CH415421A - Verfahren zum Betreiben eines brennerbeheizten Schachtofens und Schachtofen zur Durchführung desselben - Google Patents
Verfahren zum Betreiben eines brennerbeheizten Schachtofens und Schachtofen zur Durchführung desselbenInfo
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Description
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Verfahren zum Betreiben eines brennerbeheizten Schachtofens und Schachtofen zur Durchführung desselben Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines brennerbeheizten Schachtofens zum Brennen und Sintern von Schüttgut, wie Kalle, Dolomit, Magnesit usw.,
der durch Eindrücken von Unterwind unter Druck gefahren wird und in der Aussenwand angeordnete Brenner aufweist. Die mit dem Erfindungsgegenstand zu lösende Aufgabe wird in einer Verbesserung der Wirkungsweise des Verfahrens bzw. des Ofens gesehen.
Die bekannten, durch Gas-, 0e1- oder Kühlen- staubbrenner beheizten Schachtöfen werden meist als gesaugte Oefen betrieben, in denen ein am Gichtende des Ofens angeordnetes Gebläse die von den Brennern erzeugten Gase durch den Ofenschacht saugt. Hierbei werden die Brenngase bzw. die Brennerflam- men unmittelbar nach ihrem Eintritt in den Schacht nach oben abgelenkt, so dass der Kern der Schüttung meist nur ungenügend beheizt wird, was ein ungleich- mässiges Brennen oder Sintern des Gutes zur Folge hat.
Abgesehen davon kommen bei den bekannten Oefen die Brennerflammen mit dem Schüttgut in Berührung, so dass beispielsweise beim Brennen von Kalk, die Kalkstücke örtlich überhitzt werden und an den überhitzten Stellen Krusten bilden, die ein gleichmässiges Durchbrennen des Kalkstückes nicht mehr zulassen:
Im allgemeinen ist deshalb in diesen Oefen eine Entsäuerung des Kalksteines bis auf höchstens 5-7 % möglich, ein Ergebnis, das nicht befriedigen kann, da derartiger Kalk für Stahlwerke ungeeignet ist und lediglich als Baukalk in Frage kommt.
Eine bekannte Ausführung eines brennerbeheizten Schachtofens besteht darin, dass er oberhalb der Brenner mit Einrichtungen zum Einblasen unbrennbarer Gase und unterhalb der Brenner mit Einrichtungen zum seitlichen Abzug von Kühlluft ausgerüstet ist. Dadurch sollen Druckverhältnisse innerhalb des Ofens geschaffen werden, die die Brennerflamme von der Ofenwand weg in Richtung zur Ofenachse lenken.
Folglich findet auch hierbei eine direkte Beflammung des Schüttgutes statt, welche beim Brennen von Kalk, Dolomit usw. die varstehend angeführten Nachteile mit sich bringt. Da ausserdem der Ofen ebenfalls nach dem Saugverfahren arbeitet, ist eine das Schüttgut gleichmässig durchdringende Beheizung nicht garantiert, so dass sich auch oberhalb des Brennerbereiches bzw. in der Brennzone örtliche Ueberhit- zungen einstellen, welche die Vorgänge im Ofen nachteilig beeinflussen.
Es sind ferner mit Druckluft betriebene Schacht- öfen bekannt, an deren Unterteil eine luftdichte, dem Bedienungspersonal zugängliche Schleuse angebracht ist. In diese Schleuse wird Druckluft eingeblasen, die durch den Austrag in den Schachtofen eindringt und die Verbrennungsluft für in der Schachtwand angeordnete, zur Ofenmitte gerichtete Brenner liefert, deren Flammen das Gut direkt beaufschlagen, so dass die besagten nachteiligen Ueberhitzungen und Verkrustungen des Gutes an diesem bekannten Ofen ebenfalls auftreten.
Die gestellte Aufgabe wird gemäss der Erfindung dadurch gelöst, dass von mit Brennkammern ver- sehenen Druckbrennern erzeugte, zum Teil noch brennbare Bestandteile enthaltende Heissgase in den Ofen eingedrückt werden, die sich mit dem aufsteigenden Unterwind vermengen und ein die Behandlung des Gutes bewirkendes Gemisch bilden, wobei der Unterwinddruck im Brennerbereich etwa dem Druck der Brennergase entspricht.
