Formel III.



  Oder man setzt das oben genannte   Indbl    mit Formaldehyd und einem sekundären, aliphatischen oder cyclischen Amin, z. B. Dimethylamin,   DiÅathylamin,    Pyrrolidin, Piperidin, Morpholin usw., zu einer Mannich-Base um und erhitzt diese mit einem Nitroalkan der Formel   R2-CH2-N02    in Gegenwart eines Protonenacceptors, vorzugsweise Natriumhydroxyd, wobei eine Nitroverbindung der Formel II entsteht. b) Erfindungsgemäss kann man auch ein Nitril der Formel IV
EMI1.3     
 reduzieren, vorzugsweise mit einem komplexen   Alkalimetallhydrid,    z.   B.    mit Lithiumaluminiumhydrid in Ather, oder mit katalytisch erregtem Wasserstoff, z. B. in Gegenwart von Raney-Ni'ckel in am  moniakalischem Methanol.   



   Die Herstellung der Nitrile der Formel III erfolgt aus einem.   4- (Alkylthio)- oder 4- (Aralkylthio)-    indol : Man setzt es mit Formaldehyd und einem sekundären, aliphatischen oder   cyclischen    Amin, wie z. B. Dimethylamin, Diäthylamin, Pyrrolidin,   Piperi-    din, Morpholin   usw.,    zu einer   Mannich-Base    um und verkocht diese, vorzugsweise nach Quartärisierung mit einem Alkylhalogenid, mit einer wässrigen Alkalicyanidlösung zum Nitril der Formel III. 



   Die gemäss vorliegender Erfindung erhaltenen Endprodukte sind in der Literatur bisher nicht be schrieben worden ; auch unbekannt waren bisher die Ausgangsprodukte. Die Verbindungen der Formel I sind bei Raumtemperatur feste,   kristal3isierte    Stoffe, die in Wasser schwer löslich sind, sich aber in   d'en    üblichen organischen Lösungsmitteln wie z. B. Alkohol, Ather, Aceton, Benzol, Chloroform, usw. leicht lösen. Mit anorganischen und organischen Säuren bilden sie bei Raumtemperatur beständige,   kristalli-    sierte Salze. Sie geben positive Farbreaktionen mit dem   Keller-Reagens      (Eisen-III-chlorid    enthaltender Eisessig und   konz. I-Schwefelsäure)    und mit dem    Van-Urk-Reagens (p-Dixneylarninobenzaldehyd und    verd.

   Schwefelsäure).



   Die Verbindungen der Formel I zeichnen sich durch   interessante-pharmakodynamische Eigenschaf-    ten aus. So weisen viele davon bei der Prüfung am Tier zentral stimulierende Eigenschaften auf : Sie   för-    dern   spinale Reflexe,    wirken motorisch erregend und hemmen die   sedative    bzw. depressive Wirkung des Reserpins. Zudem stimulieren sie auch vegetative, insbesondere symphathische Funktionen und weisen einen gewissen Serotonin-Antagonismus auf.

   Die neuen Indolderivate zeigen eine sehr geringe   Toxizi-      tät.    Einige davon können zur Behandlung verschie  denartigster    psychischer Erkrankungen, wie vor allem von Zwangsneurosen sowie von Depressionen, Verstimmungen   und Angstzuständen neurotischer    und psychotischer Genese, verwendet werden. Sie werden vom Organismus praktisch quantitativ resorbiert und kommen daher vorzugsweise peroral zur Anwendung, können aber ebenso gut subcutan, intramuskulär oder intravenös verabreicht werden. Der Wirkstoff wird als freie Base oder in Form eines wasserlöslichen Salzes verabreicht.

   Im FaNe der oralen Applikation kommen als Darreichungsformen vorzugsweise Tabletten oder   Dragées    in Frage, zu denen die Verfahrenserzeugnisse als Wirkstoffe mit den pharmazeutisch üblichen Trägerstoffen wie Milchzucker, Stärke, Stearinsäure, Talk, usw. verarbeitet werden. Ausserdem stellen die Substanzen wertvolle Zwischenprodukte zur Herstellung von Arzneimitteln dar.



   In den folgenden Beispielen erfolgen alle Temperaturangaben in Celsiusgraden ; die Schmelz-und Siedepunkte sind korrigiert.



   Beispiel 1    3- (2-Amino-propyl)-4-methylthio-indol   
Zu einer auf 50  erwärmten Lösung von 8 g Lithiumaluminiumhydrid in 140   cm3    abs.   Tetrahydro-    furan   n tropft    man eine Lösung von   4,      05      g    3-   (2-Methyl-      2-nitrovinyl)-4-methylthio-indol    in 85 cm3 abs. Tetrahydrofuran und rührt 5 Stunden bei   50 .      Anschlie-      ssend    zersetzt man mit   30    cm3 gesättigter Natrium  sulfattösung    und dampft auf dem Wasserbad zur Trockne ein. Man schüttelt den Rückstand zwischen Äther und Weinsäurelösung aus.

