CH420103A - Verfahren zur Herstellung von Pyrokohlensäureestern - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Pyrokohlensäureestern

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CH420103A
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Description


  



  Verfahren zur Herstellung von Pyrokohlensäureestern
Es ist schon bekannt,   Pyrokohlensäureester    durch Umsatz von   alkylkohlensauren Salzen mit Chlor-    kohlensäureestern herzustellen (siehe   z.    B. V. I. Kova lenko, J.   aDgg. Chem.    22, 1546   [1952],    C. A. 47, 8019 [1953]). Dabei können bei   verschiedener    Wahl der Esterreste auch unsymmetrische   Pyrokohlen-    säureester gewonnen werden (siehe z. B. W. Thoma, H. Rinke,   Liebigs    Ann. Chem. 624, 30 [1959])
EMI1.1     
   (Ri und R2    sind organische Reste).



   Es ist ferner auch bekannt,   Pyrokohlensäureester    mit gleichen Esterresten durch Einwirkung von verdünnter Kalilauge auf eine Lösung von   Chlbrkohlen-    säureestern in Chloroform zu erhalten, wobei Alka  loidbasen in    Mengen von 20 Gewichtsprozent, bezogen auf den Chlorkohlensäurester, als Katalysator zugesetzt werden. Auch die Verwendung von Dimethylanilin ist beschrieben, wobei eine Ausbeute von etwa 15 % angegeben wird (siehe T. Boehm, D. Mehta, Ber.   dtsch.      chem.    Ges.   71,    1797 [1938]).



   Es wurde nun gefunden, dass man   Pyrokohlen-    säureester in einfacher Weise und in   vorzügllichen    Ausbeuten im allgemeinen zwischen 75 und 85 % der Theorie dadurch gewinnen kann, dass man wässrige Alkali-bzw. Erdalkalihydroxydiösungen auf Chlorkohlensäureester, die in mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmitteln unter Zusatz von Aminen mit einem oder mehreren N-Atomen, deren   H-Atome sämtlich    durch gesättigte oder ungesättigte Alkyl-, Cycloalkyl  und/oder    Aralkylreste substituiert sind, gelöst sind, einwirken   oust.   



   Für das erfindungsgemässe Verfahren eignen sich z. B. folgende Amine :    Tri-n-propylamin, Tri-iso-propylamin,       Tri-n-butylamin,    Tri-isobutyl-amin,    N-Dimethyl-cyclohexylamin,
N-Diäthyl-cyclohexylamin,       N-Dimethyl-benzylamin,    N-Diäthyl-benzylamin,
Di-n-propyl-methylamin,    N-Dimethyl-phenylräthylwamin,   
N,   N'-Tetramethyl-butylen-diamin,       Phenyl-propyl-äther-y-N-dimethylamin.   



   Die zu verwendenden Amine können weiter auch als Gemische angewendet werden. Die zu verwendenden Mengen liegen im allgemeinen zwischen   0,    001 bis 1, 0 Mol, insbesondere   0,    01 bis   0,      1    Mol, bezogen auf den eingesetzten   Chlorkohlensäureester.   



   Als Chlorkohlensäureester können   Alkyl-,    Cycloalkyl-,   A-yl-,    Aralkyl-und auch   HeteroalkySchlor-      kohlensänre    verwendet werden. Als Beispiele seien genannt der Methyl-, Athyl-,   n-Propyl-,    i-Propyl-,   CycRohexyl-,      Phenyl-,    Chlorphenyl-, Kresyl-, Benzyl-,   Tetrahydrofurfuryl-chlorkohlensäureester.    Auch Bis  chlorkohlensäureester,    wie z. B. Äthylen-oder Butylen  bis-chlorkohlensäureester    können derselben Reaktion unterworfen werden. Man erhält in diesem Falle ein Gemisch   pdlymerer      Pyrokohlensäureester.   



   Führt man die Reaktion mit zwei verschiedenen Chlorkohlensäureestern oder mit einem Gemisch eines monofunktionellen und   eines polyfunktioneen      Chlorkohlensäureesters    durch, so erhält man entsprechende   Pyroestergemische.   



   Als Alkalien eignen sich für die erfindungsgemässe Reaktion z.   B.    die Hydroxyde der Alkali-und   Erd-    alkalimetalle, insbesondere Kalilauge, als   5-bis 20 S-    ige Ldsung oder   Bariumhydroxyd    in fester Form.



