Verfahren zum Behandeln von ganz oder teilweise aus Kork bestehenden Gegenständen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren, durch das fertig geformte, ganz oder teilweise aus Kork bestehende Gegenstände, wie Dichtungs- oder Verschlusskörper, steril und lagerfähig gemacht werden, wobei die Gegenstände in einem Verpackungsbeutel luftdicht eingeschlossen und anschliessend erhitzt werden.
Bei einem bekannten derartigen Verfahren werden trockene Gegenstände aus Kork in einen luftdicht verschlossenen Beutel abgepackt, und der Beutel wird zum Sterilisieren der darin befindlichen Gegenstände durch Wasserdampf von aussen erhitzt.
Die Sterilisation, die in diesem Fall trocken vorgenommen wird, ist besonders für Weinflaschenverschlüsse wichtig, damit keine Infektionskeime von den Verschlusskörpern in den Wein gelangen können und der Wein dadurch geschmacklich und qualitätsmässig beeinträchtigt wird. Bis zu ihrer Entnahme sind die Verschlusskörper weinsteril im Beutel aufbewahrt.
Bei der Erhitzung von aussen wird bei dem bekannten Verfahren ein Beutel heisser als sein Inhalt.
Dabei besteht die Gefahr, dass entweder die Gegenstände im Beutel nicht die zur Tötung aller Keime nötige Temperatur erreichen oder dass der Beutel zu stark erhitzt und dabei zerstört wird.
Bei einem anderen bekannten Verfahren, bei dem die Korkgegenstände vor dem Verpacken und dem Versand in Wasser eingeweicht, mit einem chemischen Mittel konserviert und in feuchtem Zustand in luftdicht zu verschliessende Verpackungsbeutel eingebracht werden, wird auf ein Erwärmen des Beutelinhalts und damit auf eine Keimtötung durch Erhitzung überhaupt verzichtet.
Demgegenüber wird gemäss der Erfindung so verfahren, dass die verschlossenen Beutel in ein Hochfrequenzfeld eingebracht werden. Dadurch wird eine sehr schnelle Erhitzung des Beutelinhalts von innen her erreicht. Der Verpackungsbeutel erwärmt sich dabei nur mässig und kann nicht durch zu starke Erhitzung zerstört werden. Die Entkeimung des Beutelinhaltes erfolgt dabei infolge der Einwirkung der Hochfrequenz in wesentlich kürzerer Zeit als bei Anwendung einer Erhitzung von aussen oder eines chemischen Konservierungsmittels und erfasst auch Keimarten, die eine höhere Wärmebeständigkeit haben. Bei einer Wärmeeinstrahlung oder -einleitung in den Beutel ist z. B. die Entkeimungstemperatur höchstens gleich oder kleiner als die Temperatur der Trägersubstanz der Keime, also die Temperatur der Korkgegenstände und der gegebenenfalls darin befindlichen Feuchtigkeit.
Da jedoch die elektrische Leitfähigkeit und die Dielektrizitätskonstante der in den Korkgegenständen befindlichen Keime von der Leitfähigkeit und der Dielektrizitätskonstante des jeweiligen Trägers abweichen, werden die Keime durch das Hochfrequenzfeld in der Regel auf eine höhere Temperatur als ihre Umgebung erwärmt und damit abgetötet.
Bei dem oben zuerst genannten bekannten Verfahren müssen die Verschlusskörper vor dem Einsetzen in die Flaschen längere Zeit in Wasser eingeweicht werden. Dabei nehmen sie eine gewisse Feuchtigkeitsmenge auf, wodurch sie geschmeidig werden und leicht in die Flaschen eingedrückt werden können. Um die Sterilität derart vorbehandelter Gegenstände zu erhalten, muss dem Wasser wiederum ein konservierendes chemisches Mittel zugesetzt werden, beispielsweise Formaldehyd oder schwefelige Säure.
Dieses Einweichen und Konservieren der aus Kork bestehenden Gegenstände ist entweder für die Herstellerbetriebe oder für die Verarbeiter der Gegenstände, z. B. weinabfüllende Betriebe, umständlich und zeitraubend sowie wegen der damit verbundenen Geruchsbelästigung mit weiteren Nachteilen behaftet. Ausserdem entstehen erhebliche Investitionskosten für die zum Einweichen benötigten Bäder und Geräte.
Bei dem oben an zweiter Stelle genannten bekannten Verfahren, bei dem die Gegenstände vor dem Einbringen in den Verpackungsbeutel eingeweicht werden, bleibt die Feuchtigkeit in den Gegenständen bis zu deren Entnahme aus dem Beutel, z. B. unmittelbar vor dem Verschliessen von Flaschen.
Durch dieses Verfahren wird zwar der die Gegenstände verarbeitende Betrieb von der Arbeit des Einweichens befreit. Das herkömmliche Einweichverfahren und der dazu notwendige Zeitaufwand werden jedoch nur in den Herstellungsbetrieb der Gegenstände verlegt. In diesem Betrieb müssen daher die zum Einweichen erforderlichen teueren Bäder und Geräte vorhanden sein.
