Apparat für die medizinische Behandlung von Kreislaufstörungen
Die Erfindung betrifft einen Apparat für die medizinische Behandlung von Kreislaufstörungen.
In neuerer Zeit bilden Kreislaufstörungen bei Patienten eine besondere Krankheitsgruppe. Die Folge von solchen Störungen, insbesondere von Durchblutungsstörungen sind Lähmungs- und Erschlaffungserscheinungen der Glieder, Schwindelanfälle, Gleichgewichtsstörungen und dergleichen.
Zur direkten Behandlung der Kreislaufstörungen werden heute Arzneien angewendet. Wirkungsvolle Medikamente haben jedoch oft einen ungewollt starken Einfluss auf das Herz des Patienten. Dabei kann die auftretende Reaktion eine für die Gesundheit schädliche Wirkung ausüben. Der Nachteil solcher medikamentösen Behandlungen liegt somit darin, dass, sobald das Medikament einmal vom Körper aufgenommen ist, der weitere Ablauf kaum mehr von aussen gesteuert werden kann.
Andererseits ist bekannt, dass noch nicht allzuweit fortgeschrittenen Störungen im Kreislaufsystem durch Bewegungs- und Atmungsübungen entgegengewirkt werden kann. Dadurch wird die Sauerstoffzufuhr ins Blut gefördert und die Abfuhr von Stoffwechselschlacken begünstigt. Ein Erfolg stellt sich dabei naturgebunden nur langsam ein, und das ganze Behandlungsverfahren dient eher dazu, ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern als diese zu beseitigen.
Diese Erkenntnisse bildeten die Grundlage für ein neues Behandlungsverfahren, bei dem auf einfache Weise von aussen auf den Blutkreislauf eingewirkt wird. Es besteht darin, dass die Blutgefässe in den Armen und Beinen eines Patienten über kürzere oder längere Zeit künstlich gestaut und dann langsam oder stossartig wieder gelöst werden. Die Stauungen können gleichzeitig oder abwechslungsweise an verschiedenen Gliedern und in bestimmten Intervallen durchgeführt werden. Sie bewirken eine Ausdehnung der oft verengten Blutgefässe, beschleunigen den Kreislauf und begünstigen gleichzeitig z. B. durch eine plötzliche Unterbrechung der Stauung, eine Abschwemmung abgelagerter Stoffwechselschlacken, insbesondere im Venensystem, weil nach erfolgter und abgebrochener Stauung die Zirkulation und die Durchblutung beschleunigt werden.
Bei Versuchen wurde ein Nachlassen von Lähmungs- und Erschlaffungserscheinungen usw. festgestellt.
Es ist klar, dass der behandelnde Arzt den Patienten vorher sorgfältig untersuchen muss, um entscheiden zu können, ob eine derartige Behandlung überhaupt angebracht ist oder nicht, was er je nach Art der Krankheit von Fall zu Fall entscheiden muss.
Auch hier werden vor der Behandlung Tiefatmungs übungen durchgeführt, um den notwendigen Sauerstoffvorrat im Blut zu erlangen.
Es hat sich gezeigt, dass durch den nach erfolgter, abgebrochener Stauung naturgemäss eintretenden beschleunigten Kreislauf vorher schlecht durchblutete Gewebe und Muskelpartien von einer wohltuenden Kreislaufströmung erfasst werden, was eine vermehrte Sauerstoffanreicherung der betreffenden Partien nach sich zieht, die sich ernährend und belebend auf die Kreislauforgane, das Drüsensystem und nicht zuletzt auf die Nerven auswirkt.
Auch bedeuten die Entlastung der Blutgefässe von Stoffwechselschlacken und die vermehrte Durchblutung nach erfolgten Stauungen die Grundlage zur Rückerlangung der verlorenen Elastizität der Blutgefässe.
Für eine derartige medizinische Behandlung von Kreislaufstörungen wird nun erfindungsgemäss ein Apparat vorgeschlagen, der mindestens eine der Um schliessung und Stauung eines Gliedes dienende, mit Luft aufblasbare Manschette aufweist, die unter Zwischenschaltung eines Steuerorganes, welches zum wahlweisen Aufblasen dient, mit einer Druckluftquelle in Verbindung steht.
Zweckmässig werden zur Vornahme von Stauungen in beiden Armen und Beinen gleichzeitig vier Manschetten verwendet, die über getrennte Schläuche mit in einem Steuerkasten untergebrachten, von Hand zu betätigenden Einlassventilen verbunden werden können. Diese Ventile stehen dann ihrerseits mit einem vorzugsweise mittels einer Pumpe auffüllbaren Druckluftbehälter in Verbindung, wobei ausserdem jeder Schlauch über eine Zweigleitung zu ebenfalls in einem Steuerkasten zusammengefassten Auslassventilen führt.
Zur Feststellung des Druckes der sich in den Manschetten befindlichen Luft werden zweckmässig an letztere anschliessbare Manometer vorgesehen.
