CH420085A - Verfahren zur Herstellung von Zirkontetraazetat - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Zirkontetraazetat

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CH420085A
CH420085A CH1332860A CH1332860A CH420085A CH 420085 A CH420085 A CH 420085A CH 1332860 A CH1332860 A CH 1332860A CH 1332860 A CH1332860 A CH 1332860A CH 420085 A CH420085 A CH 420085A
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Description


  



  Verfahren zur Herstellung von Zirkontetraazetat
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Zirkontetraazetat.



   Von den Zirkonsalzen organischer Säuren spielt bis heute nur das   Zirkonylazetat    in der Technik eine Rolle. Nach den   seitherigen    Methoden wird das Zirkonylazetat durch Auflösen von frisch gefälltem Zirkonoxydhydrat   ZrOs-xHaO in Essigsäure dargestellt.   



  Es ist bei dieser Methode allerdings nicht möglich, das   Zirkonoxydhydrat    quantitativ zu lösen, so dass das gewonnene   Zirkonylazetat ZrO (CHgCOOa-xHO)    von vornherein   grössereMengen unlöslicherBestandteile    enthält, welche seine Verwendung stark   beeinträchti-    gen. Im Gegensatz zu   Zirkonoxydhydrat      (ZrO2#xH2O)    löst sich Zirkonylhydroxyd   ZrO      (OHs) xH20 quan-    titativ in   Es, sigsäure    auf.

   Das Zirkonylhydroxyd kann aber nicht durch einfache Fällung aus den üblichen Zirkonsalzen hergestellt werden, und die Verbindung   Zirkonylhydroxyd    altert sehr schnell, indem sich diese Verbindung in   Zirkonoxydhydrat    umwandelt und dabei zu einem beträchtlichen   Teil in Essigsäure    unlöslich wird.



   Es ist ausserdem bekannt, dass Zirkonsalze   orga-    nischer Säuren aus   Zirkonalkoxyden dargestellt    werden können ; so erhält man z. B. durch Umsetzung von   Zirkontetrabutoxyd    Zr   (C4HgO) mit überschüs-      siger Essigsäure    Zirkonazetat, wobei sich aus den Alkoxygruppen des   Zirkonbutoxydes und    der Essigsäure   Butylazetat    als Nebenprodukt bildet. Bei dieser Methode, welche als Ausgangsmaterial das teure 7, irkonbutoxyd oder ein anderes Zirkonalkoxyd erfordert, entstehen allerdings nur   b sische, polymere    Triseifen, z. B. Zirkonoxytriazetate als Endprodukte.



   Aus diesem Grund wird auch heute noch in der Textilindustrie, trotz vieler Nachteile, anstelle von Zirkonylazetat ein basisches, stark wasserhaltiges Zirkoncarbonat verwendet, das erst unmittelbar vor dem Gebrauch durch Lösen in wässeriger Essigsäure zu einer verdünnten wässerigen   Zirkonylazetatlösung    umgesetzt wird. Der Nachteil dieser Arbeitsweise liegt im wesentlichen darin begründet, dass das basische Zirkoncarbonat, obwohl es in Form   eines stark wäs-    serigen Breies gehandelt wird, während der Lagerung ebenfalls seine Struktur allmählich ändert und dadurch immer mehr essigsäureunlösliche Bestandteile entstehen.

   Ein weiterer Nachteil, welcher durch die Handhabung dieses breiigen, überschüssiges Weaser enthaltenden   hydratiaierten    basischen Zirkoncarbonats zwangläufig verbunden ist, stellt die Korrosion der Verpackungsmaterialien dieser Verbindungen dar, welche fast immer Verunreinigungen verursacht, so dass dieses Zirkoncarbonat nicht mehr uneingeschränkt in der Textilchemie verwendet werden kann.



   Schliesslich ist es auch bekannt, dass   Zirkontetra-    chlorid durch Umsatz mit wasserfreier Essigsäure zu   Zirkonazetat    umgesetzt werden kann. Der Nachteil bei dieser Arbeitsweise besteht darin, dass es sehr schwierig ist, alle vier Chloratome des   Zirkontetra-    chlorids zu ersetzen. Bekanntlich können, ähnlich wie beim Titantetrachlorid, 2 Chloratome leicht durch den   Azetatrest    ersetzt werden, weil die Zirkonyl-bzw.