   Für die erfindungsgemässe Reaktion werden weiter mit Wasser nicht mischbare Lösungsmittel benötigt.



  Mit Vorteil las : sen sich solche mit hoher Dichte ver wenden, da dann bei der   konfinuierlichen    Arbeitsweise die Phasentrennung besonders gut ist, z. B.



  Methylenchlorid, Chloroform, Trichloräthylen, 1, 2 Dichloräthan, Tetrachloräthan. Darüberhinaus können aber beispielsweise auch Benzol, Toluol, Xylol, Chlorbenzol, Essigester, Di-n-butyläther u. a. verwendet werden.



   Die Einwirkung des Alkalis auf die die   oben-    genannten Amine enthaltenden Lösungen der Chlorkohlensäureester kann bevorzugt zwischen-30 und    +50  C    erfolgen, insbesondere jedoch zwischen 0   und 10  C.   



   Die erfindungsgemässe Reaktion, die zwar auch diskontinuierlich durchgeführt werden kann, lasst sich mit   Vorteil'kontinuierlichausführen,wobei    die unter solchen Bedingungen mögliche rasche Abtrennung der sich bildenden Pyrokohlensäureester-die gegen saure und   alkalische Agenzien bekanntlich empfind'-    lich sind-ein ganz besonderer Vorteil ist.



   Die Reaktion sei an einer Zeichnung genau beschrieben.



   Zur Durchführung der Reaktion lässt man z. B. die Lösung   (LI),    bestehend aus einem Chlorkohlensäureester, einem erfindungsgemässen Amin, gelöst in einem spezifisch schweren Lösungsmittel, unter starker Durchmischung mit einer wässrigen Lauge (LII) in einem kuhlbaren Gefäss   (RI)    aufeinander einwirken. Die Reaktionslösung strömt dann kontinuierlich über einen Siphon in ein Beruhigungsgefäss (BI), in dem sich die organische und die wässrige Phase trennen und über entsprechende Siphons abgezogen werden können. In einer analogen Apparatur kann die Wäsche des in der organischen Phase gelösten Pyrokohlensäureesters durchgeführt   werd'en.   



   In manchen Fällen kann es sich als zweckmässig erweisen, der Wasserwäsche eine saure Wäsche   vor-    zuschalten. Hierzu verwendet man verdünnte Mineralsäuren, z. B. Salzsäure, oder auch organische Säuren, z. B. 3-bis 5   ige Essigsäure.   



   Nach dem Waschen der organischen Lösung lässt man diese durch einen mit Trockenmittel, z. B. ge  körntem    Calciumchlorid, beschickten Turm fliessen und isoliert den Pyrokohlensäureester durch Destillation im Dünnschichtverdampfer (Vakuum im   a &       gemeinen    1-2   mm,    Verdampfertemperatur etwa 50 bis   60  %.   



   Eine andere kontinuierliche Ausführungsform besteht z. B. darin, dass die organische Lösung (LI) in einer Kaskadenschaltung von Reaktionsgefässen mit der wässrigen Lauge (LII) versetzt wird. Weiterhin kann die Reaktion in   Strömungsrohren durch    geführt werden.



   Die Vorteile des erfindungsgemässen Verfahrens bestehen vor all'em darin, dass mit Hilfe leicht zu  gänglicher    tertiärer Amine (im Gegensatz zu   Alkaloid-    basen) in einfacher Reaktionsführung hohe Ausbeuten an Pyrokohlensäureestern erhalten werden, wobei noch die Reaktion in bevorzugter Weise kontinuierlich geführt werden kann.



   Die Verfahrensprodukte lassen sich auf verschiedenen Gebieten der Technik verwenden. So eignet sich insbesondere der Pyrokohlensäurediäthylester als Stabilisierungsmittel für Getränke. Mit Vorteil lassen sich Carbonsäuren mittels   Pyrokohlen-    säureester in Carbonsäureester überführen
Beispiel   1       DiskontinuierUche    Herstellung eines Pyrokohlen  säureesters.    108, 0   g    Äthylchlorkohlensäureester (95bis 96 % ig) werden in 600 g Chloroform gelöst Zu dieser Lösung fügt man 5, 0 g Dimethylbenzylamin (destilliert, Kp. : 60, 5-61 /12 mm).