Der zur Ausführung des Verfahrens dienende Schachtofen zeichnet sich dadurch aus, dass die Abstände zwischen den in der Ofenwand auf den Ofen-
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umfang gleichmässig verteilt angeordneten Brennern grösser als drei und kleiner als zehn Durchmesser der Brennermündungen sind.
Ausführungsbeispiele des zur Durchführung des Verfahrens dienenden Schachtofens sind in schematischer Darstellung in den Zeichnungen gezeigt: Fig. 1 einen senkrechten Längsschnitt eines ersten Ausführungsbeispieles, Fig.2 einen ebensolchen eines zweiten Ausfüh- rungsbeispieles.
In Fig. 1 bedeutet 1 die Wand des Schachtofens, die den Schacht 2 einschliesst, an dessen oberen Ende sich ein Trichterverschluss 3 und eine Gichtgasabfüh- rungsleitung 4 befindet, wogegen sich dem unteren Ende des Schachtes 2 die üblichen, in der Zeichnung der Einfachheit halber nicht dargestellten Austragsvorrichtungen anschliessen, die in einem nur angedeuteten Podest 5 untergebracht sind.
In den Boden des Schachtes 2 mündet eine Leitung 6, die mit einem Druckgebläse in Verbindung steht und deren Mündungsöffnung eine Unterwinddüse 7 aufweist, die den Luftstrom in den eingezeichneten Pfeilrichtungen auslenkt. Oberhalb derLuftdüse 7 sind in derSchacht- wand Beobachtungsöffnungen 8 vorgesehen und dar- über wiederum Druckbrenner 10, die zum Schachtboden hin geneigt sind. Die Brenner 10, von denen im Ausführungsbeispiel sechs Stück auf den Umfang des Ofens gleichmässig verteilt angeordnet sind,
weisen Brennkammern 11 mit verjüngtem Austrittsquerschnitt auf, ferner eine Luftleitung 12, eine Druckluft und Brennstoff führende Leitung 13 sowie eine Leitung 14, durch die Luft den Brennkammern 11 unmittelbar zufliesst. Die Luftleitungen 12 und 14 sind an eine gemeinsame Ringleitung 15 angeschlossen, die über eine Leitung 16 von einem Gebläse 17 gespeist wird, in dessen Ansaugstutzen 18 eine Leitung 19 mündet, die zu einer am oberen Ende des Schachtes angeordnete, zweite Ringleitung 20 führt, welche ihrerseits über Durchgangsöffnungen 21 mit dem Schacht 2 in Verbindung steht.
Die Betriebsweise des Ofens gemäss dem ersten Ausführungsbeispiel Fig. 1 ist folgendermassen: Der Schacht 2 wird über den Trichterverschluss 3 mit dem Schüttgut, beispielsweise Kalk, begichtet. Der Kalk- stein wandert entsprechend dem fortschreitenden Brennvorgang stetig nach unten und passiert dabei zunächst die Vorwärmzone, dann die Brennzone und schliesslich die Kühlzone, um alsdann mit Hilfe von im Podest 5 angeordneten Austragsvorrichtungen fertiggebrannt ausgetragen zu werden.
Beim Durchwandern der Vorwärm- und Brennzone ist der Kalkstein einer stetigen Beaufschlagung durch aufsteigende heisse Gase ausgesetzt, die von den Brennern 10 erzeugt werden, denen der Brennstoff unter Druck durch die Leitungen 13 zugeführt und mittels der durch die Leitung 12 zuströmenden Verbrennungsluft verbrannt wird. Hierbei entstehen in den Brennkammern 11 Gase von verhältnismässig hohem Druck und hoher Temperatur.