     Chlorozirkonylstruktur besondérs    stabil ist. Die Umsetzung des   Zirkontetrachlorids    mit wasserfreier Essigsäure unter Abspaltung sämtlicher 4 Chloratome erfordert aber eine ausserordentlich lange Reaktiosnsdauer unter Erhitzung am Rückflusskühler. Dabei tritt wegen der bekannten katalytischen Eigenschaften der Zirkoniumverbindung für   wasserabspaltende    Reaktionen in geringem Umfang eine Bildung von Essigsäureanhydrid aus der überschüssigen Essigsäure und eine Bildung von basischen, polymeren Zir  konylazetaten    ein, welche nicht die Fähigkeit zum Kristallisieren besitzen und nur zum Teil mit dem   monomeren Zirkonazetat beim Abkühlen    als Bodenkörper ausfallen.

   Dadurch wird der gesamte Bodenkörper aber schleimig und reisst auf Grund seiner   Adsorptionseigenschaften    eventuell   Verunreinigun-    gen, welche sonst in der gelösten Phase verbleiben würden, mit in das so hergestellte Präparat.



   Der Erfindung lag die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zur Herstellung von kristallisiertem, lager  fähigem    Zirkontetraazetat zu finden, das die   erwähn-    ten Nachteile der bekannten Verfahren nicht aufweist.



   Erfindungsgemäss wird das bei einem Verfahren zur Herstellung von Zirkontetraazetat dadurch erreicht, dass in Essigsäure   gelöste Dichloroazetatozir-    konylessigsäureverbindungen oder   Zirkonoxychlorid    durch Zusatz von Essigsäureanhydrid in in Essigsäure gelöste Monochloroazetatozirkonylessigsäuren verwandelt werden und diese anschliessend durch wenigstens teilweises   Abdestilllieren    der freien Säure zu Zirkontetraazetat umgesetzt werden.



   Die in Essigsäure gelöste Dichloroazetatozirkonylessigsäureverbindungen können dabeivorteilhaft durch Lösung von   Zirkontetrachlorid    in Essigsäure hergestellt werden. Wenn stattdessen   Zirkonoxychlorid    verwendet wird, so ist es zweckmässig, ein basisches polymeres   Zirkonoxychlorid    zu verwenden.



   Durch das vorliegende Verfahren wird die   Reak-    tionsdauer bei der Herstellung des Zirkontetraazetates aus Essigsäure und Zirkonchloriden. wesentlich verkürzt, so dass ein gut   kristallisiertes,    extrem reines und eindeutig monomeres Produkt entsteht.



   Im folgenden sind zunächst die für das Verfahren nach der Erfindung allgemein geltenden Grundlagen näher erläutert und anschliessend sind ein, ige   Zahlenbeispiele    angegeben.



   Es hat sich ergeben, dass   Zirkontetrachlorid    nur in solchen organischen Verbindungen unter   Abspal-    tung von etwa 2 Chloratomen gelöst werden kann, welche   wegen ihres Säurewasserstoffes    die Bildung der   CMorozirkonylstrukCur ermöglichen,    und dass es genügt, nach dem Löseprozess die Konzentration der Säurewasserstoffionen zu vermindern, wobei dann zwangläufig in schneller Reaktion der Ersatz der anderen Chloratome des   Zirkontetraazetates erfolgt.   



   Zu diesem Zweck löst man z. B. Zirkontetrachlorid, wie es seither schon bekannt ist, unter schwachem Erwärmen auf   50-60  C in wasserfreier    Essigsäure auf, wobei in etwa 10-20 Minuten ziemlich genau 2 Chloratome unter stürmischem   Entwei-    chen von Chlorwasserstoff und unter Bildung von   Dichlorozirkonylazetat    bzw. unter Bildung von   Chlorozirkonylazetaten    gebildet wird. Danach   hört    jede sichtbare Reaktion auf.