   Aus der weinsauren Lösung werden die basischen Bestandteile mit 2n Natronlauge in   Frtiheit    gesetzt und mit Chloroform extrahiert. Die   Chloroformlösung    wird über Kaliumcarbonat getrocknet und zur Trockne eingedampft.



  Aus dem Rückstand erhält man durch Kristallisation aus Essigester oder   Chloroform/Benzol    das   3- (2-    Amino-propyl)-4-methylthio-indol in Nadeln vom Smp.   143-145 .   



  Keller'sche Farbreaktion : dunkelblau, nach 5 Sek.   lilaviolett.   



  Van Urk'sche Farbreaktion : schwach rosa.



  Methansulfonat :   Blättchen    vom Smp.   227-229     aus Methanol.



   Das als Ausgangsprodukt benötigte   3- (2-Methyl-    2-nitrovinyl)-4-methylthio-indol wird wie folgt hergestellt :    2 Nitro-6-amino-toluol wird    bei   0  diazotiert    und die Diazolösung bei pH 6 zu einem Gemisch von Methylmercaptan und verdünnter Natronlauge in Gegenwart von Kupferpulver gegeben.

   Das entstandene   2-Nitro-6-methylthio-toluol    siedet bei   130 /    0,2 mm Hg ; Smp.   56-58 .    Eine   Löshng    von 2-Nitro6-methylthiotoluol und   Oxalsäurediäthylester    in   Ather    wird 10 Tage   long    bei Raumtemperatur mit Kalium  äthylat    stehengelassen und der ausgefallene   Nieder-    schlag zur Verseifung mit verdünnter Natronlauge bei Raumtemperatur   geschüttelt, die gebilidete (2-Nitro-      6-methylthio-phenyl)-benztraubensäure    kristallisiert aus Benzol in Drusen vom Smp.   107-109 .    Zum Ringschluss wird die Verbindung in verdünnter Natronlauge unter Eiskühlung mit Natriumdithionit behandelt.

   Beim Ansäuren fallt   4-Methylthio-indol 2-    carbonsäure aus ; Nadeln vom Smp.   244-246     aus   Athanol,      Methanol/Benzol oder Athanol/Eisessig    ; Keller'sche und Van Urk'sche Farbreaktion : negativ.



  Obige Carbonsäure wird bei 260-270 /15 mm Hg decarboxyliert. Nach Destilliation bei   145-155 /    0,05 mm Hg schmilzt das erstarrte Destillat bei 44 bis   47 .    Das so erhaltene   4-Methylmercapto-indol    weist eine   braun-violette    Keller'sche   und eine bläue,    violettstichige Van Urk'sche Farbreaktion auf. 4  Methy3ithio-indol      wird-in Dimethylformamid    mit Phosphoroxychlorid zum 4-Methylthio-indol-3-aldehyd   (Smp.      119-120 )    umgesetzt und dieser anschliessend mit Nitroäthan in Gegenwart von Ammoniumacetat zum 3- (2-Methyl-2-nitrovinyl)-4-methylthio-indol kondensiert ;

     dunkelrote    Prismen vom Smp.   171-173'aus Chloroform.   



   Beispiel 2    3- (2-Amino-propyl)-4-benzylthio-indol   
Eine Lösung von 11,48 g   3- (2-Methyl-2-nitro-    vinyl)-4-benzylthio-indol in 180 cm3 abs. Tetrahydrofuran wird bei   50  zu    einer Lösung von 17,5 g   LithiumaXuminiumhydrid    in 250 cm3 abs. Tetrahydrofuran getropft und anschliessend noch 5 Stunden bei dieser Temperatur gerührt. Man zersetzt mit 70 cm3 Methanol und 90 cm3 gesättigter Natriumsulfatlösung und dampft auf dem Wasserbad zur Trockne ein. Man schüttelt den Rückstand zwischen  Ather und Weinsäurelösung aus. Aus der weinsauren Lösung werden die basischen Bestandteile mit 2n Natronlauge in Freiheit gesetzt und mit Chloroform extrahiert. Die Chloroformlösung wird über Kaliumcarbonat getrocknet und zur Trockne eingedampft.



  Aus dem Rückstand erhält man durch Kristallisation aus Chloroform/Benzol das   3- (2-Amino-propyl)-4-    benzylthio-indol in   Nädelchen    vom Smp.   156-158 .   



  Keller'sche Farbreaktion : hellrot, später   bräunlichrot.   



  Van Urk'sche Farbreaktion : negativ.