Die Tempera- tur der Brennergase kann durch Zuführen von Abgas-Luftgemisch durch die Leitungen 14 in die Brenn- kammern 11 auf die günstigste Ofenbetriebstempera- tur gebracht werden, während man den Druck durch die düsenartige Austrittsverengungen der Kammern in eine derartige Geschwindigkeit umwandelt, dass die Gase durch das Schüttgut hindurch bis zur Längsachse des Schachtes vordringen, wobei sie sich mit dem vom Schachtofen aufsteigenden Unterwind vermengen,
der von den Unterwinddüsen 7 gleichmässig über den Ofenquerschnitt verteilt vom Ofenfuss aufsteigt. Der Druck des eingeführten Unterwindes ist dabei so bemessen, dass die aus den Brennkammern in den Schacht eintretenden Brenngase keine ins Gewicht fallende Ablenkung nach oben erfahren. Die Abhitzegase der Brenner und der beim Kühlen des gebrannten Kalkes heissgewordene Unterwind durchströmen gemeinsam und unter Ueberdruck die Brenn- und Vorwärmzone des Ofens,
wobei die noch brennbaren Bestandteile der von den Brennern erzeugten Heissgase fein nachbrennen, -so dass die Hitze von Kalkstein gleichmässig durchdringt und entsäuert.
Von den die Gicht verlassenden Abgase wird eine Teilmenge über die Ringleitung 20 und die Leitung 19 vom Gebläse 17 abgezogen und je nach Bedarf mit Frischluft vermischt. Das von der Ringleitung 15 geführte Gemisch von Abgas und Luft wird dabei auf seine Temperatur und seinen 0z-Gehalt laufend kontrolliert und entsprechend den Ergebnissen über eine Steuereinrichtung ein in die Leitung 19 eingebautes, den Zufluss der Abgase zum Gebläse 17 regelndes Absperrorgan 22 gesteuert.
Ferner sind Regelorgane 23 bis 25 in den Bren- neranschlussleitungen 12 bis 14 angeordnet, um die Brenner 10 den jeweiligen Betriebsbedingungen anpassen zu können, d. h. die Verbrennung des Brennstoffes mehr oder weniger reduzierend zu gestalten, womit schliesslich der Umfang der Nachverbrennung im Ofen bestimmt wird.
Wie in Fig. 1 strichpunktiert angedeutet, ist es auch möglich, unterhalb der Brenner 10 Oeffnungen 26 vorzusehen, durch die heissgewordener Kalkwind entnommen und als Verbrennungsluft den Brennern zugeführt werden kann.
Im zweiten Ausführungsbeispiel ist in Fig. 2 mit 1 wiederum die den Schacht 2 einschliessende Wand des Schachtofens bezeichnet, der auf einem Podest 30 ruht und dessen unteres Schachtende eine Austrags- öffnung 31 aufweist, die mit Hilfe einer Schleuse 32 luftdicht abschliessbar ist. Ueber der Austragsöffnung 31 ist eine Einlassöffnung 33 für den durch ein Gebläse 34 erzeugbaren Unterwind vorgesehen und dar- über ein die Schüttgutsäule tragender Drehrost 35.
Unterhalb der Längsmitte des Ofenschachtes 2 befinden sich Brenner 36, die in einer Ebene auf den Umfang des Ofens gleichmässig verteilt angeordnet sind und denen der Brennstoff durch Leitungen 37 zu- fliesst, zu dessen Verbrennung entweder Frischluft oder ein Gemisch aus Frischluft und vorgewärmtem
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Unterwind verwendet wird.
Hierzu sind unterhalb der Brenner 36 in der Ofenwand 1 Oeffnungen vorgesehen, durch die Unterwind in eile Ringleitung 38 abströmen kann, an die ein Gebläse 39 angeschlossen ist, das den vorgewärmten Wind in eine zweite Ringleitung 40 drückt, welche mit den einzelnen Brennern 36 durch Stichleitungen 41 in Verbindung steht. Die Frischluftzuführung erfolgt ebenfalls durch eine über Stichleitungen 42 mit den Brennern 36 verbundene Ringleitung 43.
Nahe der Gicht des Ofens sind in der Ofenwand 1 Oeffnungen 44 vorgesehen, durch die beim Brennen oder Sintern von starkwasserhaltigem Gut sich entwickelnder Wasserdampf austreten kann.
In das Begichtungsende des Schachtes 2 ragt ein rohrförmiger Körper 45 hinein, durch den der Ofen beschickt werden kann. Der Körper 45 ist in seinem äusseren Durchmesser kleiner gehalten, als der Ofen- innendurchmesser, so dass durch den dazwischen verbleibenden Raum 46 die Gichtgase in der Gichtgas- abführungsleitung 47 abziehen können.