   Diese   Chlorozirkonyl-    azetate stellen in Wirklichkeit Chlorozirkonylazetatoessigsäuren, welche ihrerseits in   Wassersitoff-und      Chlorozirkonylazetationen    gespalten sind, dar : ZrCl4 + (2+n)   CH3COOH # ZrCl2(Ch3COO)2.    nCH3COOH + 2HCl
Durch Zusatz von Essigsäureanhydrid setzt nun schon bei einer Temperatur von 50-60  erneut eine stürmische   Chlorwasserstoff-Entwicklung    ein, weil durch diesen Zusatz die Gesamtkonzentration der Wassersitoffionen vermindert wird, so dass der Komplex der   Dichlorozirkonylsäuren    zerstört wird und ein Komplex von   Monochlorotriazetatozirkonyl-    essigsäure entsteht.   



  ZrCl2 # (CH3COO)2nCH3COOH # ZrCl(Ch3COO)3      (n-l) CH3COOH    +   HC1   
Dabei wird das Essigsäureanhydrid durch diese Reaktion nicht   veränderb.    Zur Abspaltung des 4.



     Chloratoms    der   MonocMorotriazetatozirkonylsäure    wird die Flüssigkeit erwärmt, so dass ein Gemisch von Essigsäure und Chlorwasserstoff abdestilliert wird, wobei durch die damit bedingte erneute Abnahme der Wasserstoffionenkonzentration nun auch der Komplex der   Monochlorotriazetatozirkonyleasigsäure    zerstört wird. Dabei entsteht das Zirkontetraazetat,   wel-    ches nun mit freier Essigsäure keinen Komplex mehr bildet.



  ZrCl   # (CH3COO)3(n-1)CH3COOH #    Zr (CH3COOI)4 + CHl+ (n-2) CH3COOH
Der schnelle Fortschritt dieser Reaktion ist daran sichtbar, dass schon kurz nach Beginn der Destillation das in Essigsäure verhältnismässig schwer   lös-    liche Zirkontetraazetat auszufallen   anfängt.    Es wird nun so viel Flüssigkeit   abdesti3liert,    bis das Volumen des Destillates ebenso gross ist wie das Volumen der ursprünglich zum Lösen des,   Zirkontetrachlorides    not  wendigen Essigsäure.    Nach dem Erkalten des entstandenen Kristallbreies wird das Zirkontetraazetat abgesaugt und unter Ausschluss von Luftfeuchtigkeit bei etwa   80-90  C    getrocknet.



   Da Zirkonverbindungen starke katalytische Eigenschaften für Reaktionen, bei denen Wasser   abgespal-    ten wird, besitzen, hat es sich im Laufe der erfin  dungsgemässen    Arbeiten als zweckmässig erwiesen, bei der zur Substitution des 4. Chloratoms durch den Azetatrest notwendigen Destillation unter vermindertem Druck von etwa 40-50 mm Hg zu arbeiten, da dann das Gemisch von Chlorwasserstoff und Essigsäure bei etwa   60     C abdestilliert werden kann. Durch diese Massnahme wird die Bildung polymerer Zirkonazetate vollständig vermieden, so dass Ausbeuten von 98%, bezogen auf   das eingesetzte Zirkontetrachlorid,    erzielt werden können.



   Die letzte Stufe des Verfahrens kann auch so durchgeführt werden, dass die Destillation zur Ent  fernung    der Essigsäure und des Chlorwasserstoffs beendet wird, wenn erst etwa zwei Drittel des   Volu-    mens, welche der ursprünglich verwendeten Essigsäure entspricht, abdestilliert ist. Danach kann nun der geringe restliche Chloridgehalt durch Oxydation, z. B. mit   Wasserstoffperoxyd    in Form von elementarem Chlor entfernt werden. Dabei wird dann ein entsprechender Teil des Essigsäureanhydrids zu Essig  säure verseift. Durch anschviessendes kurzzeitiges    Erhitzen auf etwa 110-120  C unter   Atmosphären-    druck wird der gesamte Brei vollständig chloridfrei. 



  Beim Arbeiten ohne   Wasserstoffperoxyd    enthält das Zirkontetraazetat meist noch 0,   03-0,    1 % Chlorid.



