Verfahren zum Herstellen zusammengefügter Druckerzeugnisse
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen zusammengefügter Druckerzeugnisse, z. B.
Zeitschriften, aus wenigstens teilweise bedruckten Bahnen.
Zeitschriften und dergleichen, die im Rotationsdruckverfahren hergestellt werden, werden vielfach in Teilproduktion gedruckt, indem eine oder mehrere Rotationsdruckmaschinen jeweils einen Teil solcher Zeitschriften herstellt. Die Notwendigkeit der Teilproduktion ergibt sich u. a. auch daraus, dass eine Zeitschrift beispielsweise einen farbigen Umschlag und/oder farbig gedruckte Seiten haben soll.
Nach der Herstellung der Druckerzeugnisse bzw. der Teildruckerzeugnisse erfolgt eine buchbinderische Bearbeitung unter Verwendung einer Zusammentragmaschine mit anschliessender Falzen und Heftmaschine. Da die Leistung der buchbinderischen Bearbeitung zur Druckleistung im Verhältnis von 1 : 4 bis 1 : 5 steht, werden nach einem älteren Vorschlag bei einem Verfahren zum Drucken, Falzen und Heften von Druckerzeugnissen, die von einer oder mehreren Rotationsdruckmaschinen hergestellten Teildruckerzeugnisse auf eine oder mehrere Rollen eines Aufwickelapparates aufgewickelt und nach Wiederabwickeln dieser Rolle bzw.
Rollen über einen oder mehrere Rollensterne einem Heft- und Falzapparat, wie er üblicherweise an Rotationsmaschinen benutzt wird, zugeführt, wo dann das Falzen und Heften zum fertigen Druckerzeugnis erfolgt. Das Aufwickeln der hergestellten Teilerzeugnisse auf eine oder mehrere Rollen stellt dabei eine Speicherung dar, welche es ermöglicht, die hergestellten und auf eine oder mehrere Rollen aufgewickelten Teilerzeugnisse in einem gewünschten Zeitpunkt dem Falz- bzw. Heftapparat zur Fertigstellung des Druckerzeugnisses zuzuführen.
Eine solche Speicherung hat auch den Vorteil, dass die Rotationsmaschine bzw. -maschinen voll ausgelastet werden können und dass das Zusammentragen, Heften, und Falzen des fertigzustellenden Druckerzeugnisses unabhängig von der Arbeitsgeschwindigkeit der Rotationsmaschine bzw. -maschinen erfolgt.
Der Leistungsfähigkeit dieses Verfahrens ist eine bestimmte Grenze insoweit gesetzt, als mit der Verwendung eines Falzen und Heftapparates ein Druckerzeugnis mit nur einer begrenzten Anzahl von Seiten - etwa 160 Seiten - hergestellt werden kann, da ein Falzen und Heften von Druckerzeugnissen in einer unbegrenzten Dicke wegen des Falzvorganges und der zu verwendenden Heftklammern nicht möglich ist.
Die Erfindung bezweckt, ein Verfahren zur Herstellung zusammengefügter Druckerzeugnisse zu schaffen, bei dem diesle Erzeugnisse (z. BI. Zeitschriften oder dergleichen) in einer beliebigen, gewünschten Dicke auf kontinuierliche Weise hergestellt werden, wodurch wesentlich höhere Leistungen erzielt werden können als bei Verwendung von Zusammen tragmaschinen. Dabei soll eine Umstellung bereits vorhandener Einrichtungen auf das zu schaffende Verfahren ohne erheblichen maschinellen Aufwand möglich sein.
Die Erfindung geht von dem älteren Vorschlag aus, gemäss welchem bei einem Verfahren zur Herstellung zusammengefügter Druckerzeugnisse aus bedruckten Bahnen die Bahnen nach dem Drucken auf Rollen gespeichert werden, so dass sie in einem gewünschten Zeitpunkt und unabhängig von der Druckmaschine den weiteren Arbeitsvorgängen unterworfen werden können, die dann zu dem fertigen Druckerzeugnis führen.
Nach dem erfindungsgemässen Verfahren werden die auf Rollen gespeicherten Bahnen nach dem Abwickeln zu wenigstens einem Strang, in dem die Bahnen übereinanderliegen, zusammengeführt, wo bei der Strang halb so viel Bahnen enthält, wie das herzustellende Druckerzeugnis Seiten haben soll. Der Strang wird an mindestens einer Schmalseite mit einem Bindemittel überzogen, wenigstens eine zur Bildung der Umschläge oder Rücken dienende Bahn wird zugeführt und um die Schmalseite umgeschlagen. Danach wird der Strang mit der Umschlag- oder Rückenbahn in die einzelnen Druckerzeugnisse quer getrennt.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung schematisch dargestellt.
