Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Bewehrungen für Verbundkörper Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstel lung von Bewehrungen für Verbundkörper. Gegen stand der Erfindung ist ferner eine Vorrichtung zur Herstellung einer aus Stahlseilen bestehenden Be wehrung.
Um die mechanischen Eigenschaften von Stäben zu verbessern, wurde bereits vorgeschlagen, diese zu tordieren, wobei jedoch die Formänderung jeder ein zelnen Faser an verschiedenen Stellen ihrer Längs ausdehnung verschieden gross ist und die Festigkeits eigenschaften über den Stahlquerschnitt schwanken. Bei einer gleichzeitigen Verwindung von mehreren Stäben, wie sie ebenfalls bereits vorgeschlagen wurde, treten ausserdem zufolge Gleitungen der ver bundenen Einzelstäbe niedrigere und ungleichmäs- sige Elastizitätsmoduli auf.
Durch die bekannten Verfahren ist daher nur eine relativ mässige Verbes serung der mechanischen Eigenschaften der behan delten Stäbe möglich.
Diese Nachteile werden durch das erfindungsge- mässe Verfahren, das insbesondere auch für Drähte und Seile anwendbar ist, dadurch vermieden, dass ein Recken mindestens bis zur Streckgrenze bzw. 0,2 1/o-Grenze des Ausgangsmaterials durch Ziehen in Längsrichtung erfolgt. Dadurch kann eine Erhöhung der Streckgrenze, der Elastizitätsgrenze und der Zug festigkeit erzielt werden.
Gemäss der Erfindung werden also die zu behan delnden Bewehrungen, z. B. Drähte oder Seile, in Längsrichtung, d. h. parallel zu deren Längsachse gezogen, und zwar so weit, dass die ursprüngliche Streck- bzw. 0,2 %-Grenze, die die Drähte o. dgl. vor der Reckbehandlung aufwiesen, mindestens erreicht wird.
Es ist zwar schon bekannt, Drähte und Seile bis zur Gebrauchslast zu strecken, jedoch erfolgte dieses Strecken lediglich, um ein festeres Seilgefüge zu er halten. Eine Verbesserung der Festigkeitseigenschaf ten kann dadurch nicht erzielt werden. Wohl aber wird bei Behandlung von Seilen mit Hilfe des erfin- dungsgemässen Verfahrens auch das Seilgefüge fester..
Das Verfahren nach der Erfindung ermöglicht eine praktisch gleichmässige Anhebung der Festig keitswerte über den gesamten Querschnitt und die gesamte Länge, wobei es sich gezeigt hat, dass die durch das vorliegende Verfahren erzielbaren Streck- bzw. 0,2 %-Grenzen weit über den Werten vor der Behandlung liegen und auch Elastizitätsgrenzen und Zugfestigkeiten gehoben werden.
Die Durchführung des erfindungsgemässen Ver fahrens erfolgt zweckmässig anschliessend an den normalen Herstellungsvorgang. Bei Drähten und Sei len kann das Recken über die Streck- bzw. 0,2 %-Grenze ausserdem kontinuierlich, also in einem Zuge geschehen, so dass bei an die Herstellung direkt anschliessendem Recken die Herstellung und die Anhebung der Festigkeitswerte zu einem konti nuierlichen Ganzen wird.
Bei der Verwendung von Drähten und Seilen als schlaffe Bewehrung für Stahl beton ergibt sich weiter der Vorteil, dass jeglicher Verschnitt entfällt und somit eine Verbilligung er reicht wird.
Das Verfahren nach der Erfindung ist besonders vorteilhaft als zerstörungsfreies Prüfverfahren an wendbar. Durch das erfindungsgemässe Verfahren ist es nämlich möglich, ein absolut einwandfreies Er zeugnis zu bekommen, weil durch den Reckvorgang alle möglichen Fehler metallurgischer oder fabrika tionstechnischer Art aufgedeckt werden, was even tuell durch eine anschliessende kontinuierliche wei tere zerstörungsfreie Werkstoffprüfung, z. B. eine Magnetdurchflutung, ergänzt und somit eine prak tisch vollständige Sicherheit gegen Fehler gewährlei- stet werden kann.
Wirtschaftliche Vorteile sind zu erreichen, wenn aus metallurgisch mangelhaften Chargen stammende und/oder fehlerhaft behandelte Erzeugnisse einer er- findungsgemässen Reckung unterworfen werden. Da durch ist es nämlich möglich, Erzeugnisse, die die vorgeschriebenen Festigkeitswerte nicht erreichen, eben durch die Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung so weit zu verbessern, dass sie den Anfor derungen noch entsprechen.
Eine erfindungsgemässe Bewehrung für Ver bundkörper zeichnet sich dadurch aus, dass sie in Längsrichtung mindestens bis zur ursprünglichen Streck- bzw. 0,2 1/o-Grenze vorgereckt ist.
Die Vorrichtung nach der Erfindung besitzt nach einer Ausführungsform zwei angetriebene Führungs rollen für ein Stahlseil, zwischen welchen die Rek- kung des Stahlseiles erfolgt. Die Reckung kann z. B. dadurch erfolgen, dass zwischen den zwei Führungs rollen eine das Stahlseil quer zu seiner Bewegungs richtung belastende Einrichtung, wie z. B. Bela stungsrollen, vorgesehen sind.
Es ist aber auch mög lich, dass die Führungsrollen durch verschiedene Durchmesser bei gleicher Umdrehungsgeschwindig keit oder durch verschiedene Umdrehungsgeschwin digkeiten dem Stahlseil während seiner Bewegung über die Führungsrollen die gewünschte Dehnung verleihen.