   Anstelle von Zirkontetrachlorid kann bei dem erfindungsgemässen Verfahren auch   Zirkonoxychlorid    ZrOCl2 bzw.   ZrOda-6HsO    bzw. noch wasserärmeres   Oxychlorid    zur Gewinnung von   kristalli-      siertem    Zirkontetraazetat verwendet werden. Dabei werden die   Oxychloride    in fester Form in   Essigsäure-    anhydrid eingetragen, wobei in stark exothermer Reaktion unter Abspaltung von Chlorwasserstoff Monochlorotriazetatozirkonylsäure entsteht, wobei gleichzeitig eine dem   Wasser-und    Oxydgehalt des   Oxychlorids    äquivalente Menge von   Essigsäurean-    hydrid zu Essigsäure verseift wird.



     ZrOCIa-6H20 +    7   (CHaCO) 20-. Zid. (CHCOO) -      nCH3COOH    +   HC1 +    (4-n) CHsCOOH
Die bei dieser Reaktion entstehende freie Essigsäure ergibt nun die zur Bildung der   Monochloro-       triazetatozirkonylessigsäure ausreichende Konzentra-    tion von Wasserstoffionen. Danach wird die freie Essigsäure, vorzugsweise bei einem Druck von 40 bis 50 mm Hg, bei 60  C abdestilliert, wobei unter Chlorwasserstoffabspaltung Zirkontetraazetat entsteht.



   Bei dieser Art des erfindungsgemässen Verfahrens wird   ansWlle    von Essigsäure   Essigsäureanhydrid ver-    braucht, und zwar umso mehr, je wasserhaltiger das Ausgangsmaterial   Zirkonoxychlorid    ist. Bei Verwendung von polymeren, basischen und extrem wasserarmen Oxychloriden, z. B.   Zr3O4Cl2 # 3ZrOl2 # 8H2O,    reicht die beim Umsatz mit Essigsäureanhydrid durch Verseifung entstehende Menge freier Essigsäure nicht aus, um die Bildung der komplexen   Monochlorotri-    azotatozirkonylessigsäure zu ermöglichen, so dass in diesem Falle   dasE basische,    polymere und extrem   wasserarme      Zirkonoxychlorid    mit einem Gemisch von Essigsäure und Essigsäurenahydrid umgesetzt wird.



  Bei Verwendung von basischen   Oxychloriden    entstehen beim Auflosen im Essigsäure-Essigsäureanhydridgemisch zum Teil polymere komplexe   Azetatozir-      konylsäuren, welche aber beim Abdestillieren    der überschussigen Essigsäure unter dem Einfluss der während dieser Destillation zunehmenden Konzentration von   Essigsäureanhydrd vollsltändig    zu monomerem Zirkontetraazetat umgesetzt werden.



   Selbstverständlich kann auch bei Verwendung von   Zirkonoxychlorid    zur Herstellung von Zirkontetraazetat das Abdestillieren der freien Essigsäure vorzeitig beendet werden und dann, wie weiter oben beschrieben, durch Oxydation mit   Wasserstoffperoxyd    der letzte Rest Chlor entfernt werden.



   Durch das erfindungsgemässe Verfahren können in den Reaktionsgefässen verhältnismässig grosse Mengen Zirkontetraazetat hergestellt werden, da die letzte Stufe, die Substitution des 4. bzw. des letzten   Chlor-    atoms, durch den   Azetatrest    in heterogener Phase sich einwandfrei vollzieht.



   Das nach der erfindungsgemässen Methode her gestellte Produkt ist ein kristallisiertes Tetraazetat, welches seiner Struktur nach keine Azetatozirkonylsäure darstellt und deshalb kein konstitutionell ge  bundenes    Wasser oder entsprechend gebundene Essigsäure enthält. Aus diesem Grund kann diese Verbindung keine Umwandlung beim Lagern unter Ausschluss von Feuchtigkeit erleiden. Wegen seiner kristallinen Struktur sind die Adsorptionseigenschaften so gering, dass eventuell Verunreinigungen des    s    als Ausgangsmaterial erforderlichen   Zirkonhalogenids,    z. B. Eisenverbindungen quantitativ in der flüssigen Phase verbleiben.