Die Beschik- kung erfolgt mittels einer Fördereinrichtung 48, die automatisch einschaltet, sobald die Schüttgutsäule im Beschickungskörper 45 auf einen bestimmten Punkt 49 gesunken ist, der nicht unterschritten werden darf, damit der Ofendruck gewahrt bleibt, d. h. die Ofengase nicht durch die Gutsäule entweichen können. Ist der Füllkörper nahezu aufgefüllt und hat das Schüttgut einen bestimmten Stand 50 erreicht, dann schaltet die Fördereinrichtung wieder automatisch ab.
Die Betriebsweise des Ofens ist ähnlich wie beim Ofengemäss Fig. 1.
Der Schacht 2 wird über den Beschickungskörper 45 mit Schüttgut begichtet, das mit fortschreitendem Brennen oder Sintern stetig nach unten wandert, wobei es zunächst die Vorwärmzone und dann die Brennzone und schliesslich die Kühlzone passiert, um alsdann mit Hilfe einer in der Zeichnung nicht dargestellten Austragsvorrichtung aus der Schleuse 32 ausgetragen zu werden.
Die Brennerzahl muss nicht auf die in den Ausführungsbeispielen gezeigte Anzahl beschränkt sein, sondern kann darüber oder darunter liegen, wobei dieAustrittsquerschnitte der Brennkammern beispielsweise auch rechteckig sein könnten. Ausserdem ist es insbesondere bei Schachtöfen mit kleinerem Querschnitt möglich, die Brenner 10 genau horizontal anzuordnen, da dort die Ablenkungsgefahr der Abhitze- gase nach oben geringfügig ist.
Beim beschriebenen Ofen ergibt sich durch die Vermischung der Heissgase mit dem Unterwind eine feine, überall gleichmässige Nachverbrennung der noch brennbaren Heissgasbestandteile, die ohne nachteilige Ueberhitzung eine intensive Erwärmung des Schüttgutes ermöglicht, so dass sich die Brennzone verkürzt und der Ofen infolgedessen niedriger gebaut werden kann als bisher. Die Intensität der Nachverbrennung ist durch die Brenner regelbar,
die je nach Verbrennungsluftzufuhr Heissgase mit mehr oder weniger noch brennbaren Bestandteilen liefern. Im ganzen gesehen sind die neuen Oefen allen Anforderungen der Praxis gewachsen, vor allem lässt sich in ihnen auch Kalkstein bis unter 2 % entsäuern, so dass die Herstellung von Stahlwerkskalk nicht mehr auf koksbeheizten Ofen beschränkt ist.
Es besteht die Möglichkeit, im Bedarfsfalle einen Teil der Ofenabgase unterhalb der Gicht abzuziehen und mit Frischluft vermischt den Brennern zuzuführen. Dadurch lässt sich die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens in einfacher Weise erhöhen. Vorteilhaft wird man dabei die Temperatur und den 02-Gehalt der Brennerluft fortlaufend kontrollieren und über eine die Abgasbeimischung regelnde Einrichtung konstant halten.
Ferner ergibt sich eine Verbesserung des Verfahrens in wirtschaftlicher Hinsicht, wenn unterhalb der Brenner vorgewärmter Unterwind abgezogen und den Brennern zugeleitet wird.
Was die Sauerstoff-Brennstoff-Verhältnisse im Ofen und in den Brennern anbetrifft, so verhält sich die effektive Luftmenge zur .stöchiometrischen Luftmenge beim Brennen von Schüttgut wie 1,1 bis 2,0: 1 vorzugsweise 1,2 bis 1,6: 1 und beim Sintern von Schüttgut wie 1,3 bis 2,1 : 1, unter Zugrundelegung des Gesamtluftbedarfes, der sich aus der Luft für die Verbrennung in den Brennern und aus der in den Schachtofenunterteil eingeführten Unter- bzw. Kühlluft ergibt.