Fig. 1 zeigt schematisch einen Satz von Zuführvorrichtungen.
Fig. 2 zeigt eine schaubildliche Ansicht der Vorrichtung zum Aufbringen des Deck- bzw. Umschlagmaterials.
Fig. 3 zeigt eine schaubildliche Ansicht einer Vorrichtung zum Aufbringen eines Deckmaterials auf die Kanten der Bahnen.
Fig. 4 zeigt eine Querschnittsansicht zweier Bücher oder dergleichen, welche gemäss dem Verfahren nach Fig. 3 hergestellt wurden.
Fig. 5 zeigt eine weitere abgeänderte Ausführungsform einer Vorrichtung zum Herstellen von Büchern, bei welcher eine äussere Schutzschicht oder ein Umschlag an dem Buch oder dergleichen angebracht wird.
Die Fig. 6 bis 12 zeigen Querschnittsansichten von Büchern oder dergleichen, welche gemäss verschiedenen Ausführungsformen des Verfahrens nach der Erfindung hergestellt worden sind.
In Fig. 1 sind mit 1 mehrere, später Blätter des Druckerzeugnisses bildende, bedruckte Bahnen bezeichnet, die von nicht dargestellten Rollen abgezogen werden, auf welche jede Bahn 1 bei ihrem Austritt aus einer Druckmaschine aufgewickelt worden ist, welche auf die Bahnen eine Folge von Druckerzeugnis-Seiten gedruckt hat.
Diese Bahnen 1 werden in schmälere Bahnen 2 aufgeschnitten und - wie Fig. 1 zeigt - in Längsrichtung über Umlenkstangen 3 zu einem Strang zusammengeführt, in dem die bedruckten Bahnen 2 so übereinander angeordnet sind, dass nach geeignetem Zerschneiden des Stranges Druckerzeugnisse entstehen, deren Blätter in der vorbestimmten Folge angeordnet sind.
Die Bahnen 2 werden zwischen zusammen arbeitende Vorschubwalzen 4 gezogen, von denen nur eine dargestellt ist, und dann zwischen einem weiteren Paar Vorschubrollen 5 gefördert. Zwischen den Vorschubwalzen 4 und 5 ist an einer Seite des Stranges eine mit 6 bezeichnete Fräse vorgesehen, welche eine Schmalseite des Stranges 2 aufrauht, wie Fig. 2 zeigt.
Hinter den Vorschubrollen 5 ist ein mit 7 bezeichnetes Leimwerk angeordnet, das aus einer oder mehreren Leimauftragrollen bestehen kann, durch die die aufgerauhte Schmalseite des Stranges mit einem Bindemittel bedeckt wird. Eine oder mehrere solche Leimwerke können verwendet werden.
Ein Umschlagmaterial wird in Form einer Bahn 8 von einer (nicht dargestellten) Rolle oder Walze zugeführt. Diese Bahn 8 kann bedruckt sein, um eine Aufeinanderfolge von bedruckten Hüllen zu schaffen.
Dabei kann die Bahn 8 nach dem Drucken auf eine Rolle oder Walze aufgewickelt werden, wenn sie aus der Druckmaschine kommt.
Die Bahn 8 wird auf einer Schmalseite und den Breitseiten des durch die übereinander angeordneten Bahnen 2 gebildeten Stranges angebracht und zu einer U-Form gestaltet, wobei der Steg des U durch Druckrollen 9 gegen die Kanten der Bahnen 2 gedrückt wird, die mit dem Bindemittel überzogen sind, so dass der Steg des U mit diesen Kanten fest verbunden wird und den Rücken des Druckerzeugnisses bildet.
Der auf diese Weise zusammengesetzte Strang wird dann zwischen weiteren Führungswalzen 10 hindurchgeführt, die ihn einer Schneidvorrichtung 11 zuführen, deren Messer rechtwinklig zum Strang bewegbar ist, und ausserdem vorzugsweise eine Bewegungskomponente in der Bewegungsrichtung des Stranges während des Schneidvorganges hat, so dass die kontinuierliche Bewegung des Stranges nicht unterbrochen zu werden braucht. Nach dem Aufbringen des Umschlages oder der Hülle 8 auf die übereinanderliegenden blattbildenden Bänder 2 wird somit eine Aufeinanderfolge von miteinander verbundenen Druckerzeugnissen hergestellt, und die Schneidvorrichtung 11 arbeitet dahingehend, diese Druckerzeugnisse 12 vom Strang abzutrennen.