   Zirkontetraazetat   zist    stark wasserlöslich, wobei sich beim Losen   Zirkonylazetat    und Essigsäure bilden, so dass hochkonzentrierte Lösungen hergestellt werden können. Für die Verwendung ist diese Eigenschaft sehr wichtig, weil nur konzentrierte Lösungen dieser Verbindung gegen Hydrolyse beständig sind.



  Ausserdem ist Zirkontetraazetat unter Zusatz von geringen Mengen freier Essigsäure in verschiedenen Lösungsmitteln, wie z. B. Äthylazetat, Azeton u. a., löslich, so dass diese Verbindung auch beim   Arbi-    ten in nichtwässriger Phase verwendet werden kann.



  Ausserdem kann Zirkontetraazetat auf einfache Art zu hochwertigen Zirkonseifen höherer Fettsäuren, z. B. zu   Zirkonoctoat, Zirkonstearat    usw., umgesetzt werden.



   Nach dem erfindungsgemässen Verfahren könnten natürlich auch anstelle von   Zirkonchloriden    die entsprechenden Bromide oder   Jodide    als Ausgangsmaterial verwendet werden, was allerdings wirtschaftlich nicht erstrebenswert wäre. Anderseits kann ohne weiteres angenommen werden, dass wegen der bekannten chemischen   Ahnlichkeit    gemäss diesem Verfahren auch die entsprechenden   Hafniumverbindungen    hergestellt werden können.

   Das   erfindungsgemässe Ver-    fahren beschränkt sich insbesondere nicht auf chemisch reine   Zirkoniumverbindungen,    welche bekanntlich bei vielen   kemphysikalischen Prozessen    eine Rolle spielen, sondern es bezieht sich auch auf die entsprechenden  gewöhnlichen  hafniumhaltigen Zir   konverbindungen. Schliesslich können anstelle von      Wasserstoffperoxyd    auch andere Oxydationsmittel, z. B. Peressigsäure, zur Entfernung der letzten Spuren Chlorid verwendet werden.



   Zur weiteren Erläuterung dienen die folgenden Beispiele, wobei das erfindungsgemässe Verfahren nicht durch diese Beispiele begrenzt wird.



   Beispiel 1
In einem Rundkolben, der mit einem kräftigen Rührer, einem Einfüllstutzen und einer einfachen Kolonne mit Kühler und Vorlage versehen ist, werden 1500 cm3 wasserfreier Essigsäure und 470 g Zirkon  tetrachlorid    mit einem Eisengehalt von 0, 1 % Fe2O3 im Laufe von   15-20    Min. unter Rühren auf   60     erwärmt, wobei unter Entweichen von Chlorwasserstoff das   Zirkontetrachlorid    in Lösung geht. Danach werden bei 60-65 C 1700 cm3 Essigsäureanhydrid zugführt, wobei erneut eine   stürmische    Chlorwasserstoffentwicklung einsetzt. Anschliessend werden bei 40 bis 50 mm Hg und bei einer Temperatur von   60  C    im Laufe von 1¸-2 Stunden 1400-1500 cm3   Flush    sigkeit abdestilliert.

   Schon kurz nach Beginn der   Desillation beginat das Zirkontetraazetat auszufallen,    so dass schliesslich ein dicker Brei entsteht. Unter Rühren lässt man den Brei im Laufe von 2-3   Stun-    den erkalten und saugt die Flüssigkeit von der festen Phase ab. Nach der Filtration enthält der Niederschlag   35-36% ZrO2. Unter Ausschluss von    Feuch  tigkeit    wird das Zirkontetraazetat bei   80-85     getrocknet, wobei 640 g eNsenfreies Zirkontetraazetat mit einem Gehalt von 38 % ZrO2 und 0, 05   %    Cl gewonnen werden.

   Das im wesentlichen aus   chlorwass      serstoffhaltiger Essigsäure bestehende Destillab und    das zum grössten Teil aus Essigsäureanhydrid bestehende Filtrat können durch Fraktionieren regeneriert   werd'en.   