   Zu der blanken Lösung tropft man zwischen 0 und   5     C innerhalb 30 Minuten eine Lösung von 58, 0 g   Atzkali    in   4501    g Wasser und rührt nach beendeter Zugabe der Lauge 30 Minuten bei 0-5  C nach. Nach Phasentrennung wird die Chloroformlösung   zweiinal    mit je   400    bis 500 ml Wasser oder einmal mit 2-bis 5   %    iger Salzsäure, bzw. 2-bis   5%    iger Essigsäure, und einmal mit Wasser gewaschen. Nach dem Trocknen der   ChloroformlösungübergekörntemChlorcalicium    (3 bis 4 Stunden) wird das Chloroform im Vakuum abdestilliert (Wasserbad etwa   50     C).

   Man erhält 68-72 g Rohprodukte mit einem Gehalt von 85 bis 92 %   Pyrokohlensäurediäthylester,    das entspricht einer Ausbetue von 75-85%. Nach Destillation liefgt die Ausbeute zwixchen 65 und 705, Siedepunkt 42 / 0, 2mm.



   Beispiel 2
Zur kontinuierlichen Herstellung von   Pyrokohlen-    säurediäthylester füllt man in ein Vorratsgefäss 10,85 kg Chlorkohlensäureäthylester (95-bis 96%ig) und 60,0 kg Chloroform. Zu dieser Lösung fügt man 0,5 kg destilliertes Dimwethylbenzylamin (Lösung LI), ein anderes Vorratsgfäss wird mit 5,80 kg Ätzali, gelöst in 45 kg Wasser, beschickt (Lösung LII).    tuber    die Strömungsmesser L1 und L2 fliessen die beiden Reaktionslösungen LI und LII in das   Reaktionsgefal3 RI.    Durch starkes   Turbinieren    wird für ausreichende Durchmischung der beiden Phasen gesorgt. Die Reaktionstermperatur wird durch Regelung der Zuflussgeschwingkeit der Reaktionslösung LI und LII und durch Kühlung im Reaktionsgefäss RI zwischen 0-5 C gehalten.

   Das Reaktionsgefäss RI ist über einen Sipon S1 mit einem Beuhingungsgefäss BI verbunden. Mit diesen wird die organische Phase über eine Siphon S2 in ein dem Reaktions  gefäss RI ähnliches Gefäss RII geführt,    mit 50 Liter Wasser versetzt und zwei Minuten   turbiniert.      Vber    einen Siphon S3 filesst das Flüsskgieitsgemisch in ein Beruhigungsgefäss BII, aus dem über einen Siphon S4 die organische Phase abgeonmen wird. Zum Trockmen fleisst die Chlorofomlösung durch einen mit Chlorcalclum beschickten Turm. In einem Dünn  schichtverdampfer    wird das Chloroform von Pyro  kohlensäurediäthylester    abgetrennt.

   Anschliessend : weird der zunächst in den Sumpf gelaufene Pyrokohlensäureester im Dünnschichtvedampfer bei 1,0 bis 2, 0 mm Hg und 50 bis   60  C destilEert.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Pyrokohlensäure- estern, dadurch gekennzeichnet, dass man wässrige Alkali-bzw. Erdalkalihydroxydlösungen auf Chlorkohlensäureester, die in mit Wasser nicht misch- baren Lösungsmitteln unter Zusatz von Aminen mit einem oder mehreren N-Atomen, deren H-Atome sämtlich durch gesättigte oder ungesättigte Alkyl-, Cycloalkyl-und/oder Aralkylreste substituiert sind, gelöst sind, einwirken lässt.
    UNTERANSPRUCHE l. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die genannten Amine in Mengen von 0, 001 bis 1, 0 Mol, insbesondere 0, 01 bis 0, 1 Mol, bezogen auf den eingesetzten Chlorkohlensäureester, verwendet werden.
    2. Verfahren nach Patentanspruch oder Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Tri-nbutylamin, N-Dimethy'lcyolohexylamin, N-Dimethyl- benzylamin verwendet werden.
    3. Verfahren nach Patentanspruch oder Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einwirkung der Hydroxyde der Alkali-bzw. Erdalkalimittel in Wasser auf die Lösung der Chlorkohlensäureester und Amine in mit Wasser nicht mischbaren organischen Lösungsmitteln in kontinuierlicher Weise erfolgt.
CH335962A 1961-04-13 1962-03-21 Verfahren zur Herstellung von Pyrokohlensäureestern CH420103A (de)

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