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Signalvorrichtung mit einer Passierflagge auf einem Binnenschiff Die Erfindung bezieht sich auf die Ausbildung einer Signalvorrichtung mit einer Passierflagge auf einem Binnenschiff, deren Haltevorrichtung derart auf dem Schiffskörper angeordnet ist, dass die ausgebreitete Passierflagge in der zum Signalisieren vorgeschriebenen Stellung seitlich des Schiffsprofils erscheint.
Durch die für die Binnenschiffahrt geltenden gesetzlichen Vorschriften ist u. a. bestimmt, dass ein auf der Backbordseite mit eigener Kraft zu Berg fahrendes Fahrzeug auf der Steuerbordseite, etwa im letzten Drittel desselben, eine blaue Passierflagge zu zeigen hat, die entgegenkommenden Fahrzeugen anzeigt, dass das signalisierende Fahrzeug in Bergfahrt auf der Backbordseite begriffen ist.
Die in der Praxis bisher gebräuchlichen blauen Passierflaggen werden üblicherweise an einem unter etwa 45 auf Steuerbordseite herausgestellten Flag- genstock aufgezogen. Die Flagge selbst besteht z. B. aus leichtem Textilstoff, sogenannten Flaggenstoff. Derartige Flaggen sind in Luft- und Windströmungen leicht beweglich. Sie wickeln sich häufig um den Flaggenstock, so dass sie aus einiger Entfernung nicht mehr deutlich sichtbar sind. Eine in bisher üblicher Weise ausgebildete Passierflagge macht infolgedessen ständige Überwachung und Bedienung erforderlich.
Erfindungsgemäss ist die vorstehend erläuterte Signalvorrichtung mit einer Passierflagge auf einem Binnenschiff dadurch gekennzeichnet, dass die Flagge in der zum Signalisieren vorgeschriebenen Stellung in einer Ebene ausgebreitet und gegen Windströmungen stabilisiert und dabei derart beweglich mit ihrer Haltevorrichtung verbunden ist, dass die stabilisierte Flaggenfläche in eine Signalstellung, in der ihre Fläche voll sichtbar, und in eine Ruhestel- lung, in der sie der Sicht entzogen ist, überführt werden kann.
Diese erfindungsgemässe Ausbildung einer Signalflagge kann in verschiedener Weise verwirklicht werden. So kann z. B. die Signalflagge an sich aus praktisch starrem Material in Form einer aus lackiertem Blech, farbigem Kunststoff und dgl. bestehenden Tafel ausgebildet werden, die um eine oder mit einer, z. B. an einem Rand der Tafel oder durch die Tafelfläche hindurchverlaufenden, z. B. als Rohr ausgebildeten Achse drehbar angeordnet ist. Auch kann eine solche Tafel in einem Führungsrahmen derart angeordnet werden, dass sie z. B. durch Zugschnüre in volle Sichtstellung hochgezogen oder in die Ruhestellung herabgelassen werden kann, in welcher sie hinter den Schiffsbord taucht, so dass sie der Sicht entzogen ist.
Man kann indes auch eine aus Tuch o. dgl. flexiblem Material bestehende Flagge verwenden, deren ebene Fläche dadurch stabilisiert wird, dass sie in einem diese Flaggenfläche mindestens teilweise umgebenden starren Rahmen festgespannt wird. Eine derart stabilisierte Flagge kann ebenfalls mit oder um eine Achse drehbar oder auch auf- und abziehbar in einem Führungsrahmen angeordnet werden.
Bei allen vorerwähnten Ausführungen wird verhindert, dass die in erwähnter Weise stabilisierte Flagge den Luft- und Windströmungen nachgeben kann, so dass sie z. B. flattert oder sich um den Flag- genstock wickelt.
Gemäss weiterer Ausbildung der Erfindung der in der vorstehend erläuterten Weise gestalteten Passier- flagge ist die Flagge mit einer Bewegungs- und Antriebsvorrichtung versehen, mittels welcher sie in Signalstellung geführt und aus der Signalstellung herausbewegt wird, so dass sie der Sicht entzogen ist. Be-
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steht die stabilisierte Flagge in einer starren Flaggentafel, die schwenkbar mit einer Achse verbunden ist, so kann die Flaggentafel z. B. durch einfache Drehung von Hand oder mittels eines Hebels oder durch mechanischen, z.
B. pneumatischen oder elektrischen Antrieb um die Achse geschwenkt und so eingestellt werden, dass sie in voller Fläche in Fahrtrichtung sichtbar ist. Wird die starre Tafel weitergedreht oder zurückgedreht, so wird sie aus der Sichtstellung herausbewegt, so dass in Fahrtrichtung nur ihre Kante sichtbar ist, also kein Signal darstellt.
Eine solche drehbare stabilisierte Flaggentafel kann in beiden Stellungen, z. B. mittels entsprechender Anschläge oder anderer Vorrichtungen, feststellbar angeordnet sein. Zweckmässig kann die drehbare Achse der Tafel etwa durch die Mitte der Flaggenfläche verlaufen, so dass in Signalstellung beide zu beiden Seiten erscheinenden Teile der Flagge mit etwa gleicher Kraft von der Luftströmung und vom Wind getroffen werden. Man kann die Flaggentafel auch teilen, z.