   Das als Ausgangsprodukt benötigte 3- (2-MethylL 2-nitrovinyl)-4-benzylthio-indol wird wie folgt hergestellt :
Eine diazotierte Lösung von   2-Nitro-6-amino-    toludl wird bei   0     zu einem Gemisch von Benzylmercaptan, verdünnter Natronlauge und   Kupferpul-    ver in Wasser gegeben. Das entstandene 2-Nitro-6  benzylthio-tol, uol    schmilzt bei   106-108  nach    Kristallisation aus Chloroform. Eine Lösung von 2-Nitro6-benzylthio-toluol und   Oxa'laurediäthylester    in abs.



  Tetrahydrofuran wird 12 Tage mit   Kaliumäthylat    stehengelassen. Nach Aufarbeitung wird der Athylester zur Verseifung mit wässriger Natronlauge behandelt ; beim Ansäuren erhält man die rohe   (2 Nitro-      6-benzylthio-phenyl)-brenztraubensäure    als   O±.    Man versetzt sie zum Ringschluss in alkalischer Lösung mit Natriumdithionit und Natronlauge bei   0-5     und'er   hält beim Ansäuern 4-Benzylthio-indbl-2-carbon-    säure ; Smp.   191-192     nach Kristallisation   ajus    Atha  nos    und   Athanol,/Eisessig.    Farbreaktion nach Keller : resedagrün, nach Van Urk : negativ.

   Obige Carbonsäure wird bei   210 /15    mm Hg decarboxyliert. Nach Destillation bei   155 /0,    02 mm Hg schmilzt das erstarrte Destillat bei   32-35 .    Das so erhaltene 4  Benzylthio-indol    weist vor dem Schütteln eine violette, nachher eine braune Keller'sche Farbreaktion auf ;

   Van Urk'sche Farbreaktion : trüb   vioWbSt.    Durch Umsetzung von   4-Benzylthio-indol    mit Phosphoroxychlorid in Dimethylformamid erhält man 4-Benzyl  thio-indol-3-aldehyd    (Smp.   164-166 )    ; die anschlie ssende Kondensation mit   Nitroäthan    in Gegenwart von Ammoniumacetat ergibt   3- (2-Methyl-2-nitro-      viny0-4-benzyl, thio-indol, dunkeZrote    Prismen vom Smp.   160-162  aus Chloroform/Athanol.   



   Beispiel 3    3- (2-Aminoälthyl)-4-benzylthio-indol   
In eine auf   50     erwärmte Lösung von 1,6 g Lithiumaluminiumhydrid und 25 cm3 abs. Tetrahydrofuran tropft man eine Lösung von 1,55 g 3- (2  Nitrovinyl)-4-benzylthio-indol    in 30   cm3    abs. Tetrahydrofuran und rührt 3 Stunden bei   50 .    Anschie  ssend    zersetzt man mit 15 cm3 Methanol und 40   cm3    gesättigter   Natriumsutfatlösung    und dampft auf dem Wasserbad zur Trockne ein. Man nimmt den   Rück-    stand in Wasser auf, filtriert und schüttelt   d'as    Filtrat zwischen Äther und Weinsäurelösung aus.

   Aus der weinsauren Lösung werden die basischen Bestandteile mit 2n Natronlauge in Freiheit gesetzt und mit Chloroform extrahiert. Die Chloroformlösung wird über Kaliumcarbonat getrocknet und zur Trockne eingedampft. Aus dem Rückstand   erhäl't man d'as 3-(2-      Aminoäthyl)-4-benzylthio-indot    in Prismen vom Smp.   120-122     durch Kristallisation aus Benzol.



  Keller'sche Farbreaktion :   dunkelorange.   



  Van Urk'sche Farbreaktion : negativ.



   Das Ausgangsprodukt,   3- (2-Nitrovinyl)-4-benzyl-      thio-indol,    erhält man durch Umsetzung von 4-Ben  zyfthio-indo    mit Phosphoroxychlorid in   Dimethyl-    formamid zum   4-Benzylthio-indol-3-aldehyd      (Smp.   



     164-166 )    und   anschliessendeKondensation mitNitro-    methan in Gegenwart von Ammoniumacetat zum 3  (2-Nitrovinyl)-4-benzylthio-indol    ; Smp.   171-172 .  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung neuer heterocyclischer Verbindungen der Formel I, EMI3.1 worin Ri niederes'Alky3i oder Aralkyl und R2 Wasserstoff oder niederes Alkyl bedeutet, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Nitroverbindung der Formel II bzw. III oder ein Nitril der Formel IV EMI3.2 reduziert.
    UNTERANSPRUCH Verfahren nach dem Patentanspurch, dadurch gekennzeichnet, dass man als Reduktionsmittel ein komplexes Alkalimetallthydrid verwendet.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
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WO2003082271A3 (en) * 2002-04-03 2004-03-25 Astrazeneca Ab Indole derivatives having anti-angiogenetic activity
US20220024956A1 (en) * 2020-02-04 2022-01-27 Mindset Pharma Inc. Psilocin derivatives as serotonergic psychedelic agents for the treatment of cns disorders

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