Hinsichtlich der Verbrennung des Brennstoffes in den Brennern wird vorgeschlagen, dass bei der Verwendung von flüssigen Brennstoffen die Verbrennung zweckmässig mit sauerstoffchiometrischer Luftmenge wie 0,5 bis 1,0: 1 beim Brennen von Schüttgut vorzugsweise 0,6 bis 0,8 : 1 verhält. Auch das Verbrennen von Gasen mit einem untern Heizwert von über 4 000 kcal/Nm3 geht mit Sauerstoffmangel vor sich, wobei das besagte Verhältnis 0,4 bis 1,0: 1, beim Brennen von Schüttgut vorzugsweise 0,65 bis 0,85: 1 beträgt.
Haben die Brenngase einen unteren Heizwert der kleiner als 4 000 kcal/Nm3 ist, dann liegt das Verhältnis der effektiven Luftmenge zur stöchiometrischen Luftmenge bei 0,6 bis 0,8: 1. Die dabei erzeugten Heissgase eignen sich jedoch infolge ihrer verhältnismässig niedrigen Temperatur vornehmlich zum Brennen von Schüttgut.
Verwendet man als Sauerstoffträger für die Brenner an Stelle von Frischluft ein Luftgemisch, beispielsweise aus Luft und Ofenabgas, so wird diesem Gemisch vorteilhaft 1 bis 3 % mehr Sauerstoff beigegeben, als zum Erzielen der gewünschten Brenner- flammtemperatur erforderlich ist, wenn man von einer Temperatursteigerung von 100 C pro 1 % Sauerstoff ausgeht. Diese 1 bis 3 % mehr Sauerstoff bedeuten einen Sicherheitszuschlag, der wegen der stets unvollständigen Vermischung der Gase in den Brennern zweckmässig zugegeben wird.
Dient als Sauerstoffträger für die Brenner reine Frischluft, so ist der Sicherheitszuschlag nicht erforderlich, jedoch wird man die Frischluft vor der Einführung in die Brenner vorwärmen, was durch die Ausnützung der Ofenwärme in wirtschaftlicher Weise geschehen kann, in-
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dem man im Mauerwerk des Ofens, vornehmlich im Bereich der Kühlzone, Kanäle vorsieht, durch die die Frischluft vor dem Eintritt in die Brenner hindurch- strömt und sich dabei erwärmt.
Bei der Verbrennung der Heizmedien werden die Brenner vorteilhaft so eingestellt, dass die Geschwindigkeit der erzeugten Heissgase am Austrittsquerschnitt der Brennkammern zwischen 3 und 20 m/Sec. vorzugsweise zwischen 8 und 15 m/Sec. beträgt. Die genaueren Daten aller vorstehend gemachten Angaben über die Sauerstoff- Brennstoffverhältnisse und die Heissgasgeschwindig- keit hängen dabei von der Zusammensetzung und der
Reinheit des zu brennenden oder zu sinternden Schüttgutes ab und schwanken von Fall zu Fall. Der Fachmann kann sie jedoch an Hand der vorgebrachten Regeln -sicher ermitteln, die vor allem die Gewähr geben, dass das gesintewte oder gebrannte Gut von einheitlicher Qualität und frei von fremden Bestand- teilen, wie beispielsweise Asche, Ist.
Ausserdem wird das Ofenmauerwerk vor Ueberhitzungen bewahrt, so dass sich die Lebensdauer des Ofenfutters erhöht.
Beim beschriebenen Ofen sind die Abstände zwischen den in der Ofenwand auf den Ofenumfang gleichmässig verteilt in einer Ebene angeordneten Brenner grösser als drei und kleiner als zehn hydraulische Durchmesser der Brennermündungen, wobei unter dem Begriff hydraulischer Durchmesser die Abmessung zu verstehen ist, die sich ergibt, wenn man den Querschnitt einer,
beispielsweise quadratischen Brennermündung auf einen kreisförmigen Querschnitt überträgt. Mit einer derartigen Anordnung der Brenner ist eine allseits gleichmässige Be- aufschlagung des Schüttgutes durch die aus den Brennern ausströmenden Heizgase gewährleistet. In manchen Fällen kann man die Brenner auch in mehreren Ofenebenen anordnen,
wobei .sich dann der Schachtofenquerschnitt in jeder Brennerebene nach unten erweitert, derart, dass der Rücksprung der Ofenwand zweckmässig grösser als 60 % der Höhe der Brenneröffnungen beträgt.