Die Schneidvorrichtung kann von beliebiger geeigneter Art sein und aus einer Guillotine oder Säge bestehen, beispielsweise einer Bandsäge oder einer Kreissäge. Es kann auch ein System von Sägen verwendet werden, die in Achsrichtung eines die Sägen tragenden (nicht dargestellten) Zylinders angeordnet sind, wobei die Sägen wechselweise arbeiten. Dabei ist die Umlaufsgeschwindigkeit des Zylinders gleich der Geschwindigkeit des laufenden Stranges, so dass die Sägen sich mit der Geschwindigkeit des Stranges bewegen, während derselbe zerschnitten wird.
Bei einer abgeänderten Ausführungsform kann das Abdeckmaterial nur an der Schmalseite des Stranges aufgebracht werden, auf welche das Binde mittel aufgebracht wurde, um so nur einen Rücken für die Druckerzeugnisse zu bilden.
Bei einer abgewandelten Ausführungsform können auf den Bahnen 2 jeweils zwei Sätze von Blättern des Druckerzeugnisses gedruckt sein, wobei die einzelnen Blätter hintereinander und die beiden Sätze nebeneinander gedruckt werden und die Blätter des einen Satzes mit den Blättern des anderen Satzes in Richtung der Breite der Bahn fluchten. In diesem Falle werden beide Schmalseiten des Stranges aufge rauht und ein Bindemittel auf sie aufgebracht, und dann wird Umschlagmaterial an jeder Schmalseite aufgeklebt.
Die letztgenannte Ausführungsform ist in Fig. 3 wiedergegeben, in welcher die gleichen Bezugszeichen für die gleichen Elemente wie in Fig. 2 benutzt wurden. Dieses Beispiel weicht von den in Fig. 2 dargestellten Ausführungsformen auch insoweit ab, als das Abdeckmaterial nur auf die aufgerauhten Kanten der Bahnen 2 aufgebracht wird, um lediglich den Rükken der Druckerzeugnisse zu bilden. Gemäss Fig. 3 wird das Abdeckmaterial 17 den aufgerauhten Kanten mit Hilfe von Walzen oder Rollen 18 zugeführt.
Das Abdeckmaterial 17 wird auf die Kanten vermittels Walzen oder Rollen 13 aufgebracht und dann über die oberen und unteren Kanten des durch die Bahnen 2 gebildeten Stranges vermittels Rollen 14 umgefaltet und festgelegt. Dann werden die beiderseits eines leeren Mittelstreifens bedruckten Bahnen 2 durch eine Säge 16, die auf einer drehbaren Welle
19 sitzt, längs voneinander getrennt und dann durch zwei weitere Walzen 20 weitergefördert. Die getrennten, Stränge bildenden Bahnteile werden der Schneidvorrichtung 11 zugeführt und in Druckerzeugnisse quer getrennt. In diesem Falle werden zwei Reihen von Druckerzeugnissen gleichzeitig hergestellt, deren Rücken mit Abdeckmaterial überzogen sind.
Ein Querschnitt durch zwei dieser Druckerzeugnisse in der Lage, welche sie in der Reihe haben, ist in Fig. 4 schematisch dargestellt.
Die Druckerzeugnisse können beliebiges Format (Höhe grösser als Breite oder umgekehrt, Breite grö sser als Höhe) haben.
Gewünschtenfalls können die Druckerzeugnisse während ihrer Herstellung mit losen Blättern versehen werden, beispielsweise mit Reklameblättern. Zu diesem Zweck können die losen Blätter in Form von Bahnen (nicht dargestellt) hergestellt werden, die, wie die anderen Bahnen, nach dem Druoken zunächst auf eine Rolle aufgewickelt werden. Dabei ist die Breite der später die losen Blätter des fertigen Erzeugnisses bildenden Bahnen kleiner als die später die Seiten des fertigen Erzeugnisses bildenden Bahnen, und die ersteren Bahnen werden zusammen mit den letzteren in solcher Weise zugeführt, dass die Kanten der ersteren zwischen denen der letzteren zurückversetzt sind, so dass das Bindemittel nicht auf die Kanten der später die losen Blätter bildenden Bahnen gelangt.
Weiterhin ist es möglich, einzelne Blätter vor dem Zusammenführen der die Seiten des Druckerzeugnis ses bildenden Bahnen zwischen diese einzufügen.
Es können auch Druckerzeugnisse mit einer äu sseren Schutzhülle hergestellt werden, die aus einem
Kunststoff bestehen und auch durchsichtig sein kann.