B. halbieren, und beide Teile parallel miteinander derart schwenkbar anordnen, dass bei Schwenkung in Sichtstellung beide Tafelhälften als volle Tafel in Erscheinung treten.
Auch eine flexible, durch Ausspannung in einem ihre Fläche umgebenden Rahmen stabilisierte Flagge kann in derselben Weise von Hand oder durch mechanischen Antrieb in Signalstellung und in Ruhestellung gedreht werden.
Wird die Bewegung der stabilisierten Flagge mittels Zugschnüren bewirkt, welche die Flaggentafel in Sichtstellung heben oder in Ruhestellung senken, so können in Verbindung mit einer derart bewegten Flagge Federn angeordnet sein, welche bei Lösung einer Sperrvorrichtung die Flaggentafel selbsttätig in Sichtstellung oder Ruhestellung bewegen..
Um bei einer stabilisierten Flagge den Winddruck und die auf die Befestigungsstellen der Flaggenfläche einwirkenden Kräfte so gering wie möglich zu halten, ohne indes dabei die gute Sichtbarkeit der Flagge zu beeinträchtigen, kann die Fläche der Flagge mit öff- nungen, z. B. mit Löchern oder Schlitzen versehen sein, durch welche in der Signalstellung der Flagge die Luftströmung hindurchgeht, während die Teile zwischen den öffnungen die gute Sichtbarkeit der Flagge auf grosse Entfernung gewährleisten. Die Farbe der Flagge kann dabei je nach dem Material, aus welchem sie gebildet ist, z.
B. in einer Lackierung, einem Anstrich, einer Bespannung mit blauem Stoff oder auch in einem in der Masse selbst gefärbten Material, z. B. Kunststoff bestehen.
Die im wesentlichen entsprechend den Vorschriften in hellblauer Farbe gehaltene Flagge oder Flaggentafel kann mit einem Kontrastfeld, z. B. in Form eines auf der Flaggenfläche erscheinenden weissen Pfeils, versehen sein. Ein solches Kontrastzeichen kann auf die vorhandene blaue Flagge oder Flaggentafel z. B. mit weisser Farbe aufgemalt oder in Form eines aufgenähten Leinwandstreifens befestigt werden. Falls die Flagge aus mit Kunststoff imprägniertem Gewebe besteht, werden zweckmässig solche Kunstharze verwandt, die widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse sind, sowie genügende Kältefestigkeit aufweisen. Solche Kunststoffe sind z.
B. Polyvinyl- chloridverbindungen sowie Vinylchloridmischpolyme- ris:ate, ferner auch Polyamidkunststoffe, Mischpoly- merisate aus mehrerenKomponenten und andere.Der Vorteil solcher Kunststoffe ist, dass sie feuchtigkeitswiderstandsfähig sowie temperaturbeständig sind, nicht vereisen und keinen Schnee haften lassen. Ein wesentlicher Nachteil der bisher üblichen aus Stoff bestehenden Flaggen bestand darin, dass dieselben, wenn sie z. B. feucht waren, bei niedriger Temperatur einfroren, so dass man sie nicht mehr ausziehen konnte.
Bei motorischem Antrieb kann die Bewegung des Motors auf die Schwenkachse der Flagge übertragen sowie durch Schalter und elektromagnetische Verriegelung in die Extremstellung gesteuert werden.
Die Ausbildung der Flagge in starrer oder flexibler Form aus Kunstharz kann in verschiedener Weise erfolgen, z. B. derart, dass die Platte oder Folie der Flagge ganz aus Polyvinylchlorid besteht, ferner in Form eines mit dem Kunstharz imprägnierten oder beschichteten Gewebes, ferner auch in Form eines Kunststoffgewerbes mit oder ohne besondere Imprägnierung. Auch Metallbleche können mit einem solchen Kunststoffüberzug, z. B. PVC-Überzug, versehen werden.
Die gute Sichtbarkeit der Flagge, auch bei un- sichtigem Wetter, kann dadurch verbessert werden, dass in Verbindung mit der Flagge eine Lichtquelle, gegebenenfalls in Form eines Blinklichts, angeordnet ist, welche die in Signalstellung gebrachte Flaggenfläche beständig oder intermittierend anstrahlt.
In den beiliegenden Zeichnungen sind verschiedene Ausführungsformen einer Passierflagge für Binnenschiffe beispielsweise und schematisch dargestellt.
Fig. 1 veranschaulicht eine Passierflagge in starrer Ausbildung.
Fig. 2 ist eine Seitenansicht der Passierflaggenan- ordnung gemäss Fig. 1.
Fig. 3, 4 und 5 zeigen verschiedene Ausführungs- formen einer starr oder flexibel ausgebildeten Flagge. Fig.6 zeigt eine weitere konstruktive Variante der Passierflagge.