Das Eine und Auslassventil für jede Manschette kann in einem einzigen Ventil kombiniert sein, wobei dieses bei Unterbrechung der Betätigung selbsttätig in seine geschlossene Stellung zurückkehrt.
Druckbehälter und Steuerorgane werden zweckmässig auf einem fahrbaren Gestell montiert.
Ausführungsbeispiele des Erfindungsgogenstan- des werden nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 den Aufbau eines Apparates für die Behandlung von Kreislaufstörungen, rein schematisch;
Fig. 2 den schematischen Aufbau einer weiteren Ausführungsform des Apparates;
Fig. 3 bis 5 das Arbeitsschema eines gleichzeitig als Eine und Auslassventil dienenden Steuerschiebers, und zwar in Null-, Einlass- resp. Auslassstellung;
Fig. 6 einen Schnitt durch das Gehäuse eines nach Fig. 3 bis 5 arbeitenden Ventils, und
Fig. 7 einen Schnitt durch die Linie VII-VII von Fig. 6.
Fig. 1 zeigt den schematischen Aufbau eines Apparates zur Behandlung von Kreislaufstörungen.
Durch eine Pumpe (nicht dargestellt) wird über eine Leitung 1 und ein Rückschlagventil 2 ein Druckbehälter 3 mit Luft gefüllt. Zur Kontrolle des Behälterinhaltes kann ein Manometer 3' vorgesehen werden.
Über eine Leitung 4, in die ein Hauptabsperrventil 5 eingebaut ist, gelangt die gespeicherte Luft in einen ersten Steuerkasten 6. Vier von Hand zu betätigende Einlassventile 7, 8, 9 und 10 dienen zur Verteilung der Luft in separate Zuleitungen 11, 12, 13 und 14 von Manschetten A, B, C und D (nicht dargestellt).
Die Manschetten dienen der Umschliessung und Stauung der zu behandelnden Glieder. Diese Manschetten können beispielsweise gleich ausgebildet werden wie jene, die bei bekannten Blutdruckmessapparaten verwendet werden. Sie umfassen im wesentlichen ein mit Luft aufblasbares Gummikissen, welches mittels geeigneter Schnallen, z. B. am Arm oder Bein eines Patienten an einer beliebigen Stelle befestigt werden kann. Da hier vier solche Manschetten vorgesehen sind, können diese gleichzeitig an vier verschiedenen Gliedern zum Einsatz kommen.
Die Einlassventile 7, 8, 9 und 10 sind bekannter Bauart. Sie weisen jedoch zweckmässig einen Rückführmechanismus auf (z. B. Spiralfeder), durch welchen die Ventile bei jeder Unterbrechung ihrer Betätigung selbsttätig in ihre normale, d. h. geschlossene Stellung zurückgebracht werden. Wenigstens der den Manschetten näher liegende Abschnitt jeder Leitung 11, 12, 13 und 14 besteht aus einem Gummischlauch, um so eine grosse Beweglichkeit zuzulassen.
Jeder der Schläuche 11, 12, 13 und 14 besitzt eine Zweigleitung 15, 16, 17 resp. 18, die in einen zweiten Steuerkasten 19 führen. Jeder Leitung ist dort ein Auslassventil 20, 21, 22 resp. 23 zugeordnet, die ähnlich ausgebildet sind wie die Einlassventile, und die dazu dienen, die Menge bzw. den Druck der sich im System Leitung-Manschette befindlichen Luft zu regulieren. Dies geschieht durch einfaches Abblasen in die Umgebung. Jedem Auslassventil vorgeschaltet ist noch ein weiteres Ventil 24, 25, 26 resp.
27, welche beispielsweise mittels Druckknöpfen be tätigt werden können, und dazu dienen, die einzelnen Leitungen (und somit Manschetten) an ein Manometer 28 anzuschliessen. Im gezeigten Fall wird ein für alle Leitungen gemeinsames Manometer verwendet, d. h. die Messung des Druckes in den vier Manschetten muss nacheinander erfolgen. Selbstverständlich kann auch für jede Leitung ein separates Manometer verwendet werden.
Die Verwendung eines gemeinsamen Manometers hat jedoch den Vorteil, dass durch gleichzeitige Be tätigung von zwei oder mehreren der Ventile 24, 25, 26 und 27 in den zugeordneten Manschetten ein Druckausgleich stattfinden kann, da die einzelnen Leitungen und somit Manschetten über die Sammelleitung des Manometers miteinander verbunden sind.
Für medizinische Beobachtungen kann ein solcher gleichmässiger Druck in allen Manschetten erwünscht oder sogar notwendig sein.
Am ersten Steuerkasten 6 ist ein Hebel 29 vorgesehen, der zur gleichzeitigen Betätigung aller Ventile 7, 8, 9 und 10 dient. Er wird durch eine Feder 30 in seine Ausgangslage zurückgezogen.