Diese äussere Schutzhülle wird auf den Strang vor dessen Trennung aufgebracht, und zwar im fortlaufenden Verfahren. Zu diesem Zweck wird eine Bahn aus Umhüllungsmaterial dem Strang zugeführt und rings um den Strang gelegt, entsprechend dem in Verbindung mit Fig. 2 Beschriebenen. Dann werden die
Ränder des Umhüllungsmaterials durch z. B. ein Bindemittel fest miteinander verbunden. Falls das Umhüllungsmaterial ein Kunststoffmaterial ist, können die Ränder in bekannter Weise durch Schweissen, beispielsweise durch einen Hochfrequenzschweissprozess, miteinander verbunden werden.
Weiterhin kann dieses Umhüllungsmaterial durch ein Bindemittel mit den Aussenseiten des Stranges fest verbunden werden, so dass beim fertigen Druckergebnis, z. B. Buch, die eigentliche Buchhülle durch eine durchsichtige Umhüllung geschützt ist, die fest mit der Hülle verbunden ist.
Fig. 5 zeigt eine Vorrichtung zum Aufbringen einer Umhüllung oder einer äusseren Schutzabdekkung 21. Diese Umhüllung 21 wird in ähnlicher Weise zugeführt, wie oben in bezug auf die Bahn 8 beschrieben wurde, jedoch mit dem Unterschied, dass zwei Bahnen Umhüllungsmaterial 21 und 22 eine von oben und eine von unten dem Strang bedruckter Bahnen 1 zugeleitet wird. Die Breite dieser Umhüllungsbahnen 21 und 22 ist etwas grösser als die Breite des Stranges. Diese Bahnen 21 und 22 werden dann miteinander durch zwei Sätze Walzen oder Rollen 23 vereinigt, die beispielsweise erhitzt werden oder denen eine elektrische Hochfrequenzenergie zugeführt wird, wodurch die Bahnen miteinander verschweisst werden. Dann wird das Ganze durch die Schneidvorrichtung 11 in umhüllte Druckerzeugnisse zerschnitten.
Die Fig. 6 bis 12 zeigen Querschnitte von Druckerzeugnissen, z. B. Büchern, die gemäss dem beschriebenen Verfahren hergestellt sind.
Fig. 6 zeigt einen Querschnitt eines Buches, das mit einer Abdeckung 8 gemäss dem in Fig. 2 dargestellten Verfahren versehen ist.
Fig. 7 zeigt einen Querschnitt eines Buches oder dergleichen, das gemäss dem Verfahren, wie es in Verbindung mit Fig. 3 beschrieben worden ist, hergestellt wurde.
Fig. 8 zeigt einen Querschnitt eines Buches ähnlich Fig. 6 mit in sich umgefalteten Blättern, die an den Kanten mit Klebmaterial bedeckt sind.
Fig. 9 zeigt ein Beispiel ähnlich wie Fig. 8 mit umgefalteten Blättern, bei dem jedoch das Abdeckmaterial nur an einer Kante vorgesehen ist. Die Enden dieses Abdeckmaterials übergreifen das Buch nur teilweise.
Fig. 10 zeigt einen Querschnitt zweier Bücher ähnlich denen in Fig. 8, bei denen ein Abdeckmaterial von beiden Seiten aufgebracht wird, d. h. eine Verdoppelung des Verfahrens wie in Verbindung mit Fig. 2 beschrieben wurde.
Fig. 11 zeigt zwei Bücher, die gemäss dem Beispiel der Fig. 3 hergestellt wurden.
Fig. 12 zeigt ein Beispiel, gemäss welchem zwei Bücher durch ein einziges Umhüllungsmaterial bedeckt sind, das rings um seine Enden gefaltet ist und an der Unterseite der Bücher gegeneinander stösst.
Die gestrichelten Linien in den Fig. 10 bis 12 deuten die Trennlinie an, an denen die Reihen einander gegenüberliegender Bücher voneinander getrennt werden.
Durch die beschriebenen Verfahren ist es möglich, Druckerzeugnisse, z. B. Bücher, beliebiger gewünschter Dicke und Grösse durch entsprechendes Bedrucken von Bahnen auf einer Rotations-Druckmaschine herzustellen, wobei die Bahnen entsprechend dem Format des Druckerzeugnisses durch entsprechend eingestellte Schneidvorrichtungen beim Abtrennen der Erzeugnisse vom Strang gemeinsam zugeschnitten werden.
Die Bahnen, welche nach dem Zerschneiden des Stranges die Seiten des Druckerzeugnisses bilden, können auch nur teilweise bedruckt sein, um auch leere Seiten zu bilden.