Diese Nachteile werden in Weiterbildung des erfindungsgemässen Verfahrens dadurch beseitigt, dass in den Verpackungsbeutel ausser den trockenen Gegenständen eine zu deren Durchfeuchtung gerade ausreichende Menge Wasser eingebracht wird. Beim Erhitzen im Hochfrequenzfeld verdampft das Wasser im Beutel schlagartig und dringt in die Korkgegenstände ein. Während der Lagerung bleibt das Wasser in den Gegenständen, so dass diese beim Entnehmen aus dem Beutel die gewünschte Geschmeidigkeit besitzen und ohne weitere Behandlung, z. B. unmittelbar zum Verschliessen von Flaschen verwendet werden können. Gegenüber dem bekannten Verfahren entfällt der bisher zum Einweichen der Gegenstände notwendige Zeitaufwand. Infolge der von innen heraus erfolgenden Erhitzung nehmen die Gegenstände im Beutel das Wasser in Dampfform in kürzester Zeit auf.
Dem Wasser kann überdies vor dem Einbringen in den Beutel auch ein an sich bekanntes Konservierungsmittel zugesetzt werden, wodurch die Korkgegenstände auch nach der Entnahme aus dem Beutel bis zur Verarbeitung keimfrei bleiben. Da die Zuftih- rung des Konservierungsmittels zu den Gegenständen nicht in offenen Bädern geschieht, sondern durch Lösung des Konservierungsmittels im beigegebenen Wasser innerhalb des geschlossenen Beutels, ist die bisher vorhandene Geruchsbelästigung, beispielsweise durch Schwefeldioxydgase, sowohl im Herstellerbetrieb als auch im Verarbeitungsbetrieb der Gegenstände beseitigt.
Beispiel 1
500 Stück Flaschenkorken normaler Grösse, die ihre endgültige Formgebung bereits erfahren haben, werden in einer umlaufenden Siebtrommel trocken entstaubt und anschliessend trocken in einen Verpakkungsbeutel aus Kunststoff eingebracht. In den Beutel werden ausserdem über eine Messkelle 40 cm3 Wasser eingefüllt, in dem Natriumbenzoat als Konservierungsmittel gelöst ist. Die Konzentration der wässerigen Natriumbenzoatlösung beträgt 2 0/0. Danach wird der Kunststoffbeutel luftdicht verschweisst und 2,5 min lang einem Hochfrequenzfeld ausgesetzt, dessen Frequenz vorzugsweise 2400 MHz beträgt. Innerhalb dieser Einwirkungszeit wird die eingefüllte Wassermenge völlig verdampft und von den Korken aufgenommen.
Der sich an den Innenseiten des Beutels zunächst zeigende Kondensniederschlag wird innerhalb von 2 Stunden ebenfalls von den Korken völlig aufgenommen. Die Korken sind nach dieser Behandlung keimfrei, lagerfähig und direkt zum Verbrauch verwendbar.
Beispiel 2
Fertig geformte Flaschenkorken werden entsprechend dem Beispiel 1 gereinigt-und anschliessend in einer umlaufenden Trommel behandelt, der ein pulverförmiger thermoplastischer Kunststoff oder faustgrosse Stücke eines Paraffin-Hartwachses oder eine Kombination dieser beiden Behandlungsmittel zugesetzt werden. Hierbei werden die Korken getrocknet und an ihren Aussenflächen mit einer Schutz- und Gleitschicht überzogen. Danach werden die Korken 500- oder 1000-stückweise in einen Verpackungsbeutel gefüllt. Nach dem anschliessenden Zuschweissen des Beutels werden die im Beutel befindlichen Korken in einem Hochfrequenzfeld wie im Beispiel 1 sterilisiert, wobei das Hartwachs o. dgl. durch die Erhitzung im Hochfrequenzfeld die Korkenstruktur gleichmässig und vollständig durchdringt und immunisiert.
Auch die auf diese Weise gewonnenen Korken sind keimfrei und lagerfähig im Beutel untergebracht.
Beispiel 3
Fertig geformte Flaschenkorken werden zunächst in grösseren Mengen gewaschen und anschliessend durch Ausschleudern von ihrer Feuchtigkeit befreit und getrocknet. Danach werden die Korken in Mengen von 500 oder 1000 Stück in Verpackungsbeutel eingefüllt, unter gleichzeitiger, genau dosierter Zugabe von Wasser, das gewünschtenfalls ein an sich bekanntes Konservierungsmittel enthält.
Nach anschliessendem Zuschweissen der Beutel werden die Korken in den Beispielen 1 und 2 in einem Hochfrequenzfeld sterilisiert, wobei sie die genau dosierte Flüssigkeitsmenge gänzlich aufnehmen und dadurch den für die spätere Verwendung richtigen Weichheitsgrad erhalten. Dieser Weichheitsgrad der Korken wird so auf einfache und doch genaue Weise erreicht. Nach dem Öffnen der Beutel sind die Korken unmittelbar zum Einsetzen in Flaschen geeignet.
Ausser Flaschenkorken können auch andere, ganz oder teilweise aus Kork bestehende Gegenstände, beispielsweise auch aus Presskork gebildete Gegenstände, nach dem erfindungsgemässen Verfahren behandelt werden. Die Gegenstände können beispielsweise auch Dichtungsscheiben sein.