Um den beschriebenen Ofen druckdicht zu :halten, erfolgt seine Begichtung über einen in den Ofenschacht mit Abstand von der Ofenwand zentrisch hin- einragenden Beschickungskörper, in dem stets eine dem Innendruck des Ofens widerstehende Schüttgutsäule steht,
während die Gichtgase durch den zwischen dem Beschickungskörper und dem Ofenmauerwerk verbleibenden Raum abfliessen. Diese Konstruktion des Gichtvesschlusses ist besonders einfach und lässt sich mit einem geringstmöglichen baulichen Aufwand durchführen. Des weitern ist zur druckdichten Ausbildung des Ofens an der Gutaus- tragsöffnung desselben eine Schleuse vorgesehen,
mittels der der Ofenschacht gegenüber der Atmosphäre stets verschlossen gehalten werden kann. Beim Brennen oder Sintern von stark wasserhaltigem Schüttgut, z. B. Ton, Kaolin und Bauxit, kann der Ofen im Bereich der Gicht Oeffnungen in der Schachtwand aufweisen, durch die der beim Trocknen des Gutes auftretende Wasserdampf aus dem Ofen gedrückt wird.
Die Durchtrittsquerschnitte dieser Oeff- nungen lassen sich mittels keramischerSchieber segeln und so auf jeden Feuchtigkeitsgrad des zu brennenden oder zu sinternden Gutes einstellen. Damit ist einer Wasserdampfübersättigung der Ofengase im Bereich des Gicht weitgehend entgegengewirkt. Der aus den Ofenschlitzen abziehende Wasserdampf wird zweck- mässig in Kondenstöpfen gesammelt und zu Wasser niedergeschlagen.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zum Betreiben eines Schachtofens zum Brennen und Sintern von Schüttgut, wie Kalk, Dolomit, Magnesit usw., der durch Eindrücken von Unterwind unter Druck gefahren wird und in der Aussenwand angeordnete Brenner aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass von mit Brennkammern ver- sehenen Druckbrennern (10) erzeugte,zum Teil noch brennbare Bestandteile enthaltende Heissgase in den Ofen eingedrückt werden, die sich mit dem aufsteigenden Unterwind vermengen und ein die Behandlung des Gutes bewirkendes Gemisch bilden, wobei der Unterwinddruck im Brennerbereich etwa dem Druck der Brennergase entspricht. II. Schachtofen zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstände zwischen den in der Ofenwand (1)auf den Ofenumfang gleichmässig verteilt angeordneten Brennern (36) grösser als drei und kleiner als zehn Durchmesser der Brennermündungen :sind. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass ein Tdil der Ofenabgase unterhalb der Gicht abgezogen und mit Fischluft vermischt den Brennern (10) zugeführt wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur und der O2-Gehalt der Brennerluft gemessen und durch eine die Abgaszuführung in die Frischluft regelnde Einrichtung konstant gehalten wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch I und Unter- ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb der Brenner (10) Kaltwind abgezogen und den Brennern zugeleitet wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die effektive Luftmenge sich zur stöchiometrischen Luftmenge beim Brennen von Schüttgut wie 1,1 bis 2,0: 1, vorzugsweise 1,2 bis 1,6: 1, und beim Sintern von Schüttgut 1,2 bis 2,1:1 verhält, unter Zugrundele- gung des Gesamtluftbedarfes, der sich aus der Luft für die Verbrennung in den Brennern und aus der in den Schachtofenunterteil eingeführten Unter- bzw. Kühlluft ergibt. <Desc/Clms Page number 5> 5.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1 bis 4, dadurch .gekennzeichnet, dass bei Verwendung von flüssigen Brennstoffen die Verbrennung in den Brennern mit Sauerstoffmangel erfolgt, und zwar mit einer Luftmenge, die sich zur stöchio- metrischen Luftmenge wie 0,5 bis 1,0 : 1 beim Brennen von Schüttgut, vorzugsweise 0,6 bis 0,8: 1, verhält. 6.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwendung von gasförmigen Brennstoffen mit einem unteren Heizwert über 4 000 kcal/Nm3 die Verbrennung in den Brennern mit Sauerstoffmangel erfolgt, und zwar mit einer Luftmenge, die sich zur stöchio- metrischen Luftmenge wie 0,4 bis 1,0 : 1 beim Brennen von Schüttgut, vorzugsweise 0,65 bis 0,85: 1, verhält. 