Da alle Ventile bei jeder Unterbrechung ihrer Betätigung automatisch geschlossen werden, ist es ausgeschlossen, dass bei Unterbrechung der Beobachtung durch den Arzt die Manschetten in einer für den Patienten möglicherweise schädlichen Weise aufgeblasen werden. Als weitere Sicherheitsmassnahme könnten in den Manschetten oder Leitungen auf einen bestimmten, einstellbaren maximal zulässigen Druck ansprechende Sicherheitsventile eingebaut werden.
Es sei noch erwähnt, dass die Ventile 7, 8, 9, 10 und 20, 21, 22, 23 selbstverständlich ebenfalls als durch Druckknöpfe betätigbare Schieber ausgebildet sein könnten.
Fig. 2 zeigt einen ähnlichen, durch das Zusammenfassen von Eine und Auslassventilen in jeweils einem einzigen Ventil jedoch kompakteren Apparat.
Über die Leitung 4 und das Hauptabsperrventil 5 gelangt die gespeicherte Luft in einen Sammelkanal (nicht dargestellt) im Steuerkasten 31. Die Ventile 32, 33, 34 und 35 werden ausserhalb ihrer Betätigung automatisch in die Null-, d. h. geschlossene Stellung gebracht. Je nachdem ob der Ventilbetätigungsknopf nach rechts oder links gedreht wird, erfolgt nun die Füllung oder Entleerung der zu den Manschetten A, B, C und D führenden Leitungen 36, 37, 38 und 39.
Den Ventilen 32, 33, 34 und 35 nachgeschaltet sind wiederum Druckknopfschieber 40, 41, 42 und 43 eingebaut, welche die Systeme Leitung - Manschette mit einem Manometer 44 in Verbindung bringen können.
In Fig. 3 bis 5 wird die Wirkungsweise eines gleichzeitig als Eine und Auslassventil dienenden Steuerschiebers gezeigt. Der eigentliche Schieber 45 sitzt in einer Bohrung 46 im Steuerkasten 47. Die Bohrung 46 weist zudem eine seitliche Nute 48 auf.
Eine enge Bohrung 49 führt von dem mit dem Druckluftbehälter in Verbindung stehenden Sammelkanal (nicht dargestellt) in die Bohrung 46 des Ventils. Von dort führt eine weitere Radialbohrung 50 zu einer der mit den Manschetten in Verbindung stehenden Leitung. Eine weitere Bohrung 51 steht mit der Umgebung in Verbindung.
Fig. 3 zeigt die Null-, d. h. die geschlossene Stellung des Ventils. Die Manschette, bzw. die Bohrung 50 steht dabei weder mit der Einlassbohrung 49, noch mit der Auslassbohrung 51 in Verbindung.
Durch Verschieben des Ventilkörpers 45 nach links wird die Einlassstellung nach Fig. 4 erreicht.
Jetzt steht die Einlassbohrung 49 über die Nute 48 mit dem Ventilraum und somit mit der zur Manschette führenden Bohrung 50 in Verbindung.
Durch Verschieben des Ventilkörpers 45 aus der Nullstellung nach rechts wird die Auslassstellung nach Fig. 5 erreicht. Dabei steht die Bohrung 50 über die Nute 48 mit der in die Umgebung führenden Achsialbohrung 51 in Verbindung.
Als Anschlag in der Einlassstellung kann die Rückwand 52 der Bohrung 46 dienen, während als Anschlag in der Auslassstellung ein in die Bohrung 46 eingeschraubter Zapfen 53 dienen mag.
Fig. 6 zeigt eine mögliche Einbauart des Ventils nach Fig. 3 bis 5. Ausser den bereits aufgeführten Elementen, von denen lediglich die Bohrungen 49, 50 und die Nute 48 in für den vorgesehenen Zweck günstigerer Weise angeordnet sind, ist hier noch das als Spindel ausgebildete rechte Ende 54 des Ventilkörpers 45 gezeigt, das in einem gleichzeitig als Anschlag 53 dienenden, mit einem geeigneten Gewinde versehenen Zapfen gelagert ist. Am freien Ende der Spindel 54 ist ein Betätigungsrad 55 aufgeschraubt oder aufgesteckt. Eine federnd nachgiebige Manschette 56 ist am Rad 55 befestigt, und dient der Abdeckung der hinter dem Rad 55 liegenden Teile, wie beispielsweise der Rückführfeder 57, welche das Rad 55, und somit den Schieber bei jeder Unterbrechung seiner Betätigung selbsttätig in die geschlossene Stellung zurückbringt.
Es können natürlich auch anders ausgestaltete Rückführmechanismen verwendet werden.
Fig. 7 schliesslich zeigt einen Ausschnitt des Schnittes entlang der Linie VII-VII nach Fig. 6, und dient der Verdeutlichung der Lage der Steuerbohrungen.
Im unteren Teil des Kastens 47 würde normalerweise ein die Bohrung 50 mit einem Manometer verbindender Druckknopfschieber eingebaut.
Die ganze Apparatur wird zweckmässig auf einem fahrbaren Gestell montiert.