Im einzelnen bezeichnet in den Fig. 1 und 2 das Bezugszeichen 1 die Fussplatte eines z. B. auf dem Schiffsdeck neben dem Steuerhaus befestigten Lagergestells, zwischen dessen Seitenständern 2 und 3 eine Achse 4 drehbar oder schwenkbar gelagert ist, welche die in diesem Falle aus starrem Material, z. B. aus lackiertem Blech, einer mit Kunststoff überzogenen Platte o. dgl. bestehende Fläche 5 der Passierflagge trägt. Die waagerechte Ruhestellung bzw. die vertikale Signalstellung der drehbaren Flagge 5 wird durch an den Lagerständern 2 und 3 angeordnete Anschläge 6, 7 begrenzt.
Die Flaggenfläche ist mit Aussparungen 8 verse"
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hen, die beliebige Grössen haben können und so bemessen und angeordnet sind, dass der von der Flagge der Luftströmung oder dem Wind gebotene Widerstand wesentlich gemindert wird.
In denn vorliegenden Ausführungsbeispiel ist angenommen, dass die Signalflagge mittels eines Motors 9 angetrieben wird, dessen Drehbewegung von der Achse 10 des Motors mit Hilfe von Keilriemen 11, 12 oder einer ähnlichen übersetzung auf die Achse 4 der Flagge übertragen wird.
Die gemäss Fig.3 im Querschnitt dargestellte Flagge besteht aus einer starren, z. B. aus Holz, Metall o. dgl. gefertigten Platte 29, die mit einem Kunststoffüberzug 30 versehen ist.
Gemäss Fig. 4 besteht die Flagge in starrer oder flexibler Ausführung aus einem mit Kunststoff, insbesondere mit einem Polyvinylchlorid imprägnierten Gewebe 31.
Gemäss Fig. 5 ist angenommen, dass die Flagge aus einer dünnen flexiblen Kunststoffolie 32 besteht. Die zur Entfaltung der Flagge oder zu ihrer überführung in Ruhestellung erforderliche drehbare Achse kann bei allen Formen der Flaggen in beliebiger Stellung, z. B. in einer Mittellinie oder in einer Randlinie derselben, angeordnet sein.
Fig. 6 stellt eine tafelförmige Ausweichflagge in Ansicht dar. Das Bezugszeichen 31 bezeichnet hier einen Metallrahmen mit im Rahmen eingespannter und so stabilisierter, flexibler, z. B. aus einer Kunststoffolie oder mit Kunststoff überzogenem Gewebe bestehender Flagge 32. Der Rahmen 31 ist an einem am Ständer 33 starr befestigten Auslegearm 34 drehbar derart gelagert, dass er mittels eines Motors 35, dessen Achse parallel mit der Achse der Welle 34 verläuft, aus der gezeichneten Signalstellung, in welcher die Fläche der Flagge 32 voll sichtbar ist, in horizontale Lage und umgekehrt wieder in Signalstellung gedreht werden kann. Die starre Achse 34 kann z.
B. mittels einer besonderen Halterungskonstruk- tion 36 mit einem horizontalen Ansatz 37 des Ständers 33 verbunden sein. Der Ständer ist heb- und senkbar, sowie in jeder Höhenstellung mittels einer Schraube 38 feststellbar in einem auf Deck befestigten Standrohr 39 angeordnet.
Durch senkrechte Verschiebung des Ständers 33 im Rohr 39 kann die Höhe der Flagge z. B. der für einen Passierlauf gegebenen Durchfahrthöhe ange- passt werden. Es kann ferner durch Drehung des Ständers 33 die Flagge in eine beliebige Winkelstellung gebracht werden.
In der Praxis hat sich gezeigt, dass als Material bei flexibler Ausbildung der zu stabilisierenden Flagge nicht das bisher übliche normale Flaggentuch sich eignet, sondern dass man anstelle desselben vorteilhaft biegsame, nicht poröse und nicht frostempfindliche Kunststoffolien oder mit Kunststoff imprägnierte Gewebe verwenden kann. Die Vorteile einer solchen Ausbildung der Flagge beruhen, abgesehen von der besonderen Stärke und Widerstandsfähigkeit des Materials, auf ihrer gesteigerten Brauchbarkeit unter allen Witterungsverhältnissen, besonders im Winter.
Mit Vorteil wird die Passierflagge auch für Nachtsignale derart ausgestaltet, dass sie im ganzen oder an einzelnen Stellen mit selbstleuchtenden oder stark reflektierenden Flächen versehen wird, so dass die ausgespannte Passierflagge das Licht der Scheinwerfer entgegenkommender Schiffe oder anderer Lichtquellen stark reflektiert und dadurch auch aus weiter Entfernung als Signalflagge kenntlich wird. Eine solche selbstleuchtende oder stark reflektierende Ausgestaltung der Flagge kann z. B. durch Imprägnierung des Flaggentuchs oder einzelner Flächenteile desselben mit wetterbeständiger Leuchtfarbe oder auch durch Einflechten von stark reflektierenden, z. B. metallischen Fäden o. dgl. in das Flaggentuch erfolgen.