Bei einer weiteren Ausführungsform der Vorrich tung zur Durchführung des erfindungsgemässen Ver fahrens sind achsparallele Trommeln vorgesehen, um die die Stahlseile mehrmals herumgeschlungen sind und zwischen welchen die Reckung der Stahlseile erfolgt. Die Trommeln sind mit mehreren parallel zueinander liegenden Führungsrillen für die Draht seile versehen. Derartige Führungsrillen verhindern ein Abdrängen der einzelnen Windungen eines mehr fach um eine Trommel geschlungenen Drahtseiles. Solche Führungsrillen sind auch auf Führungsrollen anwendbar.
Einzelheiten werden nachstehend anhand der Zeichnungen näher erläutert, welche einige beispiels weise Ausführungsformen der erfindungsgemässen Vorrichtung je in schematischer Seitenansicht bzw. in Seitenansicht und Draufsicht veranschaulichen.
Bei der Ausführungsform der Vorrichtung nach Fig. 1 läuft das vorzureckende Stahlseil 1 über zwei angetriebene Führungsrollen 2, und zwar sind diese Führungsrollen zweckmässig mehrfach umschlungen. Zur Dehnung des Stahlseiles zwischen den beiden Führungsrollen ist beispielsweise eine Rolle 3 ange ordnet, die mit einer Kraft P das Stahlseil quer zu seiner Bewegungsrichtung belastet.
Die Kraft P kann in einer solchen Grösse gewählt werden, dass die ge wünschte Vorspannung bis zur Streckgrenze des Stahlseiles oder über diese hinaus erreicht wird. Die Kraft P kann durch ein Gewicht, durch Zug oder Druck auf die Rolle 3 ausgeübt werden. Die Füh- rungsrollen 2 sind Bestandteil der Herstellungsma schine des Stahlseiles.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 ist zwischen einer Abzugscheibe 6 einer Seilmaschine und einer zur Aufnahme des Seiles bestimmten Trommel eine Umlenkrolle 5 sowie eine weitere Scheibe 4 angeord net. Die Scheibe 4 weist dabei einen grösseren Durchmesser als die Scheibe 6 auf, wobei das Seil 1 zuerst auf die Scheibe 6 aufläuft, sodann über die Umlenkrolle 5 und anschliessend über die Scheibe 4 grösseren Durchmessers zu der zur Entnahme des Seiles bestimmten Trommel geführt wird. Die beiden Scheiben 4 und 6 sind miteinander verbunden und laufen daher mit gleicher Umdrehungszahl um.
Der Durchmesserunterschied ist so bemessen, dass durch die Scheibe 4 grösseren Durchmessers eine Dehnung des Stahlseiles bis zu seiner Streckgrenze oder über sie hinaus hervorgerufen wird.
In Fig. 3 ist eine Ausführungsform veranschau licht, bei der das Seil 1 über zwei Scheiben 6 und 7 bewegt wird, wobei die beiden Scheiben verschiede nen Durchmesser besitzen und mit gleicher Umdre hungszahl umlaufen. Durch die Scheibe 7 mit grösse- rem Durchmesser wird dadurch auf das Seil 1 die ge wünschte Dehnung ausgeübt.
Diese Dehnung bis zur Streckgrenze oder über diese hinaus kann im Rahmen der Erfindung gemäss Fig. 4 auch dadurch erreicht werden, dass das Stahl- seil 1 über zwei Führungsrollen 8 und 9 bewegt wird, wobei die Führungsrolle 9 durch z. B. ein stufenloses Wechselgetriebe mit einer grösseren Umlaufzahl als die Rolle 8, angetrieben wird.
Bei der Ausführungsform der Vorrichtung nach den Fig. 5 und 6 läuft das vorzureckende Stahlseil 1 über zwei angetriebene Trommeln 10, und zwar sind diese zweckmässig mehrfach umschlungen. Jede Trommel besitzt eine Stufenform, z. B. durch Ver bindung von zwei Teilen 11 und 12 verschiedener Durchmesser. Jeder der beiden Teile 11 und 12 ist mit Führungsrillen 13 versehen, die parallel zueinan der verlaufen und deren Anzahl der gewünschten Zahl der Umschlingungen entspricht. Das Stahlseil 1 läuft zuerst über Trommelteile 11 geringeren Durch messers und sodann über die Trommelteile 12 grös seren Durchmessers.
Die Trommeln 10 werden mit gleicher Umdrehungszahl angetrieben und der Durchmesserunterschied ist so bemessen, dass durch die Trommelteile grösseren Durchmessers eine Deh nung des Stahlseiles bis zu seiner Streckgrenze oder über diese hinaus hervorgerufen wird. Die Trommeln 10 können dabei in die Herstellungsmaschine des Stahlseiles eingebaut sein.
Bei der Ausführungsform nach den Fig. 7 und 8 sind konische Trommeln 14 vorgesehen, die mit gleichgerichteter Konizität und parallelen Achsen auf gleicher Höhe nebeneinander gelagert sind. Die Trommeln sind mit gleicher Umdrehungszahl ange trieben. Das Drahtseil 1 läuft auf den Enden mit ge ringem Durchmesser auf und wird sodann durch die Führungsrillen 15 allmählich zu den Trommelenden mit grösserem Durchmesser weitergeführt. Entspre chend der Durchmesservergrösserung erfolgt die ge wünschte Reckung des Stahlseiles.