7.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwendung von gasförmigen Brennstoffen mit einem unteren Heizwert kleiner als 4 000 kcal/Nm3, die im allgemeinen nur zurn Brennen von Schüttgut verwendbar sind, die Verbrennung in den Brennern mit Sauerstoffmangel erfolgt, und zwar mit einer Luftmenge, die sich zur stöehiometrischen Luftmenge wie 0,6 bis 0,8 : 1 verhält. B.Verfahren nach Patentanspruch I und Unter- ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Anwendung eines Brennluftgemisches, bei- spielsweise eines Luft-Ofenabgas-Gemisches, als Sauerstoffträger für die Brenner in diesem Gemisch 1 bis 3 % mehr Sauerstoff enthalten 'ist, als zum Erzielen der gewünschten Brennerflammtemperatur erforderlich ist, wenn man von einer Temperatursteigerung von 100 C pro 1 % Sauerstoff ausgeht. 9.Verfahren nach Patentanspruch I und Unter- ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Anwendung von reiner Luft als Sauerstoffträger für die Brenner die Luft unter Ausnutzung der Ofenwärme vorgewärmt wird. 10. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeit der die Brenner verlassenden Heiss- gase am Austrittsquerschnitt der Brennkammern zwischen 3 und 20, vorzugsweise zwischen 8 und 15 m/sec., beträgt. 11.Schachtofen nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass Brenner (36) in mehreren Ofenebenen angeordnet sind. 12. Schachtofen nach Patentanspruch II und Unteranspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Schachtquerschnitt in jeder Brennerebene nach unten erweitert, wobei der Rücksprung der Ofenwand (1) zweckmässig grösser als 60 % der Höhe der Brenner- öffnung ist. 13.Schachtofen nach Patentanspruch 1I und Unteransprüchen 11 und 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Begichtung des Ofens über einen in den Ofenschacht (2) mit Abstand von der Ofenwand (1) zentrisch hineinragenden Beschickungskörper (45) geschieht, in dem stets eine dem Innendruck des Ofens widerstehende Schüttgutsäule steht, während die Gichtgase durch den zwischen dem Körper und der Ofenwand (1) verbleibenden freien Raum (46) ab- fliessen. 14.Schachtofen nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Ofen an der Gutaustragsöffnung (31) durch eine Schleuse (32) luftdicht verschliessbar ist. 15. Schachtofen nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass in der Ofenwand (1) hinter dem Verschleiss- mauerwerk Kanäle zum Vorwärmen von Frischluft für die Brenner (36) vorgesehen sind. 16.Schachtofen nach Patentanspruch 1I und Unteransprüchen 11 bis 15, vornehmlich zum Brennen und Sintern von wasserhaltigem Schüttgut, beispielsweise Ton, Kaolin und Bauxit, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Ofengicht Oeffnungen (44) in der Ofenwand (1) vorgesehen sind, durch die auftretender Wasserdampf aus dem Ofen gedrückt wird. 17. Schachtofen nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der aus dem Ofenschacht (1) ausströmende Wasserdampf in Kondenstöpfen zu Wasser reedergeschla- gen wird.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEW0031018 | 1961-11-07 | ||
| DEW0032868 | 1962-08-30 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH415421A true CH415421A (de) | 1966-06-15 |
Family
ID=26002472
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH1224062A CH415421A (de) | 1961-11-07 | 1962-10-16 | Verfahren zum Betreiben eines brennerbeheizten Schachtofens und Schachtofen zur Durchführung desselben |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| AT (1) | AT256687B (de) |
| CH (1) | CH415421A (de) |
-
1962
- 1962-10-16 AT AT817462A patent/AT256687B/de active
- 1962-10-16 CH CH1224062A patent/CH415421A/de unknown
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| AT256687B (de) | 1967-09-11 |
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