   Beispiel 2
Wie in Beispiel 1 beschrieben, wird   Zirkontetra-    chlorid zuerst mit Essigsläure und dann. mit Essig  säureanhydrsrd umgesetzt. Es werden    aber nur 1000 bis 1100 cm3   s Flüssigkeit    anstelle von 1400-1500   cm3    überdestilliert. Danach lässt man auf etwa   20-25     C   abkülen    und gibt nun im Laufe von ¸-1 Stunde unter gutem Rühren in kleinen Portionen 110 g 30% iges Wasserstoffperoxyd hizu, wobei unter exothermer Reaktion elementares Chlor entweicht und ein Teil des   Essigsäureanhydrids    zu   Essigsäure ver-    seift wird.

   Anschliessend wird die breiige Masse unter Atmosphärendruck auf   95-105     C unter Rühren erhitzt und 10-15 Minuten auf dieser Temperatur gehalten. Nach dem Abkühlen erfolgt die   Weiterver-      arbeitung,    wie in Beispiel 1 beschrieben. Es werden 635 g eisen-und chlorfreies Zirkontetraazetat mit einem Gehalt von   38%    ZrO2 gewonnen.



   Beispiel 3
290 g   Zirkonoxychlorid      (ZrOCl2       6H20) wer-    den in einem Becherglas   ! in    1700 cm3 Essigsäureanhydrid gelöst, wobei eine dem   Wasíser-und    Sauer  stoffgehalt    des   Oxychlorids    äquivalente Menge Essigsäureanhydrid zu Essigsäure   verse-M    wird und Chlorwasserstoff unter Bildung von   Monochlorotriazetato-      zirkonylessigsäure    entweicht. Danach werden bei 40 bis 50 mm Hg   und bei einer Temperatur von 60     C unter Rühren 500-600 cm3 Flüssigkeit abdestilliert, wobei immer mehr Zirkontetraazetat ausfällt. Nach dem Abkühlen wird die breiige Masse, wie in Beispiel 1 beschrieben, weiter verarbeitet.

   Es werden 320 g Zirkontetraazetat mit einem Gehalt von   38 %    ZrO2 und 0, 05 % Chlor gewonnen.



   Beispiel 4
240 g   hochpolymeres      Zirkonoxychlorid    mit einem Gehalt von 52% ZrO2 und 26,2% Chlor werden in einem Gemisch von 700 cm3 Essigsäure und 1000 cm3 Essigsäureanhydrid gelöst, wobei die entstehende   Losung, erkennbar    an ihrer höheren Viskosität, neben monomeren auch   polymere Chlorozirkonylazetatver-    bindungen enthält. Es werden unter vermindertem Druck bei   60-70  C    500 cm3   Flüssigkeit abdestil-    liert, wobei unter Abspaltung von Chlorwasserstoff und unter Spaltung der polymeren   Zirkonverbindun-    gen Zirkontetraazetat ausfüllt. Die Weiterverarbeitung nach der Destillation erfolgt dann, wie in Beispiel   1    beschrieben wurde.

   Es werden dabei 315 g Zirkontetraazetat mit einem Gehalt von   38, 5%ZrOa    und 0,07% Chlor gewonnen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Zirkontetraazetat, dadurch gekennzeichnet, dass in Essigsäure gelöste Dichloroazetatozirkonylessigsäureverbindungen oder Zirkonoxychlorid durch Zusatz von Essigsäureanhydrid in in EssigsäuregelösteMonochloroazetatozir- konylessigsäuren verwandelt werden und diese anschliessend durch wenigstens teilweises Abdestillieren der freien Säure zu Zirkontetraazetat umgesetzt werden.
    UNTERANSPRtJCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die in Essigsäure gelösten Dichloro- azetatozirkonylessigsäureverbindungen durch Lösung von Zirkontetrachlorid in Essigsäure hergestellt werden.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als, Zirkonoxychlorid ein basisches polymeres Zirkonoxychlorid verwendet wird.
    3. Verfahren nach Patentanspruch oder Unteranspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass diie letzten Spuren Chlorid durch Zusatz eines sauerstoff- haltigen Oxydationsmittels, als elementares Chlor entez fernt werden und anschliessend die Reaktionsmischung kurzzeitig bis knapp unter ihren Siedepunkt erhitzt wird.
    4. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Oxydationsmittel Wasserstoff- peroxyd benutzb wird.
CH1332860A 1960-01-29 1960-11-26 Verfahren zur Herstellung von Zirkontetraazetat CH420085A (de)

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